Investor zieht sich aus Projekt „Wulsdorfer Mitte“ zurück

Radio Bremerhaven Archivfoto

Die Stadt Bremerhaven reagiert enttäuscht auf den Rückzug der Dieckell-Gruppe aus dem Projekt „Wulsdorfer Mitte“. Das Unternehmen will die Planungen wegen stark gestiegener Bau- und Finanzierungskosten nicht selbst umsetzen und sucht stattdessen einen neuen Investor.

Baudezernent Maximilian Charlet sprach von einem „herben Rückschlag“ – sowohl für den Stadtteil Wulsdorf als auch für die Stadtverwaltung und die beteiligten Beschäftigten. Besonders bedauerlich sei die Entscheidung, weil nach Angaben der Stadt innerhalb weniger Wochen alle noch offenen Punkte des seit mehr als zehn Jahren laufenden Verfahrens abgeschlossen werden sollten.

Nach Darstellung der Stadt lagen bereits 2023 ein gültiger Bebauungsplan sowie eine Baugenehmigung vor. Die Dieckell-Gruppe habe sich jedoch entschieden, das Projekt 2024 neu zu planen. Dadurch seien weitere Anpassungen notwendig geworden, darunter Änderungen am Bebauungsplan, neue Gebäudeanordnungen, mehr Wohnungen und der Verzicht auf eine Tiefgarage.

Laut Charlet sollten die überarbeiteten Planungen sowie die notwendigen Beschlüsse noch im Juni durch die städtischen Gremien behandelt werden. Die Verwaltung habe das Projekt priorisiert und die Verfahren in vergleichsweise kurzer Zeit bearbeitet.

Trotz des Rückzugs sieht die Stadt weiterhin gute Entwicklungschancen für die „Wulsdorfer Mitte“. Das Vorhaben gilt als eines der wichtigsten städtebaulichen Projekte im Stadtteil. Geplant sind neue Wohn- und Geschäftsflächen sowie eine Neuordnung der Verkehrsführung rund um die Weserstraße.

Nach Angaben der Stadt bleiben auch die vorgesehenen Einzelhändler grundsätzlich am Standort interessiert. Deshalb soll der geänderte Bebauungsplan trotz des Investorenausstiegs beschlossen werden, um einem möglichen Nachfolger ein weitgehend vorbereitetes Projekt übergeben zu können.

Die Stadt hatte seit 2015 umfangreiche Vorarbeiten geleistet. Dazu zählen unter anderem Grundstücksankäufe, Verkehrs- und Infrastrukturmaßnahmen, Leitungsverlegungen, Abrissarbeiten sowie die Vorbereitung des Umbaus der Kreuzung Weserstraße/Lindenallee. Diese gilt derzeit weiterhin als Baustelle. Ziel sei es nun, die Verkehrssituation möglichst schnell zu verbessern und eine langfristige Perspektive für Wulsdorf zu schaffen.

Quelle: Magistrat Bremerhaven

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