
Die Planungen für das Werftquartier Bremerhaven schreiten deutlich voran. Auf der 140 ha großen Fläche zwischen Fischereihafen und Innenstadt soll in den kommenden 15 Jahren das neue Stadtviertel „Werftquartier“ mit einer Mischung aus Gewerbe, Wohnen, Erholung, Bildung, Kultur sowie Forschung entwickelt werden.
Für die nächsten notwendigen Schritte hat der Senat in seiner Sitzung am Dienstag, 1. Juli 2025, insgesamt Mittel in Höhe von 1,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Ich bin dem Land sehr dankbar für diese Mittel und das Signal, das damit einhergeht: Das Werftquartier hat trotz allgemeinem Sparzwang als wichtiges Instrument der Stadtentwicklung Priorität“, so Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz.
„Mit dem Beschluss schaffen wir die Voraussetzungen für zentrale Planungsschritte im Werftquartier, von der Ausführungsplanung für die Kajen und Promenaden bis hin zu vorbereitenden Gutachten. Besonders die Külkeninsel spielt dabei eine Schlüsselrolle: Sie soll als autoarmes Quartier mit attraktiven öffentlichen Räumen, gut angebundener Infrastruktur und hoher Aufenthaltsqualität entwickelt werden. Das ist ein anspruchsvolles Vorhaben, und zugleich eine große Chance für die gesamte Stadtentwicklung Bremerhavens“, so Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation.
Acht Grundstücke seien etwa wieder in der öffentlichen Hand, darunter als wichtigste Areale die Külkenhalbinsel mit rund 64.000 Quadratmetern, sowie das Grundstück der ehemaligen Seebeck-Werft, auf dem die Hallengärten entstehen sollen mit rund 34.000 Quadratmetern. „Insgesamt haben wir inzwischen rund 126.000 Quadratmeter, die bisher in Privateigentum waren, wieder in öffentliche Flächen umgewandelt. Das ermöglicht uns freie Hand bei der Entwicklung und Gestaltung“, erklärt Grantz. Insbesondere die Külkenhalbinsel sei für das Projekt von besonderer Bedeutung, weil hier ein urbanes, familienfreundliches und autoarmes Quartier entstehen soll. „Das Interesse der Wohnungswirtschaft, dort zu investieren, ist nach wie vor groß“, so der Oberbürgermeister. Geplant seien sowohl preisgebundene Mietwohnungen als auch Reihenhäuser für Familien sowie Eigentumswohnungen.
Die Külkenhalbinsel soll dank attraktiv gestalteter Promenaden mit hoher Aufenthaltsqualität aber auch ein attraktiver Stadtteil direkt am Wasser für alle Bürgerinnen und Bürger werden. „Die Planungen für die Promenadengestaltung sowie die Kajensanierungen laufen bereits. Die Promenade wird abwechslungsreiche Ausblicke über den Fischereihafen, den Handelshafen, die Doppelschleuse und die Bremerhavener Innenstadt bieten“, so Grantz. Aktuell laufe die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für den B-Plan. Die Planungskosten für die Sanierung der Kajen und Promenaden belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro, die vom Land mit dem heutigen Senatsbeschluss zur Verfügung gestellt wurden. „Insgesamt belaufen sich die Sanierungs- und Herstellungskosten der Kajen und der Promenade auf rund 26 Millionen Euro, die sukzessive für jeden Abschnitt bereitgestellt werden sollen“, so der OB.
Stadt und Land hätten sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kosten zur Herstellung der Infrastruktur jeweils hälftig getragen und entsprechend in den Haushalten bereitgestellt würden. „Das Werftquartier ist eine große Chance für Bremerhaven, um mehr junge Familien oder etwa Pendler als Einwohner zu gewinnen. Diese Chance müssen wir nutzen, um Bremerhaven zukunftssicher aufzustellen“, betont Grantz.
Mit dem Anspruch, klimaneutral zu bauen, geht auch eine veränderte Mobilität einher. Künftig soll es auf der Külkenhalbinsel kaum Autoverkehr geben. Grantz: „Der Verkehr wird an zentraler Stelle gebündelt, dort kann man parken, Fahrräder ausleihen, auf den ÖPNV umsteigen oder beispielsweise in den Supermarkt gehen.“ Für die Külkenhalbinsel werde derzeit der erste Mobility Hub konkret geplant, der Gestaltungswettbewerb laufe, „und am 4. Juli 2025 soll die Jurysitzung über einen Entwurf entscheiden“, so Grantz. Den Wettbewerb für die Werfthafenbrücke hatte bereits der Entwurf von Panta Ingenieure und Ney Partners gewonnen. „Die Werfthafenbrücke ist eine echte architektonische Besonderheit und ein Symbol für den Wandel in Bremerhaven, für Fortschritt und nachhaltige Stadtentwicklung“, so Grantz.
Der erste Bau von Wohnungen startet am 1. August 2025 durch den Investor Dieter Petram auf dem ehemaligen Gelände der Seebeck-Werft. „Ich bin froh, dass es dann nach langer Planung endlich sichtbar losgeht im Werftquartier“, so der Oberbürgermeister.
Um auch die Bürgerinnen und Bürger über die Planungen für das Werftquartier zu informieren, sind für die zweite Jahreshälfte 2025 Führungen über das ehemalige Seebeck-Werftgelände geplant. Auch ein digitaler Zwilling des Quartiers soll Interessierten – sowohl Bürgerinnen und Bürger, als auch Wohnungsinteressierte oder Investoren – noch in diesem Jahr einen Eindruck über das Gesamtprojekt geben können.
Zudem erhalten Interessierte die Möglichkeit, sich am Mittwoch, dem 16. Juli 2025, um 18.30 Uhr im Theater im Fischereihafen (TiF) über den aktuellen Planungsstand auf einer öffentlichen Informationsveranstaltung zu informieren. „Gemeinsam mit der Seebeck-Werftquartier GmbH informieren wir über das Bauvorhaben und die weiteren Pläne für die Külkenhalbinsel und die Promenadengestaltung. Ich freue mich, wenn wir dort viele Interessierte begrüßen können“, so Grantz abschließend.
