„NOVO mit dir“ – Großes Beteiligungsformat zum Dritten Ort in Bremerhaven

Am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, und Freitag, dem 30. Oktober 2026, lädt die Stadtbibliothek gemeinsam mit dem Amt für Jugend, Familie und Frauen zu dem zweitägigen Beteiligungsformat „NOVO mit dir“ in den Timeport II (Barkhausenstraße 2) ein.

Auf dem ehemaligen Karstadt-Gelände in der Bremerhavener Innenstadt kann mit dem Gebäude NOVO ein neuer öffentlicher Ort für Bildung, Begegnung und Aufenthalt entstehen. Geplant ist eine einzigartige Kombination aus Stadtbibliothek, Jugendherberge, Veranstaltungsräumen und Gastronomie. Bürgerinnen und Bürger, Kinder, Jugendliche und Familien haben an diesem zentralsten Ort in der Innenstadt die Möglichkeit zu lesen, zu lernen, zu arbeiten, sich zu treffen oder einfach Zeit zu verbringen. Der Name „NOVO“ steht für Neubeginn und Erneuerung – und genau das soll das Projekt für die Innenstadt leisten: Ein lebendiges und offenes „Wohnzimmer für alle“.

Das NOVO wird als offenes Haus für Bildung, Kultur und Begegnung geplant. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie mit Bürgerbeteiligung sehen unterschiedliche Labore als Kreativflächen vor, in denen Besucherinnen und Besucher an Workshops teilnehmen, Medien ausleihen und miteinander in den Austausch gehen können. Geplant sind ein Musik-Labor, ein MINT-Labor, ein Kreativ- und DIY-Labor sowie ein Schreib-Labor. Diese Labore werden am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, und Freitag, dem 30. Oktober 2026, vorgestellt und gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern weiterentwickelt.

„Uns ist wichtig, dass wir die Angebote und Services gemeinsam mit unseren Nutzerinnen und Nutzern entwickeln“, sagt Bibliotheksleiterin Paula Sophie Prüßner. Das Team der Stadtbibliothek bietet gemeinsam mit dem Amt für Jugend, Familie und Frauen an beiden Tagen Mitmach-Angebote, Workshops und Formate zur kreativen Beteiligung für unterschiedliche Ziel- und Altersgruppen an. Ein besonderer Fokus liegt auf der Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Kindern und Familien sowie zukünftigen Besucherinnen und Besuchern des NOVO.

„Das NOVO ist für die Menschen, die in dieser Stadt leben, und wird ganz neue Maßstäbe setzen“, ist Sara Appelhagen, Abteilungsleiterin der Jugend- und Frauenförderung, überzeugt. „Uns ist wichtig, gemeinsam mit der Stadtbibliothek konkrete Bedarfe zu erheben, diese auszuwerten und wenn möglich in den weiteren Planungsprozess einzubinden.“

„Ich finde es besonders wichtig, dass die Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen bei der Entwicklung der neuen Stadtbibliothek von Anfang an ernst genommen und mit Leben gefüllt werden“, sagt Ole Biederbick, Kinder- und Jugendbeauftragter des Magistrats. „Die Stadtbibliothek zeigt hier, dass junge Menschen nicht erst gefragt werden, wenn bereits alles entschieden ist, sondern ihre Perspektiven tatsächlich in die weitere Planung einfließen können.“

Die beiden Vormittage am 29. und 30. Oktober sind für die Beteiligung von Schulklassen und Lehrkräften vorgesehen.

Am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, wird die Veranstaltung dann von 15.00 bis 19.00 Uhr für Jugendliche und junge Erwachsene von 12 bis 21 Jahren geöffnet.

Am Freitag, dem 30. Oktober 2026, sind alle Bürgerinnen und Bürger von 15.00 bis 19.00 Uhr dazu eingeladen, sich über die geplanten Angebote im NOVO zu informieren und diese aktiv mitzugestalten.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Quelle: Stadt BHV

Bremerhaven ist „Top Bus Destination 2026“

Bremerhaven ist „Top Bus Destination 2026“: Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) hat die Seestadt am Dienstag, 6. Oktober, in Berlin mit dem erstmals vergebenen Preis ausgezeichnet. Bremerhaven setzte sich in der Kategorie „Stadt“ gegen Essen und die Lutherstadt Wittenberg durch und darf sich damit als erste Stadt Deutschlands „Top Bus Destination“ nennen.

Die Auszeichnung wurde im Rahmen der bdo|Tourismus Werkstatt in Berlin vergeben. Mit dem neuen Preis würdigt der Spitzenverband der deutschen Busbranche Reiseziele, die den Reisebus konsequent in ihre touristische Planung einbeziehen und attraktive Bedingungen für Busreisende und Busunternehmen schaffen. Eine Fachjury mit Expertinnen und Experten aus Busbranche, Tourismus und Politik hatte über die Auszeichnung entschieden.

„Unsere Stadt ist die erste, die mit diesem Preis ausgezeichnet wird. Das freut mich sehr und zeigt: Es lohnt sich, nach Bremerhaven zu kommen“, gratuliert Oberbürgermeister Martin Günthner der Erlebnis Bremerhaven GmbH. „Wir sind die Stadt der kurzen Wege und bieten außergewöhnliche Museen und Erlebniswelten, die es in dieser Kombination kein zweites Mal in Deutschland gibt.“

Bremerhaven als Ausgangspunkt für die Küstenregion
Günthner sieht für den Bustourismus Potenzial weit über Tages- und Wochenendreisen hinaus: „Unsere Stadt ist umgeben von der niedersächsischen Küstenregion und liegt in unmittelbarer Nähe zum Weltnaturerbe Wattenmeer. Damit ist Bremerhaven auch ein hervorragender Ausgangspunkt für Reisen und Ausflüge in die gesamte Region. Deshalb unsere Einladung an die Busunternehmen: Kommen Sie mit Ihren Gästen zu uns. Die Auszeichnung zeigt, dass Bremerhaven dafür die richtige Entscheidung ist.“

„Jetzt zeigt sich, dass es richtig von Politik und Verwaltung war, die vergangenen Jahrzehnte gezielt in die Infrastruktur für den Bustourismus zu investieren“, freut sich Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH. „Das Busterminal mitten in den Havenwelten, der Busparkplatz und die gute Erreichbarkeit unserer touristischen Attraktionen sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass sich Busunternehmen und ihre Gäste bei uns willkommen fühlen. Die Auszeichnung ist für uns Anerkennung und Ansporn zugleich. Wir wollen weiter in das Angebot für Busgruppen investieren und Bremerhaven als Reiseziel in diesem Markt noch stärker positionieren.“

Viel erleben, wenig fahren
Bremerhaven punktet laut bdo nicht nur mit einer guten Infrastruktur für Reisebusse, sondern vor allem mit der großen touristischen Vielfalt auf vergleichsweise kleinem Raum. In den Havenwelten liegen Klimahaus Bremerhaven, Deutsches Auswandererhaus, Deutsches Schifffahrtsmuseum und Zoo am Meer nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Dazu kommen Museumsschiffe und große Segler wie die „Schulschiff Deutschland“.

Nur wenige Kilometer entfernt wartet mit dem Schaufenster Fischereihafen ein zweiter touristischer Schwerpunkt. Im Fischkochstudio können Gruppen beim Show-Cooking oder bei Kochkursen die kulinarische Seite der Seestadt kennenlernen. Die Geschichte der Fischwirtschaft wird im Historischen Fischbahnhof erlebbar.

Und auch der Hafen selbst wird zum Erlebnis: Der HafenBus führt bei seiner außergewöhnlichen Stadtrundfahrt bis in die Überseehäfen und damit dicht an Containerterminals und Autoumschlag heran. Bei der „Dicke Pötte Tour“ lassen sich die großen Frachter von der Wasserseite erleben. Speziell entwickelte Führungen wie die Fischhappen-Tour oder die Seemannsgarn-Tour ergänzen das Angebot für Gruppen.

Die Voraussetzungen für Busgruppen wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert. Direkt in den Havenwelten befindet sich das zentrale Busterminal. Von dort sind die großen touristischen Einrichtungen innerhalb weniger Minuten zu Fuß erreichbar. Für die Reisebusse stehen Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Auch das Schaufenster Fischereihafen verfügt über unmittelbar an den touristischen Angeboten gelegene Busparkplätze.

Die Erlebnis Bremerhaven GmbH hat zugleich den Vertrieb im Bus- und Gruppentourismus verstärkt. Projektleiter Marc Reichelt kümmert sich um diesen Markt und arbeitet eng mit Hotels, Museen, Erlebniswelten und weiteren touristischen Partnern zusammen. Informationen und Angebote für Reiseveranstalter werden auf einer eigenen Vertriebsseite gebündelt.

Vom Branchentreffen zum Bundessieg
Bereits 2025 stand Bremerhaven im bundesweiten Blickpunkt der Busbranche: Die Seestadt war Gastgeber des „Tags der Bustouristik“. Reiseveranstalter und Touristiker aus Deutschland und dem benachbarten Ausland konnten dabei die Stadt und ihre Angebote unmittelbar kennenlernen.

Die Auszeichnung als „Top Bus Destination 2026“ sieht die Erlebnis Bremerhaven deshalb auch als Bestätigung der strategischen Ausrichtung auf diesen Markt.

„Wir wollen den Preis nutzen, um Bremerhaven bei Busunternehmen und Reiseveranstaltern noch bekannter zu machen“, sagt Andreas Hugle, Leiter der Abteilung Destinationsentwicklung.  „Gleichzeitig ist er für uns Verpflichtung. Wer Top-Bus-Destination ist, sollte diesen Anspruch auch in Zukunft erfüllen.“

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen hat den Preis „Top Bus Destination“ 2026 erstmals ausgeschrieben. In der Endrunde standen insgesamt neun Reiseziele in den drei Kategorien Stadt/Region, Erlebniswelt und Sehenswürdigkeit. Bei der Bewertung spielten neben der touristischen Attraktivität unter anderem Erreichbarkeit, geeignete Halte- und Parkmöglichkeiten, Service, digitale Lösungen, Kooperationen und spezielle Angebote für Busgruppen eine Rolle.

Foto: bdo

Quelle: Stadt BHV

Rund 13,9 Millionen Euro für Infrastruktur: Magistrat beschließt Einsatz von LUKIFG-Mitteln

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Der Magistrat der Stadt Bremerhaven hat in seiner Sitzung am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, den Einsatz von rund 13,9 Millionen Euro der Bundesmittel aus dem Länder-und-Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz (LUKIFG) beschlossen. „Wir setzen einen Großteil der Mittel für den Haushalt der Stadt Bremerhaven ein, das bedeutet konkret: Wir investieren in unsere Schulen, Straßen, Kitas und Brücken“, fasst Oberbürgermeister Martin Günthner zusammen. Bürgermeister und Kämmerer Torsten Neuhoff ergänzt: „Die Bundesmittel entlasten unseren Haushalt enorm und machen dringend notwendige Sanierungen unserer Infrastruktur überhaupt erst möglich.“

Die Mittel werden in den unterschiedlichsten Bereichen der Stadt eingesetzt. Neben der Finanzierung von vorbereitenden Arbeiten an der Kaje beim Verbindungskanal am Alten Hafen oder der Sanierung der WC-Anlage in den Havenwelten wird auch Geld in die Sanierung bzw. den teilweisen Umbau von insgesamt vier Kitas im Gesamtwert von rund 328.000 Euro gesteckt.

„Nachdem wir im vorherigen Beschluss zur Verwendung der LUKIFG-Mittel vor allem die Schulen im Blick hatten, legen wir jetzt den Schwerpunkt auf Kitas und vor allem aber auf die Sanierung von Straßen, Brücken und Geh- und Radwegen“, erklärt Günthner.

So sieht der Beschluss etwa die Bereitstellung von insgesamt 1 Million Euro für den Rückbau sowie den provisorischen Ersatzbau der Brücke Dreibergen in Wulsdorf vor. Außerdem sollen die Sanierungen der Geh- und Radwegbrücken Moorteich/Erika-See, Adolf-Hoff-Weg und im Bürgerpark Süd für insgesamt 400.000 Euro finanziell abgesichert werden, ebenso wie das Sanierungskonzept Geh- und Radwege für insgesamt 500.000 Euro. „Die Instandhaltung der städtischen Infrastruktur bleibt eine große Herausforderung. Es ist gut, dass wir mit den LUKIFG-Mitteln auch den Zustand unserer Straßen und Brücken verbessern können. Das ist dringend notwendig, wird aktuell angesichts der Haushaltslage aber erst durch diese Bundesmittel ermöglicht. Mein Dezernat setzt jetzt alles an eine zügige Umsetzung der Maßnahmen“, so Stadtrat Maximilian Charlet, Dezernent für Bau. Insgesamt sollen aus den jetzt beschlossenen Mitteln elf Straßen saniert werden für zusammen rund 1,7 Millionen Euro. Dazu gehören unter anderen die sich bereits in der Ausführung befindenden Arbeiten an der Seilerstraße, der Waldstraße sowie der Dionysiusstraße.

Für ein besseres Sicherheitsgefühl in Bremerhaven sollen Maßnahmen zur Beseitigung von Dunkelzonen in Höhe von 840.000 Euro beschlossen werden, aber auch die Verbesserung der digitalen Infrastruktur an Schulen ist in Höhe von 400.000 Euro Teil des Maßnahmenpaketes.

Quelle: Stadt BHV

Bremerhaven ist „Recyclingpapierfreundlichste Stadt“ Deutschlands

Stadträtin Andrea Toense (Mitte) nahm die Auszeichnung der Stadt Bremerhaven als „Recyclingpapierfreundlichste Stadt“ 2026 in Berlin im Beisein von Marc Gebauer (Sprecher der Initiative Pro Recyclingpapier) und der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, entgegen. Foto: IPR / Mark Bollhorst

Die Stadt Bremerhaven ist am Dienstag, dem 6. Oktober 2026, im Bundesumweltministerium in Berlin als „Recyclingpapierfreundlichste Stadt“ in Deutschland ausgezeichnet worden. Stadträtin Andrea Toense (Dezernentin für Gesundheit, Umwelt und Klima) nahm den Preis für den konsequenten Einsatz von Blauer-Engel-Papier persönlich entgegen.

Aus dem Kreis von insgesamt 114 beteiligten Groß- und Mittelstädten Deutschlands setzte sich Bremerhaven im Papieratlas-Städtewettbewerb 2026 durch. Die Seestadt nutzt in der Verwaltung, den Schulen und der Hausdruckerei konsequent zu 100 Prozent Blauer-Engel-Papier und leiste damit einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz, so die Jury.

Im Vergleich zu Frischfaserpapier bewirkte die Stadt Bremerhaven im vergangenen Jahr eine Einsparung von mehr als 3,4 Millionen Liter Wasser und mehr als 770.000 Kilowattstunden Energie. Die Wassereinsparung entspricht dem täglichen Bedarf von mehr als 28.000 Menschen. Die eingesparte Energie könnte den jährlichen Strombedarf von 221 Drei-Personen-Haushalten decken. 

Marc Gebauer (Sprecher der Initiative Pro Recyclingpapier) würdigte die Leistung der Seestadt: „Bei der nachhaltigen Papierbeschaffung nimmt die Stadt Bremerhaven eine Vorreiterrolle ein. Der Einsatz von Blauer-Engel-Papier erzielt spürbare ökologische Effekte und dient als inspirierendes Best-Practice-Beispiel für alle Kommunen.“ 

Stadträtin Toense betonte: „Die Auszeichnung ist eine große Anerkennung für unser konsequentes Engagement im Klima- und Ressourcenschutz. Sie zeigt, dass nachhaltiges Handeln in der Verwaltung messbare Erfolge erzielt. Mit dem flächendeckenden Einsatz von Recyclingpapier übernehmen wir Verantwortung und leisten zugleich einen konkreten Beitrag zum Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Diesen erfolgreichen Weg wollen wir gemeinsam fortsetzen.“

Der Papieratlas dokumentiert seit 2008 jährlich den Papierverbrauch und die Recyclingpapierquoten in deutschen Städten, seit 2016 auch in Hochschulen und seit 2018 in Landkreisen. Kooperationspartner sind das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Landkreistag sowie der Deutsche Hochschulverband. Die Wettbewerbe stehen unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Carsten Schneider.

Die durchschnittliche Recyclingpapierquote der teilnehmenden Städte konnte im vergangenen Jahr auf über 91 Prozent gesteigert werden.

Quelle: Stadt BHV

– Immer kostenlos informiert – Das ist Radio Bremerhaven

BHV: Magistrat beschließt mehr Flexibilität für Eltern bei Ganztagsbetreuung

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Mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 ist der Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Grundschulkinder in Bremerhaven umgesetzt. Die ersten Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Die Einführung des neuen Ganztagssystems funktioniert. Im Zeitverlauf der ersten Monate hat sich jedoch herausgestellt, dass die Familien unterschiedliche Betreuungsbedarfe haben, gerade in Bezug auf die Betreuungs- und Abholzeiten. 

Daher hat der Magistrat am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, beschlossen, den Eltern die Möglichkeit zu eröffnen, an offenen Ganztagsschulen für einzelne Wochentage unterschiedliche Abholzeiten zu wählen. Vorgesehen ist eine verbindliche Wahl durch die Eltern zwischen den Abholzeiten 15.00 Uhr und 16.00 Uhr sowie einer früheren Abholzeit zwischen 13.00 und 15.00, welche jede Schule individuell für ein Schulhalbjahr festlegt. „Somit werden die unterschiedlichen Lebenssituationen von Familien noch besser berücksichtigt“, erklärt Stadtrat Prof. Dr. Hauke Hilz (Dezernent für Schule und Kultur).

„Mit Beginn des Inkrafttretens des Rechtsanspruchs auf ganztägige Betreuung – das wohl eins der größten Projekte in der Geschichte deutschen Bildungspolitik darstellt –, war mir klar, dass wir kein statisches Ganztagssystem geschaffen haben“, hebt der Stadtrat hervor. „Um das System in einem ersten Schritt bedarfsgerecht weiterentwickeln zu können, waren wir aber auf die ersten Erfahrungen aus der Praxis angewiesen“, so Hilz weiter. „Hierzu gehören die Rückmeldungen von Eltern aber auch aus den Schulen in Bezug darauf, wieviel Flexibilität vor Ort leistbar ist“, betont Hilz.

Durch die verbindliche Festlegung für ein Schulhalbjahr können Personal, Räume, Mittagessen und pädagogische Angebote weiterhin zuverlässig geplant werden. „Mehr Flexibilität bedeutet für uns nicht weniger Verlässlichkeit. Wir wollen beides miteinander verbinden: Familien sollen ihre Betreuungszeiten stärker an ihrem Alltag ausrichten können, während Schulen und Träger weiterhin die notwendige Planungssicherheit haben“, so Stadtrat Hilz. Dabei wird der vorhandene Betreuungsumfang nicht reduziert. Vielmehr sollen die bestehenden Betreuungszeiten flexibler genutzt und auf die unterschiedlichen Bedarfe der Familien abgestimmt werden.

Auch bei der Ferienbetreuung werden erste Erfahrungen genutzt, um die Abläufe für Familien und Träger weiter zu verbessern. Es wird ein zusätzlicher Anmeldezeitraum für die Oster- und Sommerferien festgelegt. Die Anmelde- und Zahlungsfristen werden teilweise deutlich nach hinten verschoben, sodass Eltern ihren Betreuungsbedarf später festlegen können. Zugleich ist damit weiterhin gewährleistet, dass die Träger die Betreuungsbedarfe rechtzeitig erfassen können und somit die anschließende Planung der Ferienangebote dennoch gelingt.

Quelle: Stadt BHV

Bremerhaven zeigt seine vielen Stärken zum Tag der Deutschen Einheit

„2 Städte, 1 Land“: Erlebnis Bremerhaven präsentiert Seestadt in Bremen

Tourismus, Wissenschaft, Wirtschaft, Genuss und Musik: Beim großen Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit vom 2. bis 4. Oktober in Bremen präsentiert sich Bremerhaven in seiner ganzen Vielfalt. Als zweite Stadt des Gastgeberlandes ist die Seestadt in den „Bremenwelten“ an zahlreichen Stellen vertreten. Bereits am 2. Oktober empfängt Bremerhaven zudem 160 Gäste aus allen Bundesländern.

Wenn Deutschland vom 2. bis 4. Oktober den Tag der Deutschen Einheit in Bremen feiert, ist Bremerhaven mittendrin. Unter dem Motto „VIELE STÄRKEN – EIN LAND“ verwandeln sich die Bremer Innenstadt, die Schlachte, der Osterdeich und weitere Bereiche in ein großes Bürgerfest. Mehr als 400.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet. Die beiden Städte des Landes präsentieren sich dabei gemeinsam und zeigen, was Bremen und Bremerhaven auszeichnet.

Besonders sichtbar wird das im Bereich „Zwei Städte. Ein Land“. Ein großer gläserner Infopoint wird für drei Tage zur gemeinsamen Tourist-Information von Bremen und Bremerhaven. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren über beide Städte, geben Tipps für einen Besuch und bieten Souvenirs an. Die Erlebnis Bremerhaven bringt unter anderem Kaffeebecher, Jutebeutel, Kühlschrankmagnete und Schreibsets mit.

Für ein besonderes Erinnerungsfoto sorgt ein KI-Mirror. Besucherinnen und Besucher können sich damit virtuell vor die „Schulschiff Deutschland“ oder an den Pingelturm stellen, und ihr Bild anschließend als Andenken mitnehmen.

Wie Bremen seine Stärken in verschiedenen Themenwelten präsentiert, bündelt auch Bremerhaven seinen touristischen Auftritt unter klaren Schwerpunkten. Die drei Profilfelder „Haven- & Wissenswelten erleben“, „Fisch & mehr genießen“ und „Stadt & Leute entdecken“ zeigen, was die Seestadt als Reiseziel ausmacht. Dabei stehen die einzelnen Angebote nicht für sich allein, sondern ergänzen sich zu einem gemeinsamen Bild Bremerhavens – von den großen Erlebnis- und Wissensorten über Fisch und Genuss bis zu Stadtleben, Lieblingsorten und Bremerhavener Geschichten.

Von Wissenschaft bis Fischbrötchen
Wie vielfältig Bremerhaven ist, zeigen zahlreiche weitere Auftritte in den insgesamt zehn Bremenwelten. Sie stellen das Gastgeberland als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort ebenso vor wie seine gesellschaftliche und kulturelle Vielfalt.

In der „Starken Wirtschaft“ geht es unter anderem um die Bedeutung der Häfen und der Logistik. Mit dabei sind Akteure wie BLG, Eurogate, bremenports und die Seemannsmission. Entlang der Weser wird Logistik sogar spielerisch erlebbar, unter anderem bei einem Seifenkistenrennen.

Bremerhavener Wissenschaft und Forschung sind ebenfalls prominent vertreten. Die Hochschule Bremerhaven präsentiert sich im Bereich „Starke Innovationen“. Auch das Alfred-Wegener-Institut, das Deutsche Schifffahrtsmuseum und das DLR Institut für den Schutz maritimer Infrastrukturen gehören zu den Bremerhavener Akteuren.

An der Schlachte bündeln zudem vier der großen Bremerhavener Erlebniswelten ihre Kräfte: In einer gemeinsamen Pagode präsentieren Klimahaus Bremerhaven, Deutsches Auswandererhaus, Deutsches Schifffahrtsmuseum und Zoo am Meer ihre Erlebnis- und Wissensangebote und zeigen, wie spannend Klima, Migration, Schifffahrt, Forschung und die Tierwelt der Meere vermittelt werden können. Zugleich geben die Häuser einen Ausblick auf neue gemeinsame Projekte und Kooperationen.

Bremerhaven schmecken
Kulinarisch ist die Seestadt in Bremen nicht zu übersehen. Das Fischkochstudio bringt mit insgesamt 18 Kochshows ein Stück Fischereihafen mit. Beim Showcooking erleben die Gäste live, wie vielseitig und unkompliziert Fisch zubereitet werden kann. Tipps und Tricks aus der Küche gibt es inklusive und kleine Häppchen laden direkt zum Probieren ein.

Unter dem Titel „Stadt & Leute entdecken“ zeigt Bremerhaven außerdem Seiten der Stadt, die für Einheimische zum Lebensgefühl gehören. In einem Wohnzimmersetting geht es um Kieze, Lieblingsorte, besondere Ecken und Bremerhavener Geschichten. Mit der „Alexander von Humboldt II“ stellt sich dort auch eines der maritimen Wahrzeichen und Botschafter der Stadt vor.

Vorgeschmack auf 200 Jahre Bremerhaven
Ein besonderes Thema ist das Stadtjubiläum 2027. Im Showcontainer an der Schlachte gibt das „Geburtstagskind“ einen ersten Einblick ins Jubiläumsjahr. Unter dem Motto „Unsere Welt. Unsere Stadt. Unser Bremerhaven.“ können sich Besucherinnen und Besucher über die Geschichte der Stadt, ihre Zukunft und erste Höhepunkte aus dem Veranstaltungskalender für 2027 informieren. Auch die neuen Stadtjubiläums-Hoodies sind erhältlich. Wer sich noch stärker mit Bremerhaven verbinden möchte, kann Mitglied im Welt.Stadt.Club werden.

Bremerhaven auf den Bühnen
Auch musikalisch trägt die Seestadt zum Bürgerfest bei. Am 3. Oktober um 10 Uhr eröffnet der Original Marinechor „Blaue Jungs aus Bremerhaven“ das Programm auf der Bühne Osterdeich. Der an der Marineoperationsschule beheimatete Chor ist der heute noch bestehende offizielle Chor der Bundeswehr.

Um 17.30 Uhr stehen Entertainer Ron Williams und der Bremerhavener Sänger und Gitarrist Jörg Seidel gemeinsam auf der Bühne Schlachte. Am Sonntag, 4. Oktober, folgt um 14.45 Uhr die Kinder- und Jugendkantorei der Christuskirche Bremerhaven auf der Bühne Ansgari. Zum Abschluss des Bürgerfestes ist mit RAUM27 eine weitere Band mit Bremerhavener Wurzeln dabei: Ihr Auftritt beginnt am 4. Oktober um 20.45 Uhr auf der Bühne Osterdeich.

160 Gäste aus ganz Deutschland entdecken Bremerhaven
Der Tag der Deutschen Einheit bringt Gäste aber nicht nur nach Bremen. Traditionell werden zu den zentralen Feierlichkeiten Bürgerdelegationen aus allen Bundesländern eingeladen. 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Delegationen besuchen bereits am Freitag, 2. Oktober, Bremerhaven. Auf ihrem Programm stehen das Klimahaus und eine Fahrt mit dem HafenBus. So lernen die Gäste aus ganz Deutschland die Seestadt bereits vor dem eigentlichen Feiertag aus nächster Nähe kennen.

Auch die Bremerhavener Stadtspitze nimmt an den offiziellen Feierlichkeiten teil. Stadtverordnetenvorsteher, Oberbürgermeister und Bürgermeister sind am 3. Oktober zum Festakt in der Glocke, zum Gottesdienst im St. Petri Dom sowie zum Empfang des Bundespräsidenten eingeladen.

Wer aus Bremerhaven selbst nach Bremen fahren möchte, kann das besonders unkompliziert tun: Während des Bürgerfestes ist die An- und Abreise mit Bus und Bahn innerhalb des VBN-Gebiets ab Freitag, 14 Uhr, kostenlos.

Quelle & Fotos: Erlebnis Bremerhaven

Stadtarchiv: Reihe Historischer Stadtrundgänge

Das Stadtarchiv Bremerhaven lädt zu einer Reihe historischer Stadtrundgänge ein. Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals, der Europäischen Mobilitätswoche und des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Stadtarchiv Bremerhaven“ stehen Brücken, Archivgeschichte und das jüdische Leben im Mittelpunkt.

Die Veranstaltungen richten sich an Geschichtsinteressierte und bieten Einblicke in die vielschichtige Geschichte der Seestadt.

Die Stadtrundgänge im Überblick:

1. NetzWERKE: Geschichte der Brücken in Bremerhaven

Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals 2026 steht das Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ am Sonntag, dem 13. September 2026, in der Zeit von 15.00 bis 17.30 Uhr im Mittelpunkt. Experten wie Heiner Behrens (BEAN), Andreas Geywitz (Bauordnungsamt), Dr. Dirk J. Peters (Industriearchäologe), Helmut Seger und Dr. Julia Kahleyß (Stadtarchiv) führen durch die faszinierende und teilweise problematische Geschichte der Bremerhavener Brücken. Von historischen Dreh- und Klappbrücken bis zu modernen Technikdenkmalen wird der Wandel vom Arbeitshafen zum heutigen Erlebnisquartier „Havenwelten“ anschaulich dargestellt.

Treffpunkt: Alte Geestebrücke

Teilnahme ohne Anmeldung möglich.

2. „Auf den Spuren des Stadtarchivs durch Bremerhaven“ – Historische Fahrradtour

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche und des Jubiläums „100 Jahre Stadtarchiv Bremerhaven“ lädt Dr. Julia Kahleyß für Montag, den 21. September 2026, in der Zeit von 13.00 bis 15.00 Uhr zu einer Fahrradtour ein. Die Route führt zu historischen Standorten des Stadtarchivs, die im 20. Jahrhundert wechselten. Einige dieser Orte existieren heute nicht mehr oder haben sich stark verändert. Die Tour zeigt, wie eng Archivgeschichte mit der Stadtgeschichte Bremerhavens verwoben ist.

Maximal 20 Personen können an der Veranstaltung in Kooperation mit dem ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Bremerhaven) teilnehmen.

Treffpunkt: Klußmannstraße 7, Geestemünde (neben dem ehemaligen Polizeirevier)

Eine Anmeldung ist unter stadtarchiv@magistrat.bremerhaven.de oder 0471 5902567 erforderlich.

3. Der jüdische Friedhof: Zeugnis des jüdischen Lebens in Bremerhaven

Mircea Ionescu (Menorah – Liberale jüdische Gemeinde Bremen/Bremerhaven) führt am Dienstag, dem 6. Oktober 2026, in der Zeit von 14.00 bis 16.00 Uhr über den jüdischen Friedhof in Bremerhaven, einen der ältesten erhaltenen Friedhöfe der Stadt. Der Rundgang beleuchtet die historische und aktuelle Bedeutung des Friedhofs als „Haus der Ewigkeit“ (Bet Olam) oder „Haus des Lebens“ (Bet Chajim). Diese Veranstaltung ist der erste Teil einer Reihe zum jüdischen Leben in Bremerhaven.

Eine Anmeldung ist unter stadtarchiv@magistrat.bremerhaven.de oder 0471 5902567 erforderlich.

Weitere Infos gibt es unter https://www.bremerhaven.de/de/freizeit-kultur/stadtarchiv/aktuelles.13025.html.

Quelle: Stadt Bremerhaven

Maritimes Denkmal mit großer Zukunftsvision

Ein Stück deutscher Leuchtturmgeschichte mitten in Bremerhaven: André Kroboth, Leuchtturm-Botschafter des Warnemünder Leuchtturms, besuchte jetzt den haventurm als erhaltenen Turmkopf des ehemaligen Leuchtturms Großer Vogelsand auf dem Gelände des havenhostel Bremerhaven.

Gemeinsam mit Volker Siemers erhielt Kroboth von Jens Grotelüschen, Geschäftsführer des havenhostel und Vorsitzender des Fördervereins Maritimer Denkmalschutz e. V., einen besonderen Einblick in die Geschichte, Technik und Zukunft dieses außergewöhnlichen maritimen Denkmals.

Schon die Dimensionen des erhaltenen Turmkopfes hinterließen Eindruck: Rund 15 Meter hoch und breit, vier Geschosse und etwa 300 Tonnen Stahl machen deutlich, welche technische Leistung hinter dem einstigen Leuchtturm in der Elbmündung stand.

„Auf Bildern wirkt er bereits gewaltig, doch wenn man direkt davorsteht, werden seine Dimensionen noch viel eindrucksvoller“, beschreibt André Kroboth seinen ersten Eindruck.

Einer der modernsten Leuchttürme seiner Zeit

Der Große Vogelsand wurde 1973/1974 errichtet und galt mit Baukosten von rund 15 Millionen D-Mark als einer der teuerste und modernste Leuchttürme Deutschlands. Rund 39 Meter über der Wasserlinie erhob sich das Bauwerk einst über der gefährlichen Sandbank Großer Vogelsand in der Elbmündung.

Der Leuchtturm war für seine Zeit technisch außergewöhnlich ausgestattet. Mehrere Präzisionssektorenfeuer, eine Drehoptik und eine Gürtellinse machten ihn gleichzeitig zum Leit-, Warn- und Orientierungsfeuer für die Schifffahrt. Bei Nebel sorgten mächtige Nebelhörner für zusätzliche Sicherheit.

Der der Turm verfügte über großzügige Unterkünfte für Wartungspersonal, Sanitärbereiche sowie Räumlichkeiten, die im Notfall auch Schiffbrüchigen Schutz bieten konnten. Die elektrische und Wärmeversorgung wurde durch drei Blockheizkraftwerke sichergestellt. Der Turm hatte als einziger Deutscher Leuchtturm einen Hubschrauberlandeplatz, der dem Turm die spezielle Silouette gibt.

1998 wurde das Leuchtfeuer außer Betrieb genommen. Statt jedoch vollständig verschrottet zu werden, konnte zumindest der gewaltige Turmkopf gerettet werden. Seit 2010 befindet er sich in Bremerhaven auf dem Gelände des havenhostel.

Geschichte wird in den leeren Räumen wieder lebendig

Von der ursprünglichen Inneneinrichtung ist heute nur noch wenig erhalten. Doch während des Rundgangs vermittelten Jens Grotelüschen und Volker Siemers, der die Rettung und Dokumentation des Turmkopfes von Beginn an begleitet hat, einen Eindruck davon, wie das Leben und die Technik im Großen Vogelsand einst ausgesehen haben.

Vom ehemaligen Maschinenraum über die Unterkünfte bis zu den Bereichen der Leuchtfeuertechnik erschloss sich Etage für Etage die Geschichte des Bauwerks.

Besonders eindrucksvoll war für Kroboth der Aufstieg bis auf das ehemalige Hubschrauberlandedeck in rund 15 Metern Höhe. Dort sind bis heute Teile der technischen Einrichtungen zu erkennen – darunter Komponenten des aufwendigen Brandlöschsystems, das für mögliche Zwischenfälle bei Hubschrauberlandungen vorgesehen war.

„Durch die Erzählungen von Jens und Vossi erwachten die leeren Räume Stück für Stück wieder zum Leben“, berichtet Kroboth.

Vom Großen Vogelsand zum „haventurm“

Doch bei dem Besuch ging es nicht nur um die Vergangenheit. Im Fokus stand auch die Frage, wie dieses einzigartige maritime Denkmal für kommende Generationen erhalten und wieder erlebbar gemacht werden kann.

Die Vision des Fördervereins Maritimer Denkmalschutz ist ambitioniert: Der erhaltene Turmkopf soll langfristig wieder auf einen neu errichteten Schaft gesetzt werden. Als rund 39 Meter hoher „haventurm“ könnte das historische Bauwerk damit annähernd zu seiner ursprünglichen Höhe zurückfinden.

Geplant ist, den Turm nicht nur als Denkmal zu erhalten, sondern ihn für Menschen zugänglich zu machen. Denkbar sind eine Aussichtsplattform mit Blick über Bremerhaven und die Wesermündung, Ausstellungsflächen zur Geschichte der Leuchttürme und der maritimen Navigation sowie eine Erlebnisgastronomie.

„Unser Ziel ist nicht, den Großen Vogelsand einfach nur zu konservieren“, sagt Jens Grotelüschen. „Wir möchten seine Geschichte wieder sichtbar und erlebbar machen. Dieser Turmkopf ist ein außergewöhnliches Zeugnis deutscher Leuchtturm- und Schifffahrtsgeschichte. Die Vorstellung, ihn eines Tages wieder in seiner ursprünglichen Dimension erleben zu können, treibt uns an.“

Gleichzeitig ist allen Beteiligten bewusst, welche Herausforderungen mit einem solchen Projekt verbunden sind. Einen rund 300 Tonnen schweren historischen Turmkopf auf einen neuen Schaft zu setzen und anschließend dauerhaft und sicher für Besucher zugänglich zu machen, erfordert erhebliche technische, organisatorische und finanzielle Anstrengungen.

„Ein Leuchtturm, der auf sein zweites Leben wartet“

Für André Kroboth war der Besuch deshalb weit mehr als die Besichtigung eines stillgelegten Leuchtturms.

„Für mich war es eine unglaubliche Besichtigung eines ehemaligen Leuchtturms, der bereits vor der Verschrottung gerettet wurde und nun auf sein zweites Leben wartet“, fasst er seine Eindrücke zusammen. „Es bleibt sehr spannend, wie die Geschichte dieses wundervollen Leuchtturms weitergeht.“

Mit dem geplanten haventurm könnte aus dem geretteten Stück Technikgeschichte künftig ein neuer maritimer Anziehungspunkt für Bremerhaven entstehen – und zugleich ein weithin sichtbares Zeichen dafür, dass maritime Geschichte nicht nur bewahrt, sondern auch neu erzählt werden kann.

Der Große Vogelsand in Zahlen

•             Baujahr: 1973/1974

•             Ursprüngliche Turmhöhe: ca. 39 Meter über der Wasserlinie

•             Feuerhöhe: 39 Meter

•             Reichweite: weiß 19 bis 26 Seemeilen, rot 9 bis 12 Seemeilen

•             Außerdienststellung des Leuchtfeuers: 1998

•             Turmkopf in Bremerhaven: seit 2010

•             Gewicht des erhaltenen Turmkopfes: ca. 300 Tonnen

•             Höhe und Breite des Turmkopfes:jeweils ca. 15 Meter

•             Baukosten: rund 15 Millionen D-Mark

•             Besonderheit: Der Große Vogelsand galt zu seiner Zeit als einer der teuersten und modernsten Leuchttürme Deutschlands.

Maritime Tage: 330.000 Besucher

Bild: Hannes Volkmar

Alles anders, aber genauso gut: Die Maritimen Tage in Bremerhaven haben trotz Hitze und kleinerer Veranstaltungsfläche rund 330.000 Menschen an den Neuen Hafen, den Deich und die Weser gelockt. „Wir haben ein fröhliches und friedliches Fest erlebt, wie wir es in der Stadt kennen“, fasst Bürgermeister Torsten Neuhoff die „fünf tollen Tage“ zusammen. Zum Stadtjubiläum 2027 soll eine „Lütte Sail“ gefeiert werden.

Und so sind die Maritimen Tage vom 12. bis 16. August verlaufen:

Die Schiffe Mehr als 40 Schiffe unter Segel, Motorkraft oder Dampf waren von Mittwoch bis Sonntag die Hingucker im Neuen Hafen. Besonders faszinierten die gerade frisch aus der Werft gekommene „Alexander von Humboldt 2“ sowie die spanischen Traditionsschiffe mit dem Weltumsegler-Nachbau „Nao Victoria“ und dem ehemaligen Frachtsegler „Pascual Flores“, das Feuerschiff „Elbe 1“ und die „Schulschiff Deutschland“. Kritik, im Hafen seien zu wenige Schiffe, weist Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH, zurück. „Leider haben drei große Schiffe ihre Teilnahme kurz vor der Veranstaltung abgesagt, weil sie in die Werft müssen. Aber die Kajen, die wir nutzen können, haben wir voll belegt.“ Sieben Schiffe waren regelmäßig zu Fahrten auf der Weser unterwegs – zu den Törns der Großsegler „Gulden Leeuw“, „Wylde Swan“ und „Großherzogin Elisabeth“ kamen Fahrten mit Plattbodenschiffen, Kutter und Speedboot – etwa 3000 Passagiere sind mitgefahren. Da sind die Passagiere der „Dicke-Pötte-Tour“ und der Hafenrundfahrt noch nicht einmal mit eingerechnet. Die marode Grube-Kaje und der gesperrte Verbindungskanal sind der Grund, weniger Platz für Schiffe zu haben. Die sonst eher seltene Möglichkeit, sich an Bord eines Arbeitsschiffes wie der „Franzius Plate“ oder eines Traditionsseglers umzusehen und mit den Besatzungen ins Gespräch zu kommen, zeichnen die Maritimen Tage aus. So wurden rund 20.000 „Sehleute“ in den fünf Tagen beim Open Ship gezählt. Vor den beiden Großseglern bildeten sich immer wieder längere Warteschlangen, um an Bord gehen zu können.

Wie die Besucher das veränderte Konzept der Maritimen Tage annehmen „war für uns ein wenig der Blick in die Glaskugel“, sagt Gerber. Dass trotz der Hitze -insbesondere am Freitag – gut 330.000 Menschen ums Hafenbecken bummelten oder an der Wasserkante unterwegs waren, wertet er als großen Erfolg. Die Besucherströme entlang der Wasserkante wurden anhand anonymer Signale von Mobiltelefonen erfasst, das System war erstmals zur SAIL vor einem Jahr eingesetzt worden. Eine geringe Ungenauigkeit bleibt, weil nur Personen gezählt werden, die ein Handy dabeihaben. Im Durchschnitt blieb jeder Besucher knapp zwei Stunden.

Zu den notwendig gewordenen Änderungen des Veranstaltungsendes bereits um 22 Uhr gab es auch Diskussionen, sagt Gerber. Dieser Punkt war ein wichtiger Bestandteil der kurzfristig notwendig gewordenen Anpassung des Sicherheitskonzepts, ohne das die Maritimen Tage nicht genehmigt worden wären. „Es war ein guter Kompromiss“, Schausteller und Gäste hätten sich darauf eingestellt. Gerber kündigt an, dass es nach Abschluss der Maritimen Tage – wie immer – eine Nachbesprechung mit den Sicherheitsbehörden geben wird. Die jetzt gesammelten Erfahrungen mit den neuen Rahmenbedingungen werden maßgeblich sein bei der Beurteilung, unter welchen Voraussetzungen im kommenden Jahr eine Verlängerung der Öffnungszeiten möglich ist.

Der Mittwoch hat am letzten Tag der Sommerferien einen sehr guten Start hingelegt mit 85.000 Besuchern. Am Donnerstag und Freitag machte sich die Hitze bemerkbar, aber an beiden Tagen kamen trotzdem noch jeweils mehrere zehntausend Besucher an den Hafen. „Am Freitag hat der sehr gut besuchte Abend den schwachen Tag noch gerettet“, sagt Gerber. Das Wochenende mit „echtem norddeutschen Sommerwetter“ habe dann den erhofften Schub beschert mit mehr als 100.000 Besuchern am Sonnabend, für den heutigen Sonntag kalkulieren wir zurückhaltend mit 70.000 Gästen. Insgesamt 290.000 Besucher wurden bis Sonntagmittag gezählt.

Das Wochenende hat die Bilanz der Schausteller gerettet, nachdem die Umsätze in der Hitze vom Freitag weit hinter den Erwartungen geblieben waren. Durch die Sperrungen und Umleitung konnte nur eine wesentlich kleinere Veranstaltungsfläche genutzt werden. „Die Maritimen Tage 2026 waren kompakter“, sagt Gerber. Die erforderlich gewordene räumliche Konzentration rund um den Neuen Hafen sei gerade von Schaustellern, aber auch vielen Besuchern gelobt worden: das Gelände sei nicht mehr so weitläufig.

Der Umzug des Freibeuterdorfes an den Kaiserhafen wurde von vielen Besuchern positiv aufgenommen, das Deutsche Schifffahrtsmuseum hat mit freiem Eintritt, längeren Öffnungszeiten und einem besonderen Programm eine kreative Antwort gefunden, die belohnt wurde: Fast 4000 Besucher wurden bis Sonntagmittag im Museum und auf der Wissenschaftsmeile gezählt. Auch das Street-Food-Festival war wieder ein Garant.

Die Stimmung der Maritimen Tage 2026 war aus polizeilicher Sicht fröhlich und friedlich. Die Polizei hatte wenig zu beanstanden und musste nur selten eingreifen, berichtet Polizeioberrat Stefan Wiebe, Leiter der Abteilung Süd. Die Arbeit der Polizisten war „veranstaltungstypisch“– darunter ein Schwimmer im Neuen Hafen und eine Hand voll Diebstähle. Die Parkhäuser waren am Mittwoch und am Wochenende ab mittags voll, insgesamt war die Verkehrssituation aber zu keiner Zeit überlastet.

Die Sanitätsdienste vom Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter Unfallhilfe melden bis auf einen Fall keine besonderen Vorkommnisse. Donnerstag und Freitag wurden einige Patienten mit Kreislaufproblemen behandelt, ein Besucher ist am späten Freitag auf dem Wein-Deck gestürzt und wurde mit Verletzungen in eine Klinik gefahren. Die Rettungskräfte loben zwei Besucher, die Erste Hilfe leisteten.

Die Pontonbrücke hat die Bewährungsprobe nicht nur bestanden, sondern übererfüllt, sagt Gerber. Die Wegeführung hat hervorragend funktioniert, die Sicherheitskräfte mussten nur wenig einschreiten. Das Sicherheitsrisiko zu minimieren und eine Großveranstaltung zu organisieren, sei geglückt, sagt Bürgermeister Neuhoff. „Wir haben die Herausforderung gemeistert.“ Gerber: „Wir haben immer darüber gesprochen, welche Auswirkungen die gesperrten Brücken über dem Verbindungskanal auf die Großveranstaltung haben. Jetzt können wir sagen: viel weniger als befürchtet. Das Konzept ist aufgegangen.“

Die Maritimen Tage endeten jeden Abend um 22 Uhr. Deshalb luden mehrere Kneipen in der Alten Bürger am Freitag und Sonnabend mit Livemusik und DJs zu den „Harbor After Hours“ ein, auch das Neus-Festival für elektronische Musik zog dann dorthin um. „Es war ein überwältigender Erfolg, geradezu sensationell“ sagt Jens Rillke, Quartiersmeister für die Alte Bürger. „Das hatte Straßenfest-Charakter.“ Rillke schlägt vor, die Alte Bürger in den kommenden Jahren in das Konzept der Maritimen Tage einzubinden. Der Andrang war an beiden Abenden so groß, dass Bereitschaftspolizei die Straße gesperrt habe, berichtet Wiebe.

Die Maritimen Tage 2026 waren die Blaupause für die kommenden Jahre – so lange, bis der Verbindungskanal und die Grube-Kaje saniert sind. Neuhoff setzt darauf, dass der Senat am Dienstag den Weg freimacht für die ersten Arbeiten. „Für die touristische Zukunft Bremerhavens ist es wichtig, so schnell wie möglich beginnen zu können. Das sei nicht nur für die SAIL 2030 die Voraussetzung, sondern auch für die zentralen Attraktionen wie den Zoo am Meer, das Klimahaus, das Deutsche Auswandererhaus und auch das Deutsche Schifffahrtsmuseum existenziell, sagt Neuhoff. „Wir setzen alles daran, schnellstens mit den Arbeiten beginnen zu können und das muss auch das Land wollen. Alles andere wäre zum Schaden der Stadt.“

Neuhoff und Gerber kündigten an, allen Bremerhavenern und Besuchern der Stadt zum Stadtjubiläum 2027 eine „Lütte Sail“ zum Geschenk zu machen: Sie soll vom 11. bis 15. August 2027 stattfinden. Sie schränkten allerdings ein: „Wir müssen in den kommenden Wochen und Monaten die jetzt gemachten Erfahrungen auswerten und dann entscheiden, wie eine Lütte Sail 2027 aussehen kann. Jetzt geht es erst einmal ans Aufräumen. „Mein Dank gilt der hervorragenden Arbeit des Teams und allen Helferinnen und Helfern aus der Stadt und der Region, ohne die dieses wunderbare Fest nicht möglich gewesen wäre“, so Michael Gerber abschließend.

Quelle: Erlebnis Bremerhaven

Vorfreude auf 200 Jahre Bremerhaven: Erste Jubiläumsartikel zu den Maritimen Tagen erhältlich

„Geburtstagsgeschenke“: Im historischen Bahnwaggon am Neuen Hafen startet der Verkauf von Jubiläums-T-Shirts und -Caps. Foto: Knoke_Erlebnis Bremerhaven

Obwohl es bis zum großen Stadtjubiläum im Jahr 2027 noch einige Monate dauert, wächst die Vorfreude auf 200 Jahre Bremerhaven bereits. Zu den Maritimen Tagen präsentiert das Projektbüro Stadtjubiläum der Erlebnis Bremerhaven GmbH die ersten offiziellen „Geburtstagsgeschenke“.

Erstmals erhältlich sind T-Shirts und Caps mit dem Jubiläumslogo. Die T-Shirts tragen das Logo auf der Vorderseite sowie die Markenbotschaft „Unsere Welt. Unsere Stadt. Unser Bremerhaven“ auf dem Rücken. Angeboten werden die T-Shirts für 20 Euro und die Caps für 15 Euro bei einem Sonderverkauf im historischen Bahnwaggon am Neuen Hafen. Dort verteilt die Erlebnis Bremerhaven täglich von 11 bis 20 Uhr auch kostenlos acht verschiedene Geburtstags-Sticker sowie vegane Gummibärchen im Jubiläumsdesign.

Zudem erhalten Besucherinnen und Besucher im Bahnwaggon einen ersten Einblick in die geplante Jubiläumskampagne. Dort wird das erste von insgesamt vier Plakatmotiven ausgestellt. Ab September sollen diese Motive an 75 Stellen in Bremerhaven und der Region auf den besonderen Geburtstag aufmerksam machen und die Vorfreude weiter steigern.

„200 Jahre Bremerhaven sind ein Geburtstag, den wir mit der ganzen Stadt feiern wollen. Mit den ersten T-Shirts, Caps und Stickern wird das Jubiläum jetzt langsam sichtbar und greifbar“, betont Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Benthe Stolz, Leiterin des Projektbüros Stadtjubiläum, ergänzt: „Und natürlich darf bei einem Geburtstag auch etwas Süßes nicht fehlen. Deshalb verschenken wir zu den Maritimen Tagen Jubiläums-Gummibärchen.“

Der Anlass für die Feierlichkeiten liegt fast zwei Jahrhunderte zurück: Am 11. Januar 1827 kaufte der Bremer Bürgermeister Johann Smidt dem Königreich Hannover ein Stück Land an der Wesermündung ab, um dort einen neuen Hafen für Bremen anzulegen – es war die Geburtsstunde Bremerhavens.

Genau 200 Jahre später wird dieser Geburtstag nicht nur an einem einzelnen Tag begangen: Das gesamte Jahr 2027 steht im Zeichen des Stadtjubiläums. Mit zahlreichen Veranstaltungen, Aktionen und Projekten soll die Geschichte Bremerhavens ebenso im Mittelpunkt rücken wie die Gegenwart und die Zukunft der Seestadt.