
Ab 07.05.2026 im Kino
Wir durften den Film bereits vorab sehen, und das Erlebnis bleibt lange nach dem Abspann haften.

James Vanderbilt erzählt die Geschichte rund um die psychologische Begutachtung der Hauptkriegsverbrecher während der Nürnberger Prozesse mit einem klaren, fokussierten Blick. Das Drehbuch basiert auf Jack El‑Hais Sachbuch The Nazi and the Psychiatrist.

(© Courtesy of Sony Pictures Classics, Foto: Scott Garfield)
Im Zentrum steht Russell Crowe (Gladiator) als Hermann Göring. Seine Darstellung ist überraschend nuanciert; Crowe schafft es, eine Figur zu zeigen, die in Momenten fast sympathisch wirkt, ohne die historische Schuld zu verharmlosen. Neben ihm liefert Rami Malek (Bohemian Rhapsody) als Gefängnispsychiater und Michael Shannon (Man of Steel) in einer Nebenrolle starke Kontrapunkte, die das moralische und intellektuelle Ringen des Films tragen.
Die Inszenierung ist handwerklich souverän: die Kameraarbeit, der Schnitt und die Musik erzeugen eine dichte, oft beklemmende Atmosphäre. Immer wieder bricht der Film die narrative Nähe zu den Figuren durch den Einsatz von Originalaufnahmen aus Konzentrationslagern, die den Zuschauer unvermittelt in die historische Realität zurückholen. Diese Kontraste funktionieren als moralischer Weckruf und verhindern, dass die filmische Nähe zur Figur in Verklärung umschlägt.
Fazit
Nürnberg ist ein handwerklich starker, emotional ambivalenter Film, der vor allem durch seine Darsteller überzeugt. Russell Crowe liefert eine Leistung, die lange nachhallt, doch gerade deshalb sind die Momente, in denen der Film mit historischen Originalaufnahmen konfrontiert, so wichtig und notwendig. Der Film fordert, irritiert und erinnert.
Verlosung
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