Erlebnis Bremerhaven modernisiert ihre Wohnmobilstellplätze

Die Erlebnis Bremerhaven GmbH modernisiert ihre beiden Wohnmobilstellplätze an der Doppelschleuse und am Fischkai. Mit der Investition wird nicht nur die Infrastruktur erneuert, sondern auch der Service für die Gäste verbessert.

„Das bisherige System war nicht mehr zeitgemäß“, sagt Frank Sleine, Platzwart an der Doppelschleuse. „Mit neuen Stromsäulen, einem modernen Schrankensystem und Bezahlautomaten schaffen wir mehr Komfort und Verlässlichkeit für unsere Gäste“, ergänzt Projektleiter Thorsten Mävers.

KfZ-Kennzeichen werden bei der Einfahrt „gelesen“

Kern der Baumaßnahmen ist die Installation eines Schrankensystems mit Kennzeichenerkennung. Dadurch können sich Gäste künftig online anmelden und ihren Platz vorab buchen – ein Service, der bislang nicht verfügbar war. Ergänzend werden insgesamt 29 neue Stromsäulen aufgebaut, die jeweils bis zu vier Wohnmobile gleichzeitig mit Energie versorgen können. Rund 1,6 Kilometer neuer Kabel werden verlegt. Eine spezielle Software bietet Zugang zu mehreren Buchungsplattformen für Wohnmobilisten. „Serviceleistungen können unsere Kunden künftig online gleich hinzubuchen“, so Mävers. Insgesamt investiert die Erlebnis Bremerhaven GmbH rund 300.000 Euro in die Modernisierung der beiden Plätze.

Platz wird für drei Wochen gesperrt

Die Arbeiten beginnen am Montag, 25. August,auf dem Stellplatz an der Doppelschleuse, der während der rund dreiwöchigen Bauzeit gesperrt ist. Anschließend geht es Mitte Septemberam Stellplatz Hoebelstraße (Fischkai) weiter, auch hier dauern die Maßnahmen etwa drei Wochen.

Reservierungen für den Weihnachtsmarkt

Die Erlebnis Bremerhaven GmbH betreibt beide Stellplätze mit insgesamt 110 Plätzen, einer davon ist ganzjährig geöffnet. Jährlich werden rund 23.000 Übernachtungen gezählt, „die Plätze werden sehr gut angenommen“, sagt Geschäftsführer Michael Gerber. Nur der Saisonstart verlief in diesem Jahr schleppend wie insgesamt in der Tourismusbranche. Jetzt im Sommer aber ist der als „TopPlatz“ ausgezeichnete Platz an der Doppelschleuse in der Regel ab mittags ausgebucht. Die Gäste schätzten die attraktive Lage direkt im Hafen, unmittelbar am Wasser und an der Schleuse – „selbst im Dezember“, ergänzt Sleine und lacht. „Viele Stammkunden haben sich für den Weihnachtsmarkt angemeldet.“ An diesem Wochenende erwartet er 40 Wohnmobilisten am Fischkai zu einem Clubtreffen.

Gerber: Bremerhaven wird als maritimes Reiseziel attraktiver

„Mit dieser Investition reagieren wir auf die wachsenden Ansprüche der Wohnmobilreisenden und setzen auf Servicequalität und Verlässlichkeit. Bremerhaven wird so als maritimes Reiseziel attraktiver“, sagt Gerber.

In der Stadt Bremerhaven werden drei weitere Wohnmobil-Plätze für 70 Fahrzeuge privat betrieben.  Urlaub mit dem Wohnmobil boomt. Das Statistische Landesamt Bremen hat gerade erst für das erste Halbjahr für Campingplätze und Ferienwohnungen ermittelt, dass die Zahl der Übernachtungen um 20,7 Prozent gestiegen ist. 2024 war die Auslastung ähnlich stark gestiegen.

Dank des Feuwehrwehrdezernenten und des Leiters der Feuerwehr Bremerhaven an die eingesetzten Einsatzkräfte auf der SAiL 2025

Feuerwehrdezernent Stadtrat Peter Skusa und Leiter der Feuerwehr Bremerhaven Jens Cordes danken den eingesetzten Einsatzkräften auf der SAiL. Im Hintergrund das Gruppenbild der beteiligten Organisationen. Bildnachweis: Feuerwehr Bremerhaven Kohfahl

Liebe Einsatzkräfte,

mit tiefem Respekt blicken wir auf euren tatkräftigen und unermüdlichen Einsatz während der SAiL 2025 zurück. Ihr, die Seestadtretter, die Angehörigen der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr, der Hilfsorganisationen DRK, JUH, MHD sowie der DLRG und des THW, seid ein Garant für das sichere Gelingen dieser Großveranstaltung gewesen.

Alle beteiligten Organisationen haben eine Zusammenarbeit an den Tag gelegt, die ihresgleichen sucht. Dafür gebührt euch ein aufrichtiger und riesiger Dank.

Wir in Bremerhaven können stolz darauf sein, solch engagierte Einsatzkräfte an unserer Seite zu wissen. Tag für Tag wart ihr mit rund 160 Kräften zeitgleich auf dem Veranstaltungsgelände im Einsatz. Über die gesamte Dauer der Sail hinweg waren es mehrere Hundert, die mit Professionalität, Herzblut und Einsatzfreude für die Sicherheit der Gäste und unserer Stadt gesorgt haben. Die Zusammenarbeit, die gelebte Professionalität und der geschlossene Auftritt suchen ihresgleichen.

Ihr habt nach außen eindrucksvoll eine schlagkräftige Gemeinschaft präsentiert, die den Bürgerinnen und Bürgern nicht nur Sicherheit vermittelt, sondern auch zeigt, dass selbst große Herausforderungen verlässlich gemeistert werden können.

Doch hinter jeder Einsatzkraft steht auch eine Familie, die Verständnis aufbringt und Belastungen mitträgt, wenn der Dienst ruft. Auch ihnen gilt unser herzlicher Dank für ihre unverzichtbare Unterstützung.

Gut gemacht, well done, oder wie es bei den Seefahrern heißt: Bravo Zulu!

Bremerhaven-Tourismus mit deutlichem Plus

A busy outdoor scene at dusk featuring people walking along a pathway with festive decorations and attractions in the background, including a large sculpture resembling a rocket and a modern building.
Samstagabend bei der Sail Bremerhaven 2025 – Bild: Hannes Volkmar für Radio Bremerhaven

Statistik für das erste Halbjahr weist im Tourismus wieder deutliches Plus aus

Bremerhaven verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 ein deutliches Plus im Tourismus. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden bis Ende Juni fast 4500 Ankünfte mehr gemeldet als im Vorjahr, auch 11.193 zusätzliche Übernachtungen wurden notiert. Die stärksten Zuwächse melden die Vermieter von Ferienwohnungen und Betreiber von Wohnmobilplätzen.

Von Januar bis Juni stieg die Zahl der Ankünfte insgesamt auf 112.334 Gäste (+4,0 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum), die der Übernachtungen auf 211.291 (+5,6 %). Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2024 hatte Bremerhaven mit 108.000 Ankünften und rund 200.000 Übernachtungen spürbare Rückgänge hinnehmen müssen. „Uns ist es aber gelungen, die Delle aus dem Vorjahr zu überwinden und an die positive Entwicklung der Jahre zuvor anzuschließen“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven.

Auch internationale Gästezahlen entwickeln sich positiv

Die meisten Besucher der größten Stadt an der deutschen Nordseeküste kommen aus dem Inland. Aber auch die internationalen Gästezahlen entwickeln sich positiv. Mit 9.912 Ankünften wurde ein Zuwachs von 4,2 % im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Die 21.128 Übernachtungen entsprechen einem Plus von 1,5 %.

Der US-amerikanische Markt erreichte im ersten Quartal Spitzenwerte. Im Januar übernachteten 866 Personen in der Seestadt und somit 381,1 % mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt lagen die USA im ersten Halbjahr bei 656 Ankünften (+15,5 %) und 2.044 Übernachtungen (+13,2 %).

Österreicher entdecken Bremerhaven

Impulse aus dem überwiegend deutschsprachigen Ausland stärken die Bilanz zusätzlich. Gemeinsame Messeauftritte mit der Tourismusagentur Nordsee (Tano) in Wien und Zürich sowie weitere Marketingmaßnahmen sorgten mit 1.307 Übernachtungen für ein Plus von 6,4 % aus der Schweiz. 1.348 Übernachtungen aus Österreich stehen für ein beeindruckendes Plus von 79,3 %.

Die wichtigsten Auslandsmärkte sind neben den USA die Niederlande und Dänemark. Gäste aus beiden Nachbarländern verbrachten insgesamt 4.733 Nächte in der Stadt.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer internationaler Gäste lag mit 2,1 Tagen leicht über dem nationalen Wert von 1,9 Tagen, der seit Jahren nahezu unverändert ist.

Trend: Wohnmobile und Ferienwohnung

Starke Veränderungen zeigen sich aber im Reiseverhalten: Der Trend geht auch beim Wochenend-Tripp und der Städtereise dahin, eine Ferienwohnung zu mieten und sich selbst zu versorgen. Die Zahl der Ankünfte auf den Campingplätzen und in Ferienwohnungen stieg im Vergleich zum Vorjahr allein im Juni um 34,9 Prozent. Die Erlebnis Bremerhaven GmbH reagiert darauf und investiert in ihre beiden Wohnmobil-Stellplätze am Fischkai und an der Doppelschleuse. Beide Plätze erhalten neue und zusätzliche Stromsäulen. Außerdem können die 110 Parkplätze künftig im Voraus gebucht und reserviert werden.

Fast 124.000 Übernachtungen in den Hotels   

Die zwölf Hotels im Stadtgebiet bedienen im ersten Halbjahr mit fast 70.000 Ankünften und fast 124.000 Übernachtungen zwar immer noch das Gros der Gäste, die Zahlen sind aber nahezu identisch mit den Werten des für sie schwachen Vorjahres.  Die stadtweit 1385 Hotelzimmer mit 2820 Betten waren im Juni nur zur Hälfte ausgelastet.

Gerber: Den Schwung der SAiL nutzen

Michael Gerber: „Wir arbeiten engagiert an unserer neuen Ausrichtung im Vertrieb und der Entwicklung Bremerhavens als attraktives Ziel, um noch mehr Gäste zu uns zu holen.“ Der Start ins Jahr war noch verhalten, aber vor allem der Mai und Juni haben einen kräftigen Aufschwung erfahren. Mit Blick auf die kommenden Monate ist Gerber optimistisch: „Wir erwarten, dass auch das dritte Quartal hervorragende Zahlen bringen wird, natürlich auch und vor allem Dank der SAiL. Deren Schwung wollen wir mitnehmen. Wir haben bis zum Jahresende gute Chancen, insgesamt an die Rekordzahlen von 2023 heranzureichen.“

Land Bremen liegt über dem Bundestrend

Für das Land Bremen meldet das Statistische Landesamt insgesamt 1.362.309 Übernachtungen im ersten Halbjahr, was einem Plus von 1,8 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. In Bremerhaven und Bremen fällt die touristische Bilanz damit besser aus als im Rest der Republik. Bundesweit wurde nur ein leichter Anstieg von 0,1 Prozent verzeichnet.

Anfang August haben 48 angehende Lehrkräfte ihren Dienst an Bremerhavener Schulen begonnen, davon sechs Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger. Stadtrat Prof. Dr. Hauke Hilz hat die Referendare am Mittwoch, dem 20. August 2025, anlässlich ihres Dienstantritts in der Seestadt im Figurentheater im Fischereihafen begrüßt.

Es ist gute Tradition, dass die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in das außerschulische kulturelle Angebot des Figurentheaters hineinschnuppern. Zudem hatten die Referendarinnen und Referendare, Schuldezernent Hilz, Schulamtsleiterin Swantje Hüsken, Mitarbeitende des Bremerhavener Schulamts, die Hauptseminarleiterin des LIS, Dr. Adrienne Körner, sowie die LIS-Abteilungsleiterin Silke Engelhardt die Gelegenheit, sich am Rande der „Kartoffelkomödie“ in ungezwungener Atmosphäre auszutauschen.

Stadtrat Hilz interessierte sich für die Bewegründe für das Ergreifen des Lehrerberufs sowie die Erwartungen an den Schuldienst in der Seestadt. „Ich weiß, dass Bremerhaven nicht für jede und jeden von Ihnen der bevorzugte Einsatzort ist“, so Hilz. Und dennoch sei er überzeugt, dass der Großteil der Anwärterinnen und Anwärter nach Beendigung des Referendariats dem jeweiligen Ausbildungsschulstandort treu bleibe. „Nach dem absolvierten Vorbereitungsdienst sind im laufenden Jahr 73 Prozent der Lehrkräfte direkt in den Schuldienst der Stadt Bremerhaven gewechselt“, stellte der Dezernent fest. „Unsere Kinder und Jugendlichen, aber auch die Kolleginnen und Kollegen vor Ort brauchen jede Einzelne und jeden Einzelnen von Ihnen.“ Auch ermutigte der Schul- und Kulturdezernent die angehenden Lehrkräfte, sich in Bremerhaven niederzulassen, wenn es die Lebensumstände zuließen. „Bremerhaven wird unterschätzt“, hob er hervor, „hier lässt es sich sehr gut leben.“

Darüber hinaus versicherte Hilz allen Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern, dass sie sowohl vom LIS als auch von den Kolleginnen und Kollegen an den Bremerhavener Schulen eine exzellente Ausbildung erhielten. In diesem Zusammenhang lobte er die die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Magistrat und LIS: „Sie, Frau Dr. Körner setzen sich unermüdlich für den Standort Bremerhaven ein. Dafür möchte ich ihnen danken.“

Auch für die Zukunft setzt der Schuldezernent darauf, dass Bremerhaven weiterhin mehr Referendarinnen und Referendare zugewiesen bekommt als nach der sonst üblichen 20-Prozentquote. Zudem geht er davon aus, die Anzahl der Referendarplätze im Land Bremen trotz der sich in der Stadt Bremen abzeichnenden Entspannung bei der Lehrkräfteversorgung auch künftig nicht gedeckelt wird.

Exklusiv: Bremerhavener Tafel vor Schließung – Mitarbeiter berichten von Missständen und Unterschlagungen

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Bremerhaven – Die geplante Schließung der Bremerhavener Tafel sorgt weiterhin für Diskussionen. Radio Bremerhaven hatte bereits über die bevorstehende Schließung berichtet. Nun wurden der Redaktion weitere Informationen von Mitarbeitern der Tafel übermittelt, die ein anderes Bild der Situation zeichnen.

Demnach sollen innerhalb der Tafel sowohl organisatorische als auch personelle Probleme bestanden haben. Mitarbeiter berichteten unter anderem über:

Ungeeignete Führung: Die neue Tafelleitung soll in ihrer Position mangelnde Empathie gezeigt haben und für die Anforderungen der Arbeit bei der Tafel nicht geeignet gewesen sein.

Unterschlagung von Spenden: Es gibt Hinweise darauf, dass gespendete Waren, unter anderem von Baumärkten wie Obi, nicht korrekt an Bedürftige ausgegeben wurden. Einige Waren sollen verkauft oder privat genutzt worden sein, wie zum Beispiel Lebensmittel von „Hello Fresh“. Spenden kamen teilweise bei Bedürftigen gar nicht an, sondern wurden von Fahrern privat zu Hause ausgeladen. Den Personen, die vergeblich auf die Lebensmittel warteten, wurde auf Nachfrage gesagt, es stünden keine Fahrer für die Auslieferung zur Verfügung.

Fehlende Kontrolle und Sicherheitsmängel: Mitarbeiter berichteten von unsachgemäßen Arbeitsbedingungen, beispielsweise beim Transport von Lebensmitteln, und von Fällen, in denen Fahrer gesundheitlich eingeschränkt eingesetzt wurden.

Probleme mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen: Ein ehemaliger Mitarbeiter schilderte, dass Abmahnungen und Kündigungen teils unter fragwürdigen Umständen erfolgten und der Betriebsrat involviert war. Außerdem gab es Fälle von Mobbing nach Meldungen über sexuelle Belästigung.

Kritik an der AWO: Mitarbeiter äußerten, dass die AWO, unter deren Trägerschaft die Tafel arbeitet, selbst für viele der Missstände verantwortlich sei. So sollen beispielsweise Projekte mit dem Jobcenter finanziell zu Gunsten der AWO auf Kosten der Steuerzahler ausgenutzt worden sein, während die Tafel zusätzlich Miete für Räumlichkeiten an die AWO in nicht unbeträchtlicher Höhe zahlen musste. Es wird von einem komplexen System berichtet, in dem Fördergelder und Gehälter größtenteils über die AWO laufen.

Die Aussagen der Mitarbeiter werfen Fragen darüber auf, ob die Schließung allein auf infrastrukturelle Probleme – wie die Verfügbarkeit des Kühlhauses – zurückzuführen sind. Die Vorwürfe, die Radio Bremerhaven erreicht haben, deuten auf tiefere organisatorische und finanzielle Probleme innerhalb der Bremerhavener Tafel und der AWO hin.

Vor dem Hintergrund dieser Berichte stellt sich die Frage, welche der genannten Missstände tatsächlich eine Rolle für die bevorstehende Schließung der Bremerhavener Tafel spielen und welche Gründe bislang möglicherweise nicht öffentlich thematisiert wurden.

(Anm. der Redaktion: Die Aussagen der Mitarbeiter und diesbezügliche Dokumente liegen Radio Bremerhaven vor.)

1,34 Millionen Menschen besuchen die SAiL Bremerhaven

Nun liegen auch die letzten Daten vor: Insgesamt haben 1,34 Millionen Menschen die SAiL Bremerhaven 2025 besucht.  Ermittelt wurden die Besucherzahlen erstmals mit einer neuartigen Messmethode, die die Besucherströme rund um den Neuen und Alten Hafen, am Weserdeich und in der Bremerhavener Innenstadt auch künftig aufzeichnen soll.

Erstmals ist bei der SAiL eine neue Messtechnik eingesetzt worden: Mit dem System Ariadne wurden die Besucherströme anhand anonymer Mobilfunksignale erfasst. „Wir müssen nicht mehr wie bisher schätzen oder hochrechnen, sondern bekommen belastbare Zahlen“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Das System wurde noch rechtzeitig einen Tag vor dem Start des internationalen Windjammerfestivals installiert. „Den tatsächlichen Besucherzahlen können wir uns so deutlich annähern“, sagt Gerber. Eine geringe Ungenauigkeit bleibt, weil nur Personen gezählt werden, die ein Handy dabeihaben. „Kleine Kinder sind also vermutlich nicht dabei“, so Gerber. In Deutschland besitzt nahezu jeder Mensch mindestens ein Mobiltelefon, oft sogar mehr.

Nach der Auswertung der Messtechnik bewegten sich zwischen dem 13. und 17. August rund 1,34 Millionen Menschenin der Innenstadt sowie rund um den Alten und Neuen Hafen. Im Schnitt blieb jeder Besucher 3,2 Stunden und war in Gruppen von knapp drei Personen unterwegs. Besucherstärkster Tag der SAiL war demnach der Sonnabend mit mehr als 360.000 Menschen.

Antennensignale der Handys werden registriert

Die Messung erfolgt über Antennensignale von Smartphones, die streng anonymisiert und nach spätestens 20 Minuten außerhalb des Areals gelöscht werden. Das Verfahren ist nach Angaben der Betreiber DSGVO-konform.

Insgesamt sollen an 20 Standorten in der Innenstadt 40 Messgeräte installiert werden, bislang sind 26 Geräte aktiv. Neben den Besucherzahlen lassen sich auch Laufwege und Aufenthaltsdauern analysieren – „wir versprechen uns davon auch wichtige Erkenntnisse für das Stadtmarketing“, sagt Gerber.

Ariadne erfasst mithilfe einer patentierten Technik, die an der TU München entwickelt wurde, passive Signale von Handys. Dabei werden ausschließlich Signale der Mobilfunkantennen der Handys genutzt und über Multilateration, also über die Ankunftszeiten von Funksignalen an mehreren Messpunkten, die Standorte bestimmt. Auf diese Weise lässt sich zählen, wie viele Handys sich in einem Raum befinden, jedoch keine personenbezogenen Daten. Personen ohne Handy werden dabei zwar nicht erfasst, dieser Erhebungsfehler ist jedoch gering, da inzwischen nahezu alle Personen in Deutschland ein Smartphone besitzen.

Eine SAiL wie gemalt: So fällt die Bilanz aus

Mehr als 1,2 Millionen Besucher

Was war das für ein Spektakel?!  1,2 Millionen Besucher haben bis Samstagabend laut eines zur Messung von Touristenströmen maßgeschneiderten Analysesystems die SAiL 2025 in Bremerhaven besucht und genossen. Und das, ohne dass die Sicherheitskräfte auch nur einen einzigen herausragenden Einsatz fahren mussten. Die  Bremerhavener und ihre Gäste schienen nach zehn Jahren ohne SAiL regelrecht ausgehungert zu sein nach Windjammer-Romantik und der einzigartigen Atmosphäre.

Die Botschaft, die von dieser Veranstaltung ausgeht, ist weit mehr als fünf Tage Partystimmung. Sie war in Zeiten wachsender nationaler Egoismen ein überzeugendes Plädoyer für Völkerverständigung und ein friedliches, respektvolles Miteinander von Menschen aus aller Welt. Das hatte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier registriert, der in seiner Eröffnungsrede aufrief, den Spirit von Bremerhaven weiterzutragen. „Lassen Sie uns dafür zusammenstehen! Nicht nur heute, sondern an allen Tagen.“

„Sie sehen einen überglücklichen Oberbürgermeister“, resümiert Bremerhavens OB Melf Grantz am Sonntag das Windjammer-Festival. „Ich kann nach zehn Jahren Pause voller Stolz sagen: Was für ein Comeback für die SAiL Bremerhaven! Wir haben fünf Tage erlebt, die neue Maßstäbe gesetzt haben.“

Stadtverordnetenvorsteher Torsten von Haaren bedankt sich bei den mehr als 800 freiwilligen Helfern, die die SAiL am Laufen gehalten hätten. „Ich bin dem Organisationskomitee unheimlich dankbar für die Arbeit, durch die sich beinahe alle Einrichtungen und Organisationen der Stadt an unserem einzigartigen Festival beteiligt haben.“

Vom Samstagabend überwältigt äußert sich der Geschäftsführer des Organisationskomitees, Dr. Ralf Meyer: „Geradezu sensationell war der Besuch zur Licht- und Lasershow und zum Feuerwerk. Das hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen mit etwa 80.000 Menschen am Deich.“

Der Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH, Michael Gerber,betont: „Unser Sicherheitskonzept ist aufgegangen. Auch die Besucher haben uns dafür gelobt und gegenüber den Einsatzkräften immer wieder gesagt: Gut, dass ihr da seid. Das war für alle eine sehr schöne Erfahrung.“

Das Bühnenprogramm

Die Konzerte auf der Seebäderkaje wurden von rund 15.000 Menschen besucht. Ihren Spaß hatten dabei nicht nur die Besucher, sondern auch die Künstler selbst. Johannes Oerding sprintete während seines Auftritts auf die nebenan liegende „Dar Mlodziezy“, um einer völlig perplexen Besucherin eine spontan und in Echtzeit produzierte Ballade zu singen. Die No Angels waren von der Atmosphäre so begeistert, dass sie noch einen weiteren Tag privat auf der SAiL dranhängten. Auch die Kulturbühne im Alten Hafen mit Auftritten Bremerhavener Künstler und das begleitende Sportprogramm mauserten sich vom Geheimtipp zu einem echten Highlight.

Open Ship

Die großen Schiffe im Hafen wurden von den Besuchern geradezu überrannt. Vor vielen bildeten sich am Morgen schon bevor die Gangways freigegeben wurden lange Warteschlangen. Auf der „Gorch Fock“ wurden insgesamt 16.000 Besucher registriert, die Fregatte „Bayern“ meldete 11.000 Besucher. Vergleichbare Zahlen kamen auch von der „Shabab Oman“, der „Union“ und den anderen großen Staatsschiffen.

Der Seglerumzug

Der von Tausenden Schaulustigen umsäumte Umzug der Schiffsbesatzungen geriet zu einem Höhepunkt der Festveranstaltung. Rund 1.200 Crewmitglieder von 35 Schiffen und acht Musikkapellen marschierten vom Zolltor Rotersand durch die Innenstadt bis zum Theaterplatz, wo die Sieger des Sportprogramms ausgezeichnet wurden.

Das NEUS-Festival

Party-Location Nummer eins war das NEUS-Festival für elektronische Tanzmusik, wo insgesamt 50.000 Besucher gezählt wurden. Am Freitagabend herrschte dort ein derartiger Ansturm, dass aus Sicherheitsgründen keine weiteren Besucher mehr eingelassen wurden.

Die Charterschiffe

Die Nachfrage nach den Schiffsausflügen war generell rekordverdächtigt. Auf vielen Charterschiffen waren schon Monate zuvor keine Plätze mehr zu bekommen. Insgesamt wurden an den fünf Tagen 8.696 Gäste bei Ausfahrten mitgenommen.

Die Einlaufparade

Die Einlaufparade auf der Weser, angeführt von der „Alexander von Humboldt II“ und dem Segelschulschiff „Gorch Fock“, wurde bei strahlendem Sonnenschein von 45.000 Menschen auf den Deichen verfolgt. Bis zum Abend zog es allein am Eröffnungstag fast 200.000 Besucher auf das Veranstaltungsgelände. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete die SAiL als Schirmherr und stellte stolz fest, dass kein anderer Bundespräsident Bremerhaven zu offiziellen Anlässen so häufig besucht hat wie er – nämlich viermal.

Die Rettungskräfte

Nachdem lange Zeit bundesweit über zunehmende Respektlosigkeiten und tätliche Angriffe auf Rettungskräfte berichtet worden war, wurde dieser Negativtrend auf der SAiL ins Gegenteil verkehrt.  „Wir haben unheimlich viele positive Rückmeldungen von Besuchern, die uns gesagt haben, wie froh sie sind, dass wir hier präsent sind“, berichtet Bremerhavens Feuerwehrchef Jens Cordes. „Die Wertschätzung für unsere Einsatzkräfte war riesig.“

Polizeiliches Fazit

Die SAiL Bremerhaven 2025 ist aus polizeilicher Sicht friedlich und sehr ruhig verlaufen. Die vorliegenden Anzeigen sind unter veranstaltungstypischen Verstößen zusammenzufassen und bewegen sich im unteren zweistellgien Bereich. Zu nennen sind hier zum Beispiel einige Fahrraddiebstähle oder Körperverletzungen. Auf dem Wasser wurden gemessen an der Anzahl der Schiffe und Besucher ebenfalls nur wenige Einsätze registriert. Diese reichten von Schwimmern in der Weser bis hin zu drei Schiffsunfällen. 

Ein Schwerpunkt der polizeilichen Aufgabenwahrnehmung bestand in der Verfolgung von Verstößen gegen das Drohnenflugverbot über dem Veranstaltungsgelände. Insgesamt hat die Polizei etwa 40 Einsätze wahrgenommen. Dabei wurde eine hohe Anzahl nicht genehmigter Drohnenflüge festgestellt. Eine Vielzahl der Drohnenpiloten wurde identifiziert und die Fluggeräte sichergestellt.

Darüber hinaus stellten sich die Maßnahmen im Bereich des Verkehrs als ein weiterer Schwerpunkt heraus. Die Anreise der vielen Besucher führte aufgrund der zahlreichen Baustellen in und im Umfeld der Stadt zu Verkehrsstauungen auf der BAB 27, im niedersächsischen Umland und in der Stadt. Die Polizei hat in vielen Stellen regelnd in den Verkehrsfluss eingegriffen.

Die hohe Anzahl der vielen Besucher am Samstag führte die Einsatzkräfte in den Abendstunden zur Drohnenshow/zum Feuerwerk an die Grenze der Möglichkeiten. Aufgrund der guten Vorplanungen, der gemeinsamen Abstimmungen und des Ineinandergreifens der Maßnahmen aller Sicherheitskräfte konnte der hohe Besucherandrang ohne große Verletzungen und Auseinandersetzungen bewältigt werden. Letztlich haben hier auch die vielen Besucher:innen und Gäste aus aller Welt durch ihr ruhiges, respektvolles und rücksichtsvolles Verhalten dazu beigetragen, dass die Situation nicht eskalierte.

Die intensiven Vorbereitungen auf die Sail berücksichtigten die internationalen Entwicklungen und auch die Anschläge in Deutschland in den vergangenen Monaten. So mussten die polizeilichen Maßnahmen zu Wasser, zu Land und in der Luft geplant und umgesetzt werden. Die Polizei Bremerhaven wurde bei der Durchführung der Maßnahmen von Kräften aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Berlin, Baden-Württemberg und Hessen unterstützt.

Fazit der Feuerwehr

Die Feuerwehr Bremerhaven kann für die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr am insgesamt ein positives Fazit ziehen.

Das erste Ereignis war ein Schiffsbrand während der Einlaufparade. Dieser konnte durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bremerhaven, Spezialkräfte der Schiffsbrandbekämpfungseinheit, die auf dem Tonnenleger „Nordergründe“ stationiert war, schnell gelöscht werden. Bereits hier zeigte es sich, dass die Einsatzkräfte durch die im Vorweg erstellte Einsatzplanung gut aufgestellt waren.

Die ersten zwei Tage zeichneten sich zudem durch die hohen Temperaturen aus, die zu diversen Einsätzen führten. Das Einsatzaufkommen war für eine Veranstaltung mit solchen Besucherzahlen insgesamt geringer als erwartet.

Bis Samstag wurden auf dem Veranstaltungsgelände 68 Notfalleinsätze, von denen 33 einen Transport in ein Krankenhaus erforderten, 158 Versorgungen durch die Fußstreifen und 136 Versorgungen in den Unfallhilfsstellen durch den Sanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuz (DRK), unterstützt von der Johanniter Unfallhilfe (JUH) und dem Malteser Hilfsdienst (MHD) durchgeführt. Auch Einheiten des Rettungsdienst Bremen unterstützten vor Ort, um bei einer größeren Rettungsdienstlage handlungsfähig zu sein.

Von Seiten des Sanitätsdienstes ist als besonderer Moment der Seglerumzug am Freitag zu nennen. Als Schlusslicht der Parade wurde der begleitende Sanitätsdienst durch die Zuschauerinnen und Zuschauer mit La-Ola-Welle und positiven Zusprüchen eindrucksvoll gewürdigt. Für die Einsatzkräfte ein Gänsehautmoment, der die positive Stimmung der Besucherinnen und Besucher über die gesamte Veranstaltung zeigte.

Die technischen Hilfeleistungen wurden zum größten Teil durch das Technische Hilfswerk (THW) durchgeführt, in Summe waren es 47 Einsätze durch das THW und zwei Einsätze durch die Freiwillige Feuerwehr.

Die wasserseitige Absicherung des Veranstaltungsgeländes wurde durch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sichergestellt. Diese verzeichnete drei Wasserrettungseinsätze.

Durch die Freiwillige Feuerwehr wurde jeder Einsatz mittels einer Drohne begleitet. Dies erleichterte zum einen das Auffinden von Patienten, zum anderen konnte durch die Liveübertragung der Kamera und des Wärmebildes in der Technischen Einsatzleitung schnell die Situation eingeschätzt werden und mit weiteren Maßnahmen ergänzt werden.

Von Seiten des Brandschutzes waren drei Einsätze zu verzeichnen.

Ein Einsatz heute Mittag, ein Kleinbrand im Bereich des Kaiserhafens, ist ein gutes Beispiel für die Vorplanung und die gute Zusammenarbeit über die verschiedenen Organisationen hinweg. Gemeinsam mit den Löschfahrzeugen der Feuerwehr rückte auch das THW aus und stellte vom Boot aus die Wasserversorgung her. Die DLRG war mit ihrem Boot auf dem Weg, um die Einsatzkräfte vom Wasser aus abzusichern, während die Drohne ein erstes Lagebild in die Technische Einsatzleitung übermittelte.

Im sogenannten „ORGA-Dorf“ trafen sich die „Seestadtretter“ und die „Seestadtcops“ gemeinsam. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Einsatzkräften war sehr rege und spiegelte sich in der sehr guten Zusammenarbeit der Einsatzkräfte wider. Insgesamt waren täglich rund 160 „Seestadtretter“ im Einsatz.

Tausende säumen die Straßen beim Seglerumzug

Besatzungen von 35 Schiffen feiern anschließend zusammen bei der Bordparty

Dudelsack, Drag Queen, Spielmannszug: Der Seglerumzug der Schiffscrews bei der SAiL Bremerhaven 2025 hatte Einiges zu bieten. Die Parade der Besatzungen aus aller Welt holte Tausende Zuschauer an die Strecke quer durch die Bremerhavener Innenstadt. Die fröhlich feiernden Menschen verdeutlichten, wofür die SAiL auch steht – für gelebte Völkerverständigung und internationale Freundschaft.


Der Seglerumzug bei der SAiL hat Tradition. Die ersten Zuschauer sicherten sich bereits Stunden vor dem Start ihren Platz an der Strecke zwischen Havenhostel und Theodor-Heuss-Platz. Viele warteten im Stehen auf die Parade, manch einer hatte sich einen Klappstuhl oder eine Wolldecke mitgebracht. Wer kein Sitzmöbel hatte, funktionierte Blumenkübel oder Tritthocker um.

Besatzungen von 35 Schiffen dabei
Der von der Polizei angeführte Umzug führte über 2,5 Kilometer die gesamte Bürgermeister-Smidt-Straße entlang, Besatzungsmitglieder von 35 Schiffen, 8 Musikgruppen und 7 Vereine nahmen teil – insgesamt rund 1.200 Menschen machten sich mit Flaggen, Trommeln und lauten Gesängen auf sich aufmerksam.

Bei der Bordparty wurde noch den ganzen Abend weitergefeiert
Im Anschluss wurden die Siegercrews der Trainee-Olympiade geehrt, die sich am Weserstrand im Volleyball und Tauziehen gemessen haben, beim Fußball und am Schießstand angetreten sind.

Und dann: Bordparty auf dem Platz, präsentiert von AIDA Cruises. Gefeiert wurde bis in die Nacht – auch das ist die SAiL.

16.000 Kilometer bis zur SAiL

 „Wir haben keine Zeit für Jetlag“, sagt Petra Hay (72) aus Australien. Zusammen mit ihrem Mann Mark (66) ist sie aus der 16.000 Kilometer entfernten Metropole Sydney zur SAiL 2025 in Bremerhaven angereist. Etwas mehr als 25 Stunden dauerte die Flugreise nach Deutschland. Die Eheleute sind riesige SAiL-Fans. Deswegen haben sie auch nicht einen Moment gezögert, die anstrengende Reise anzutreten. Weil Mark Hay viele Jahre als Flugbegleiter gearbeitet hat, kennt er die Strapazen. „Man gewöhnt sich ein bisschen daran“, sagt er.

2010 war Petra Hay zum ersten Mal beim größten Windjammerfestival an der Nordseeküste zu Gast. Das Bild, was ihr von damals in Erinnerung geblieben ist, war der bewegende Moment, wie die „Gorch Fock“ mit neuen, jungen Rekruten an Bord den Liegeplatz verließ und deren Eltern ihnen hinterher winkten. Das hatte bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „So etwas habe ich noch nie gesehen – so viele riesige und unterschiedliche Schiffe auf einmal“, sagt sie begeistert. Zu jener Zeit war sie zu Besuch bei einer Freundin, die sie auf das Festival aufmerksam gemacht hatte. „Ich bin dann dorthin und dachte‚ das ist ja wahnsinnig schön‘“, erzählt  sie. Sie hat den ganzen Tag am Hafen verbracht. Zuvor sei ihr die SAiL komplett unbekannt gewesen. Ein Foto zeigt sie 15 Jahre später vor dem berühmten Opernhaus in Sidney mit dem SAiL-Maskottchen „Jonathan“ und einem (abwaschbaren) SAiL-Tattoo am linken Unterarm – bestellt im Souvenir-Shop der Erlebnis Bremerhaven GmbH.

Petra Hay folgt in Australien der SAiL

Nachdem Petra Hay „Blut geleckt“ hatte, war schnell klar, dass es nicht bei diesem einen Besuch in Bremerhaven bleiben sollte. Auch 2020 war der Trip von Sidney bereits fest gebucht und die Vorfreude groß, bis die Corona-Pandemie ihnen einen Strich durch die Rechnung machte. Das Paar musste deswegen wie viele Andere weitere fünf Jahre warten. Petra Hay verpasste keine Nachricht aus Bremerhaven, sie folgt der SAiL bei Facebook und Instagram. Umso größer ist jetzt die Freude. „Wir sind endlich da“, sagt Petra zufrieden. Zu ihren Highlights gehören die älter aussehenden Schiffe wie die „Galeón Andalucía“, aber auch die „Gorch Fock“. „Ich war sehr happy, sie zu sehen – weil die ja auch immer in Hamburg war“, sagt sie.

Petra Hay ist in Finkenwerder, einem Stadtteil von Hamburg, geboren. 1973 ist die damals 20-Jährige nach Australien ausgewandert. Inzwischen lebt sie seit 52 Jahren dort. Doch die Verbindung nach Deutschland ist nie abgebrochen. Die SAiL ist ein Grund für einen Besuch, aber die Familie ist ebenso wichtig. „Wenn wir die Familie hier besuchen, dann zur Zeit der SAiL“, sagt die 72-Jährige. Auch nutzen sie die Zeit, um weitere Familienmitglieder außerhalb von Deutschland zu besuchen. Es geht unter anderem nach Manchester, wo ihr Sohn lebt.

Bis zum Winter in Europa unterwegs

Erst Anfang November kehren Petra und Mark Hay zurück nach Australien. „Wir fliegen wieder zurück, bevor es kalt wird“, sagt Petra Hay lachend. In der Vergangenheit sind die beiden schon mal länger geblieben, um die Weihnachtsmärkte mitzuerleben, die sie in Australien mitunter vermisst. „Manchmal sehe ich hier Gebäude, die älter sind als Australien“, stellt Ehemann Mark fest. Dafür punktet Australien mit wunderschönen Stränden. „Wenn man Australien und Deutschland vereinen könnte – das wäre schön“, sagen die Eheleute.

Die Begeisterung für Segelschiffe hat in der Familie eine lange Tradition. Im Jahr 1949 segelte Brian Hay, der Vater von Mark, mit der „Passat“ von Australien nach Europa. „Wir haben viele Fotos von der „Passat“ zu Hause, und mein Vater hat gerne davon erzählt“, sagt er. Es war die letzte Weizenregatta – ein Rennen, bei dem das Getreide so schnell wie möglich nach Europa gebracht werden sollte. Die Hays besitzen noch einen Zeitschriftenartikel aus dem Jahr 1949, der die Fahrt mit Bildern dokumentiert. Sie verlief über das Kap Hoorn bis nach England und dem Sieger winkten Ruhm und Ehre. Mit Brian Hay an Bord gewann die „Passat“ das letzte Rennen.

Die Brücke Dreibergen muss für den motorisierten Verkehr gesperrt und durch einen Neubau ersetzt werden.

Ab Montag, dem 18. August 2025, wird die im Wulsdorfer Ortsteil Dreibergen gelegene Brücke zwischen Buddestraße und Daimlerstraße für den motorisierten Verkehr vollständig gesperrt.

Fußgänger und Radfahrer können die Brücke vorerst weiterhin nutzen. Die Rampen der Brücke bleiben hingegen für alle Verkehrsteilnehmenden befahrbar.

„Grund für die Sperrung ist ein gravierender Bauschaden, der im Rahmen der Brückenhauptprüfung 2021 festgestellt und seitdem intensiv untersucht und beobachtet wurde“, erklärt Stadtrat Maximilian Charlet, Dezernent für den Baubereich, die drastische Maßnahme. Eine vertiefte Schadensanalyse habe jetzt ergeben, dass während des Baus in den 1960er-Jahren – aus ungeklärter Ursache und ohne Planvermerk – ein Kunststoffrohr in den Beton eingebaut wurde. Dieses Rohr habe über Jahrzehnte Wasser in den Bereich der vorgespannten Betonplatte geleitet und erhebliche Korrosionsschäden an der Bewehrung verursacht, so Charlet.

Die betroffenen Spannglieder sind nach Aussage der Experten zentral für die Tragfähigkeit des Bauwerks. Ihr Zustand ließe sich ohne zerstörende Eingriffe aber nicht zuverlässig überprüfen. „Auch wenn diese Entscheidung eine Einschränkung für die Verkehre im Stadtteil bedeutet: Sicherheit hat oberste Priorität. Daher haben wir uns diese Woche mit Blick auf das Alter der Brücke und vor dem Hintergrund vergleichbarer Schadensereignisse, wie den Einsturz der Dresdener Carolabrücke vor knapp einem Jahr, dazu entschieden, die Brücke aus Gründen der Verkehrssicherheit für alle Kraftfahrzeuge zu sperren“, so der Baudezernent, der aber betont, dass keine akute Gefahr für den Bahnverkehr oder beim Überqueren der Brücke besteht.

„Mein ausdrücklicher Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amtes für Straßen- und Brückenbau, welche vor Ort jeden Tag ihr Bestes geben, um unsere Brücken und Straßen mit begrenzten Haushaltsmitteln instand zu halten“, so Charlet.

Die Brücke Dreibergen – eine zweifeldrige Spannbetonbrücke mit einer Gesamtlänge von rund 30 Metern und einer Breite von 12 Metern – wurde ursprünglich 1913 durch die Bahn errichtet und von der Bahn 1963/64 im Zuge der Elektrifizierung erneuert. Seitdem befindet sie sich im Eigentum der Stadt Bremerhaven. Sie überführt die Straße Dreibergen über die dreigleisige Bahnstrecke Bremen–Bremerhaven-Seehafen.

Ein weiteres Ergebnis der vertieften Schadensanalyse ist, dass das Bauwerk als nicht mehr wirtschaftlich instandsetzungsfähig eingestuft wird und folglich durch einen Neubau ersetzt werden muss. „Die Vorbereitung der Vergabe der Planungsleistungen für den Abriss läuft bereits“, so Charlet. Der Rückbau des Überbaus sei für das Jahr 2026 vorgesehen, parallel beginne die Planung für den Ersatzneubau.

Aufgrund der komplexen Abstimmungen mit der Deutschen Bahn und der erforderlichen Sperrpausen im Bahnverkehr muss damit gerechnet werden, dass mindestens drei bis vier Jahre vergehen, bevor eine neue Brücke wieder für den motorisierten Verkehr freigegeben werden kann.