Nicht nur zu Ostern kommt der Fisch aus Bremerhaven

Wenn man bereits als 5-Jähriger lieber einem frisch gefangenen Kabeljau in die Augen sieht als einem Teddybären, dann ist der Berufsweg eindeutig bestimmt. Fischmeister André Vogt ist gelebtes Meer und steht für die Fischvielfalt im Bremerhavener Fischereihafen als deutsches Fisch- und Lebensmittelzentrum. Für das kommende Osterfest hat er die sorgfältige Fischauswahl im Blick.

Einen Schwertfisch sieht man nicht alle Tage

Das frische Eisbett in der Auslage im Schaufenster Fischereihafen spricht Bände. Mehr als 20 verschiedene Fischsorten und Meeresfrüchte liegen hier. Jeden Tag kommen Interessierte in Fiedlers Fischmarkt Anno 1906 – und sei es nur, um zu gucken und zu staunen. „Das hier ist Schellfisch, hier haben wir ganzen Lachs, da drüben liegt Rotbarsch und das hier ist ein Schwertfisch – wie man deutlich sieht“, zwinkert André Vogt seinen Kunden über den Tresen zu, während er den gut 40 Kilogramm schweren Fisch hochhält.

Fotos werden gemacht und erstaunte Kommentare abgegeben. „Die Leute sehen ja heutzutage nicht mehr so oft einen ganzen Fisch“, sagt André Vogt. „Was sie kennen, ist das fertige Filet und da sind ja keine Flossen mehr dran.“ Er selber ist schon mit 17 Jahren das erste Mal mit einem Fischdampfer zur Fangfahrt ausgelaufen. Vor der schottischen Küste war das, im Jahr 1981, als es die DDR noch gab.

„Gebürtig komme ich aus Rostock, aus einer alteingesessenen Fischerfamilie“, erzählt er. Großvater, Vater, Brüder, die Nachbarn im Mehrfamilienhaus und gefühlt die gesamte Straße – irgendwie waren sie alle Fischer oder hatten mit Fisch zu tun. Andere Kinder haben auf der Straße gespielt – André Vogt hat mit dem Filettiermesser das fachgerechte Zerteilen eines Fischs geübt. Dafür ist er selbst in den Sommerferien jeden Tag von Rostock nach Warnemünde gefahren, hat dort auf einem Kutter bei der Fischverarbeitung geholfen.

Wichtig: das richtige und scharfe Messer

„So schwer ist das mit dem Filetieren gar nicht. Man muss nur das richtige und vor allem scharfe Messer haben und abhängig vom Fisch an der richtigen Stelle entlang der Hauptgräte schneiden“, erklärt der Fischmeister. Dass dabei sein kleiner Finger wie ein charmanter Enterhaken ein bisschen zur Seite steht, stört ihn nicht. „Naja, da habe ich mal reingeschnitten und die Sehne erwischt. Das Leben an der Küste ist hart“, sagt er und lacht unbeschwert.

Mit seinem gestreiften Fischerhemd und dem meeres-rauen Tonfall ist André Vogt längst zu einem Bremerhavener Original geworden. Heimweh zur Ostsee hat er nicht – und das aus gutem Grund. „Gleich hier vorn liegt ja der Fischdampfer „Gera“, das ist der letzte Seitenfänger Deutschlands. Das Museumsschiff hat den Heimathafen Rostock. Wenn ich ein bisschen Ostsee spüren will, setze ich mich einfach vors Schiff auf den Poller“, zuckt er mit den Schultern.

Bremerhaven: Hauptstadt der Fischstäbchen

Seiner Sehnsucht nach Meer und Fisch kann André Vogt im Fischereihafen von Bremerhaven ohnehin mehr als gerecht werden. Welthauptstadt der Fischstäbchen – so wird die größte deutsche Stadt an der Nordsee gern genannt. Ganz gleich, in welchem europäischen Land Fischstäbchen zubereitet werden: Sie wurden höchstwahrscheinlich in Bremerhaven produziert. Der Iglo-Konzern und die Frosta AG stellen allein jeden Tag mehr als sieben Millionen Fischstäbchen her. Hinzu kommt die Produktion von Tiefkühl-Fertiggerichten ebenfalls für Kunden in ganz Europa. Das Unternehmen Deutsche See als Manufaktur für Frischfisch gilt als der größte Fisch-Großhändler Deutschlands und die „Nordsee“ betreibt ihre Restaurantkette von hier aus. Mehr als 9000 Menschen arbeiten im Bremerhavener Fischereihafen als einem der Dreh- und Angelpunkte für die deutsche Fisch- und Lebensmittelindustrie.

Ein Einkaufstipp zum Osterfest

André Vogt hat inzwischen den Fisch im Eisbett wieder geordnet und neues Eis aufgefüllt. Fisch, betont er, muss immer frisch sein und gibt auch gleich die Einkauf-Tipps für das Osterfest mit auf den Weg. „Die Augen beim Frischfisch sollten leicht glasig sein und die Kiemen rot. Drückt man auf das Fleisch, muss es wieder hochkommen und nicht eingedellt bleiben“, betont er. „Ostern ist eine gute Gelegenheit, nach der Winterpause mal wieder den Grill anzuwerfen. Ein kurz angegrilltes Thunfischsteak oder marinierte Garnelen – das schmeckt garantiert.“

Und abgesehen vom Grillvergnügen, welchen Fisch schätzt André Vogt besonders? Da überlegt der Fischmeister nicht lange. Er rückt seine schwarze Kappe auf dem Kopf zurecht und grinst schelmisch wie ein kleiner Junge: „Kabeljau, was denn sonst?“

Willkommen zuhause: Das Flaggschiff der SAiL kehrt nach Bremerhaven zurück!

„Rolling home“: Nach sechs Monaten auf  See ist die „Alexander von Humboldt II“ am Freitag in ihren Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt. Für welche ehrenvolle Aufgabe sich die „grüne Lady“ dort herausputzt, signalisiert eine riesige Fahne am Heck mit der Aufschrift „Sail 2025 Bremerhaven“. Das spektakuläre Windjammerfestival findet vom 13. bis 17. August in der Seestadt statt und die „Alex“ wird die Einlaufparade der imposanten Flotte als Flaggschiff anführen.

Die Botschafterin Bremerhavens auf den Weltmeeren ist auf der Heimreise kräftig durchgeschüttelt worden, als sie sich im Februar durch einen heftigen Atlantiksturm kämpfen musste.  „Zwischen  den Bermudas und den Azoren ist das Schiff in schweres Wetter  geraten“, berichtet Jürgen Hinrichs, Vorstand der Deutschen Stiftung Sail Training,  dem Betreiber der „Alex 2“. Für  die 16- bis 19-jährigen Trainees an Bord sei das eine abenteuerliche Bewährungsprobe gewesen, für die ehrenamtliche Stammcrew dagegen Segleralltag.

Zu Ostern im Heimathafen

Ein paar kleinere Schäden wie zerrissene Segel konnten noch während der Fahrt geflickt werden. Was darüber hinaus für die Reparaturen nötig ist, stand schon bereit, als das Schiff am Nachmittag bei einem Reparaturbetrieb im Fischereihafen festmachte. Eine Woche lang wird sie dort liegen, dann verholt die Bark an ihren Stamm-Liegeplatz in den Neuen Hafen, von wo aus sie über Ostern zu mehreren Tagestörns ausläuft. Danach geht es dann zum ersten großen Törn in Richtung London.

Auf See als schwimmendes Klassenzimmer

Seit Mitte Oktober 2024 war das Segelschiff unter der Charter des im kanadischen Nova Scotia beheimateten „West Island College international“ als schwimmendes Klassenzimmer unterwegs gewesen. Eine Kooperation, die sich bereits seit fünf Jahren bewährt und die der Stiftung die Auslastung des Windjammers in den Wintermonaten sicherstellt. Die Trainees bekommen dabei die Gelegenheit, unter fachkundiger Leitung Hochseesegeln auf Traditionsschiffen zu betreiben und dabei auch viel beschworene soziale Kompetenzen in Sachen Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Rücksichtnahme zu erlernen. Allesamt prägend für die Charakterbildung der jungen Menschen.

Seite an Seite mit dem Bundespräsidenten

Für die Sommersaison und die Sail 2025 in Bremerhaven läuft sich die Crew nach dem England-Abstecher bereits beim Hamburger Hafengeburtstag warm, wo das Schiff mit den markanten grünen Segeln am 11. Mai die Auslaufparade anführen wird. Dass die „Alexander von Humboldt II“ zum Flaggschiff der Sail berufen wurde, nennt der Stiftungsvorsitzende Hinrichs eine große Ehre: „Da nimmt man nicht jeden“, sagt er. Für die 2011 in Dienst gestellte „neue Alex“ ist es nach 2015 zwar schon die zweite Sail-Teilnahme, doch dieses Mal führt sie die beeindruckende Flotte von 250 Schiffen aus aller Welt zum ersten Mal an. Während sich die Windjammer am 13. August in der Außenweser versammeln, fährt Bundespräsident Walter Steinmeier, der Schirmherr der Veranstaltung, der Flotte an Bord des Segelschulschiffs  „Gorch Fock“ entgegen um dann Seite an Seite mit der „Alexander von Humboldt II“ in Richtung Bremerhaven zu laufen.

Erwartet werden mehr als eine Million Besucher

Nach dem wegen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ausgefallenen Großseglertreffen und zehn Jahren Sail-Abstinenz erwarten die Organisatoren während der Festtage in der größten deutschen Stadt an der Nordseeküste über eine Million Besucher. Sämtliche Programminfos unter sail-bremerhaven.de.

Große Ernennungsfeier der Feuerwehr Bremerhaven

Am 28. März wurden 48 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bremerhaven feierlich ernannt. Die große Zeremonie fand im Historischen Museum Bremerhaven statt. Feuerwehrdezernent Stadtrat Peter Skusa und der Leiter der Feuerwehr, Jens Cordes, führten gemeinsam mit den Vertretern des Personalamtes, den Leitern der jeweiligen Bereiche und dem Personalrat durch die Zeremonie, bei der die Urkunden überreicht und die Dienstgradabzeichen feierlich ausgetauscht wurden.

- Zwei Brandmeisteranwärter wurden in das Beamtenverhältnis auf 
     Widerruf ernannt. Die Ausbildung zum Brandmeister begann am 1. 
     April.
   - Die Ausbildung zum Brandmeister wurde von den Teilnehmern des 
     vor zwei Jahren gestarteten Grundausbildungslehrgangs am 27. 
     März abgeschlossen. Sie erhielten in der Zeremonie ihr 
     Abschlusszeugnis. Da der Großteil der Teilnehmer Beamte der 
     Feuerwehr Bremerhaven sind, wurden 14 Einsatzkräfte zusätzlich 
     zum Brandmeister in das Beamtenverhältnis auf Probe ernannt.
   - Acht Beamte wurden in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit 
     ernannt.
   - Eine Brandmeisterin wurde zur Oberbrandmeisterin, und 19 
     Brandmeister wurden zum Oberbrandmeister ernannt.
   - Eine Oberbrandmeisterin und ein Oberbrandmeister wurden zur 
     Hauptbrandmeisterin beziehungsweise zum Hauptbrandmeister 
     ernannt.
   - Den Abschluss bildete die Ernennung eines Kollegen zum 
     Brandamtsrat.

Einer der Ernannten hatte an diesem Tag Geburtstag, und so ließ es sich Feuerwehrdezernent Stadtrat Peter Skusa nicht nehmen, in Feuerwehrmanier ein Geburtstagslied anzustimmen und mit den Gästen sowie den anwesenden Einsatzkräften zu singen.

Die Einsatzkräfte waren zahlreich vertreten. Die diensthabende Wachabteilung der Feuerwehr erschien in voller Stärke mit den Einsatzfahrzeugen im Historischen Museum, um der Zeremonie beizuwohnen und ihre Anerkennung sowie den Zusammenhalt zu demonstrieren. Viele Passanten waren von der Anzahl der Einsatzfahrzeuge an der Geeste beeindruckt und schauten sich bei bestem Wetter die Fahrzeuge an. Da alle Fahrzeuge einsatzbereit waren, blieb es natürlich nicht aus, dass eine Rettungswagenbesatzung alarmiert wurde.

Skusa würdigte in seiner Rede die Einsatzbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen und stellte die Wichtigkeit für die Kommune heraus. „Dafür bedanke ich mich mit Nachdruck“, so Skusa. Ein weiterer Dank ging unter anderem an das Historische Museum, das die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und bei den Vorbereitungen unterstützt hat. Die Familien der ernannten Einsatzkräfte hatten unter anderem die Möglichkeit, die Wartezeit mit einem Rundgang durch das Museum zu verkürzen.

Ebenfalls gebührt dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) aus Bremerhaven ein Dank. Das DRK stellte seinen Einsatzbus zur Verfügung. Dieser nimmt sonst bei größeren Einsatzlagen betroffene Personen auf, an diesem Tag wurden die zu ernennenden Kolleginnen und Kollegen an der Zentralen Feuerwache abgeholt und zum Museum befördert.

Neue Schilder für Bremerhavens offiziellen Wanderweg

 Na, das ist doch mal eine außergewöhnliche Wanderung: Frank Reininghaus ist gut 15 Kilometer in Bremerhaven unterwegs – mit einer Trittleiter unterm Arm. Seine Wanderstrecke, so findet er, führt an den interessantesten Ecken der Stadt entlang. Die Leiter hilft, nach Reininghaus auch anderen den Weg zu weisen.

Bereits seit 2021 führt ein offizieller Wanderweg durch die „Marinestadt Bremerhaven“, zertifiziert vom Deutschen Volkssportverband e.V., aber die Ausschilderung war immer ein Problem: „Sie wurde gerne zerstört“, sagt Frank Reininghaus. Mehr als 100 geklebte Hinweise an Wegmarken wurden regelmäßig wieder abgezogen, abgekratzt oder überklebt. Das soll nun anders werden: Die Erlebnis Bremerhaven unterstützt den Verein „Freundeskreis der Nimwegen-Delegation der Bundeswehr“, von dem das Konzept und die Idee für Bremerhavens ersten offiziellen Wanderweg stammte, beim Anbringen einer dauerhaften Beschilderung. Zwei Tage lang ist Reininghaus dafür mit seiner Leiter unterwegs, um die kleinen quadratischen Hinweistafeln anzubringen.

Drei Längen für einen Wanderweg

Die Spazierwanderung führt auf sechs, zwölf oder 15 Kilometer langen Etappen durch die schönsten Ecken Bremerhavens, ist wassernah und bietet zugleich auch viele grüne Momente. So geht es nach dem Start an der Tourist-Info Hafeninsel über den Deich Richtung Süden, vorbei am Klimahaus und dem Deutschen Schifffahrtsmuseum, über die Kennedybrücke auf einer ehemaligen Bahnstrecke bis ins Schaufenster Fischereihafen. Dort dreht sich die Wanderperspektive wieder Richtung Norden, vorbei an einem historischen Wasserturm und der Grünanlage am Holzhafen bis zur Marineschule. Am Ufer der Geeste werden dann das Kapitänsviertel und ein denkmalgeschützter Turmdrehkran passiert. Die letzten Kilometer gehören den Havenwelten Bremerhaven, in denen es rund um den Neuen Hafen geht, vorbei an den touristischen Attraktionen Deutsches Auswandererhaus und Zoo am Meer. Den Blick von der Kaje die Wesermündung hinaus in Richtung Nordsee ist Abschluss auf dem Wanderweg „Marinestadt Bremerhaven“. 

Reininghaus, selbst seit mehr als 30 Jahren begeisterter Wanderer, hatte die Idee zu der Tour, die Strecke selbst zusammengestellt und über die Nimwegen-Delegation beim Deutschen Volkssportverband als dauerhaften Wanderweg angemeldet. Der Fregattenkapitän a.D. hat viele Jahre an der Marineoperationsschule in Bremerhaven gearbeitet. In der Stadt an der Wesermündung war 1849 die erste deutsche Flotte stationiert. Wandern helfe ihm, abzuschalten, „den Kopf frei zu bekommen“, sagt Reininghaus. Und er bemüht Goethe, der gesagt haben soll: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen“.

In den beiden Tourist-Infos – in den Havenwelten und dem Schaufenster Fischereihafen – können Wanderer sich über die Route informieren und eine Startkarte bekommen, in die nach Abschluss der Wanderung ein Stempel die gelaufene Tour bestätigt.

Eine Übersicht über 13 Rad- und Wandertouren sowie auch Joggingrunden durch Bremerhaven präsentiert die Erlebnis Bremerhaven im Internet in ihrem Outdooractive-Tourenplaner. www.bremerhaven.de/RadundWandertouren

Straße Deichsfeld wird an den Radweg „Fahr(G)rad 8“ angebunden

Heute beginnen die Arbeiten des Amtes für Straßen- und Brückenbau zur Anbindung der Straße Deichsfeld an den Radweg „Fahr(G)rad 8“.

Die Verlängerung dieser Straße ergänzt eine Reihe von Maßnahmen, die den Radverkehrsfluss innerhalb des Stadtgebietes sicherer, aber auch komfortabler gestalten.

Da die Arbeiten ohne Sperrung im Straßenbereich stattfinden, ist die Straße Deichsfeld weiterhin uneingeschränkt erreichbar.

Drei sind aller guten Dinge: Bremerhaven nimmt weitere Webcam in Betrieb

Bremerhaven hat seine dritte Super-Webcam in Betrieb genommen. Sie vermittelt ganz neue digitale Eindrücke von der Stadt – für Bewohner und Beobachter, Gäste und Urlauber. Und: Sie steht in Niedersachsen, um Bremerhavens ganze Skyline zu erfassen. Das hinzubekommen, war alles andere als einfach. Alle Stadteinblicke können kostenfrei im Internet unter dem Link bremerhaven.panomax.com rund um die Uhr angeschaut werden.

Zur neuen Webcam: https://bremerhaven.panomax.com/langluetjen

Noch vor drei Jahren war Bremerhaven Webcam-Ödland: Gerade einmal vier Kameras sendeten Standbilder. Dabei lieferte kaum eine zweite Stadt gleicher Größe so viele attraktive Motive für Webcams wie Bremerhaven: Die faszinierenden Containerfrachter, Kreuzfahrtschiffe, Häfen und Havenwelten und vor allem atemberaubende Bilder vom Himmel über der Stadt und den Sonnenuntergängen an der Außenweser.

Mit den Live-Streams erweitert die Erlebnis Bremerhaven GmbH ihr digitales Marketing zur Gewinnung von Tourist:innen. Als Dienstleister wurde der österreichische Anbieter Panomax gewonnen. Seine 360-Grad-Kameras stehen schon in mehr als 25 Ländern. Die Aufnahmen in Echtzeit sind in Farbqualität und Präzision kaum zu übertreffen. Die Downloadzahlen der ersten beiden Panomax-Kameras in Bremerhaven erfüllen dann auch Erwartungen der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Pro Jahr werden sie mehr als 180.000 Mal aufgerufen.

Schwierige Suche nach passendem Standort

Die erste Kamera wurde in 51 Metern Höhe auf dem Dach des Columbus-Centers installiert, um seit Oktober 2022 Bilder von den Havenwelten zu senden. Parallel wurden bereits die Gespräche über zwei weitere Standorte geführt – einer im Fischereihafen, einer im Überseehafen. Die zweite Kamera ging Anfang 2024 in Betrieb. Sie steht auf dem Dach des Gebäudes von Bio Nord, erfasst das Schaufenster Fischereihafen und erlaubt weite Blicke in den geschäftigen Fischereihafen. Aber die Pläne für den dritten Standort erwiesen sich als schwierig, so dass er erst jetzt in Betrieb gehen konnte. Die Kamera steht auf der Watt-Insel Langlütjen I in der Weser vor dem Nordenhamer Ortsteil Blexen und bildet die gesamte Bremerhavener Skyline ab. „Sie ermöglicht unseren Gästen bereits vom heimischen Sofa aus, Bremerhaven zu erleben und steigert die Vorfreude auf eine Reise in unsere Seestadt“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH. 

Die „Hot Spots“ der Stadt

Das bildschirmfüllende, interaktive 360-Grad-Panorama ist sowohl als Live-Video sowie als Standbild mit rund 5-minütigem Abstand zur Aufnahme zu erleben. Alle Bilder werden zudem seit der Installation gespeichert und können über die Funktion „Archiv“ jederzeit online angeschaut werden. Mit der Zeitrafferfunktion lassen sich Tage, Wochen und Monate im Schnelldurchgang betrachten. Eine auf Knopfdruck einschaltbare Übersichtskarte liefert die Orientierung, was gerade zu sehen ist. Kleine rote Kreise als sogenannte „Hot Spots“ verraten, dass noch mehr Informationen in den Bildern stecken: Kurztexte informieren über die touristischen Attraktionen. Weitere Beteiligungsmöglichkeiten für die touristischen Anbieter sind in Vorbereitung. „Wir planen eine umfangreiche Darstellung des touristischen Angebotes sowie die direkte Buchbarkeit“, so Gerber.

Der Standort für die dritte Kamera erforderte einige Arbeit – denn wegen Aspekten der Hafensicherheit schieden einige angedachte Standorte im Überseehafen aus. „Weil wir aber gerne einen Eindruck von unserem faszinierenden Hafen vermitteln wollten, landeten wir bald auf der anderen Seite der Weser“, erklärt Sonja Riegert, die bei der Erlebnis Bremerhaven die Abteilung für Kommunikation leitet. Der private Eigentümer von Langlütjen war gleich bereit, ein Stückchen Land zur Verfügung zu stellen, um die Anlage mit der Kamera darauf zu installieren. Denn: Langlütjen war immer wieder Ziel „ungebetener Gäste“. Vor einem Jahr etwa ging von hier ein Camper in der Weser schwimmen und trieb ab, erst nach Stunden und etlichen glücklichen Fügungen konnte er sich am Containerterminal in Bremerhaven an Land retten. Zur Vereinbarung, die Webcam aufzubauen, gehörte daher auch, den Zutritt zur Insel mit einer Zaunanlage zu erschweren. 

Standort liegt im Nationalpark

Weil Langlütjen I aber auch am Rande des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer liegt, musste auch hier noch eine Genehmigung eingeholt werden. Und schließlich war die Montage der Anlage alles andere als einfach: Zu Fuß wurde sämtliches Material und auch ein Gerüst auf die Insel getragen. Weil auf Langlütjen I kein Strom verfügbar ist, arbeitet die Webcam autonom über eine Solaranlage. Seit zwei Wochen liefert sie nun Bilder, die Techniker sind noch immer mit der Feinjustierung beschäftigt – per Fernwartung aus Österreich. Geplant ist auch bei dieser Anlage, die Aufnahmen mit den „Hotspots“ zu versehen. Die 360-Grad-Kamera nimmt Bilder auf vom Fischereihafen ganz im Süden der Stadt bis weit hinaus in die Außenweser.

Filmfest Bremen 2025: Preisträger und Höhepunkte

Heute Vormittag wurden im Kleinen Haus des Theaters Bremen die diesjährigen Preise des Filmfest Bremen verliehen. Mit 793 eingereichten Kurz-, Mittel- und Langfilmen aus 30 Ländern in 24 Sprachen verzeichnete das Festival eine beeindruckende internationale Resonanz. Darunter waren 31 Erstlingswerke, die den besonderen Stellenwert junger Talente unterstreichen. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 52.000 Euro vergeben. Durch die festliche Matinée führten die Festivalleiter:innen Matthias Greving, Ilona Rieke und Marc Sifrin.

Die Preisträger 2025:

HUMOR/SATIRE

Bester Kurzfilm 1.500 EUR:
DO IT RIGHT von Yaroslav Lebedev + Daria Safronova (Produzentin)

Bester mittellanger Film 2.500 EUR:
RACHID von Rachida El Garani

Bester Langfilm 5.000 EUR:
ANOTHER GERMAN TANK STORY von Jannis Alexander Kiefer

INNOVATION

Beste visuelle Innovation 1.500 EUR
OLIVIA & THE CLOUDS von Tomás Pichardo Espaillat

Beste technische Innovation 1.500 EUR
AVANT – DRAG! von Fil Ieropoulos

Beste narrative Innovation 1.500 EUR
INVENTION von Courtney Stephens

BREMEN & UMZU

Bester Bremer Film 3.000 EUR
BEFORE THEN von Mengzhu Xue

Bester Film aus Niedersachsen 3.000 EUR
ANNA – A TALE FOR TOMMORROW von Jonathan B. Behr

Bester Kurzfilm aus Bremen und Umzu 1.500 EUR
MAMA MICRA von Rebecca Blöcher, Frédéric Schuld

DEUTSCHLANDPREMIEREN – WESER-KURIER Publikumspreis

Bester Internationaler Film 7.500 EUR
SONGS OF SLOW BURNING EARTH von Olha Zhurba

Runner-Up (2. Platz in der Publikumswertung) 2.500 EUR
L´OURAGAN F.Y.T von Ara Ball

GATEWAYS TO THE WORLD – The Power of Ports in Kooperation mit bremenports

Bester Kurzfilm 500 EUR
FIRE DRILL von Maximilian Villwock

Bester Langfilm 2.000 EUR
COMO EL VIENTO von Jacqueline van Vugt

BAB-NACHHALTIGKEITSPREIS
Bester Film zum Thema Nachhaltigkeit 2.500 EUR, präsentiert von der BAB

ALEX & LUKAS – WATT´N MEER von Regina Grimm

GLOBAL LOKAL in Kooperation mit buten un binnen

Bester Dokumentarfilm mit regionalem Fokus 2.000 EUR
AS THE TIDE COMES IN von Juan Palacios

Wer ist Luigi Mangione? discovery+ streamt True-Crime-Doku ab 24. März

Who is Luigi Mangione, wer ist Luigi Mangione? discovery+ geht dieser Frage nach und strahlt die True-Crime-Dokumentation, über Luigi Mangione, dem mutmaßlichen Attentäter auf den CEO von UnitedHealthcare, ab 24. März in deutscher Erstausstrahlung aus.

Das einstündige Special versucht die Beweg- und Hintergründe von Luigi Mangione aufzudecken sowie dessen Lebensweg nachzuzeichnen, um zu verstehen, was ihn hinter Gitter gebracht hat. Zu Wort kommen zahlreiche Experten, darunter der ausführende Produzent Dan Abrams, der Kriminologe Casey Jordan, der NYPD-Chief of Detectives Joseph Kenny sowie Eric Adams, Bürgermeister von New York City.

Gestützt mit Einblicken in die digitalen Archive, einschließlich der Online-Postings und Reddit-Diskussionen, geben die Personen, die Mangione nahestehen, einen umfassenden Einblick in seine Persönlichkeit, seine gesundheitlichen Probleme sowie chronischen Schmerzen und ermöglichen so ein tieferes Verständnis seiner psychischen Verfassung, die zu dem mutmaßlichen Verbrechen führte.

WHO IS LUIGI MANGIONE ist in Deutschland und Österreich ab Montag, 24. März auf discovery+ verfügbar.

„Mit Dir, Lili Marleen“ – eine Hommage zum 120. Geburtstag von Lale Andersen

Zu Ehren von Lale Andersen hat das Kulturamt Bremerhaven die Sängerin Anne Haentjens mit ihrem Lale-Andersen-Programm ins Theater im Fischereihafen, Am Schaufenster 6, eingeladen.

Die berühmteste Bremerhavenerin, Lale Andersen, geborene Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg, wäre in diesem Jahr 120 Jahre alt. Bekannt wurde sie einst vor allem mit ihrer Interpretation des um die Welt gegangenen Liedes „Lili Marleen“.

Am 23. März 1905 kam Lale Andersen im heutigen Bremerhaven-Lehe zur Welt. Noch sehr jung heiratete sie den Bremerhavener Kunstmaler Paul Ernst Wilke, den sie dann, wie auch die drei gemeinsamen Kinder, verließ, um in Berlin als Schauspielerin Karriere zu machen. Schon bald gastierte sie als Liselotte Wilke im Berliner „Kabarett der Komiker“ und auf anderen Kabarettbühnen Berlins mit Hafenliedern und Chansons. Große Beachtung fanden in der Presse ihre Interpretationen von Songs aus der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill.

Vordergründig, hintersinnig, leidenschaftlich, frech, frivol und anspruchsvoll – so stellten sich die frühen Chanson-Programme von Lale Andersen dar. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ sich Lale Andersen auf der Nordseeinsel Langeoog nieder und erlebte mit ihrer Interpretation der deutschen Version des Liedes „Ein Schiff wird kommen“ ein sensationelles Comeback. 1961 produzierte sie eine Langspielplatte mit plattdeutschen Volksweisen u.a nach Texten von Klaus Groth und Theodor Storm mit Titeln wie „Mien Jehann“, „Lütt Matten de Haas“, „Över de stillen Straten“, „Dat du mien Leevsten büst“. Am 29. August 1972 starb Lale Andersen in Wien und wurde, ihrem Wunsch entsprechend, auf Langeoog beigesetzt.

Am Klavier begleitet von Sven Selle, gibt Anna Haentjens in ihrer Hommage mit Liedern und biografischen Texten Einblicke in das Leben der Sängerin, wobei sie auch auf die Geschichte des Liedes „Lili Marleen“ eingeht.

Über Anna Haentjens sagte Norbert Schultze, der Komponist des Liedes „Lili Marleen“: „Den unverwechselbar persönlichen Interpretations-Stil der schlaksigen, lächelnden, blonden Lale Andersen hat sich die kleine, quirlig-drahtige Anna Haentjens souverän angeeignet und die Gefahr des Kopierens geschickt umschifft – eben, weil sie so anders ist und ein eigenes Charisma besitzt.“

Tickets gibt es ab 24,20 Euro unter https://www.tif-bremerhaven.de/.

Klimaschutzaktion „Earth Hour“ – Bremerhaven setzt ein Zeichen

Am Samstag, dem 22. März 2025, findet in der Zeit von 20.30 bis 21.30 Uhr unter dem Motto „Licht aus. Stimme an.“ die nächste Earth Hour statt.

Dann wird wieder weltweit in der jeweiligen Zeitzone für eine Stunde das Licht ausgeschaltet, um gemeinsam ein starkes Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen.

Auch Bremerhaven soll in diesem Jahr wieder dabei sein und eine Stunde lang die Beleuchtung ausgewählter Gebäude für eine Stunde ausschalten, um ein Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz zu setzen. Der Magistrat setzt sich daher dafür ein, dass zur Earth Hour 2025, am 22. März 2025, von 20.30 bis 21.30 Uhr Ortszeit die Außenbeleuchtung an wichtigen Gebäuden, insbesondere im Bereich Alter/Neuer Hafen für eine Stunde abgeschaltet wird.

Umweltdezernentin Andrea Toense ruft die Bremerhavenerinnen und Bremerhavener ebenfalls zur Teilnahme auf: „Nach einem weiteren Jahr der Extreme, von neuen Temperaturrekorden bis zum Hochwasser, ist die Earth Hour 2025 ein wichtiger Moment, um mehr Klimaschutz einzufordern. Darüber hinaus ist die Earth Hour in einem Jahr voller Krisen, Konflikte und Kriege, in dem sich auch das politische Klima verändert hat, wichtiger denn je, um gemeinsam ein Zeichen für eine starke Demokratie zu setzen.“

Der WWF ruft in diesem Jahr bereits zum 19. Mal zur Earth Hour auf. Mittlerweile findet die „Stunde der Erde“ auf allen Kontinenten statt. In den vergangenen Jahren nahmen tausende Städte in 192 Ländern teil – allein in Deutschland mehr als 550 Städte und Gemeinden.

Nähere Informationen gibt es unter https://www.wwf.de/earth-hour.