Der Wind stand günstig: Als eines der ersten Schiffe hat das italienische Segelschulschiff „Corsaro II“ schon am Sonntagabend von Esbjerg kommend im Neuen Hafen direkt neben der „Schulschiff Deutschland“ festgemacht. Eine Schönheit aus Mahagoni und Teak, die das Zeug hat, zu einem Besucherliebling der SAiL Bremerhaven 2025 zu werden.
Die „Corsaro II“ gehört zur italienischen Marine. Der elegante Zweimaster wurde 1960 von den renommierten New Yorker Yachtdesignern Sparkman & Stephens entworfen. Er ist 20,9 Meter lang und 4,7 Meter breit. „Das Schiff hat eine Seele“, sagt Kapitän Giuseppe Valente (45). „Es entscheidet selbst, wann es gut ist, in den Hafen zu fahren.“ In der Vergangenheit hat die „Corsaro II“ an prestigeträchtigen transozeanischen Rennen teilgenommen. „Früher war sie ein Ferrari“, sagt Valente stolz.
Foto: Lucas Rodriguez Crespo via CC BY-SA 3.0 ES
Erst im Oktober zurück im Heimathafen
Am 9. Mai ist das Schiff im Heimathafen La Spezia, Italien, gestartet. Danach ging es unter anderem über Barcelona, Vigo, Brest und Aberdeen bis nach Bremerhaven. Der Aufenthalt in der Seestadt soll genutzt werden, damit sich alle 15 Crewmitglieder nach der langen Reise ein wenig entspannen können. Denn nach der SAiL geht es direkt weiter nach Amsterdam, und bis Ende Oktober müssen sie zurück in Italien sein.
Hoffen auf einen „richtig guten deutschen Pub“
Neben Wartungsarbeiten stehen in Bremerhaven auch Ausflüge auf dem Plan. „Wir gehen wahrscheinlich ins Deutsche Schifffahrtsmuseum“, sagt einer der acht Kadetten, die zurzeit auf dem Schiff ausgebildet werden. Einige davon wollen in den Zoo am Meer. „Wir hoffen aber auch, einen richtig guten deutschen Pub zu finden“, so Valente.
Einer von acht Staatsgästen
Die „Corsaro II“ ist eines von acht Staatsschiffen, die zu Gast bei der SAiL sein werden. Der Zweimaster wird während des Festivals am Steg der Schiffergilde am südlichen Ende des Neuen Hafens liegen.
Der Crew bleibt Zeit für eine Stärkung
Auf dem Meer müssen laut Kapitän Valente nachts immer acht Personen wach bleiben. In Bremerhaven hingegen fällt die Nachtwache aus. „Hier kann sich die Crew in aller Ruhe stärken“, sagt der Capitano. Dafür sorgt auch das richtige Essen. Am Montag auf dem Speiseplan: Pasta. 2,5 Kilogramm gab es für die 15 Crewmitglieder. Wie viel Pasta hat die Crew aus Italien an Bord? „Genug“, sagt ein junger Kadett mit einem Schmunzeln: „Tutto bene“ – hier läuft alles rund.
Der Mann weiß wovon er spricht. Wenn die „Gorch Fock“ Bremerhaven zur SAiL 2025 anläuft, dann wird Michael Gerber als Veranstaltungsleiter des internationalen Windjammerfestivals gewissermaßen von der Vergangenheit eingeholt. Und von den Bildern, die sich ihm vor über 40 Jahren als jungen Wehrpflichtigen in das Gedächtnis eingraben haben: Unter Vollzeug durch die Biskaya, begleitet von einem Schwarm Delfine.
Ausguck auf der Back, der morgendliche Hängemattenapell, die Arbeiten als Toppgast im Fockmast des Segelschulschiffs, die Taufe „Wendekreis des Krebses“, die große Aufmerksamkeit, die man in seiner weißen Ausgehuniform von den Menschen in allen Hafenstädten erfahren hat – das ist es, was ihn noch heute beschäftigt.
Als Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH ist Gerber schon längst zur Landratte geworden, doch während seiner neun Monate als Wehrdienstleistender hat er auf der „Gorch Fock“ ein feines Gefühl dafür entwickelt, was die Faszination vieler Menschen von den Windjammern ausmacht. Aber auch dafür, wie der oftmals harte Alltag hinter den schönen Bildern aussieht.
Gearbeitet hat er an Bord der „Gorch Fock“ gerne in großer Höhe, sagt Michael Gerber. Nach mehr als 40 Jahren gibt es nun ein Wiedersehen mit dem Segelschulschiff der Deutschen Marine. Foto: Donsbach
Mit Wurzelbürste und Scheuerpulver an Deck
Beim Hervorkramen der Devotionalien seiner jugendlichen Affäre mit der Segelschifffahrt wurde das alles wieder lebendig. Der nasskalte Januartag, als er 1984 in Kiel mit 20 Jahren zum ersten Mal das Deck der „Gorch Fock“ betrat. Eine Wurzelbürste und Scheuerpulver bekam er in die Hand gedrückt: als allererste Tätigkeit durfte er mit dem eisigen Wasser aus der Kieler Förde die Farbe an den Aufbauten „waschen“. Aber Gerber bewies schon bald ein Talent für die Arbeit in großer Höhe. Die Abwesenheit von Höhenangst verschaffte ihm die dafür nötige Sicherheit. „Als Toppsgast und Teil der Backboard I-Crew habe ich am Fockmast ausschließlich im Rigg gearbeitet“, erzählt er, „gerne in großer Höhe.“ Gesichert mit zwei Tampen an Karabinerhaken.
Crewaustausch mit der „Sagres II“
Und dann ging es im April 1984 los, von Kiel durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Teneriffa, über den Atlantik in die Karibik zum Inselstaat Antigua, Richtung Norden nach Boston und Quebec. Von Quebec nach Sydney (Nova Scotia) hatte Gerber zusammen mit einigen Kameraden die Möglichkeit, im Rahmen eines Crewtausches eine knappe Woche auf der „Sagres II“ mitzusegeln. „Auf der, Gorch Fock‘ mussten wir in unseren Dienstschuhen peinlich genau darauf achten, mit den Hacken keine schwarzen Striche auf dem Deck zu hinterlassen. Auf der Sagres II haben sie an Deck Fußball gespielt.“ Das portugiesische Schwesterschiff der „Gorch Fock“ wird ebenfalls bei der SAiL zu Gast sein und im Neuen Hafen festmachen. Ein weiteres Dejá vu für den Erlebnis-Chef.
Beinahe wäre es ein Schmetterling geworden – als Tattoo
Gut vier Monate und 13.430 Seemeilen später lief die „Gorch Fock“ über Nova Scotia, Liverpool, Skagerrak und Kattegat wieder in den Heimathafen Kiel ein. Gerber hat in dieser Zeit die nicht unbedingt seemännischen, gleichwohl klassischen Erfahrungen einer langen Seefahrt gemacht. Zum Beispiel, wie man im Bordell in Antigua auch ohne Inanspruchnahme von Liebesdiensten noch ein paar Drinks bekam, wenn die Hotelbars schon lange geschlossen hatten. Beinahe hätte er sich sogar ein Tattoo stechen lassen, einen Schmetterling. Aufgrund der Teilnahme an einer Parade am letzten Tag stand für den Tätowierer am Ende nicht mehr genügend Zeit für das Motiv zur Verfügung.
Sänger der Bordband
Als Sänger der Bordband gehörte es für Gerber zur Routine, vor dem Auftritt noch eine filterlose Zigarette zu rauchen und einen Cognac zu kippen, damit die Stimme das richtige Timbre bekam. „Wir haben unter Deck zwischen Klorollen und Reinigungsmitteln geprobt“ berichtet er. Doch mit den klassischen Shanties habe die Band nichts am Hut gehabt. Stattdessen gehörten Stücke von Westernhagen zum Repertoire. „Mitten auf dem Atlantik ohne Wind ist die Crew froh über jede Abwechslung und wird zu einem dankbaren Publikum, das mitsingt und Spaß hat“, erinnert sich Gerber lachend.
Gerber: Die „Gorch Fock“ ist kein Feriencamp
Die schönen Erinnerungen und die Romantik sind eine Seite der Medaille. „Man darf aber nicht vergessen, dass das Segelschulschiff ,Gorch Fock‘ eine schwimmende militärische Einheit ist“, sagt Gerber. „Die Leute sind nicht alle aus freien Stücken dort. Das ist kein Feriencamp. Und angesichts fehlender Rückzugsmöglichkeiten, nach Dienstschluss das Schiff auf hoher See nicht verlassen zu können, kommt es auf engstem Raum auch zu allen Formen zwischenmenschlicher Auseinandersetzungen.“
„Hand gegen Koje“
Die See und die Segelschifffahrt ließen den gebürtigen Hamburger auch nach seiner Zeit bei der Marine nicht los. Als Student in Bayreuth (Wirtschafts-Geografie und Regional-Ökonomie) heuerte er während der Semesterferien nach dem Prinzip „Hand gegen Koje“ auf der „Thor Heyerdahl“ an. Er wirkte daran mit, dass Trainees des Schiffes an Bord Selbstständigkeit und Verantwortung für andere zu übernehmen lernen. Gerber lernte dort seine spätere Frau kennen.
Als Gastgeber des größten Windjammertreffens an der deutschen Nordseeküste ist solch eine Biografie natürlich schwer zu toppen. Und wer weiß? Vielleicht zieht es den Veranstaltungsleiter in den nächsten Tagen ja doch noch einmal nach ganz oben. In die Masten der „Gorch Fock“. Da wo alles begann.
Verkehrsunternehmen bieten zum Windjammertreffen zusätzliche Verkehre an
53° 32‘ 45‘‘ N 008° 34‘ 48‘‘ E – das sind die Koordinaten für die Bremerhavener Stadtmitte und vom 13. bis 17. August Ziel für das internationale Windjammertreffen SAiL 2025. Erwartet werden 250 Schiffe aus 16 Nationen, kleine Yachten genauso wie imposante Vollschiffe und: insgesamt bis zu 1,2 Millionen Besucher. Mit diesen Tipps läuft die Anreise.
„Wir empfehlen unseren Besuchern generell, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH, die die SAiL im Auftrag der Stadt ausrichtet. Mit dem eigenen Auto bis in die Innenstadt zu fahren, davon rät Gerber ab.
Die Nordwestbahn NWB meldet mehrere Sonderfahrten für die Regio-S-Bahnen von und nach Bremerhaven, so etwa Mittwoch und Donnerstag um 0 Uhr vom Hauptbahnhof in Richtung Bremen, Samstagnachmittag/-abend fahren in beide Richtungen insgesamt sieben Sonderzüge. http://www.nordwestbahn.de/de/regio-s-bahn/freizeit/sail-bremerhaven
Die Deutsche Bahn setzt am Freitag und Sonnabend um 23.24 Uhr sowie um 1.24 Uhr ab Bremerhaven-Lehe Regional-Express Sonderzüge ein, die um 0:02 oder 2.02 Uhr in Bremen am Hauptbahnhof enden.
Alle Bahn-Unternehmen kündigen zudem an, die Züge zu verlängern oder mehr Doppelstockwagen einzusetzen.
Park+Ride:
Im südlichen Fischereihafen stehen in Kooperation mit Bremerhaven Bus mehrere Park+Ride-Parkplätze zur Verfügung. „Viele Flächen unseres P+R haben wir dem Engagement von Unternehmen zu verdanken, die uns Teile ihrer Betriebsflächen zur Verfügung stellen“, sagt Gerber. Die Anfahrt zu den Parkplätzen ist an der A27 ab der Autobahn-Abfahrt Bremerhaven-Süd ausgeschildert. Park-Ride-Flächen stehen auch in Blexen zur Verfügung, das spezielle SAiL-Ticket für Parkplatz und Shuttle-Busse gibt es ab 4 Euro pro Person. https://bremerhavenbus.de/fahrplaene-linien
Busse:
Bremerhaven Bus hat eigens für die SAiL Bremerhaven 2025 einen Sonderfahrplan gestrickt, die meisten Linien fahren in einem 10-Minuten-Takt, in der Nacht zu Sonntag sogar bis 1 Uhr.
Weserfähre:
Die Weserfähre verkehrt zwischen Nordenham (Blexen) und Bremerhaven von Mittwoch, 13. August, bis Samstag, 16. August tagsüber im 20-Minuten-Takt. Abends und nachts gibt es zusätzliche Abfahrten, nach dem Feuerwerk legt die letzte Fähre um 0.20 Uhr in Bremerhaven ab. http://www.weserfaehre.de
Fahrräder:
Der SAiL-Fahrrad-Parkplatz wurde auf dem Grundstück des Alten Finanzamtes (Columbusstraße / Ecke Keilstraße) angelegt. Platz ist für rund 500 Fahrräder. Der Parkplatz ist kostenlos, wird aber auch nicht überwacht.
Fahrradparkplatz für die SAiL Bremerhaven 2025, mit Platz für rund 500 Fahrräder. Foto: Radio Bremerhaven
Wohnmobilplätze:
Im Stadtgebiet ist die Zahl der Wohnmobilplätze mehr als verdoppelt worden. Gut 500 stehen zur Verfügung. 250 Plätze hat der „Wohnmobilhafen“ zusätzlich an der Riedemannstraße eingerichtet. Info über „Wohnmobilhafen“: +49 172 6586491
Reisebusse:
Für die Anreise per Bus werden zusätzlich zu den bekannten Stellplätzen mehr als 100 kostenlose Sonderparkplätze eingerichtet im Bereich der früheren SSW-Werft. Ideal für den Besuch der SAiL: Das Bus-Terminal mit Haltepunkten zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste liegt zentral am Veranstaltungsgelände im Bereich der Columbusstraße.
Das internationale Windjammerfestival startet am Mittwoch, 13. August, auf der Weser mit der großen Einlaufparade SAiL-In, zu der sich annähernd 60 Großsegler angemeldet haben. Die „Gorch Fock“ mit dem Bundespräsidenten an Bord wird die gemeinsam einlaufenden Schiffe in Empfang nehmen und nach Bremerhaven geleiten. Insgesamt werden mehr als 100 teilnehmende Schiffe für die Parade erwartet.
Foto: Herbert Böhm
250 große und kleine Schiffe werden erwartet
Die Regattaserie ist in Esbjerg als fünften Hafen der STI-Rennen zu Ende gegangen, zuvor waren seit Anfang Juli Le Havre, Dünkirchen, Aberdeen und Kristiansand Stationen. Nach dem Ende der Wettbewerbe geht es für die größten Segler weiter nach Bremerhaven, wo sie auf zahlreiche andere Schiffe treffen, die den direkten Weg zur SAiL genommen haben. Insgesamt werden vom 13. bis 17. August in Bremerhaven rund 250 große und kleine Schiffe festmachen.
Foto: Herbert Böhm
Segler liegen bereits im Hafen
Ein Sturm hat auf der letzten Regatta-Etappe von Norwegen nach Dänemark noch dafür gesorgt, den Kurs zu ändern und die Flotte beinahe zwei Tage früher als geplant in den Hafen zu bringen. Schon seit Montag liegen die Segler in Esbjerg. Aber erst ab heute dürfen die Besucher dort das Volksfest besuchen. Vorher blieb der Hafen geschlossen, weil der Aufbau noch nicht abgeschlossen war.
Von Dänemark machen sich auf den Weg nach Bremerhaven: Die „Alexander von Humboldt II“, „Union“, „Capitan Miranda“, „Dar Mlodziezy“, „Sagres II“, „Shabab Oman II“, „Thalassa“, „Corsaro II“, „Urania“, „Esprit“, „Milpat“ und „Pascual Flores“
Groß, schnell, schön – und zum ersten Mal in Bremerhaven: Bei der Sail 2025 laufen gleich drei herausragende Schiffe ein, die Seefahrerherzen höherschlagen lassen. Allen voran die Viermastbark „Unión“, das größte und schnellste Segelschulschiff Lateinamerikas, das mit ihrer stolzen Länge und ihrer Silhouette im Neuen Hafen beeindrucken wird. Filmfans werden ins Staunen geraten, wenn sie auf „Le Phoenix“ treffen und Geschichte zum Anfassen bringt die portugiesische Karavelle „Vera Cruz“. Ob im Hafen, mit der Crew plaudern oder beim Open Ship das einzigartige Flair spüren – diese drei Segelstars machen Lust, selbst an Bord zu gehen. Vom 13. bis 17. August heißt es: Leinen los für unvergessliche Momente in Bremerhaven!
Groß, schnell und schön: Die „Unión“ aus Peru
Sie ist das aktuell größte, schnellste und in den Augen vieler Fans wohl auch das schönste Segelschulschiff Lateinamerikas: Die Viermastbark „Unión“ ist bei der Sail 2025 zum ersten Mal bei dem spektakulären Großseglertreffen zu Gast. Ein Hingucker der Extraklasse.
Sie werden erst im November wieder zu Hause sein: Crewmitglieder der peruanischen Viermastbark „Unión“. Foto. Marina de Guerra del Perú
Das Schiff lief kurz vor Heiligabend 2014 in Callao vom Stapel. Es dient als Ausbildungsschiff für künftige Führungskräfte der peruanischen Marine und gilt als Verkörperung der maritimen Tradition des Landes. Darauf verweist auch der Name des Schiffs. Es ist nach der Segelfregatte „Unión“ benannt, die in dem von 1879 bis 1884 ausgefochtenen Salpeterkrieg zwischen Chile und Peru das von der Ausstattung her überlegene chilenische Dampfschiff „Rimac“ zum Streichen der Flagge, also zur Aufgabe zwang. Ein bis heute gefeierter Sieg der peruanischen Marine, auch wenn er nicht kriegsentscheidend war.
Einen patriotischen Bezug hat auch die Galionsfigur. Sie stellt den Inkaherrscher Túpac Yupanqui dar, der nach der Sonne greift. Die Zeit seiner Regentschaft von 1471 bis 1490 gilt als die Blütezeit des Inkareichs, bevor es von den Spaniern erobert wurde.
Als segelndes Klassenzimmer bietet die „Unión“ Kadetten die Möglichkeit, Disziplin, Teamwork und Führungsfähigkeiten zu lernen. Die Besatzung besteht aus 24 Offizieren, 111 festen Crewmitgliedern und 120 Trainees. Die Viermastbark kann aufgrund ihrer großen Segelfläche und des schmalen Stahlrumpfes hohe Geschwindigkeiten erreichen.
Das Schiff verfügt über einen kleinen Operationssaal mit einer Notfallausstattung sowie eine zahnmedizinische Behandlungseinheit. Zur Besatzung gehören ein Arzt sowie ein Zahnarzt. Wichtige Voraussetzungen für eine Weltreise mit langen Seezeiten.
Anfang Mai hat sich die „Unión“ auf ihre lange Reise nach Bremerhaven gemacht und wurde mit großem militärischen Ehren verabschiedet. Perus Präsident betonte, dass die „Union“ als reisende Botschafterin ihres Landes unterwegs ist, als ein Zeugnis für die Geschichte und Kultur des Landes. Ziel der Europa-Reise sei es auch, den Tourismus zu fördern und für die „Marke Peru“ zu werben. Erst im November wird das Schiff nach 178 Tagen wieder in seinen Heimathafen einlaufen.
Zur SAiL vom 13. bis 17. August liegt die Viermastbark im Neuen Hafen fest und kann besichtigt werden.
Steckbrief
Schiffstyp: Vier-Mast-Bark Baujahr: 2014 Eigner: Marina de Guerra del Perú Heimathafen: Callao, Peru Nationalität: Peru Länge: 115,75 m Breite: 13,60 m Tiefgang: 6,5 m Segelfläche: 3538,75 m² Besatzung: 255
Der Filmstar unter den Schiffen: „Le Phoenix“ aus Frankreich
Auch „Le Phoenix“ läuft Bremerhaven zur SAiL zum ersten Mal an. Dennoch könnte der elegante Zweimaster vielen Besuchern irgendwie bekannt vorkommen. Irgendwo hat man das Schiff schon gesehen. Aber wo? Hier kommt die Auflösung: „Le Phoenix“ ist ein Filmstar und hat schon in großen Hollywood-Produktionen und etlichen TV-Serien eine Hauptrolle gespielt.
Anfang der neunziger Jahre war das Schiff von Regisseur Ridley Scott in das 15. Jahrhundert versetzt und für sein Columbus-Epos „1492 – Die Eroberung des Paradieses“ in die Karavelle Santa Maria umgewandelt worden. In der Moby-Dick-Variante „In the Heart oft the Sea“ wird es von einem weißen Riesenwal gerammt. Und in populären Streamingserien wie „Poldark“, „Taboo“ und „Frontier“ spielt sich die Handlung zu großen Teilen auf den Planken der „Le Phoenix“ ab.
Sie segelte in vielen Hollywood-Filmen: „Le Phoenix“ aus Frankreich. Foto: Yannick Arz.
Doch die Filmkarriere ist nur ein Kapitel in der abwechslungsreichen Geschichte des Sail-Debütanten. Gebaut wurde der 34 Meter lange Rahsegler 1929 in Bremerhavens dänischer Partnerstadt Frederikshavn als Handelssegler. Stattdessen war es 20 Jahre lang als evangelisches Missionsschiff unterwegs, bevor es für den Frachtverkehr genutzt wurde. Nach Jahren des Verfalls in Florida und einem Eigentümerwechsel glänzte die „Le Phoenix“ über zwei Jahrzehnte lang als pittoresker Drehort für historische Filmproduktionen unter britischer Flagge.
Doch nun fand das Schiff eine neue Bestimmung. Seit 2024 segelt es unter französischer Flagge mit Trainees an Bord, um sie für die traditionelle Segelkunst auszubilden. Die „Le Phoenix“ wird in Bremerhaven im Neuen Hafen festmachen. besichtigt werden.
Steckbrief
Schiffstyp: Brigg Baujahr: 1929 Eigner: Arzao Hag Arzam Heimathafen: Auray Nation: Frankreich Länge über alles: 34 m Breite: 6,60 m Tiefgang: 2,60 m Segelfläche: 390 m² Besatzung: 8
Vorhut der großen Entdecker: Die Caravelle „Vera Cruz“ kommt aus Portugal
An die Ära der großen Entdeckungsfahrten erinnert die portugiesische Karavelle „Vera Cruz“, die Bremerhaven zur Sail 2025 zum ersten Mal anläuft. Sie ist ein Nachbau jenes Schiffstyps, der im 15. Jahrhundert Reisen entlang der westafrikanischen Küste unternahm und damit die portugiesische See- und Kolonialmacht begründete.
Diese Schiffe wurden eingesetzt, um einen Seeweg über den Atlantik vorbei an Afrika nach Indien zu erkunden. Die portugiesische Karavelle war ein schnelles, leicht manövrierbares Schiff von knapp 24 Metern Länge. Sie hatte einen geringen Tiefgang, konnte problemlos die Flüsse der afrikanischen Küste hinauffahren und bei Bedarf sogar mit Rudern angetrieben werden. Initiator dieser Exkursionen war Heinrich der Seefahrer. Bis zu seinem Tode wurden mehr als 2000 Seemeilen westafrikanischer Küstengewässer befahren und kartografiert. Die dabei gewonnenen Kenntnisse in Navigation, Kartografie und Schiffbau waren grundlegend für alle folgenden portugiesischen Entdeckungsfahrten.
Die „Vera Cruz“ wurde im Jahr 2000 auf der Werft Vila do Condo im Rahmen der Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Entdeckung Brasiliens gebaut. Sie dient seither dazu, insbesondere jungen Menschen Segeltraining und Meereserlebnisse zu ermöglichen und sie an Wettbewerben teilnehmen zu lassen. Der portugiesische Segelausbildungsverband Aporvela arbeitet dafür mit sozialen Institutionen zusammen, um die persönliche Entwicklung benachteiligter oder gefährdeter junger Menschen zu fördern.
Nachbau aus der Zeirt der Entdecken: die „Vera Cruz“ kommt aus Portugal. Foto: Rui Santos
Das Schiff bewahrt zwar das äußerliche Erscheinungsbild seiner historischen Vorfahren, wurde jedoch modernisiert, um der Besatzung während der langen Reisen ein Mindestmaß an Komfort zu bieten. Die „Vera Cruz“ kommt aus Antwerpen nach Bremerhaven und kann während der Liegezeit vom 13. bis 17. August ebenfalls im Neuen Hafen besichtigt werden.
Steckbrief
Schiffstyp: Nachbildung einer Karavelle Baujahr: 2002 Eigner: A Ponvela Heimathafen: Lissabon Land: Portugal Länge: 23,82 m Breite: 6,55 m Tiefgang: 3,6 m Segelfläche: 430 m² Besatzung: 21
Auf Initiative des Amtes für Menschen mit Behinderung, in Kooperation mit der Erlebnis Bremerhaven, dem Verein Inklusives Segeln für Alle, dem Wassersportverein Wulsdorf, dem Fachverband Segeln Bremen und der Im-Jaich Marina, wird es bei der SAiL Bremerhaven 2025 die Möglichkeit geben, sportliches Segeln auf der Weser als Rollstuhlfahrerin oder Rollstuhlfahrer zu erleben.
Möglich macht dies der Spezialumbau „Henk de Mol“ des Segelvereins „Inklusives Segeln für Alle“ aus Kaarst. Der Verein stellt sein Boot für diese Aktion zur Verfügung.
Von Mittwoch, dem 13. August, bis Sonntag, dem 17. August 2025, werden täglich zwei Fahrten auf der Weser angeboten. Daran können jeweils bis zu drei rollstuhlfahrende Menschen mit ihrer Begleitung teilnehmen. Die Rollstühle werden über kleine Rampen direkt auf das Boot geschoben und dort fixiert. Ein unvergessliches Erlebnis wartet auf die Teilnehmenden, da sie die Bewegungen des rund 7,5 Meter langen Sportbootes unmittelbar spüren werden. Das Boot wird schaukeln, sich zur Seite neigen und dabei immer von zwei erfahrenen Seglern begleitet.
Die Aktion beginnt gleich mit einem Höhepunkt. Die „Henk de Mol“ wird auch zur Einlaufparade auf der Weser dabei sein und der „Gorch Fock“ und der „Alexander von Humboldt II“ ganz nah kommen. Ein weiteres Highlight wird die Nachtfahrt zum Höhenfeuerwerk am Samstagabend sein.
Weitere Informationen, Hinweise und Voraussetzungen zur Teilnahme gibt es hier.
Für Rückfragen steht Malte Schimmel, verantwortlich für Inklusion im Sport, vom Amt für Menschen mit Behinderung unter 0471 5902360 zur Verfügung.
Was die ehrenamtlichen Liaisons bei der SAiL 2025 in Bremerhaven bewegt
Was treibt diese Leute eigentlich dazu, Urlaub zu nehmen, um als Ehrenamtliche die Segelschiffe bei der SAiL 2025 in Bremerhaven zu betreuen? Dazu noch ohne Bezahlung. „Es ist der am schlechtesten bezahlte 24-Stunden-Job der Welt“, lacht André Benthien, der die Arbeit der so genannten Liaisons koordiniert. „Aber der schönste.“ Zur SAiL 2025 vom 13. bis 17. August freuen sich 20 freiwillige Helfer auf diese wohl einzigartige Aufgabe.
Für Iris Henkel, die vor 20 Jahren bei der SAiL 2005 in Bremerhaven heftig und nachhaltig vom Sail-Virus befallen wurde, war es der Beginn einer Liebesbeziehung. „Für mich ist das besser als ein Wellness-Urlaub“, sagt sie über ihre Arbeit als ehrenamtliche Helferin. „Mich macht das total glücklich.“
Foto: Holger Martens
Es war Liebe auf den ersten Blick
Vor ihrem Debüt in der Seestadt hatte sie bereits Gelegenheit, auf einem Großsegler beim Tall Ship Race mitzusegeln. „Ich mag Menschen, ich mag Schiffe, ich mag Internationalität“, war eine Erkenntnis aus dieser Zeit. Da war es nur noch ein kleiner Schritt, als ehrenamtliche Schiffsbetreuerin in Bremerhaven anzuheuern. „Es entscheidet sich sehr schnell, ob das etwas für einen ist“, erinnert sie sich. „Für mich war es Liebe auf den ersten Blick.“
So vereinen sich bei der 56-Jährigen zwei Bedeutungen des Wortes Liaison. Was im Französischen so viel wie Affäre oder Liebesbeziehung bedeutet, beschreibt im englischen Sprachgebrauch jemanden, der die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Menschen oder Institutionen fördert, die Kommunikation in Gang hält und zum gegenseitigen Verständnis beiträgt.
Als lokaler Ansprechpartner an Bord
Im Fall der ehrenamtlichen Schiffsbetreuer geht es vor allem darum, den Crews der von ihnen betreuten Schiffe behilflich zu sein: Beim Landgang, bei der Vermittlung eines Arzttermins, beim Shopping, beim Sport oder einem Museumsbesuch. Doch auch bei Fragen der Müllentsorgung, der Frischwasserbeschaffung oder Problemen mit dem Zoll sind die Liaisons erste Ansprechpartner. „Und wenn irgendetwas Technisches kaputt geht“, sagt Iris Henkel, „dann muss ich eben jemanden besorgen, der das reparieren kann.“ Alles getreu ihrem Motto: „Ich liebe es, Probleme zu lösen!“
Der Crashkurs Arabisch als sechste Sprache
Seit ihrem ersten Liaison-Job in Bremerhaven hat die gebürtige Hamburgerin mehr als 30 Mal als ehrenamtliche Schiffsbetreuerin gearbeitet: In Amsterdam und Den Helder, Kristiansand und Bergen, in Aarhus, beim Hafengeburtstag in Hamburg und der Hanse-Sail in Rostock. So ganz nebenbei haben sich dabei auch ihre Fremdsprachenkenntnisse erweitert. Neben Englisch und Dänisch, was sie fließend spricht, reicht es auch in Holländisch, in Norwegisch und Französisch zumindest für einen Smalltalk. Und da Iris Henkel sich vor einiger Zeit auch noch einen Crashkurs in Arabisch gegönnt hat, wird sie neben der „Alexander von Humboldt II“ noch die „Shabab Oman 2“, das Segelschulschiff aus dem Sultanat Oman, während der SAiL in Bremerhaven betreuen.
Verglichen mit der erfahrenen Iris Henkel ist der Bremerhavener Andreas Bauhammer noch ein absoluter Frischling in der Liaison-Szene. Der 28-Jährige wird bei dem Großseglertreffen vom 13. bis 17. August zum ersten Mal als Schiffsbetreuer an den Start gehen. „Ich habe keine Ahnung, was mich da erwartet“, sagt der Experte für Sicherheitstechnik, der sich für diese Zeit Urlaub von seinem Arbeitgeber in Bremen genommen hat. Grundsätzlich gehe es wohl darum, die Crewmitglieder des ihm zugeteilten Schiffes so gut zu betreuen, dass sie bald wiederkommen möchten, glaubt er: „Die SAiL lebt doch davon.“
Foto: Donsbach / Erlebnis Bremerhaven
Zur SAiL sind rund 800 ehrenamtliche Helfer im Einsatz
Um ein Festival wie die SAiL mit 250 teilnehmenden Schiffen und rund 3000 Crewmitgliedern überhaupt stemmen zu können, ist die Erlebnis Bremerhaven GmbH als Ausrichterin des Windjammertreffens auf viele ehrenamtliche Helfer angewiesen – rund 800 werden es in diesem Jahr wieder sein, und die meisten von ihnen nehmen sogar Urlaub, um dabeisein zu können. „Uns macht das stolz, wie die Bremerhavener ihre SAiL feiern und uns bei der Organisation unterstützen“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH.
Beste Voraussetzungen für die Karriere als Liaison
Schiffe begleiten den aus Süddeutschland stammenden Bauhammer schon seit seiner Jugend. Mit 15 Jahren hat er seinen Segelschein auf dem Bodensee gemacht und auch die Abschlussfahrt seiner Schule zum Ijsselmeer in Holland hinterließ bleibenden Eindruck. „Mich hat es immer zum Meer gezogen“, sagt er und verknüpfte diese Sehnsucht nach dem Abitur mit einem Studium in Bremerhaven. Auch das ehrenamtliche Engagement ist für Bauhammer nichts Neues. So engagiert er sich auf den Museumsschiffen „Grönland“ und „Astarte“ und mischt auch bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG mit. Ein Hang zum Ehrenamt und die Liebe zur See: beste Voraussetzungen also für die Karriere als Liaison.
Wasser, Wind und Wellen als ein Motiv des Lebens
Wasser, Wind und Wellen sind auch für die gebürtige Bremerin Christine Mielsch ein durchgehendes Motiv in ihrem Leben. Nachdem sie Hamburg zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht hatte, war die heute 65-Jährige seit 1992 freiberuflich als Übersetzerin und Dolmetscherin mit den Arbeitssprachen Russisch und Englisch tätig. „2004 bekam ich auf dem russischen Großsegler ,Mir‘ bei einem Drei-Tages-Törn auf die Nordsee zum ersten Mal Schiffsplanken unter die Füße“, erzählt sie, „die Verwirklichung eines alten Traums.“ Mit ihren Sprachkenntnissen und ihrem Kommunikationstalent wurde sie schnell zu einer wichtigen Verbindungsperson zur „Mir“.
An Bord des imposanten Schulschiffs kam Christine Mielsch zur Sail 2005 nach Bremerhaven, wo sie als Bindeglied zu den Liaisons fungierte. Drei Jahre später, bei der „Lütten Sail“ 2008, schnupperte sie dann selbst zum ersten Mal in die Aufgaben einer ehrenamtlichen Schiffsbegleiterin hinein, 2010 stieg sie „als vollwertige Liaison“ in die Szene ein und blieb der Seestadt fortan auch bei den maritimen Festen zwischen den nur alle fünf Jahre stattfindenden SAiLs treu. „Wenn ich die Gangway hochgehe, fällt alles von mir ab“, sagt die ausgebildete Gästeführerin, die sehr bald als Projekt-Koordinatorin auch in Hamburg eine Liaison-Organisation für die Großsegler aufbauen half.
Foto: Hanna Karstens-Quabbe
Wie Hamburg von Bremerhaven noch lernen kann
„Ich studiere gewissermaßen Problemlösungen“, sagt sie. „Dabei geht es vor allem darum, Ruhe zu bewahren und unerschütterlich zu bleiben.“ Trainiert werden diese Fähigkeiten seither auch beim Hafengeburtstag in Hamburg, wo Christine Mielsch ein Heimspiel hat und wo die Resonanz mit 1,2 Millionen Besuchern mit der Gästeerwartung zur SAiL Bremerhaven identisch ist.
Und auch sonst müsse sich die kleinere Seestadt im Vergleich mit der Elb-Metropole keineswegs verstecken. „Bremerhaven verfügt mit dem Neuen Hafen, der Seebäderkaje und dem Kaiserhafen über ein super Gelände, einen idealen Rundkurs“, sagt Christine Mielsch. Alles sei zu Fuß ohne Anstrengung zu erkunden. Außerdem punkte die Organisation mit einladender Sauberkeit. „Da wuseln die Einsatzkräfte schon am frühen Morgen vor den Schiffen herum. Wenn die ersten Besucher kommen, ist alles gepflegt und geräumt.“ Dickes Lob von einer, die weiß, wovon sie spricht: „Das bekommt Hamburg nicht hin.“
Auf diese Zusage, sagt die Schiffsmanagerin der SAiL, sei sie schon stolz: Das traditionsreiche Segelschulschiff „Corsaro II“ der Italienischen Marine wird am internationalen Windjammerfestival SAiL Bremerhaven vom 13. bis 17. August 2025 teilnehmen. Die italienische Botschaft hat die schnittige Yacht nun angemeldet.
Komplett aus Mahagoni und Teak gebaut
Die „Corsaro II“ ist ein echtes Schmuckstück der klassischen Yachtbaukunst und ein schwimmendes Symbol für nautische Exzellenz. „Sie zählt zu den elegantesten Seglern ihrer Klasse“, weiß Julia Baecher, denn sie ist die Schiffsmanagerin der Erlebnis Bremerhaven GmbH, der kommunalen Gesellschaft für Touristik, Marketing und Veranstaltungen, die die SAiL organisiert. Die „Corsaro II“ wurde 1960 vom renommierten New Yorker Studio Sparkman & Stephens im Auftrag der italienischen Marine als schneller und wendiger Zweimaster entworfen und vollständig aus Mahagoni und Teak gebaut.
60 Kadetten gehen im Sommer auf Reisen
Mit einer Länge von 20,9 Metern, einer Breite von 4,7 Metern, einem Tiefgang von 2,9 Metern und einem 24 Meter hohen Hauptmast trägt die „Corsaro II“ eine Segelfläche von 205 Quadratmetern. Bis zu 16 Personen finden an Bord Platz – insbesondere Kadetten der italienischen Marineakademie in Livorno. Jedes Jahr gehen 60 von ihnen mit der „Corsaro II“ auf See und nehmen während des Sommers an Regatten und maritimen Veranstaltungen in Europa teil. Auf der Yacht zu segeln, ermöglicht den Kadetten einen intensiveren Kontakt mit dem Meer, der Navigation und dem Wetter – bevor sie ihren Dienst auf einem grauen Kriegsschiff antreten.
Schulschiff mit Geschichte – und Zukunft
Seit ihrer Indienststellung vor bald 65 Jahren ist die „Corsaro II“ nicht nur Ausbildungsstätte, sondern immer auch stolze Botschafterin Italiens. Sie nahm an prestigeträchtigen transozeanischen Rennen teil und ist gern gesehener Gast bei internationalen Segel-Festivals. Ab Anfang Juli segelt die Crew von Frankreich bis Dänemark alle vier Regatten der Sail Training International mit, um dann von Esbjerg Kurs auf die Wesermündung zu nehmen. „Viele Schiffe segeln von dort direkt weiter zu uns“, sagt Baecher. Die SAiL in Bremerhaven besucht die „Corsaro II“ das erste Mal „und daher freuen wir uns besonders“.
Ein maritimer Höhepunkt für Bremerhaven
Mit ihrer Teilnahme an der SAIL reiht sich die „Corsaro II“ in eine Flotte internationaler Großsegler ein – 16 Nationen haben inzwischen ihre Teilnahme zugesagt. Zu dem Windjammerfestival in den Havenwelten und im Fischereihafen von Bremerhaven werden 250 Schiffe erwartet sowie rund 1,2 Millionen Besucher.
Diese Staatsgäste haben zugesagt
Aushängeschilder des Windjammer-Festivals sind die segelnden Staatsgäste – die Marine-Schulschiffe. Peru kommt erstmals mit der Viermastbark „Union“, Mexiko segelt mit der „Cuauhtémoc“ nach Bremerhaven, aus Uruguay kommt der Dreimast-Schoner „Capitan Miranda“, aus dem Sultanat Oman die „Shabab Oman II“, die Deutsche Marine hisst die Segel der „Gorch Fock“. Zugesagt hat auch die Königliche Marine der Niederlande für ihre Stagsegelketsch „Urania“ und Frankreich für die „Belle Poule“. Es wird voll werden in den Häfen zur SAiL 2025 in Bremerhaven, „aber für Staatsschiffe haben wir immer einen Platz frei“, sagt die Schiffsmanagerin.
Freuen sich über die Partnerschaft: Dr. Ralf Meyer vom SAiL-Organisationskomitee, die Spieler Marco Friedl und Keke Topp sowie Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH.
Ein starker Partner der SAiL in Bremerhaven: Fußball-Bundesligist Werder Bremen unterstützt das internationale Windjammer-Festival, das vom 13. bis 17. August in Bremerhaven stattfindet. Werder-Kapitän Marco Friedl und Mittelstürmer Keke Topp haben stellvertretend für die Mannschaft im Weserstadion die offizielle SAiL-Flagge in Empfang genommen. „Wir freuen uns über diese sportliche Partnerschaft und heißen Werder an Bord willkommen“, sagt Dr. Ralf Meyer, der die Geschäfte des SAiL-Organisationskomitees führt. Werder Bremen bedankte sich im Gegenzug mit einem Trikot mit der Rückennummer 25 und dem Spielernamen „SAiL“.
Zur SAiL in Bremerhaven werden vom 13. bis 17. August mehr als eine Million Besucher in den Häfen erwartet. Angemeldet haben sich zu dem Festival 250 Schiffe aus aller Welt, darunter die Segel-Schulschiffe aus Peru, Mexiko und dem Königreich Oman. „Die SAiL verbindet wie der Fußball die Völker der Welt“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Deshalb sei der Traditionsclub von der Weser ein perfekter Partner für die Veranstaltung.
Zu den Heimspielen im Weserstadion läuft bereits seit Saisonbeginn das offizielle SAiL-Video und auch Bandenwerbung soll Lust machen, das maritime Festival zu besuchen. Der SVW hat bereits zugesagt, zu kommen.
Er kommt: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zugesagt, zur SAiL nach Bremerhaven zu kommen. Das deutsche Staatsoberhaupt wird das Windjammer-Festival am 13. August 2025 eröffnen und an Bord der „Gorch Fock“ die Parade der einlaufenden Großsegler abnehmen. Das teilten Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz und Stadtverordnetenvorsteher Torsten von Haaren während einer Veranstaltung für Sponsoren der SAiL mit. Die griffen für den guten Zweck noch einmal tief in die Tasche.
Im Fischbahnhof im Schaufenster Fischereihafen kamen am Mittwochabend rund 150 Gäste aus Politik, Verwaltung und vor allem: der Wirtschaft zusammen. „Mit unserem Sponsorenabend möchten wir Danke sagen für die großartige Unterstützung“, sagte Grantz, der Vorsitzender des SAiL-Organisationskomitees ist. Das Windjammer-Festival mit erwarteten 1,2 Millionen Besuchern und 250 Segelschiffen zu veranstalten, kostet mehr als drei Millionen Euro. Eine Million Euro gibt das Land Bremen als Zuschuss, knapp eine Million Euro werden erwirtschaftet und als Sach- oder Geldleistungen kommen durch Sponsoring noch einmal knapp eine Million Euro zusammen. „Ohne Sponsoren wäre die SAiL nicht auf die Beine zu stellen“, so Grantz. „Ich bin sehr dankbar, dass die Bereitschaft, uns zu unterstützen, auch in wirtschaftlich nicht gerade einfachen Zeiten noch immer so groß ist.“
Mehr als 80 große und kleine Sponsoren
Künstler Dirk Böhling führte durch einen kurzweiligen Abend und präsentierte gar einen von ihm verfassten Sponsoren-Song mit dem Refrain: „SAIL 2025 – ohne euch Sponsoren wären wir verloren! SAIL 2025 – würd‘ es euch nicht geben, wär kein Wind im Segel!“ Hauptsponsor des Windjammer-Festivals ist Aida Cruises. Insgesamt engagieren sich rund 40 Großsponsoren und noch einmal so viele kleinere für die SAiL. Es gehe aber nicht nur um große Schecks und hohe Summen, so Grantz. „Das Sponsoring ist sehr vielfältig und reicht von Freigetränken über die Müllentsorgung bis zur Unterstützung beim Aufbau, Lebensmittel-Spenden und sogar 3000 T-Shirts für die Trainees auf den Schiffen.“
Der Oberbürgermeister sagte, er sei dem Organisationskomitee dankbar für die Arbeit und der Beteiligung beinahe aller Einrichtungen und Organisationen in der Stadt an dem einzigartigen Festival. Als Beispiel erwähnte er das Technische Hilfswerk: Das sei während der SAiL „mit 50, 60 Leuten im Einsatz. Ehrenamtlich. Die nehmen alle Urlaub. Das ist großartig.“
Gastgeber für Besucher aus aller Welt
Stadtverordnetenvorsteher Torsten von Haaren sagte, dass er als oberster Repräsentant der Stadt zwar jede Menge Termine während der fünf Festival-Tage habe, sich aber wie wohl jeder Bremerhavener freue, Gastgeber für Schiffe und Besucher aus aller Welt zu sein. „Die Unterstützung, die wir bei der SAiL erfahren – von den vielen Vereinen und Verbänden bis eben zu den Sponsoren – ist großartig. Ihnen sage heute schon gerne ,Herzlichen Dank dafür‘“.
Steinmeier nimmt Parade ab
Er verfolge bereits gespannt das „Puzzle“, für alle Schiffe den passenden Liegeplatz in den Häfen zu finden, sagte von Haaren. Im August wird erstmals die „Union“ aus Peru in Bremerhaven zu Gast sein, Mexiko schickt die „Cuauthémoc“, der Oman hat gerade zugesagt, mit seinem Schulschiff an der SAiL teilzunehmen. Der Bundespräsident wird am Mittwoch, 13. August, gegen Mittag die Parade der einlaufenden Schiffe auf der Weser abnehmen und im Anschluss an der Seebäderkaje die SAiL offiziell eröffnen. Steinmeier war bereits zu den Maritimen Tagen 2021 in Bremerhaven zu Gast und damals begeistert von der Atmosphäre.
„SAIL 2025“ meistbietend versteigert
„SAIL 2025“ – dieser Schriftzug in großen Lettern stand jahrelang am Freigebiet in Bremerhaven. Künftig wird er vor Hotels und Restaurants zu sehen sein. Sebastian Gregorius, Bremerhavens letzter vereidigter Fischauktionator, griff zum Sponsorenabend noch einmal zum Hammer, um den Schriftzug meistbietend für den guten Zweck zu versteigern. 4200 Euro kamen so noch einmal insgesamt zusammen, die an die Seemannsmission gehen. Ersteigert wurde der Schriftzug für 2500 Euro durch den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, die damit bis zur SAiL vor den Betrieben werben möchten. Außerdem legten drei private Spender noch einmal 1700 Euro obendrauf, wenn sie nach der SAiL die Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen „S“, „L“ und „A“ bekommen – abgemacht!