Mit einer neuen interaktiven 3D-Anwendung steht für das Stadtentwicklungsprojekt Werftquartier Bremerhaven ab sofort eine digitale Plattform zur Verfügung, die Einblicke in Planung und Entwicklung des Quartiers auf anschauliche und transparente Weise ermöglicht.
„Mit der neuen 3D-Anwendung machen wir Stadtentwicklung transparent und verständlich“, sagt Oberbürgermeister Melf Grantz. „Das Werftquartier ist eines der zentralen Zukunftsprojekte Bremerhavens. Umso wichtiger ist es, dass Bürgerinnen und Bürger die Planungen nachvollziehen können und eine klare Vorstellung davon bekommen, wie sich dieses Quartier entwickeln wird.“
Die Anwendung verfolgt das Ziel, komplexe Planungsinhalte verständlich aufzubereiten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie schafft eine gemeinsame visuelle Grundlage, um Entwicklungen nachvollziehbar darzustellen und die Kommunikation rund um das Werftquartier zu unterstützen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten damit die Möglichkeit, sich frühzeitig und kontinuierlich über den Stand des Projekts zu informieren.
Zentrales Element ist die interaktive 3D-Ansicht des Werftquartiers, die das geplante Quartier räumlich in seine Umgebung einbettet. Durch das Drehen und Zoomen des Modells werden Lage, Struktur und Dimensionen anschaulich nachvollziehbar. Auch die Nähe zur Bremerhavener Innenstadt wird dabei deutlich sichtbar.
Ergänzt wird die 3D-Darstellung durch thematische Karten, etwa zu Verkehrsführung, öffentlichem Personennahverkehr und Radwegen. Eine Vorher-Nachher-Ansicht verdeutlicht zusätzlich den Wandel des Areals und macht die Vision des Werftquartiers transparent nachvollziehbar.
Die Plattform ist als dynamisches Instrument angedacht, das sich parallel zum Fortschritt des Projekts weiterentwickeln kann. Neue Inhalte und Planungsstände können so kontinuierlich ergänzt werden, sodass das Tool den gesamten Entwicklungsprozess des Werftquartiers begleitet und dauerhaft eine verlässliche Informationsquelle bleibt. „Das digitale Modell wächst mit dem Projekt mit und wird uns über viele Jahre hinweg dabei unterstützen, Planung, Fortschritt und Perspektiven offen zu kommunizieren“, so Oberbürgermeister Melf Grantz.
Es geht los im Werftquartier: Auf dem ehemaligen Gelände der Seebeck Werft entlang der Riedemannstraße sind am Freitag, den 1. August 2025, die Bauarbeiten für den Bau von 108 Wohnungen durch den Investor, die Seebeck Werftquartier GmbH, gestartet.
„Das ist ein Meilenstein für das Werftquartier, nach sieben Jahren Planung geht es endlich sichtbar los“, sagte Oberbürgermeister Melf Grantz bei einem Festakt der Investorengruppe. „Wir wollen Wohnungen bauen, die alle einen Blick zum Wasser oder zum Park haben, und aus dem ehemaligen Werftgelände perspektivisch ein modernes Stadtquartier mit Zukunft machen“, erklärte Investor Dieter Petram.
Gemeinsam mit geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft, viele von Ihnen enge Wegbereiter des Projektes Werftquartier wurde am Helgen, also dort, wo früher die Schiffe ins Hafenbecken gelassen wurden, der Beginn des ersten Bauabschnitts gefeiert.
„Es ist uns ein großes Anliegen, gemeinsam mit der Stadt diesen Meilenstein zu würdigen“, erklärte Petram. 108 zumeist Drei-Zimmer-Wohnungen, alle zwischen 75 und 110 Quadratmetern groß, werden im ersten Bauabschnitt an der Riedemannstraße, am Handelshafen entstehen. Im Erdgeschoss wird das Büro der Seebeck Werftquartier GmbH und der Petram Group einziehen, ebenso ein Café an der zukünftigen Brücke über den Werfthafen.
Entlang der Riedemannstraße, am Werfthafen, werden neben dem jetzigen Bauvorhaben weitere Wohngebäude mit Restaurants und Geschäften entstehen. Im Handelshafen und im Werfthafen sollen Liegeplätze für Boote und Yachten entwickelt werden, dafür ist auch die Sanierung der Kajen und Pieranlagen vorgesehen.
„Die Investoren Ehlerding und Petram werden mit ihren Gesellschaften in den kommenden gut 15 Jahren eine substanzielle, dreistellige Millionensumme im Werftquartier Bremerhaven investieren“, so Petram.
„Leider können wir noch keinen richtigen Baustart feiern, weil auf dem Gelände Altlasten seit über 100 Jahren in zirka fünf Metern Tiefe liegen, die wir zunächst beseitigen müssen. Mit dem heutigen Fest wollen wir zeigen: Wir sind bereit und legen los. Das Werftquartier ist ein echtes Herzensprojekt für uns, die Investoren Ehlerding und Petram“, bekräftigt Petram.
Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz ordnete ein: „Die öffentliche Hand hat für das insgesamt 140 Hektar große Werftquartier bereits rund 17 Millionen Euro investiert, um Grundstücke zu tauschen, Planungen zu beauftragen und den Rahmenplan zu erstellen. Das Werftquartier ist ein großes Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Land sowie privaten Investoren und der Wohnungswirtschaft. Wir wollen alle gemeinsam dafür sorgen, dass Bremerhaven als Wohnort auch für diejenigen attraktiv wird, die bisher hier arbeiten, aber nicht hier leben.“
Im Werftquartier solle Wohnraum für 6.000 Menschen entstehen sowie bis zu 5.000 Arbeitsplätze. Insgesamt plane die öffentliche Hand, bestehend aus Stadt und Land, bis 2040 rund 140 Millionen Euro in das Werftquartier zu investieren. „Das Werftquartier wird nachhaltig, autoarm und direkt am Wasser entstehen und somit eine Lebensqualität vorhalten, die es in der Region bisher nicht gibt.“
Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt: „Mit dem Werftquartier entsteht nicht nur dringend benötigter und attraktiver Wohnraum in Bremerhaven. Wir verwandeln zugleich einen altindustriellen Standort in ein modernes, lebendiges Stadtviertel mit Perspektive. Schon die Entwicklung der Havenwelten hat gezeigt, welches wirtschaftliche und städtebauliche Potenzial in zentral gelegenen, maritim geprägten Flächen steckt. Das Werftquartier knüpft daran an und trägt entscheidend zur wirtschaftlichen und stadtentwicklungspolitischen Stärkung Bremerhavens als Zentrum der Region bei. Zugleich setzen wir mit dem Projekt wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft. Es entstehen Arbeitsplätze, das lokale Bau- und Dienstleistungsgewerbe profitiert und Bremerhaven gewinnt als Wohn- und Unternehmensstandort an Attraktivität. Dass das Land Bremen die dafür notwendige Infrastruktur gemeinsam mit der Stadt finanziert, zeigt, welchen Stellenwert das Projekt für die Zukunft der Seestadt hat“, so die Senatorin abschließend.
Die Planungen für die markante Werfthafenbrücke im Werftquartier sind jetzt beauftragt worden.
Das erklärten Oberbürgermeister Melf Grantz und die Abteilungsleiterin bei der BIS, Ute Bartels bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, dem 24. Juli 2025. Die Brücke verbindet, fällt ins Auge, ist technisch innovativ und nachhaltig gebaut: Mit diesen Argumenten hatte der Entwurf von „Panta Ingenieure und Ney Partners“ die Jury überzeugt. Die Werfthafenbrücke schafft eine direkte Verbindung zwischen dem Werftquartier, dem Stadtteil Geestemünde und dem Hauptbahnhof und stärkt damit die Anbindung des neuen Quartiers an die Stadt. „Unsere Werfthafenbrücke ist mehr als nur eine Verbindung zwischen zwei Ufern – sie ist ein Symbol für den Wandel hier in Bremerhaven, für den Fortschritt und eine nachhaltige Stadtentwicklung“, so Melf Grantz, Oberbürgermeister der Stadt Bremerhaven. Gleichzeitig dankte er der BIS und insbesondere Ute Bartels, für die hervorragend organisierte Durchführung des Wettbewerbs und die Jurysitzung, die bereits im März stattgefunden hatte. Sobald die Bauarbeiten der Wohnungswirtschaft auf der Külkenhalbinsel voraussichtlich in den Jahren 2027/2028 beginnen, soll auch die Brücke umgesetzt werden.
Insgesamt hatten sieben Planungsbüros an dem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb teilgenommen, deren Entwürfe in einer Jurysitzung bewertet wurden. Wegen seiner funktionalen sowie gestalterisch markanten Lösung ist der Entwurf von „panta ingenieure und Ney & Partners“ als Sieger aus dem EU-weiten Realisierungswettbewerb hervorgegangen. Die Brücke ist vorrangig für den Fuß- und Radverkehr konzipiert, wird jedoch auch für einen Shuttlebus in einer Fahrtrichtung befahrbar sein. Gleichzeitig bleibt der Werfthafen für Freizeitschiffe passierbar, da die Brücke als bewegliche Klappbrücke ausgeführt wird.
Der Entwurf setzt dabei ein gestalterisches Zeichen: Die V-förmige Geometrie der Brücke greift die industriellen Strukturen des Werftquartiers auf und nimmt Bezug auf die denkmalgeschützten Hafenkräne. Sie bildet einen neuen Orientierungspunkt im Stadtbild und fügt sich zugleich harmonisch in die Umgebung ein.
Technische Innovation und nachhaltige Bauweise
Neben ihrer ästhetischen Qualität überzeugt die Brücke durch ihre nachhaltige und effiziente Bauweise. Ein optimiertes Gegengewichtssystem reduziert den Energieverbrauch beim Öffnungsvorgang auf ein Minimum. Zudem ist der Einsatz von „grünem Stahl“ vorgesehen, um die CO₂-Emissionen im Bauprozess zu verringern.
Technisch basiert die Brücke auf dem Prinzip einer Holländerklappbrücke, das für diese spezielle Nutzung weiterentwickelt wurde. Beim Öffnen kippt das V-förmige Element um 38,75°, während sich das Brückendeck um 77,5° anhebt. Dies ermöglicht eine platzsparende, robuste und wartungsarme Konstruktion.
Ein prägendes Element für das Werftquartier
Mit ihrem innovativen Konzept wird die Werfthafenbrücke nicht nur Verkehrsströme optimieren, sondern auch zur Identität des Werftquartiers beitragen. Sie verbindet Vergangenheit und Zukunft, indem sie sich sowohl auf die historische Hafennutzung als auch auf die Entwicklung eines modernen, lebendigen Stadtteils bezieht.
„Das neue Ingenieurbauwerk Fuß- und Radwegbrücke Werftquartier wird ein Signature-Bauwerk mit optimaler Funktionalität und hoher Prägnanz sein. Es hat das Potential, zum Anziehungspunkt des neuen Werftquartiers zu werden.“, so Prof. Dr.-Ing. Stephan Engelsmann, welcher als Juryvorsitzender die Sitzung leitete.
Für Einwohnerinnen und Einwohner, Besuchende sowie Pendlerinnen und Pendler wird die Brücke eine wichtige neue Verbindung und zugleich ein markantes Element im Stadtbild sein. Sie steht für eine nachhaltige Stadtentwicklung, die Mobilität, Funktionalität und Gestaltung gleichermaßen berücksichtigt.
Ausstellung im Werftquartierhaus
Die Entwürfe sind in einer kleinen Ausstellung im Werftquartierhaus, Kohlenkai 1, ausgestellt. Interessierte können sich die Entwürfe und Planungsunterlagen zur Werfthafenbrücke während der Öffnungszeiten des Werftquartierhauses (dienstags und donnerstags von 12.00 bis 16.00 Uhr und mittwochs von 9.00 bis 12.00 Uhr) anschauen.
Das Werftquartier wird auf einem 140 ha großen Areal zwischen dem Fischereihafen und Geestemünde als neues, nachhaltiges Stadtviertel entwickelt. Neben dem Gelände der ehemaligen Seebeck Werft gehört auch die so genannte Külkenhalbinsel zum Areal, das neu entwickelt wird. Die Planungen für das Werftquartier laufen seit sieben Jahren. Neben der Sortierung von Eigentumsverhältnissen ist außerdem mit Hilfe eines städtebaulichen Wettbewerbs ein Rahmenplan erstellt worden. Gewonnen hat der Entwurf des Kopenhagener Büros „Cobe“, der jetzt sukzessive umgesetzt wird. Derzeit sind verschiedene Maßnahmen in Planung – von der Fertigstellung der Baupläne bis zur Veränderung und Herstellung der Infrastruktur, wie etwa Brücken, Mobility Hubs oder Straßenanbindungen. Die Stadt Bremerhaven und das Land Bremen investieren gemeinsam bis 2040 140 Millionen Euro in die Entwicklung des Quartiers, in dem Wohnraum für etwa 6.000 Menschen und etwa 5.000 Arbeitsplätze entstehen sollen. Das Quartier soll als attraktives, autoarmes Wohnviertel direkt am Wasser und in zentraler Lage neue Einwohner an Bremerhaven binden. Bisher sind für Planungen, Grundstückstausche und Gutachten bereits 17 Millionen Euro investiert worden.
Bürgerdialog zum aktuellen Planungsstand der Entwicklung des künftigen Werftquartiers im Theater im Fischereihafen. Im Bild: Dieter Petram, Carolin Oltmanns, Melf Grantz und Nils Schnorrenberger auf dem Podium (von links).
„Ich bin froh, dass nach sieben Jahren Planung dieses ganz besonderen Stadtquartiers dieses Jahr der Bau der ersten Wohnungen beginnt und entscheidende Grundstückstausche erfolgreich vollzogen werden konnten“, leitete Oberbürgermeister Melf Grantz den Abend ein.
Neben dem Oberbürgermeister informierten die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Carolin Oltmanns, Investor Dieter Petram und Nils Schnorrenberger von der Wirtschaftsförderung BIS Bremerhaven die insgesamt etwa 120 Zuschauerinnen und Zuschauer. Grantz erklärte in seiner Einleitung noch einmal, warum die öffentliche Hand bis 2040 insgesamt 140 Millionen Euro in das Werftquartier investieren wird. „Wir müssen die Menschen, die bisher in Bremerhaven bereits arbeiten auch an die Stadt binden.“ Das Werftquartier mit seiner unterschiedlichen Wohnbebauung auf der Külkenhalbinsel und am Werfthafen sei dafür ideal. „Wir schaffen insgesamt Wohnraum für 6.000 Menschen, neben Reihenhäusern für Familien und Eigentumswohnungen werden auch sozial geförderte Wohnungen entstehen“, betonte Grantz. Das Besondere: „Im Werftquartier können die Menschen nah am Wasser und nahezu frei von Autoverkehr wohnen und eine besondere Lebensqualität im Grünen erhalten“, so der OB.
Carolin Oltmanns gab einen Überblick zum aktuellen Planungsstand. „Für den Bebauungsplan 501, der die Külkenhalbinsel beinhaltet, auf der öffentlich geförderter Wohnraum entstehen soll, wurde bereits die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung durchgeführt. Wir gehen davon aus, dass er im nächsten Jahr Rechtskraft erlangt“, erklärte sie. Das besondere an der Külkenhalbinsel sei, dass man mit der Wiederherstellung des Kanals zwischen der Halbinsel und dem Gelände der ehemaligen Seebeckwerft eine echte „Insel“ aus der Külkenhalbinsel machen werde. „Damit ist das Thema Wohnen noch einmal deutlich abgegrenzt von dem, was im Bereich der Hallengärten passiert“, so Oltmanns. Der Mobility Hub im Süden der Külkenhalbinsel werde das zentrale Element für den Autoverkehr. „Anwohnerinnen und Anwohner dürfen nur zum entladen ihrer PKW vor die Wohngebäude fahren, geparkt werden soll dann im Mobility Hub“, so Oltmanns.
Beim Bebauungsplan 500 „Die Werft“ soll es noch in diesem Jahr zu einem Satzungsbeschluss kommen. „Die öffentliche Auslegung ist beendet und der Investor Dieter Petram wird im August mit den Bauarbeiten beginnen können“, so Oltmanns.
Was genau geplant ist, zeigte Petram erstmals einem öffentlichen Publikum mit Visualisierungen. „Insgesamt bauen wir 108 Wohnungen entlang der Riedemannstraße, alle mit Blick zum Wasser“, erklärte Petram. Die Bewohnerinnen und Bewohner hätten die Möglichkeit, in integrierten Parkhäusern ihre Autos abzustellen. „Die Dächer der Parkhäuser sind aber sogenannt Kommunikationsflächen mit viel Grün im Innenhof der Gebäude“, so Petram. Im Erdgeschoss des Gebäudes, das auf dem Gelände des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Seebeck Werft entsteht, soll die Petram Group mit ihrem Büro einziehen, ebenso ist ein Café geplant. „Wir freuen uns, im August mit den Arbeiten anfangen zu können“, so Petram.
Nils Schnorrenberger, Geschäftsfüher der Wirtschaftsförderung BIS, in deren Hand die Projektsteuerung des Werftquartier liegt, zeigte auf, welche Infrastrukturmaßnahmen derzeit geplant werden. „Die Planungen für die Freiraumgestaltung, die Sanierung der Stahlkonstruktion sowie den teilweisen Abbruch und die Beseitigung von Schadstoffen der ehemaligen Stahlbauhalle sind derzeit ausgeschrieben“, erklärte Schnorrenberger. Die ehemalige Stahlbauhalle soll so zurückgebaut werden, dass man dort zum einen öffentliche Nutzung, etwa durch eine Kita unterbringen könne. „Gleichzeitig solle Teile der Gerüstkonstruktion historisch erhalten bleiben und als Rankhilfen für Begrünung dienen“, so Schnorrenberger. Die Planungen dazu sollen noch diesen Sommer beginnen. Auch die Planungen für die Külkenhalbinsel – insbesondere die Freiraumplanung und die Planungen für die Kajensanierung seien in Vorbereitung. Für den Mobility Hub habe es bereits einen Wettbewerb gegeben, dessen Ergebnisse gerade ausgewertet würden. „Der Mobility Hub soll nicht nur ein Parkhaus werden, sondern dort soll man auch einkaufen können, Carsharing soll möglich sein und es soll Möglichkeiten geben, sein Fahrrad dort zu reparieren“, so Schnorrenberger. Die Gestaltung der Promenaden sei ebenfalls in Planung. „Wir wollen dort ein Viertel mit möglichst viel Aufenthaltsqualität am Wasser“, betonte Schnorrenberger.
Damit das Werftquartier auch möglichst gut an das bereits vorhandene Stadtgebiet angebunden werden kann, zeigte der Wirtschaftsförderer außerdem den aktuellen Stand der Verkehrsplanung auf: „Die Riedemannstraße muss etwas verlegt werden, auch die Klußmannstraße muss umgebaut werden und die Straße „Am Holzwerk“ die als Verbindung zwischen der Külkenhalbinsel und dem Werftgelände dient, muss neu gebaut werden“, so Schnorrenberger.
Oberbürgermeister Grantz ordnete abschließend ein: „Ein solches Projekt beinhaltet viel Abstimmung, bevor der erste Bau beginnen kann. Wir mussten Grundstücke tauschen, Eigentumsverhältnisse neu strukturieren, eine Rahmenplanung machen und uns mit dem Land auf eine gemeinsame Finanzierung einigen. Das Werftquartier ist ein Projekt, das langfristig angelegt ist. Das erfordert Geduld, aber die Fortschritte werden jetzt nach und nach deutlich sichtbar.“
Im Zuge der weiteren Entwicklung des Werftquartiers lädt die Stadt Bremerhaven alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich zur öffentlichen Informationsveranstaltung am Mittwoch, den 16. Juli 2025, um 18.30 Uhr ins Theater im Fischereihafen (TiF) ein.
Im Zentrum des Abends stehen zwei richtungsweisende Projekte: der Bebauungsplan Nr. 501 „Külkenhalbinsel“, auf dessen Grundlage ein neues Wohnquartier entstehen soll, sowie der Bebauungsplan Nr. 500 „Die Werft“, zu dem die Seebeck Werftquartier GmbH ihre Pläne vorstellen wird. Zudem informieren das Stadtplanungsamt und die Wirtschaftsförderung BIS über die Ergebnisse der bisherigen Bürgerbeteiligung, den aktuellen Stand zum geplanten Mobility Hub sowie den Wettbewerb zur Werfthafenbrücke.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr und wird ungefähr zwei Stunden dauern. Neben den Vorträgen besteht die Möglichkeit zum offenen Austausch mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Planungen für das Werftquartier Bremerhaven schreiten deutlich voran. Auf der 140 ha großen Fläche zwischen Fischereihafen und Innenstadt soll in den kommenden 15 Jahren das neue Stadtviertel „Werftquartier“ mit einer Mischung aus Gewerbe, Wohnen, Erholung, Bildung, Kultur sowie Forschung entwickelt werden.
Für die nächsten notwendigen Schritte hat der Senat in seiner Sitzung am Dienstag, 1. Juli 2025, insgesamt Mittel in Höhe von 1,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Ich bin dem Land sehr dankbar für diese Mittel und das Signal, das damit einhergeht: Das Werftquartier hat trotz allgemeinem Sparzwang als wichtiges Instrument der Stadtentwicklung Priorität“, so Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz.
„Mit dem Beschluss schaffen wir die Voraussetzungen für zentrale Planungsschritte im Werftquartier, von der Ausführungsplanung für die Kajen und Promenaden bis hin zu vorbereitenden Gutachten. Besonders die Külkeninsel spielt dabei eine Schlüsselrolle: Sie soll als autoarmes Quartier mit attraktiven öffentlichen Räumen, gut angebundener Infrastruktur und hoher Aufenthaltsqualität entwickelt werden. Das ist ein anspruchsvolles Vorhaben, und zugleich eine große Chance für die gesamte Stadtentwicklung Bremerhavens“, so Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation.
Acht Grundstücke seien etwa wieder in der öffentlichen Hand, darunter als wichtigste Areale die Külkenhalbinsel mit rund 64.000 Quadratmetern, sowie das Grundstück der ehemaligen Seebeck-Werft, auf dem die Hallengärten entstehen sollen mit rund 34.000 Quadratmetern. „Insgesamt haben wir inzwischen rund 126.000 Quadratmeter, die bisher in Privateigentum waren, wieder in öffentliche Flächen umgewandelt. Das ermöglicht uns freie Hand bei der Entwicklung und Gestaltung“, erklärt Grantz. Insbesondere die Külkenhalbinsel sei für das Projekt von besonderer Bedeutung, weil hier ein urbanes, familienfreundliches und autoarmes Quartier entstehen soll. „Das Interesse der Wohnungswirtschaft, dort zu investieren, ist nach wie vor groß“, so der Oberbürgermeister. Geplant seien sowohl preisgebundene Mietwohnungen als auch Reihenhäuser für Familien sowie Eigentumswohnungen.
Die Külkenhalbinsel soll dank attraktiv gestalteter Promenaden mit hoher Aufenthaltsqualität aber auch ein attraktiver Stadtteil direkt am Wasser für alle Bürgerinnen und Bürger werden. „Die Planungen für die Promenadengestaltung sowie die Kajensanierungen laufen bereits. Die Promenade wird abwechslungsreiche Ausblicke über den Fischereihafen, den Handelshafen, die Doppelschleuse und die Bremerhavener Innenstadt bieten“, so Grantz. Aktuell laufe die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für den B-Plan. Die Planungskosten für die Sanierung der Kajen und Promenaden belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro, die vom Land mit dem heutigen Senatsbeschluss zur Verfügung gestellt wurden. „Insgesamt belaufen sich die Sanierungs- und Herstellungskosten der Kajen und der Promenade auf rund 26 Millionen Euro, die sukzessive für jeden Abschnitt bereitgestellt werden sollen“, so der OB.
Stadt und Land hätten sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kosten zur Herstellung der Infrastruktur jeweils hälftig getragen und entsprechend in den Haushalten bereitgestellt würden. „Das Werftquartier ist eine große Chance für Bremerhaven, um mehr junge Familien oder etwa Pendler als Einwohner zu gewinnen. Diese Chance müssen wir nutzen, um Bremerhaven zukunftssicher aufzustellen“, betont Grantz.
Mit dem Anspruch, klimaneutral zu bauen, geht auch eine veränderte Mobilität einher. Künftig soll es auf der Külkenhalbinsel kaum Autoverkehr geben. Grantz: „Der Verkehr wird an zentraler Stelle gebündelt, dort kann man parken, Fahrräder ausleihen, auf den ÖPNV umsteigen oder beispielsweise in den Supermarkt gehen.“ Für die Külkenhalbinsel werde derzeit der erste Mobility Hub konkret geplant, der Gestaltungswettbewerb laufe, „und am 4. Juli 2025 soll die Jurysitzung über einen Entwurf entscheiden“, so Grantz. Den Wettbewerb für die Werfthafenbrücke hatte bereits der Entwurf von Panta Ingenieure und Ney Partners gewonnen. „Die Werfthafenbrücke ist eine echte architektonische Besonderheit und ein Symbol für den Wandel in Bremerhaven, für Fortschritt und nachhaltige Stadtentwicklung“, so Grantz.
Der erste Bau von Wohnungen startet am 1. August 2025 durch den Investor Dieter Petram auf dem ehemaligen Gelände der Seebeck-Werft. „Ich bin froh, dass es dann nach langer Planung endlich sichtbar losgeht im Werftquartier“, so der Oberbürgermeister.
Um auch die Bürgerinnen und Bürger über die Planungen für das Werftquartier zu informieren, sind für die zweite Jahreshälfte 2025 Führungen über das ehemalige Seebeck-Werftgelände geplant. Auch ein digitaler Zwilling des Quartiers soll Interessierten – sowohl Bürgerinnen und Bürger, als auch Wohnungsinteressierte oder Investoren – noch in diesem Jahr einen Eindruck über das Gesamtprojekt geben können.
Zudem erhalten Interessierte die Möglichkeit, sich am Mittwoch, dem 16. Juli 2025, um 18.30 Uhr im Theater im Fischereihafen (TiF) über den aktuellen Planungsstand auf einer öffentlichen Informationsveranstaltung zu informieren. „Gemeinsam mit der Seebeck-Werftquartier GmbH informieren wir über das Bauvorhaben und die weiteren Pläne für die Külkenhalbinsel und die Promenadengestaltung. Ich freue mich, wenn wir dort viele Interessierte begrüßen können“, so Grantz abschließend.
Beim Bundeskongress „Tag der Regionen“ des Bundesbauministeriums in Bremerhaven hat die Stadt das städtebauliche Projekt „Werftquartier“ präsentiert.
„Der Kongress war ein voller Erfolg mit vielen hoch spannenden Vorträgen rund um das Thema der resilienten und krisenfesten Region. Das Werftquartier, das aus dem ehemaligen Gelände der Seebeck-Werft ein nachhaltiges, klimaneutrales Quartier machen wird, passte da hervorragend rein“, so Grantz.
Gemeinsam mit der Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bremens Bausenatorin Özlem Ünsal begrüßte Grantz die Teilnehmer in Bremerhaven. Er betonte, dass Bremerhaven inzwischen eine Stadt ist, die es versteht, dem Strukturwandel zu begegnen – sei es im Fischereihafen, der sich vom ehemaligen Standort der Hochseefischerei zum Standort der Lebensmittel- und Tiefkühlindustrie gewandelt hat, bei der Transformation zur Stadt der Wissenschaft, dem Werftquartier oder der Innenstadt, in der gerade mit dem „Novo Bremerhaven“ der Dritte Ort geplant wird. „Bremerhaven hat viel Expertise. Gleichzeitig war der Bundeskongress eine wunderbare Gelegenheit, sich mit anderen Städten und Regionen auszutauschen und von ihnen zu lernen“, so Grantz. Der Stand der Stadt Bremerhaven sei von vielen Besucherinnen und Besuchern interessiert angesteuert worden. „Vor allem die gemischten Wohnformen und die Nachhaltigkeitsaspekte im Werftquartier waren für die Besuchenden von Interesse. Begrüßt wurde außerdem mehrfach, dass die Planungen von Beginn an auch die Infrastruktur und nicht einfach „nur“ Gebäude in idealer Wasserlage beinhalten.“ Besonders erfreulich sei auch die Rückmeldung vieler Teilnehmer gewesen, dass Bremerhaven der bisher schönste Standort für den Kongress war, der regelmäßig in unterschiedlichen Städten stattfindet. „Bremerhaven hat sich als Tagungsort hervorragend präsentiert, das ist ein tolles Signal, das bundesweit ausstrahlt“, so der OB abschließend.