So soll die Werfthafenbrücke aussehen, die nicht nur eine wichtige Verbindung, sondern zugleich ein markantes Element im Stadtbild sein wird!

Visualisierung: PantaIngenieure-NeyPartners

Die Werfthafenbrücke schafft eine direkte Verbindung zwischen dem Werftquartier, dem Stadtteil Geestemünde und dem Hauptbahnhof und stärkt damit die Anbindung des neuen Quartiers an die Stadt. „Unsere Werfthafenbrücke ist mehr als nur eine Verbindung zwischen zwei Ufern – sie ist ein Symbol für den Wandel hier in Bremerhaven, für den Fortschritt und eine nachhaltige Stadtentwicklung“, so Melf Grantz, Oberbürgermeister der Stadt Bremerhaven. Gleichzeitig dankte er der BIS und insbesondere Ute Bartels, für die hervorragend organisierte Durchführung des Wettbewerbs und die Jury-Sitzung, die bereits im März stattgefunden hatte.

Wegen seiner funktionalen sowie gestalterisch markanten Lösung ist der Entwurf von „Pana Ingenieure und Ney Partners“ als Sieger aus dem EU-weiten Realisierungswettbewerb hervorgegangen. Die Brücke ist vorrangig für den Fuß- und Radverkehr konzipiert, wird jedoch auch für einen Shuttlebus in einer Fahrtrichtung befahrbar sein. Gleichzeitig bleibt der Werfthafen für Freizeitschiffe passierbar, da die Brücke als bewegliche Klappbrücke ausgeführt wird.

Der Entwurf setzt dabei ein gestalterisches Zeichen: Die V-förmige Geometrie der Brücke greift die industriellen Strukturen des Werftquartiers auf und nimmt Bezug auf die denkmalgeschützten Hafenkräne. Sie bildet einen neuen Orientierungspunkt im Stadtbild und fügt sich zugleich harmonisch in die Umgebung ein.

Technische Innovation und nachhaltige Bauweise

Neben ihrer ästhetischen Qualität überzeugt die Brücke durch ihre nachhaltige und effiziente Bauweise. Ein optimiertes Gegengewichtssystem reduziert den Energieverbrauch beim Öffnungsvorgang auf ein Minimum. Zudem ist der Einsatz von „grünem Stahl“ vorgesehen, um die CO₂-Emissionen im Bauprozess zu verringern.

Technisch basiert die Brücke auf dem Prinzip einer Holländerklappbrücke, das für diese spezielle Nutzung weiterentwickelt wurde. Beim Öffnen kippt das V-förmige Element um 38,75°, während sich das Brückendeck um 77,5° anhebt. Dies ermöglicht eine platzsparende, robuste und wartungsarme Konstruktion.

Ein prägendes Element für das Werftquartier

Mit ihrem innovativen Konzept wird die Werfthafenbrücke nicht nur Verkehrsströme optimieren, sondern auch zur Identität des Werftquartiers beitragen. Sie verbindet Vergangenheit und Zukunft, indem sie sich sowohl auf die historische Hafennutzung als auch auf die Entwicklung eines modernen, lebendigen Stadtteils bezieht.

„Das neue Ingenieurbauwerk Fuß- und Radwegbrücke Werftquartier wird ein signature-Bauwerk mit optimaler Funktionalität und hoher Prägnanz sein. Es hat das Potential, zum Anziehungspunkt des neuen Werftquartiers zu werden.“, so Prof. Dr.-Ing. Stephan Engelsmann, welcher als Juryvorsitzender die Sitzung leitete.

Für Einwohnerinnen und Einwohner, Besuchende sowie Pendlerinnen und Pendler wird die Brücke eine wichtige neue Verbindung und zugleich ein markantes Element im Stadtbild sein. Sie steht für eine nachhaltige Stadtentwicklung, die Mobilität, Funktionalität und Gestaltung gleichermaßen berücksichtigt.

Ausstellung im Werftquartierhaus

Die Entwürfe sind in einer kleinen Ausstellung im Werftquartierhaus, Kohlenkai 1, ausgestellt. Interessierte können sich die Entwürfe und Planungsunterlagen zur Werfthafenbrücke bei einer Informationsveranstaltung mit Ute Bartels, Projektsteuerin für das Werftquartier bei der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS), erläutern lassen. Am Mittwoch, den 30. April 2025 von 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr steht die Fachfrau für Fragen zur Verfügung.

Auch ein nicht gemähter Rasen kann ein Hingucker sein – vor allem aber ein Paradies für Insekten

Statt intensiver Mäharbeiten heißt es vielerorts: Rasenmäher aus, Artenvielfalt an! Die Aktion „Mähfrei im Mai“ ruft dazu auf, Rasenflächen und Blühstreifen im Mai nicht zu mähen.

„Selten war es so einfach, sich an einer Aktion zum Wohle der Tier- und Pflanzenwelt zu beteiligen: Man muss nichts tun“, hebt Umweltdezernentin Andrea Toense hervor. Ziel ist es, besonders in der ersten Hochphase des Insektenjahres Nahrung und Lebensräume bereitzustellen. Denn viele Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber sind auf heimische Wildblumen und Gräser angewiesen, die auf intensiv gemähten Rasenflächen kaum eine Chance haben. Hiervon profitieren dann auch weitere Arten wie zum Beispiel Gartenvögel.

„Es ist aber nicht erforderlich, jeden Garten in eine Wildblumenwiese zu verwandeln“, ermuntert Stadträtin Toense zur Teilnahme. „Ein kleiner Blühstreifen oder eine unberührte Ecke genügen, um wichtige Lebensräume zu schaffen.“

Das kürzlich verabschiedete Insektenschutzprogramm des Landes Bremen nennt den Verlust an Lebensräumen als wichtigsten Grund für den Rückgang der Insektenvielfalt und betont zugleich die Bedeutung privater Grünflächen als wichtiges Flächenpotenzial für die Förderung von Struktur- und Artenvielfalt in Siedlungsbereichen. Demnach besitzen auch kleinräumige Strukturen das Potenzial, eine Vernetzung nicht zusammenhängender (öffentlicher) Grünflächen herzustellen und ein Netzwerk von Nahrungs-, Lebens- und Rückzugsorten für die Insektenwelt zu schaffen.

Ursprünglich stammt die Idee des „No Mow May“ aus Großbritannien. Inzwischen hat die Aktion aber auch in Deutschland zahlreiche Unterstützer gefunden, die durch Passivität aktiv werden.

Neuer Name für Dritten Ort in der Bremerhavener Innenstadt

Bremerhaven ist die Stadt, die sich nach jeder Krise neu erfindet. Auch in der Innenstadt soll ein ganz neues Projekt gewagt werden: Ein Gebäude, das gemeinsam mit der Stadtbibliothek und der Deutschen Jugendherberge ein „Wohnzimmer für alle“, ein so genannter Dritter Ort, werden soll.

„NOVO“ ist deshalb der Name, den das Projekt bekommen hat.

„NOVO bedeutet einzigartig, Neues schaffen – das passt hervorragend zu unserer Idee für die Innenstadt“, betont Oberbürgermeister Melf Grantz. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie mit ersten Ideen für die Innen- und Gebäudearchitektur waren bereits am 17. April 2025 öffentlich gezeigt worden. Beim Bürgerdialog am Donnerstag, den 24. April, wurde den Anwesenden nun der Name „NOVO“ präsentiert. „Es gab Szenenapplaus, der Name ist meines Erachtens gut angekommen“, so der Oberbürgermeister.

Julia Bergmann, die als Fachberaterin für Dritte Orte die Machbarkeitsstudie begleitet hat, erklärte die Herkunft des Namens. „Die Aufgabe war, eine Dachmarke zu schaffen, die alle bereits bestehenden Marken, wie die Stadtbibliothek, die Jugendherberge oder das Schirrmanns, die Gastronomie der Jugendherberge, vereint und mit ihnen harmoniert.“ Außerdem sei ein Begriff gesucht worden, der sich einfüge in vergleichbare Projekte wie das „Dokk1“ in Aarhus, das „KAP1“ in Düsseldorf oder das „OODI“ in Helsinki. NOVO kommt aus dem Lateinischen, bedeutet neu machen, erneuern, neu schaffen, einzigartig. „NOVO klingt in allen Sprachen gleich, auch das war uns sehr wichtig. Im Sprachgebrauch lässt es sich ebenfalls wunderbar nutzen. Künftig können Sie sich auf einen Kaffee im NOVO treffen oder im MINT-Labor im NOVO noch für das Referat lernen“, so Bergmann.

„Es ist gut, dass wir jetzt endlich nicht mehr von ,Ex-Karstadt‘ sprechen müssen, wenn wir über unsere Pläne berichten. Ich freue mich darauf, das NOVO gemeinsam mit den Planern und den Bürgerinnen und Bürgern mit Leben zu füllen“, so Grantz abschließend.

Das Gesundheitsamt rät allen Bürgerinnen und Bürgern, ihren Impfstatus zu überprüfen und mögliche Impflücken zu schließen.

Im Rahmen der diesjährigen europäischen Impfwoche von Sonntag, dem 27. April, bis Samstag, den 3. Mai 2025, ruft das Gesundheitsamt Bremerhaven alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihren Impfstatus zu überprüfen und mögliche Impflücken zu schließen.

Viele Erwachsene unterschätzen die persönliche Gefährdung ihrer Gesundheit durch Infektionserkrankungen wie beispielsweise Diphtherie und Tetanus. Kinder sollten insbesondere über einen vollständigen Masernschutz verfügen. Ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger sollten vor Gürtelrose oder einer Pneumokokken-Erkrankung geschützt sein.

Die Rückkehr von Krankheiten, die in Deutschland bereits nahezu ausgerottet schienen, zeigt, wie wichtig ein flächendeckender Impfschutz für die Gesundheit der gesamten Bevölkerung ist. Zum Beispiel wurden zuletzt immer wieder Fälle von Masern, Röteln und sogar Diphtherie registriert – Krankheiten, die durch umfassende Impfprogramme weitgehend unter Kontrolle gebracht worden waren. Doch die Impfmüdigkeit und unvollständige Impfserien haben dazu geführt, dass diese Erreger wieder vermehrt zirkulieren und in einigen Regionen Deutschlands zu Ausbrüchen geführt haben. Der aktuelle Masernausbruch in den USA ist ein weiteres Beispiel.

„Viele Menschen unterschätzen die Gefahr, die von vermeintlich ‚verschwundenen‘ Krankheiten ausgeht“, mahnt Stadträtin Andrea Toense (Dezernentin für Gesundheit). „Die Impfungen bieten nicht nur persönlichen Schutz, sondern verhindern auch die Weiterverbreitung von Erregern und schützen somit die Gemeinschaft als Ganzes – besonders vulnerable Gruppen wie Neugeborene, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.“

Was zu tun ist:

  • Impfstatus überprüfen: Ein Blick in den Impfpass kann schnell verraten, ob alle Impfungen aktuell sind. Der aktuelle STIKO-Impfkalender kann hier Klarheit geben. Bei Unsicherheiten hilft der Hausarzt oder die Hausärztin weiter.
  • Fehlende Impfungen nachholen: Viele Impfungen können bereits bei der nächsten Arztpraxis unkompliziert und schnell durchgeführt werden.
  • Kinder schützen: Eltern sollten sicherstellen, dass ihre Kinder alle empfohlenen Kinderimpfungen erhalten, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.
  • Gemeinsam informieren: Freundinnen und Freunde, Familienmitglieder und Kolleginnen und Kollegen dazu ermutigen, ebenfalls ihren Impfstatus zu prüfen und mögliche Lücken zu schließen.

„Impfungen gehören zu den größten Errungenschaften der modernen Medizin“, so Toense abschließend. „Lassen Sie uns nicht riskieren, diese Erfolge aufs Spiel zu setzen.“

Wer keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen hat, kann sich an das Gesundheitsamt in Bremerhaven wenden:  Infektion.Gesundheitsamt@magistrat.bremerhaven.de.

Historischer Zweimaster zählt zu den elegantesten

Auf diese Zusage, sagt die Schiffsmanagerin der SAiL, sei sie schon stolz: Das traditionsreiche Segelschulschiff „Corsaro II“ der Italienischen Marine wird am internationalen Windjammerfestival  SAiL Bremerhaven vom 13. bis 17. August 2025 teilnehmen. Die italienische Botschaft hat die schnittige Yacht nun angemeldet.

Komplett aus Mahagoni und Teak gebaut

Die „Corsaro II“ ist ein echtes Schmuckstück der klassischen Yachtbaukunst und ein schwimmendes Symbol für nautische Exzellenz. „Sie zählt zu den elegantesten Seglern ihrer Klasse“, weiß Julia Baecher, denn sie ist die Schiffsmanagerin der Erlebnis Bremerhaven GmbH, der kommunalen Gesellschaft für Touristik, Marketing und Veranstaltungen, die die SAiL organisiert. Die „Corsaro II“ wurde 1960 vom renommierten New Yorker Studio Sparkman & Stephens im Auftrag der italienischen Marine als schneller und wendiger Zweimaster entworfen und vollständig aus Mahagoni und Teak gebaut.

60 Kadetten gehen im Sommer auf Reisen

Mit einer Länge von 20,9 Metern, einer Breite von 4,7 Metern, einem Tiefgang von 2,9 Metern und einem 24 Meter hohen Hauptmast trägt die „Corsaro II“ eine Segelfläche von 205 Quadratmetern. Bis zu 16 Personen finden an Bord Platz – insbesondere Kadetten der italienischen Marineakademie in Livorno. Jedes Jahr gehen 60 von ihnen mit der „Corsaro II“  auf See und nehmen während des Sommers an Regatten und maritimen Veranstaltungen in Europa teil. Auf der Yacht zu segeln, ermöglicht den Kadetten einen intensiveren Kontakt mit dem Meer, der Navigation und dem Wetter – bevor sie ihren Dienst auf einem grauen Kriegsschiff antreten.

Schulschiff mit Geschichte – und Zukunft

Seit ihrer Indienststellung vor bald 65 Jahren ist die „Corsaro II“ nicht nur Ausbildungsstätte, sondern immer auch stolze Botschafterin Italiens. Sie nahm an prestigeträchtigen transozeanischen Rennen teil und ist gern gesehener Gast bei internationalen Segel-Festivals. Ab Anfang Juli segelt die Crew von Frankreich bis Dänemark alle vier Regatten der Sail Training International mit, um dann von Esbjerg Kurs auf die Wesermündung zu nehmen. „Viele Schiffe segeln von dort direkt weiter zu uns“, sagt Baecher. Die SAiL in Bremerhaven besucht die „Corsaro II“ das erste Mal „und daher freuen wir uns besonders“.  

Ein maritimer Höhepunkt für Bremerhaven

Mit ihrer Teilnahme an der SAIL reiht sich die „Corsaro II“ in eine Flotte internationaler Großsegler ein – 16 Nationen haben inzwischen ihre Teilnahme zugesagt. Zu dem Windjammerfestival in den Havenwelten und im Fischereihafen von Bremerhaven werden 250 Schiffe erwartet sowie rund 1,2 Millionen Besucher.

Diese Staatsgäste haben zugesagt

Aushängeschilder des Windjammer-Festivals sind die segelnden Staatsgäste – die Marine-Schulschiffe. Peru kommt erstmals mit der Viermastbark „Union“, Mexiko segelt mit der „Cuauhtémoc“ nach Bremerhaven, aus Uruguay kommt der Dreimast-Schoner „Capitan Miranda“, aus dem Sultanat Oman die „Shabab Oman II“, die Deutsche Marine hisst die Segel der „Gorch Fock“.  Zugesagt hat auch die Königliche Marine der Niederlande für ihre Stagsegelketsch „Urania“ und Frankreich für die „Belle Poule“. Es wird voll werden in den Häfen zur SAiL 2025 in Bremerhaven, „aber für Staatsschiffe haben wir immer einen Platz frei“, sagt die Schiffsmanagerin.

Bremerhavener Forscher siedeln ausgerottete Muscheln wieder an

Sie war eine wichtige ökologische Basis in der Nordsee und gilt seit gut 100 Jahren als ausgerottet: die Europäische Auster. Das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) setzt sich für die Wiederansiedlung der Muschel ein. Im Rahmen eines aufwendigen Projektes werden rund drei Millionen Austern in der Deutschen Bucht ausgewildert.

Austernbänke an der deutschen Nordseeküste – bis in die 1920er-Jahre hinein war das durch die Europäische Auster selbstverständlich. Dann brachen die Bestände durch die Überfischung zusammen. Die Austernbänke waren größtenteils zerstört und damit auch eine Lebensgrundlage der Fischer und der Natur. 

„Durch ihren Aufbau haben die Austern große Riffe gebildet. Auf alten, abgestorbenen Austern siedeln sich neue Muscheln an. Das ergibt dann über die Jahre ein besonderes Biotop, in dem sich viele Tier- und Pflanzenarten ansiedeln“, erklärt Dr. Bernadette Pogoda, Meeresbiologin am AWI. Sie kümmert sich um die Wiederansiedlung der Europäischen Auster in der Nordsee. 

Ein Test – 200.000 Austern werden ausgesetzt

Das Projektgebiet liegt gut 20 Kilometer westlich der Insel Borkum im Meeresschutzgebiet „Borkum Riffgrund“. Zunächst wurden hier als Test rund 200.000 junge Austern ausgesetzt, um zu sehen, wie die Tiere reagieren und ob eine Wiederansiedlung möglich ist. Mit Steinschüttgut wurden dafür im Jahr 2020 zwei künstliche Riffe aufgebaut. „Diese Riffe sind gut 70 Zentimeter hoch und liegen in rund 25 Meter Wassertiefe“, erklärt Bernadette Pogoda. „Da es ja keine alten Austernriffe mehr gibt, mussten wir einen Untergrund schaffen, auf dem die Tiere sich verankern können.“

Durch Wasserproben hat das AWI geprüft, ob die Austern sich vermehren und Larven im Meer rund um das Testgebiet zu finden sind – mit Erfolg. Nun ist das Projekt in der nächsten Phase. Insgesamt drei Millionen junge Austern werden bis Ende 2025 von den Bremerhavener Forschern am Borkum Riffgrund ausgesetzt. Die Tiere stammen aus einem niederländischen Zuchtbetrieb. Finanziert und unterstützt wird das Gesamt-Projekt „Europäische Auster“ vom Bundesamt für Naturschutz. Der Aufbau einer eigenen Austernzuchtanlage auf Helgoland, der Riffaufbau, das Auswildern der Austern und die Forschung kosten rund acht Millionen Euro.

Eine Kinderstube für viele Fischarten

„Wir freuen uns sehr, dass die erste Austern-Ansiedlung erfolgreich war. Wir haben damit eine echte Chance, in der Deutschen Bucht wieder Riffe mit Europäischen Austern aufzubauen“, betont Bernadette Pogoda. „Die Muschelriffe sind Kinderstube für viele Fischarten und damit auch ein Jagdgebiet für Räuber. Außerdem siedeln sich hier Pflanzen wie Seeanemonen an“. Für die weitere Auswilderung der Europäischen Auster sollen zusätzliche Stein-Riffe aufgeschüttet werden. 

Bis in der Deutschen Bucht wieder Riffe auf natürlichem Wege durch die Europäische Auster entstehen, dauert es noch einige Jahre. Trotzdem ist die hier ausgestorbene Muschelart aber schon zu sehen. Der Bremerhavener Zoo am Meer hat zusammen mit dem AWI ein Aquariumbecken mit der Auster besetzt, um auch hier das Wachstum der Art zu beobachten.

Im Zoo-Aquarium blüht bereits eine Anemone

„Korallenriffe kennt jeder, aber dass es vor nur 100 Jahren hier in der Nordsee direkt vor der Haustür auch Riffe gegeben hat – das wissen die Wenigsten“, sagt die Direktorin des Zoos, Dr. Heike Kück. Zusammen mit den Muscheln, Plattfischen und anderen Lebewesen hat sich seit Projektbeginn 2020, wie ein kleines Unterwasserparadies, schon ein vielfältiges Biotop im Nordsee-Aquarium gebildet. Der beste Beweis: Zwischen den Austern wächst eine Seeanemone. Heike Kück: „So wie dieses Mini-Riff hier aussieht, haben früher auch die Austern-Riffe in der Nordsee ausgesehen.“

„Bühne frei“ für Fisch und Meeresfrüchte ist auch das Motto der 35. Fischparty, die in Bremerhaven bis zum Sonntag gefeiert wird. 50.000 Besucher werden dazu im Schaufenster Fischereihafen erwartet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Vielfalt, Qualität und Nachhaltigkeit sowie natürlich der Genuss von frischem Fisch. Vorträge von Wissenschaftlern und Forschern der Thünen-Institute und des Alfred-Wegener-Instituts widmen sich Themen wie nachhaltiger Fischerei, Zertifizierungen durch MSC und ASC sowie der Frage, wie Fischkonsum umweltbewusst gestaltet werden kann.

Bremerhavens Hafenkräne erzählen Stadtgeschichte

Sie waren einst das Rückgrat des Hafens, heute sind sie technische Denkmäler mit Charakter: In der neuen Vier-Kräne-Tour des „BremerhavenGuide“ werden vier eindrucksvolle Hafenkräne vorgestellt, die einst für den Güterumschlag unverzichtbar waren und nun als markante Zeugnisse der Industriekultur faszinieren. Die Tour lädt alle Interessierten zur Entdeckungsreise durch die Hafengeschichte der Seestadt ein – multimedial, kostenlos und jederzeit per App abrufbar.

Industriegeschichte hautnah – digital vermittelt

Die Tour ist Teil der offiziellen Bremerhaven-App „BremerhavenGuide“ und richtet sich sowohl an Gäste als auch an Einheimische. Wer die Tour startet, begibt sich auf eine informative Reise zu vier Kränen am Neuen Hafen, im Museumshafen und an der Geeste. „Jeder dieser Kräne steht stellvertretend für eine Epoche der Hafenentwicklung“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH.  Die kommunale Gesellschaft für Touristik, Marketing und Veranstaltungen hat die Tour konzipiert. „Die Kräne erzählen nicht nur von technischer Raffinesse, sondern auch vom Wandel einer Stadt, deren Identität eng mit dem Hafen verknüpft ist.“

Vier Kräne – vier Geschichten

  • Halbportalkran (1925): Gebaut in Bremerhaven, war der Kran wie Dutzende baugleiche bis 1977 im Einsatz. Heute steht er als Wahrzeichen und letzter seiner Art in der Stadt im Museumshafen und erinnert an die Blütezeit der Stückgutverladung.
  • Dampf-Rangier-Kran (1939): Ein seltenes Exemplar mit Dampfantrieb und 360-Grad-Drehung. Ursprünglich auf einer Yachtwerft genutzt, gehört er heute zu den Exponaten des Deutschen Schifffahrtsmuseums.
  • Kiesverladekran (1959): Am Nordende des Neuen Hafens zeugt der „Grube-Kran“ von der Industriegeschichte des Areals. Der Kran hat 50 Jahre lang dort Sand und Kies umgeschlagen und war bis 2009 in Betrieb.
  • Werftkran (1956): Der Drehkran der einst renommierten Rickmers Werft konnte Lasten bis zu 20 Tonnen heben und steht noch immer am Geesteufer als Symbol für Bremerhavens große Werfttradition. Weil die Kaje marode ist, soll der Kran bald gedreht und auf ein neues Fundament gesetzt werden.

Ein neuer Blick auf alte Riesen

Die Vier-Kräne-Tour vereint Hintergrundinformationen mit anschaulicher Technikgeschichte. Die App bietet dabei nicht nur deutsche, sondern auch englische Inhalte – ideal für internationale Gäste. „Mit der Tour möchten wir historische Infrastruktur erlebbar machen und ein neues Bewusstsein für die Bedeutung dieser stillen Zeitzeugen schaffen“, so Gerber.

Die Tour ist ab sofort kostenlos im „BremerhavenGuide“ verfügbar – einfach App herunterladen, Tour auswählen und Bremerhavens Industriegeschichte entdecken. Die offizielle City-App hat sich als einer der beliebtesten Stadtführer etabliert. Sieben Rundgänge durch Bremerhaven begleitet sie digital mit Text, Audio, Foto und Videobeiträgen. Für ein barrierefreies Hörerlebnis stehen die Texte als Audio-Dateien in der App zur Verfügung. Eine interaktive, digitale Stadtkarte zeigt die Positionen der Sehenswürdigkeiten sowie den Weg dorthin.

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite der Stadt Bremerhaven:

https://www.bremerhaven.de/de/tourismus/touren-ausfluege/bremerhavenguide.130452.html

Die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven (Stäwog) hat gemeinsam mit den Partnern Stadtbibliothek und dem Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) sowie den Verantwortlichen in Magistrat und Politik erste Erkenntnisse aus der Fertigstellung der Machbarkeitsstudie für das ehemalige Karstadt-Areal vorgestellt.

„Wir haben Erkenntnisse gewonnen, wie wir einen Ort in der Innenstadt schaffen könnten, der diese belebt und an dem sich alle Generationen und gesellschaftliche Gruppen treffen, begegnen und wohlfühlen“, fasst Oberbürgermeister Melf Grantz zusammen. Bürgermeister Torsten Neuhoff ergänzt: „Aus stadtplanerischer Sicht brechen wir alte Strukturen auf und betreiben dringend notwendige Stadtreparatur.“

Seit Ende des Jahres 2024 hat die Stäwog die Machbarkeitsstudie in mehreren Workshops und Gruppentreffen mit den potentiell Beteiligten erarbeitet. „Geleitet hat die Studie die Expertin für Dritte Orte, Julia Bergmann“, erklärt Sieghard Lückehe, Geschäftsführer der Stäwog. Der Auftrag der Stadt an ihre Gesellschaft war, eine attraktive Verbindung zwischen Havenwelten und Innenstadt zu entwickeln, mit einem nachhaltigen Konzept für einen lebendigen Ort, der langfristig und verlässlich Leben in die Innenstadt bringt. „Wichtig war außerdem, dass der Dritte Ort gleichermaßen für Bremerhavenerinnen und Bremerhavener sowie für Gäste attraktiv ist“, so Lückehe. Grantz ergänzt: „Wir wollen die Stärken und Partner Bremerhavens nutzen, um ein echtes Leuchtturmprojekt entstehen zu lassen.“

Das könnte insbesondere durch die Wahl der Beteiligten gelingen. „Unser Alleinstellungsmerkmal in Bremerhaven ist die Zusammensetzung der Partner, die künftige Mieter des neuen Gebäudes werden könnten“, betont Bergmann. So sei es bundesweit einzigartig, dass eine Stadtbibliothek und das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) gemeinschaftlich einen Ort betreiben, an dem sich Bürgerinnen und Bürger, Gäste, aber auch Touristinnen und Touristen treffen, austauschen und bilden können. „Die Angebote werden überwiegend kostenlos nutzbar sein“, so Bergmann. Oliver Engelhardt, Mitglied der Geschäftsführung im DJH-Landesverband Unterweser-Ems, erklärt: „Als anerkannte außerschulische Lernstandorte Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) teilen unsere Jugendherbergen die Werte Chancengleichheit, Inklusion, Kultur, Information, Wissen und Nachhaltigkeit mit der Stadtbibliothek. Das macht eine mögliche Zusammenarbeit am Standort Bremerhaven – neben den hervorragenden Bildungsangeboten etwa durch das Klimahaus in Bremerhaven – so spannend.“ Paula Sophie Prüßner, Leiterin der Bremerhavener Stadtbibliothek, ergänzt: „Wir haben beide das Ziel, mit unserer Programmarbeit und unseren erlebnispädagogischen Bildungsangeboten soziales Engagement zu fördern und die Demokratie zu stärken. Die Stadtbibliothek ist bereits jetzt ein wichtiger Ort für die Stadtgesellschaft und wir haben den Anspruch mit unseren Angeboten und Services aktiv zum Gemeinwohl beizutragen.“

Auch architektonisch sollen sich diese Werte widerspiegeln. „Wir werden das Gebäude von innen heraus entwickeln und optimal auf die Nutzungsmöglichkeiten abstimmen“, erklärt Björn Grote, Projektleiter der Stäwog. Entsprechend sei das Bielefelder Architektenbüro Baulampe mit der Entwicklung eines Innenraumkonzeptes beauftragt worden. „Das Gebäude soll lichtdurchflutet, mit hohen, luftigen Räumen sein, die zum Ankommen und Verweilen einladen, ebenso aber auch Lust aufs Entdecken machen“, erklärt Architekt Mario Nolle. Im Erdgeschoss sollen deshalb neben der Gastronomie und der Rezeption bereits Bereiche für ein MINT-Labor und ein Geschichtenlabor untergebracht sein. „Das Gebäude soll so aufgebaut sein, dass man von jedem Stockwerk aus Blickbeziehungen in das nächste Stockwerk herstellen kann“, so Nolle weiter. Neben einer Familien- und einer Jugendbibliothek im ersten Obergeschoss soll es dort Platz für Do-It-Yourself-Labore geben. Im zweiten Obergeschoss soll die Erwachsenenbibliothek mit entsprechenden Lerninseln entstehen sowie ein Veranstaltungssaal und der Stadtbalkon, eines der Highlights.

Die Zimmer der möglichen Jugendherberge würden darüber in einem „Turm“ mit drei weiteren Ebenen untergebracht werden, der gleichzeitig eine architektonische Spannung zum dahinterliegenden Columbus-Center darstellt. Das erläuterte Julian Döneke von Gerber Architekten, deren Aufgabe die Übertragung der Nutzerinnen-Anforderung in eine mögliche Gebäudeform war. „Eine dreistöckige Scholle mit dreistöckigem Turm wäre eine Möglichkeit, das Gebäude wäre zur neuen Sichtachse offen ausgerichtet und würde so zur Belebung beitragen“, so Döneke.

„Die Architekten haben deutlich aufgezeigt: Wir müssen neue Wege gehen, wenn wir erfolgreich sein wollen“, erklärt Oberbürgermeister Melf Grantz. Dass selbst Teile des ehemaligen Karstadt-Gebäudes nicht für die Zukunft nutzbar seien, habe die Machbarkeitsstudie ebenfalls deutlich aufgezeigt. „Das Gebäude zu erhalten ist nicht möglich und würde auch keine Zeit- oder Kostenersparnis bringen“, so Grantz.

Der Oberbürgermeister bezeichnet die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie als äußerst gelungen und bedankt sich bei den Beteiligten ausdrücklich für die bisher geleistete Arbeit. „Sie ist jetzt Grundlage für die nächsten Schritte. Wir wollen das Projekt in einem Integrierte-Projekt-Allianz-Verfahren weiterentwickeln und realisieren. Im ersten Schritt werden wir dafür einen Teilnahmewettbewerb für die Architektenleistungen auslösen. Im weiteren Verlauf des Verfahrens werden kreative, gestalterische Lösungsansätze eines der Auswahlkriterien für das künftige Planerteam sein“, so Grantz. Ziel sei, bis Ende 2029, wenn der Mietvertrag der Stadtbibliothek im Hanse Carré ausläuft, das neue Gebäude fertiggestellt zu haben. Das sei zwar sehr ambitioniert, aber Lückehe ergänzt: „Wir haben mit dem IPA-Verfahren bei den Schulneubauten sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn wir dieses Projekt auch so angehen, werden ab Anfang 2026 bereits die ausführenden Unternehmen mit am Tisch sitzen. Die Erarbeitung eines straffen Zeitplans wird dann eine der wichtigsten Aufgaben sein.“

Neuhoff erklärt: „Wir versetzen die Stäwog in die Lage, die Planungen sowie das Gebäude vorzufinanzieren. Über die Mietzahlungen refinanziert sich das Projekt am Ende der Laufzeit. Das ist ein deutlicher Vorteil zur Zusammenarbeit mit privaten Investoren.“

Die Bürgerinnen und Bürger erhalten beim nächsten Bürgerdialog am Donnerstag, dem 24. April 2025, um 18.30 Uhr im Deutschen Auswandererhaus die Möglichkeit, sich die Erkenntnisse der Machbarkeitsstudie erläutern zu lassen. „Wir freuen uns auf rege Beteiligung“, so Grantz.

Die Stadtreinigung der Entsorgungsbetriebe Bremerhaven (EBB) sorgt ab sofort umweltfreundlicher und effizienter für eine saubere Stadt.

Mithilfe der Haushaltsmittel aus der Sicherheits- und Sauberkeitsoffensive in Höhe von 35.000 Euro konnten die EBB mehrere Elektro-Geräte anschaffen. „Diese sind deutlich leiser und leichter in der Handhabung und ermöglichen eine effizientere Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt Stadtrat Hans-Werner Busch, Dezernent für die EBB.

Neben den Kehrmaschinen, die für die Reinigung der Straßen eingesetzt werden, nutzt die EBB zur Reinigung von kleinteiligen oder schwer zugänglichen Flächen wie etwa Parkplätze, neben Besen und Schaufel vor allem Laubgebläse und Motorsensen. Diese werden, sobald sie nicht mehr nutzbar sind, ab sofort durch Elektromodelle ersetzt. „Die sind nicht nur umwelt- und bedienfreundlicher, sondern auch zeitsparend“, so Busch. Die Elektrogeräte benötigten beispielsweise keinen langen Startvorgang und müssten nicht vor Ort betankt werden. Zusätzlich seien die Reinigungsteams jeweils mit einer E-Wildkrautbürste und einem E-Handsauger ausgestattet worden. „Wildkrautbürsten werden dort eingesetzt, wo der Einsatz einer selbstfahrenden Kehrmaschine nicht möglich ist. Handsauger werden auf Untergründen gegen Littering (z.B. Zigarettenkippen, Taschentücher etc.) eingesetzt, auf denen man nicht Fegen kann, wie zum Beispiel Kies oder Rasen“, erklärt Busch.

Die Ausstattung der Reinigungsteams mit Elektrohandmaschinen, die auf die unterschiedlichen Einsätze spezialisiert sind, ermögliche eine ganzheitliche Reinigung des Einsatzortes betont Busch. „Die Maschinen sind klimafreundlich und geräuscharm. Dadurch ist ein Einsatz in der Innenstadt und auch am Wochenende möglich.“

Die Innenstadt liegt dem Dezernenten besonders am Herzen: „Um das Abfallaufkommen in der Innenstadt am Sonntag durch zu früh herausgestellte Abfallbehälter und Säcke zu entlasten, wurde im Einvernehmen mit der Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft (BEG) die Abfallabfuhr in 2025 von Montag auf den Dienstag verschoben. Weiterhin wurden von der EBB insgesamt 4 Elektrokehrmaschinen in 2024 beschafft, um die Anforderungen der Innenstadt und der touristischen Gebiete zu erfüllen, aber natürlich auch, um die CO2-Bilanz zu verbessern.“ Die Maschinen haben als weiteren Vorteil ein leichteres Gewicht. Zwei dieser Multifunktionsgeräte werden daher im Winterdienst auf Radwegen eingesetzt, weil sie die Fahrradwege schonen, die häufig mit Gehwegplatten gepflastert sind. Die Maschinen wurden als Ersatz für verbrauchte Dieselmaschinen beschafft. Dabei konnten Zuschüsse des Bundes genutzt werden.

Nicht nur zu Ostern kommt der Fisch aus Bremerhaven

Wenn man bereits als 5-Jähriger lieber einem frisch gefangenen Kabeljau in die Augen sieht als einem Teddybären, dann ist der Berufsweg eindeutig bestimmt. Fischmeister André Vogt ist gelebtes Meer und steht für die Fischvielfalt im Bremerhavener Fischereihafen als deutsches Fisch- und Lebensmittelzentrum. Für das kommende Osterfest hat er die sorgfältige Fischauswahl im Blick.

Einen Schwertfisch sieht man nicht alle Tage

Das frische Eisbett in der Auslage im Schaufenster Fischereihafen spricht Bände. Mehr als 20 verschiedene Fischsorten und Meeresfrüchte liegen hier. Jeden Tag kommen Interessierte in Fiedlers Fischmarkt Anno 1906 – und sei es nur, um zu gucken und zu staunen. „Das hier ist Schellfisch, hier haben wir ganzen Lachs, da drüben liegt Rotbarsch und das hier ist ein Schwertfisch – wie man deutlich sieht“, zwinkert André Vogt seinen Kunden über den Tresen zu, während er den gut 40 Kilogramm schweren Fisch hochhält.

Fotos werden gemacht und erstaunte Kommentare abgegeben. „Die Leute sehen ja heutzutage nicht mehr so oft einen ganzen Fisch“, sagt André Vogt. „Was sie kennen, ist das fertige Filet und da sind ja keine Flossen mehr dran.“ Er selber ist schon mit 17 Jahren das erste Mal mit einem Fischdampfer zur Fangfahrt ausgelaufen. Vor der schottischen Küste war das, im Jahr 1981, als es die DDR noch gab.

„Gebürtig komme ich aus Rostock, aus einer alteingesessenen Fischerfamilie“, erzählt er. Großvater, Vater, Brüder, die Nachbarn im Mehrfamilienhaus und gefühlt die gesamte Straße – irgendwie waren sie alle Fischer oder hatten mit Fisch zu tun. Andere Kinder haben auf der Straße gespielt – André Vogt hat mit dem Filettiermesser das fachgerechte Zerteilen eines Fischs geübt. Dafür ist er selbst in den Sommerferien jeden Tag von Rostock nach Warnemünde gefahren, hat dort auf einem Kutter bei der Fischverarbeitung geholfen.

Wichtig: das richtige und scharfe Messer

„So schwer ist das mit dem Filetieren gar nicht. Man muss nur das richtige und vor allem scharfe Messer haben und abhängig vom Fisch an der richtigen Stelle entlang der Hauptgräte schneiden“, erklärt der Fischmeister. Dass dabei sein kleiner Finger wie ein charmanter Enterhaken ein bisschen zur Seite steht, stört ihn nicht. „Naja, da habe ich mal reingeschnitten und die Sehne erwischt. Das Leben an der Küste ist hart“, sagt er und lacht unbeschwert.

Mit seinem gestreiften Fischerhemd und dem meeres-rauen Tonfall ist André Vogt längst zu einem Bremerhavener Original geworden. Heimweh zur Ostsee hat er nicht – und das aus gutem Grund. „Gleich hier vorn liegt ja der Fischdampfer „Gera“, das ist der letzte Seitenfänger Deutschlands. Das Museumsschiff hat den Heimathafen Rostock. Wenn ich ein bisschen Ostsee spüren will, setze ich mich einfach vors Schiff auf den Poller“, zuckt er mit den Schultern.

Bremerhaven: Hauptstadt der Fischstäbchen

Seiner Sehnsucht nach Meer und Fisch kann André Vogt im Fischereihafen von Bremerhaven ohnehin mehr als gerecht werden. Welthauptstadt der Fischstäbchen – so wird die größte deutsche Stadt an der Nordsee gern genannt. Ganz gleich, in welchem europäischen Land Fischstäbchen zubereitet werden: Sie wurden höchstwahrscheinlich in Bremerhaven produziert. Der Iglo-Konzern und die Frosta AG stellen allein jeden Tag mehr als sieben Millionen Fischstäbchen her. Hinzu kommt die Produktion von Tiefkühl-Fertiggerichten ebenfalls für Kunden in ganz Europa. Das Unternehmen Deutsche See als Manufaktur für Frischfisch gilt als der größte Fisch-Großhändler Deutschlands und die „Nordsee“ betreibt ihre Restaurantkette von hier aus. Mehr als 9000 Menschen arbeiten im Bremerhavener Fischereihafen als einem der Dreh- und Angelpunkte für die deutsche Fisch- und Lebensmittelindustrie.

Ein Einkaufstipp zum Osterfest

André Vogt hat inzwischen den Fisch im Eisbett wieder geordnet und neues Eis aufgefüllt. Fisch, betont er, muss immer frisch sein und gibt auch gleich die Einkauf-Tipps für das Osterfest mit auf den Weg. „Die Augen beim Frischfisch sollten leicht glasig sein und die Kiemen rot. Drückt man auf das Fleisch, muss es wieder hochkommen und nicht eingedellt bleiben“, betont er. „Ostern ist eine gute Gelegenheit, nach der Winterpause mal wieder den Grill anzuwerfen. Ein kurz angegrilltes Thunfischsteak oder marinierte Garnelen – das schmeckt garantiert.“

Und abgesehen vom Grillvergnügen, welchen Fisch schätzt André Vogt besonders? Da überlegt der Fischmeister nicht lange. Er rückt seine schwarze Kappe auf dem Kopf zurecht und grinst schelmisch wie ein kleiner Junge: „Kabeljau, was denn sonst?“