Werftquartier Bremerhaven: Stadt informierte über Planungsstand

Bürgerdialog zum aktuellen Planungsstand der Entwicklung des künftigen Werftquartiers im Theater im Fischereihafen. Im Bild: Dieter Petram, Carolin Oltmanns, Melf Grantz und Nils Schnorrenberger auf dem Podium (von links).

„Ich bin froh, dass nach sieben Jahren Planung dieses ganz besonderen Stadtquartiers dieses Jahr der Bau der ersten Wohnungen beginnt und entscheidende Grundstückstausche erfolgreich vollzogen werden konnten“, leitete Oberbürgermeister Melf Grantz den Abend ein.

Neben dem Oberbürgermeister informierten die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Carolin Oltmanns, Investor Dieter Petram und Nils Schnorrenberger von der Wirtschaftsförderung BIS Bremerhaven die insgesamt etwa 120 Zuschauerinnen und Zuschauer. Grantz erklärte in seiner Einleitung noch einmal, warum die öffentliche Hand bis 2040 insgesamt 140 Millionen Euro in das Werftquartier investieren wird. „Wir müssen die Menschen, die bisher in Bremerhaven bereits arbeiten auch an die Stadt binden.“ Das Werftquartier mit seiner unterschiedlichen Wohnbebauung auf der Külkenhalbinsel und am Werfthafen sei dafür ideal. „Wir schaffen insgesamt Wohnraum für 6.000 Menschen, neben Reihenhäusern für Familien und Eigentumswohnungen werden auch sozial geförderte Wohnungen entstehen“, betonte Grantz. Das Besondere: „Im Werftquartier können die Menschen nah am Wasser und nahezu frei von Autoverkehr wohnen und eine besondere Lebensqualität im Grünen erhalten“, so der OB.


Carolin Oltmanns gab einen Überblick zum aktuellen Planungsstand. „Für den Bebauungsplan 501, der die Külkenhalbinsel beinhaltet, auf der öffentlich geförderter Wohnraum entstehen soll, wurde bereits die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung durchgeführt. Wir gehen davon aus, dass er im nächsten Jahr Rechtskraft erlangt“, erklärte sie. Das besondere an der Külkenhalbinsel sei, dass man mit der Wiederherstellung des Kanals zwischen der Halbinsel und dem Gelände der ehemaligen Seebeckwerft eine echte „Insel“ aus der Külkenhalbinsel machen werde. „Damit ist das Thema Wohnen noch einmal deutlich abgegrenzt von dem, was im Bereich der Hallengärten passiert“, so Oltmanns. Der Mobility Hub im Süden der Külkenhalbinsel werde das zentrale Element für den Autoverkehr. „Anwohnerinnen und Anwohner dürfen nur zum entladen ihrer PKW vor die Wohngebäude fahren, geparkt werden soll dann im Mobility Hub“, so Oltmanns.

Beim Bebauungsplan 500 „Die Werft“ soll es noch in diesem Jahr zu einem Satzungsbeschluss kommen. „Die öffentliche Auslegung ist beendet und der Investor Dieter Petram wird im August mit den Bauarbeiten beginnen können“, so Oltmanns.

Was genau geplant ist, zeigte Petram erstmals einem öffentlichen Publikum mit Visualisierungen. „Insgesamt bauen wir 108 Wohnungen entlang der Riedemannstraße, alle mit Blick zum Wasser“, erklärte Petram. Die Bewohnerinnen und Bewohner hätten die Möglichkeit, in integrierten Parkhäusern ihre Autos abzustellen. „Die Dächer der Parkhäuser sind aber sogenannt Kommunikationsflächen mit viel Grün im Innenhof der Gebäude“, so Petram. Im Erdgeschoss des Gebäudes, das auf dem Gelände des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Seebeck Werft entsteht, soll die Petram Group mit ihrem Büro einziehen, ebenso ist ein Café geplant. „Wir freuen uns, im August mit den Arbeiten anfangen zu können“, so Petram.

Nils Schnorrenberger, Geschäftsfüher der Wirtschaftsförderung BIS, in deren Hand die Projektsteuerung des Werftquartier liegt, zeigte auf, welche Infrastrukturmaßnahmen derzeit geplant werden. „Die Planungen für die Freiraumgestaltung, die Sanierung der Stahlkonstruktion sowie den teilweisen Abbruch und die Beseitigung von Schadstoffen der ehemaligen Stahlbauhalle sind derzeit ausgeschrieben“, erklärte Schnorrenberger. Die ehemalige Stahlbauhalle soll so zurückgebaut werden, dass man dort zum einen öffentliche Nutzung, etwa durch eine Kita unterbringen könne. „Gleichzeitig solle Teile der Gerüstkonstruktion historisch erhalten bleiben und als Rankhilfen für Begrünung dienen“, so Schnorrenberger. Die Planungen dazu sollen noch diesen Sommer beginnen. Auch die Planungen für die Külkenhalbinsel – insbesondere die Freiraumplanung und die Planungen für die Kajensanierung seien in Vorbereitung. Für den Mobility Hub habe es bereits einen Wettbewerb gegeben, dessen Ergebnisse gerade ausgewertet würden. „Der Mobility Hub soll nicht nur ein Parkhaus werden, sondern dort soll man auch einkaufen können, Carsharing soll möglich sein und es soll Möglichkeiten geben, sein Fahrrad dort zu reparieren“, so Schnorrenberger. Die Gestaltung der Promenaden sei ebenfalls in Planung. „Wir wollen dort ein Viertel mit möglichst viel Aufenthaltsqualität am Wasser“, betonte Schnorrenberger.

Damit das Werftquartier auch möglichst gut an das bereits vorhandene Stadtgebiet angebunden werden kann, zeigte der Wirtschaftsförderer außerdem den aktuellen Stand der Verkehrsplanung auf: „Die Riedemannstraße muss etwas verlegt werden, auch die Klußmannstraße muss umgebaut werden und die Straße „Am Holzwerk“ die als Verbindung zwischen der Külkenhalbinsel und dem Werftgelände dient, muss neu gebaut werden“, so Schnorrenberger.

Oberbürgermeister Grantz ordnete abschließend ein: „Ein solches Projekt beinhaltet viel Abstimmung, bevor der erste Bau beginnen kann. Wir mussten Grundstücke tauschen, Eigentumsverhältnisse neu strukturieren, eine Rahmenplanung machen und uns mit dem Land auf eine gemeinsame Finanzierung einigen. Das Werftquartier ist ein Projekt, das langfristig angelegt ist. Das erfordert Geduld, aber die Fortschritte werden jetzt nach und nach deutlich sichtbar.“

Sail Update: Diese drei Segler kommen das erste Mal

Groß, schnell, schön – und zum ersten Mal in Bremerhaven: Bei der Sail 2025 laufen gleich drei herausragende Schiffe ein, die Seefahrerherzen höherschlagen lassen. Allen voran die Viermastbark „Unión“, das größte und schnellste Segelschulschiff Lateinamerikas, das mit ihrer stolzen Länge und ihrer Silhouette im Neuen Hafen beeindrucken wird. Filmfans werden ins Staunen geraten, wenn sie auf „Le Phoenix“ treffen und Geschichte zum Anfassen bringt die portugiesische Karavelle „Vera Cruz“. Ob im Hafen, mit der Crew plaudern oder beim Open Ship das einzigartige Flair spüren – diese drei Segelstars machen Lust, selbst an Bord zu gehen. Vom 13. bis 17. August heißt es: Leinen los für unvergessliche Momente in Bremerhaven!

Groß, schnell und schön: Die „Unión“ aus Peru

Sie ist das aktuell größte, schnellste und in den Augen vieler Fans wohl auch das schönste Segelschulschiff Lateinamerikas: Die Viermastbark „Unión“ ist bei der Sail 2025 zum ersten Mal bei dem spektakulären Großseglertreffen zu Gast. Ein Hingucker der Extraklasse.

Das Schiff lief kurz vor Heiligabend 2014 in Callao vom Stapel. Es dient als Ausbildungsschiff für künftige Führungskräfte der peruanischen Marine und gilt als Verkörperung der maritimen Tradition des Landes. Darauf verweist auch der Name des Schiffs. Es ist nach der  Segelfregatte „Unión“  benannt, die in dem von 1879 bis 1884 ausgefochtenen Salpeterkrieg zwischen Chile und Peru das von der Ausstattung her überlegene chilenische Dampfschiff „Rimac“ zum Streichen der Flagge, also zur Aufgabe zwang. Ein bis heute gefeierter Sieg der peruanischen Marine, auch wenn er nicht kriegsentscheidend war.

Einen patriotischen Bezug hat auch die Galionsfigur. Sie stellt den Inkaherrscher Túpac Yupanqui dar, der nach der Sonne greift. Die Zeit seiner Regentschaft von 1471 bis 1490 gilt als die Blütezeit des Inkareichs, bevor es von den Spaniern erobert wurde.

Als segelndes Klassenzimmer bietet die „Unión“  Kadetten die Möglichkeit, Disziplin, Teamwork und Führungsfähigkeiten zu lernen. Die Besatzung besteht aus 24 Offizieren, 111 festen Crewmitgliedern und 120 Trainees. Die Viermastbark kann aufgrund ihrer großen Segelfläche und des schmalen Stahlrumpfes hohe Geschwindigkeiten erreichen.

Das Schiff verfügt über einen kleinen Operationssaal mit einer Notfallausstattung sowie eine zahnmedizinische Behandlungseinheit. Zur Besatzung gehören ein Arzt sowie ein Zahnarzt. Wichtige Voraussetzungen für eine Weltreise mit langen Seezeiten.

Anfang Mai hat sich die „Unión“ auf ihre lange Reise nach Bremerhaven gemacht und wurde mit großem militärischen Ehren verabschiedet. Perus Präsident betonte, dass die „Union“ als reisende Botschafterin ihres Landes unterwegs ist, als ein Zeugnis für die Geschichte und Kultur des Landes.  Ziel der Europa-Reise sei es auch, den Tourismus zu fördern und für die „Marke Peru“ zu werben. Erst im November wird das Schiff nach 178 Tagen wieder in seinen Heimathafen einlaufen.

Zur SAiL vom 13. bis 17. August liegt die Viermastbark im Neuen Hafen fest und kann besichtigt werden.

Steckbrief

Schiffstyp: Vier-Mast-Bark
Baujahr: 2014
Eigner: Marina de Guerra del Perú
Heimathafen: Callao, Peru
Nationalität: Peru
Länge: 115,75 m
Breite: 13,60 m
Tiefgang: 6,5 m
Segelfläche: 3538,75 m²
Besatzung: 255

Der Filmstar unter den Schiffen: „Le Phoenix“ aus Frankreich

Auch „Le Phoenix“ läuft Bremerhaven zur SAiL zum ersten Mal an. Dennoch könnte der elegante Zweimaster vielen Besuchern irgendwie bekannt vorkommen. Irgendwo hat man das Schiff schon gesehen. Aber wo? Hier kommt die Auflösung: „Le Phoenix“ ist ein Filmstar und hat schon in großen Hollywood-Produktionen und etlichen TV-Serien eine Hauptrolle gespielt.

Anfang der neunziger Jahre war das Schiff von Regisseur Ridley Scott in das 15. Jahrhundert versetzt und für sein Columbus-Epos „1492 – Die Eroberung des Paradieses“ in die Karavelle Santa Maria umgewandelt worden. In der Moby-Dick-Variante „In the Heart oft the Sea“ wird es von einem weißen Riesenwal gerammt. Und in populären Streamingserien wie „Poldark“, „Taboo“ und „Frontier“ spielt sich die Handlung zu großen Teilen auf den Planken der „Le Phoenix“ ab.

Doch die Filmkarriere ist nur ein Kapitel in der abwechslungsreichen Geschichte des Sail-Debütanten. Gebaut wurde der 34 Meter lange Rahsegler 1929 in Bremerhavens dänischer Partnerstadt Frederikshavn als Handelssegler. Stattdessen war es 20 Jahre lang als evangelisches Missionsschiff unterwegs, bevor es für den Frachtverkehr genutzt wurde. Nach Jahren des Verfalls in Florida und einem Eigentümerwechsel glänzte die „Le Phoenix“ über zwei Jahrzehnte lang als pittoresker Drehort für historische Filmproduktionen unter britischer Flagge.

Doch nun fand das Schiff eine neue Bestimmung. Seit 2024 segelt es unter französischer Flagge mit Trainees an Bord, um sie  für die traditionelle Segelkunst auszubilden.  Die „Le Phoenix“ wird in Bremerhaven im Neuen Hafen festmachen. besichtigt werden.

Steckbrief

Schiffstyp: Brigg
Baujahr: 1929
Eigner: Arzao Hag Arzam
Heimathafen: Auray
Nation: Frankreich
Länge über alles: 34 m
Breite: 6,60 m
Tiefgang: 2,60 m
Segelfläche: 390 m²
Besatzung: 8

Vorhut der großen Entdecker: Die Caravelle „Vera Cruz“ kommt aus Portugal

An die Ära der großen Entdeckungsfahrten erinnert die portugiesische  Karavelle „Vera Cruz“, die Bremerhaven zur Sail 2025 zum ersten Mal anläuft. Sie ist ein Nachbau jenes Schiffstyps, der im 15. Jahrhundert  Reisen entlang der westafrikanischen Küste unternahm und damit die portugiesische See- und Kolonialmacht begründete.

Diese Schiffe wurden eingesetzt, um einen Seeweg über den Atlantik vorbei an Afrika nach Indien zu erkunden. Die portugiesische Karavelle war ein schnelles, leicht manövrierbares Schiff von knapp 24 Metern Länge. Sie hatte einen geringen Tiefgang, konnte problemlos die Flüsse der afrikanischen Küste hinauffahren und bei Bedarf sogar mit Rudern angetrieben werden. Initiator dieser Exkursionen war Heinrich der Seefahrer. Bis zu seinem Tode wurden mehr als 2000 Seemeilen westafrikanischer Küstengewässer befahren und kartografiert. Die dabei gewonnenen Kenntnisse in Navigation, Kartografie und Schiffbau waren grundlegend für alle folgenden portugiesischen Entdeckungsfahrten.

Die „Vera Cruz“ wurde im Jahr 2000 auf der Werft Vila do Condo im Rahmen der Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Entdeckung Brasiliens gebaut. Sie dient seither dazu, insbesondere jungen Menschen Segeltraining und Meereserlebnisse zu ermöglichen und sie an Wettbewerben teilnehmen zu lassen. Der portugiesische Segelausbildungsverband Aporvela arbeitet dafür mit sozialen Institutionen zusammen, um die persönliche Entwicklung benachteiligter oder gefährdeter junger Menschen zu fördern.

Das Schiff bewahrt zwar das äußerliche Erscheinungsbild seiner historischen Vorfahren, wurde jedoch modernisiert, um der Besatzung während der langen Reisen ein Mindestmaß an Komfort zu bieten. Die „Vera Cruz“ kommt aus Antwerpen nach Bremerhaven und kann während der Liegezeit vom 13. bis 17. August ebenfalls im Neuen Hafen besichtigt werden.

Steckbrief

Schiffstyp: Nachbildung einer Karavelle
Baujahr: 2002
Eigner: A Ponvela
Heimathafen: Lissabon
Land: Portugal
Länge: 23,82 m
Breite: 6,55 m
Tiefgang: 3,6 m
Segelfläche: 430 m²
Besatzung: 21

Wir informieren Bremerhaven kostenlos! Immer!

Neuer Leuchtturm mit Tunnelrutsche auf Spielplatz in Weddewarden eröffnet

Am Donnerstag, dem 10. Juli 2025, um 15.00 Uhr wurde die Teilumgestaltung des Spielplatzes „Schulpfad“ in Weddewarden freigegeben.

Die Kinder, Jugendlichen und Eltern aus Weddewarden haben sich eine Umgestaltung des Spielplatzes gewünscht. Dort, wo ehemals ein marodes trauriges kleines Klettergerät stand, erstrahlt jetzt der neue Leuchtturm mit Rutsche.

Die Bürgergemeinschaft Weddewarden war proaktiv auf das Gartenbauamt Bremerhaven zugekommen und im Frühjahr 2024 wurde in einem Planungsworkshop mit Kindern und Jugendlichen überlegt, wie der Spielplatz aufgewertet werden könnte. Herausgekommen ist dann durch die Planung des Gartenbauamtes ein Gestaltungskonzept, von dem nun ein erster Bauabschnitt realisiert werden konnte.

Nun steht er da, der sechs Meter hohe Leuchtturm, der eine Besonderheit aufweist: Der Spielgerätehersteller hat sich darauf eingelassen, eine Röhrenrutsche von einem anderen Spielgerät, das im Stadtgebiet abgeräumt werden musste, im Leuchtturm zu integrieren, um schonend mit den Ressourcen umzugehen. Im und am Leuchtturm gibt es auf verschiedenen Kletterebenen viel zu entdecken. Und die Rampe ermöglicht es auch für Kinder, die nicht gut zu Fuß sind, an und in den Leuchtturm zu kommen. Ein kleiner Weg mit Sitzplatz im Schatten führt zum Leuchtturm und lädt zum Verweilen ein. Die Natursteine, die den Weg einfassen sind aus gebrauchtem Material. Wiederverwendet wurde auch die Schaukel, die wo anders nicht mehr gebraucht wurde. So konnten die Kosten im Rahmen gehalten werden.

Weiterhin sind auf dem ganzen Platz nun Drainageleitungen verlegt, so dass der Platz nicht mehr ständig unter Wasser steht.

Mehr Bremerhaven Aktuell findet ihr bei uns auf Facebook und Instagram! Folgt uns!

CSD 2025 in Bremerhaven – Ein voller Erfolg

Rund 1.000 bis 1.200 Menschen nahmen gestern am Christopher Street Day (CSD) teil. Die Demo verlief laut Polizei und Veranstalter friedlich, trotz kleiner rechter Provokationen.

Unter dem Motto „Nie wieder still – loud and proud“ setzte der CSD ein starkes Zeichen für Demokratie, Gleichberechtigung und gegen Queerfeindlichkeit.

Beginn war am Historischen Museum, Abschlusskundgebung auf dem Theodor-Heuss-Platz mit vielfältigem Bühnenprogramm – darunter Reden, Musik und ein politischer Talk mit Vertreter*innen von Bildungseinrichtungen und Gleichstellungsstellen.

Angesichts steigender queerfeindlicher Übergriffe laut Bundesfamilienministerium war der CSD besonders wichtig als Ausdruck für eine offene, solidarische Gesellschaft.

Breites Bündnis aus Ehrenamtlichen, Organisationen und Sicherheitskräften. Die Polizei lobte die positive und kooperative Stimmung.

Das Interesse an Pride-Veranstaltungen wächst laut LSVD wieder, auch in kleineren Städten wie Bremerhaven – ein Signal gegen Ausgrenzung und Intoleranz.

Nordostkaje marode

Die Nordostkaje im Neuen Hafen, die auch als „Grube-Kaje“ bekannt ist, muss aus Sicherheitsgründen teilweise abgesperrt werden.

„Wir haben bei Untersuchungen festgestellt, dass der Großteil der Gründungspfähle derart von der Bohrmuschel zerstört wurde, dass eine Standsicherheit der Kaje nicht mehr ohne Zweifel gegeben ist“, erklärt Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der BEAN, die Eigentümerin der Kajen ist.

Neben dem Verbindungskanal ist die Nordostkaje mit einer Länge von rund 240 Metern der letzte Kajenteil im Neuen Hafen, der noch nicht saniert wurde. „Bei Routinearbeiten im Hafenbecken sind Ende Juni ungewöhnlich viele Teile der Gründungspfähle gefunden worden. Hierbei wurde ein Schadensbild ersichtlich, welches sich der routinemäßigen Überprüfung der Kaje entzieht. Daraufhin haben wir sofort eine tiefergehende Begutachtung der Kajen durch Taucher von Bremenports in Auftrag gegeben“, erklärt Tim Thyen, zuständiger Ingenieur der BEAN. Ergebnis: Von 190 Stützpfählen in der vorderen Pfahlreihe sind 152 so beschädigt, dass sie keine Verbindung mehr zum darüber liegenden tragenden Mauerwerk haben. „Wir gehen nicht davon aus, dass es zu rutschartigen Absackungen kommt, sondern es ist wahrscheinlicher, dass das Mauerwerk unter der kajentragenden Betonplatte wegbröckelt und es langsame Verschiebungen der Kaje gibt. Auszuschließen ist das aber nicht“, so Thyen. Aus Sicherheitsgründen ist die Kaje am heutigen Freitag, den 11. Juli zunächst mit Bauzäunen auf einer Breite von sechs Metern ab der Kaimauer gesperrt worden.

  1. Auswirkungen auf die Sail sind mit der Erlebnis Bremerhaven GmbH bereits abgesprochen. Die Arbeitgebermeile, die entlang der Grube-Kaje errichtet wird, wandert auf die andere Seite der Kaje auf die Schotterfläche vor den Wohnhäusern“, erklärt Schnorrenberger. Auch Schiffe können während der Sail noch an der Kaje festmachen. „Allerdings muss die „Union“ mit ihrem Tiefgang von 6,70 Metern, für den das Hafenbecken dort hätte gespült werden müssen, in den südlichen, bereits sanierten Bereich des Neuen Hafens verlegt werden. Aber zwei kleinere Schiffe – die „SAGRES II“ und die „SHABAB OMAN II“ – mit weniger Tiefgang können dort festmachen“, so Schnorrenberger.

Dass die Kaje saniert werden muss, ist lange bekannt. „Die Planungen für den Neubau der Kaje sind bereits in Auftrag gegeben“, so Schnorrenberger. „Wir hoffen, dass wir die Mittel für die Umsetzung des Neubaus aus dem Fonds der Bundesregierung zur Infrastruktur bekommen“, so Schnorrenberger. Das sei derzeit aber noch unklar.

In der Zwischenzeit sollen erste Ertüchtigungsmaßnahmen stattfinden, die einen weiteren Schadensverlauf an der maroden Kaje verhindern. „Diese Arbeiten wären ohnehin im Vorfeld des Neubaus gemacht worden, die ziehen wir jetzt vor“, so Thyen.

Nordostkaje marode

Die Nordostkaje im Neuen Hafen, die auch als „Grube-Kaje“ bekannt ist, muss aus Sicherheitsgründen teilweise abgesperrt werden.

„Wir haben bei Untersuchungen festgestellt, dass der Großteil der Gründungspfähle derart von der Bohrmuschel zerstört wurde, dass eine Standsicherheit der Kaje nicht mehr ohne Zweifel gegeben ist“, erklärt Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der BEAN, die Eigentümerin der Kajen ist.

Neben dem Verbindungskanal ist die Nordostkaje mit einer Länge von rund 240 Metern der letzte Kajenteil im Neuen Hafen, der noch nicht saniert wurde. „Bei Routinearbeiten im Hafenbecken sind Ende Juni ungewöhnlich viele Teile der Gründungspfähle gefunden worden. Hierbei wurde ein Schadensbild ersichtlich, welches sich der routinemäßigen Überprüfung der Kaje entzieht. Daraufhin haben wir sofort eine tiefergehende Begutachtung der Kajen durch Taucher von Bremenports in Auftrag gegeben“, erklärt Tim Thyen, zuständiger Ingenieur der BEAN. Ergebnis: Von 190 Stützpfählen in der vorderen Pfahlreihe sind 152 so beschädigt, dass sie keine Verbindung mehr zum darüber liegenden tragenden Mauerwerk haben. „Wir gehen nicht davon aus, dass es zu rutschartigen Absackungen kommt, sondern es ist wahrscheinlicher, dass das Mauerwerk unter der kajentragenden Betonplatte wegbröckelt und es langsame Verschiebungen der Kaje gibt. Auszuschließen ist das aber nicht“, so Thyen. Aus Sicherheitsgründen ist die Kaje am heutigen Freitag, den 11. Juli zunächst mit Bauzäunen auf einer Breite von sechs Metern ab der Kaimauer gesperrt worden.

  1. Auswirkungen auf die Sail sind mit der Erlebnis Bremerhaven GmbH bereits abgesprochen. Die Arbeitgebermeile, die entlang der Grube-Kaje errichtet wird, wandert auf die andere Seite der Kaje auf die Schotterfläche vor den Wohnhäusern“, erklärt Schnorrenberger. Auch Schiffe können während der Sail noch an der Kaje festmachen. „Allerdings muss die „Union“ mit ihrem Tiefgang von 6,70 Metern, für den das Hafenbecken dort hätte gespült werden müssen, in den südlichen, bereits sanierten Bereich des Neuen Hafens verlegt werden. Aber zwei kleinere Schiffe – die „SAGRES II“ und die „SHABAB OMAN II“ – mit weniger Tiefgang können dort festmachen“, so Schnorrenberger.

Dass die Kaje saniert werden muss, ist lange bekannt. „Die Planungen für den Neubau der Kaje sind bereits in Auftrag gegeben“, so Schnorrenberger. „Wir hoffen, dass wir die Mittel für die Umsetzung des Neubaus aus dem Fonds der Bundesregierung zur Infrastruktur bekommen“, so Schnorrenberger. Das sei derzeit aber noch unklar.

In der Zwischenzeit sollen erste Ertüchtigungsmaßnahmen stattfinden, die einen weiteren Schadensverlauf an der maroden Kaje verhindern. „Diese Arbeiten wären ohnehin im Vorfeld des Neubaus gemacht worden, die ziehen wir jetzt vor“, so Thyen.

Lloyd Gymnasium und Schulzentrum Geschwister Scholl ausgezeichnet

Bremerhavener Schulen wurden beim diesjährigen Durchgang des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten mit hohen Preisen ausgezeichnet.

Das aktuelle Thema des Wettbewerbs lautete: „Bis hierhin und nicht weiter? Grenzen in der Geschichte“.

17 Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte des Lloyd Gymnasiums errangen einen der begehrten Landessiege (Tutorin: Antje Neumann, Lloyd Gymnasium). Dazu arbeiteten sie mit lokalen Quellen im Stadtarchiv oder erkundeten die Geschichten in ihren eigenen Familien oder im Bekanntenkreis. Herausgekommen ist ein Schulbuch: „Über Grenzen – Migration nach Bremerhaven und umzu 1945-1990. Ein Schulbuch für die 10. Klasse“, welches beispielhaft die Geschichten der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, der Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten, der amerikanischen Besatzungssoldaten, der Geflüchteten aus der DDR, der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter und der aus Osteuropa nach Bremerhaven Eingewanderten zeigt.

Das Theaterstück „Grenzen überschreiten!“ des Schulzentrums Geschwister Scholl, das von 19 Schülerinnen und Schüler der zwölften Klasse und ihrer Tutorin Ellen Lindek gestaltet wurde, wurde als bester Gruppenbeitrag im Land Bremen ausgezeichnet. In dem Theaterstück wird die aktuelle politische Debatte um die Migration mit individuellen Fluchtgeschichten in Zusammenhang gebracht und historisch betrachtet.

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten findet alle zwei Jahre statt. Er lädt dazu ein, sich mit regionalen oder familiengeschichtlichen Themen zu befassen, vor Ort in Archiven zu recherchieren, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu befragen und Geschichte kreativ zu gestalten. Teilnehmen können Kinder und junge Erwachsene bis 21 Jahre.

Wichtige Hinweise erhalten interessierte Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte unter stadtarchiv@magistrat.bremerhaven.de. Weitere Informationen gibt es unter https://koerber-stiftung.de/projekte/geschichtswettbewerb/.

Bremerhaven Aktuell: Zukunft im Werftquartier – Öffentliche Infoveranstaltung 

Auf dem Gelände der Seebeck-Werft entsteht das Werftquartier.

Im Zuge der weiteren Entwicklung des Werftquartiers lädt die Stadt Bremerhaven alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich zur öffentlichen Informationsveranstaltung am Mittwoch, den 16. Juli 2025, um 18.30 Uhr ins Theater im Fischereihafen (TiF) ein.

Im Zentrum des Abends stehen zwei richtungsweisende Projekte: der Bebauungsplan Nr. 501 „Külkenhalbinsel“, auf dessen Grundlage ein neues Wohnquartier entstehen soll, sowie der Bebauungsplan Nr. 500 „Die Werft“, zu dem die Seebeck Werftquartier GmbH ihre Pläne vorstellen wird. Zudem informieren das Stadtplanungsamt und die Wirtschaftsförderung BIS über die Ergebnisse der bisherigen Bürgerbeteiligung, den aktuellen Stand zum geplanten Mobility Hub sowie den Wettbewerb zur Werfthafenbrücke.

Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr und wird ungefähr zwei Stunden dauern. Neben den Vorträgen besteht die Möglichkeit zum offenen Austausch mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Geburtstag und junger Matjes: Doppelter Grund zum Feiern

Es gibt doppelten Grund zum Feiern im Schaufenster Fischereihafen in Bremerhaven: Die Genuss- und Erlebnismeile feiert ihren 33. Geburtstag und gleichzeitig die Ankunft des „nieuwe Haring“ aus den Niederlanden. Vom 11. bis 13. Juli werden zu den Bremerhavener Matjestagen & Hafenspektakel rund 50.000 Besucher erwartet.  Premiere für die Traditionsveranstaltung:  eine geführte „Matjes-Tour“ soll den beliebten Hering auf völlig neue Weise erlebbar machen. Und wie jedes Jahr wird das Matjesbrötchen einen Meter länger.

Der Geburtstag des Schaufensters Fischereihafen geht zurück auf den 11. Juli 1992, als die Werbegemeinschaft rund um die Packhalle IV erstmals zu einem kleinen Fest einlud. Damals war der heutige Marktplatz noch kaum befestigt, es gab nur wenige Stände – aber dafür umso mehr Enthusiasmus. Schnell etablierte sich das „Hafenspektakel“ in der ersten Juli-Hälfte als feste Größe im Veranstaltungskalender – mit Matjes, Musik und maritimem Lebensgefühl entwickelte sich eines der beliebtesten Hafenfeste Bremerhavens. Besucher:innen erwartet Matjes in all seinen Variationen, Live-Musik, ein Kinderprogramm sowie jede Menge kulinarische Highlights – unterstützt vom Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds. „Es freut uns sehr, diese traditionsreiche Veranstaltung nun erstmals als Erlebnis Bremerhaven zu gestalten und weiterzuentwickeln“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der kommunalen Gesellschaft für Touristik, Marketing und Veranstaltungen.

Der Matjes wird „direkt vom Messer“ serviert

In der Matjespagode auf dem Marktplatz zeigen Filetiermeister Lammert Wiersema aus Groningen und sein Team ihr Können und filetieren die Heringe in atemberaubendem Tempo. Direkt „vom Messer“ serviert, ist der Matjes hier ein besonderes Erlebnis. Für Genießer gilt: Den Matjes am Schwanz packen, über den Kopf heben und dann genüsslich in den Mund gleiten lassen – so schmeckt er traditionell am besten. Am Sonntag wächst dann auch das legendäre und in ein paar Jahren sicher längste Matjesbrötchen der Welt weiter. Was 2012 mit 20 Metern begann, erreicht 2025 stolze 33 Meter Länge. Ab 13:33 Uhr wird das Riesenbrötchen vor Fiedlers Fischmarkt portionsweise verkauft. Der Erlös geht an die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei.

Tipps von Grillprofis und Räuchermeistern

Holländische Matjeskarren, Herman’s Riesen-Backfisch, Käse und frisch gebackene Poffertjes lassen niederländisches Flair direkt am Fischereihafen entstehen. Rund um den Marktplatz dreht sich außerdem alles um Fischfang und -verarbeitung. Die Multivision „Fischbahnhof 360°“ bietet Einblicke in nachhaltigen Fischfang und die Geschichte des Fischereihafens. Grillprofis und Räuchermeister geben täglich Tipps zur Fischzubereitung – inklusive Verkostung.

Urlaubsfeeling am Hafen

Mit Tonnen von feinem Sand, Strandkörben und Liegestühlen entsteht am Marktplatz eine kleine Oase. Frische Fischgerichte, kühle Drinks und der Blick aufs Wasser laden zum Verweilen ein.

Premiere: Die neue „Matjes-Tour“

Zum 33. Geburtstag bietet das Schaufenster Fischereihafen erstmals eine exklusive „Matjes-Tour“ an – eine kulinarische Entdeckungsreise rund um den Matjes und die Geschichte des traditionsreichen Fischereihafens, der längst eine der beliebtesten Besucherattraktionen der Stadt ist. Am 12. und 13. Juli starten jeweils um 11 und 15 Uhr rund 90-minütige Führungen. Unter fachkundiger Leitung tauchen die Teilnehmenden in die Welt des Fischfangs und der Verarbeitung ein und lassen sich von Lammert Wiersema und seinem Handwerk in der Matjes-Pagode beeindrucken. Die Gäste verkosten den handfiletierten Nieuwe Haring, bevor in Fiedlers Fischmarkt 1906 Kräuter-, Bärlauch- und Aalrauchmatjes auf neugierige Gaumen warten. „Wir möchten den Gästen die über 125-jährige Geschichte des Fischereihafens näherbringen und gleichzeitig zeigen, welche Vielfalt es hier zu entdecken gibt“, erklärt Chiara Rogge, Veranstaltungsmanagerin bei der Erlebnis Bremerhaven.

Die Tour ist für 15 Euro in den Tourist-Infos und online buchbar http://www.bremerhaven.de/tickets

Musik, Motoren und Mitmachaktionen

Neben kulinarischen Genüssen lockt zum Hafenspektakel auch ein Bühnenprogramm: Am Freitagabend eröffnet die Band Blancke(r) Sound mit kraftvollem Soul, am Sonnabend sorgen der 50-köpfige Shantychor Oosterstörm aus Groningen, der Seemannschor Bremerhaven und das Dirty Royal Orchestra aus Hamburg für Stimmung. Am Sonntag stehen die Jungs vom Nordseedeich, der Seemannschor Debstedt, die Original Fishtown Singers und Rolf Buers auf der Bühne.

Für kleine Gäste gibt es ein Kinderprogramm mit Walk-Acts, Bastelaktionen, Kinderschminken und Luftballonmodellage. Radio Teddy gestaltet am Samstag eine Bühnenshow.

Abgerundet wird das Fest mit dem das US-Car-Treffen „Fish & Cars“, zu dem mehr als 150 glänzende Klassiker amerikanischer Automobilkunst entlang des Hafenbeckens erwartet werden.

Öffnungszeiten & Kontakt

11. Juli: 15:00 – 22:00 Uhr

12. Juli: 11:00 – 22:00 Uhr

13. Juli: 11:00 – 18:00 Uhr

Ort: Schaufenster Fischereihafen Bremerhaven

Torwart mit Seeblick in Bremerhaven

Schleusenwärter feiern 20-Jähriges Bestehen der Schleuse am Neuen Hafen

Mehr als 5000 Schleusungen pro Jahr, Segelboote, Motorschiffe und Schlepper, rund 195.000 geschleuste Schiffe seit der Eröffnung – die Bilanz der Schleuse am Loschen-Leuchtturm kann sich sehen lassen. Am 7. Juli 2005 öffneten sich die Schleusentore als Zufahrt zum Neuen Hafen zum ersten Mal. Seitdem ist das 50 Meter lange und 14 Meter breite Bauwerk die wichtigste maritime Zufahrt zu den Havenwelten in Bremerhaven.

Ein Knopfdruck setzt 120 Tonnen Stahl in Bewegung

Mit einem einzigen Knopfdruck am Bildschirm setzt Uli Keller 120 Tonnen Stahl in Bewegung. Er öffnet die beiden Außentore der Schleuse. Wasser schießt von der Weser in die Schleusenkammer, hebt den Wasserstand langsam an. „Acht Grad Öffnung der Tore für den Wasseraustausch, mehr nicht. Ein kleiner Spalt reicht“, sagt der Schleusenwart mit mahnend erhobenem Finger. Er sitzt im Kontrollturm der Schleuse am Neuen Hafen, hat die Schiffsbewegungen auf der Weser und im Hafenbecken im Blick. In der Schleusenkammer liegt eine schicke Holzyacht, die in Richtung Helgoland ausschleusen will.

Hier wird mit dem Druck des Wassers gearbeitet

„Unsere Schleuse ist etwas ganz Besonderes“, ergänzt Frank Gieseler. Er ist aktuell Sprecher des insgesamt zehnköpfigen Wärterteams. „Die Tore sind wie Halbschalen geformt und fahren in einer Kreisbewegung zusammen. Andere Schleusen haben Tore, die seitlich eingezogen werden und der Wasserausgleich muss aufwändig über Pumpen erfolgen. Wir hingegen arbeiten mit dem Wasserdruck und lassen das Wasser durch eine leichte Toröffnung ein- und ausströmen – nachhaltiger geht es nicht.

Diese Technik ist auf der Welt beinahe einzigartig

Nur drei weitere solcher Schleusen gibt es in England und Frankreich. Ob die Schleusenwärter stolz darauf sind? „Auf jeden Fall“, nicken die beiden Männer in ihren weißen Polo-Shirts sofort. Stolz sind sie auch auf das gute Verhältnis zu den Skippern und Schiffsführern. Tatsächlich haben Segler dem Team sogar schon ein Transparent überreicht: „Hier werden Sie vom besten und freundlichsten Schleusenteam Deutschlands betreut.“ Die 12-Meter-Yacht in der Schleusenkammer setzt sich nun in Bewegung. Uli Keller hat inzwischen das Schleusentor komplett geöffnet. Der Wasserstand zwischen Weser und Schleuse ist ausgeglichen.

„Der Ton hier ist freundlich, aber bestimmt. Wir müssen ja den Betrieb reibungslos am Laufen halten. Wenn einer trödelt oder an der falschen Stelle in der Schleusenkammer angelegt, dann kriegt er über die Lautsprecher schon mal ein Kommando – oder direkt von oben über die Brüstung“, lacht Frank Gieseler. Schon knackt und rauscht es im Funkgerät. Ein Motorboot ist in der Anfahrt auf der Weser und will noch in die Schleuse, bevor Uli Keller die Tore wieder schließt. Drei Segelboote sind schon weserseitig eingefahren und warten in der Kammer auf das Einschleusen in den Neuen Hafen.

Das Fernglas gehört noch zur Ausrüstung

„Wo seid ihr denn?“, fragt Uli Keller über Funk. Frank Gieseler sucht mit dem Fernglas die Weser ab. „Ich sehe ihn, da hinten, der Lütte. Der soll mal den Hebel auf den Tisch legen.“ Übersetzt in der Seemannssprache: „Der Kleine“ soll „Gas geben“. Von sechs Uhr morgens bis 22 Uhr abends ist der Schleusentower am Neuen Hafen in der Hauptsaison besetzt. Die Schleusenwärter sind zumeist Ruheständler, die aus der Seefahrt kommen. Als finanziellen Ausgleich gibt es monatlich 556 Euro.

„Uns geht es vor allem um die Freude am Job, um die See, die Schiffe und die Menschen darauf“, erzählt Frank Gieseler. Erlebnisse hatten die Schleusenwärter schon reichlich. Das reicht vom Kajakfahrer ohne Funk oder Telefon, der von der Weser aus per Handzeichen eingeschleust wurde, bis zum Stand-Up-Paddler, der vom Neuen Hafen ausschleusen wollte. „Dem habe ich dann aber gesagt, er soll bitte sein Board in die Hand nehmen und eben über den Deich rüber zur Weser gehen“, grinst Uli Keller. „Das Schleusen hier ist zwar kostenlos, aber es müssen auch Grenzen gesetzt werden.“

Selbst die große „Alexander von Humboldt II“ wurde geschleust

Grenzen getestet hat der ehemalige Schleusenwärter Peter Burhorn, der auch Kapitän des Dreimasters „Alexander vom Humboldt“ war. „Peter hat es tatsächlich geschafft, die 65 Meter lange „Alex“ hier in die eigentlich 50 Meter lange Schleuse zu bekommen“, erzählt Frank Gieseler. Was klingt wie Seemannsgarn hat eine technische Erklärung. Die Schleuse am Neuen Hafen verfügt weserseitig über zwei zusätzliche Tore, die bei einer Sturmflut als Deichschutz zugefahren werden können.

„Damit sind wir dann bei 62,5 Meter Gesamtlänge für die Schleuse, und Peter hat noch dazu den hohen Wasserstand ausgenutzt. So lag die „Alexander von Humboldt II“ hier praktisch millimetergenau in der Schleuse mit dem Bug am vorderen Schleusentor und hat mit dem Bugspriet vorne rüber in den Neuen Hafen geragt“, sind die beiden Schleusenwärter heute noch fasziniert.

Zur SAiL wird es wieder voll werden

Als nächstes Großereignis steht den Schleusenwärtern den SAiL 2025 bevor. Vom 13. bis 17. August werden rund 250 Segel- und Motorschiffe in Bremerhaven erwartet. „Da wird neben der Kaiser- und der Nordschleuse auch jede Menge über unsere Schleuse gehen. Es war eine kluge Entscheidung, vor 20 Jahren hier die 25 Millionen Euro in den Schleusenbauzu investieren – allein schon wegen der Sportboot-Marina, die es seitdem ebenfalls hier im Neuen Hafen gibt“, nickt Frank Gieseler. Sein Kollege tippt ihm auf die Schulter. „Da kommt er.“  Das angekündigte Motorboot fährt in die Schleuse. Uli Keller drückt am Bildschirm auf die Schaltfläche für die Schleusentore. „Dann wollen wir mal wieder – Tore zu.“

Auf einen Blick:

Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag der Schleuse Neuer Hafen

Sonnabend, 12. Juli 2025, 11 bis 16 Uhr

11.00 Uhr           maritime Live-Musik von Jan-Hendrik Ehlers

11.15 Uhr           kleine Geburtstagsansprachen und Interviews

12.00 Uhr           Live-Musik vom singenden Schleusenwärter Uli Keller

13.00 Uhr           Maritime Live-Musik

16.00 Uhr           Ende der Veranstaltung