Bremerhavens Hafenkräne erzählen Stadtgeschichte

Sie waren einst das Rückgrat des Hafens, heute sind sie technische Denkmäler mit Charakter: In der neuen Vier-Kräne-Tour des „BremerhavenGuide“ werden vier eindrucksvolle Hafenkräne vorgestellt, die einst für den Güterumschlag unverzichtbar waren und nun als markante Zeugnisse der Industriekultur faszinieren. Die Tour lädt alle Interessierten zur Entdeckungsreise durch die Hafengeschichte der Seestadt ein – multimedial, kostenlos und jederzeit per App abrufbar.

Industriegeschichte hautnah – digital vermittelt

Die Tour ist Teil der offiziellen Bremerhaven-App „BremerhavenGuide“ und richtet sich sowohl an Gäste als auch an Einheimische. Wer die Tour startet, begibt sich auf eine informative Reise zu vier Kränen am Neuen Hafen, im Museumshafen und an der Geeste. „Jeder dieser Kräne steht stellvertretend für eine Epoche der Hafenentwicklung“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH.  Die kommunale Gesellschaft für Touristik, Marketing und Veranstaltungen hat die Tour konzipiert. „Die Kräne erzählen nicht nur von technischer Raffinesse, sondern auch vom Wandel einer Stadt, deren Identität eng mit dem Hafen verknüpft ist.“

Vier Kräne – vier Geschichten

  • Halbportalkran (1925): Gebaut in Bremerhaven, war der Kran wie Dutzende baugleiche bis 1977 im Einsatz. Heute steht er als Wahrzeichen und letzter seiner Art in der Stadt im Museumshafen und erinnert an die Blütezeit der Stückgutverladung.
  • Dampf-Rangier-Kran (1939): Ein seltenes Exemplar mit Dampfantrieb und 360-Grad-Drehung. Ursprünglich auf einer Yachtwerft genutzt, gehört er heute zu den Exponaten des Deutschen Schifffahrtsmuseums.
  • Kiesverladekran (1959): Am Nordende des Neuen Hafens zeugt der „Grube-Kran“ von der Industriegeschichte des Areals. Der Kran hat 50 Jahre lang dort Sand und Kies umgeschlagen und war bis 2009 in Betrieb.
  • Werftkran (1956): Der Drehkran der einst renommierten Rickmers Werft konnte Lasten bis zu 20 Tonnen heben und steht noch immer am Geesteufer als Symbol für Bremerhavens große Werfttradition. Weil die Kaje marode ist, soll der Kran bald gedreht und auf ein neues Fundament gesetzt werden.

Ein neuer Blick auf alte Riesen

Die Vier-Kräne-Tour vereint Hintergrundinformationen mit anschaulicher Technikgeschichte. Die App bietet dabei nicht nur deutsche, sondern auch englische Inhalte – ideal für internationale Gäste. „Mit der Tour möchten wir historische Infrastruktur erlebbar machen und ein neues Bewusstsein für die Bedeutung dieser stillen Zeitzeugen schaffen“, so Gerber.

Die Tour ist ab sofort kostenlos im „BremerhavenGuide“ verfügbar – einfach App herunterladen, Tour auswählen und Bremerhavens Industriegeschichte entdecken. Die offizielle City-App hat sich als einer der beliebtesten Stadtführer etabliert. Sieben Rundgänge durch Bremerhaven begleitet sie digital mit Text, Audio, Foto und Videobeiträgen. Für ein barrierefreies Hörerlebnis stehen die Texte als Audio-Dateien in der App zur Verfügung. Eine interaktive, digitale Stadtkarte zeigt die Positionen der Sehenswürdigkeiten sowie den Weg dorthin.

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite der Stadt Bremerhaven:

https://www.bremerhaven.de/de/tourismus/touren-ausfluege/bremerhavenguide.130452.html

Die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven (Stäwog) hat gemeinsam mit den Partnern Stadtbibliothek und dem Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) sowie den Verantwortlichen in Magistrat und Politik erste Erkenntnisse aus der Fertigstellung der Machbarkeitsstudie für das ehemalige Karstadt-Areal vorgestellt.

„Wir haben Erkenntnisse gewonnen, wie wir einen Ort in der Innenstadt schaffen könnten, der diese belebt und an dem sich alle Generationen und gesellschaftliche Gruppen treffen, begegnen und wohlfühlen“, fasst Oberbürgermeister Melf Grantz zusammen. Bürgermeister Torsten Neuhoff ergänzt: „Aus stadtplanerischer Sicht brechen wir alte Strukturen auf und betreiben dringend notwendige Stadtreparatur.“

Seit Ende des Jahres 2024 hat die Stäwog die Machbarkeitsstudie in mehreren Workshops und Gruppentreffen mit den potentiell Beteiligten erarbeitet. „Geleitet hat die Studie die Expertin für Dritte Orte, Julia Bergmann“, erklärt Sieghard Lückehe, Geschäftsführer der Stäwog. Der Auftrag der Stadt an ihre Gesellschaft war, eine attraktive Verbindung zwischen Havenwelten und Innenstadt zu entwickeln, mit einem nachhaltigen Konzept für einen lebendigen Ort, der langfristig und verlässlich Leben in die Innenstadt bringt. „Wichtig war außerdem, dass der Dritte Ort gleichermaßen für Bremerhavenerinnen und Bremerhavener sowie für Gäste attraktiv ist“, so Lückehe. Grantz ergänzt: „Wir wollen die Stärken und Partner Bremerhavens nutzen, um ein echtes Leuchtturmprojekt entstehen zu lassen.“

Das könnte insbesondere durch die Wahl der Beteiligten gelingen. „Unser Alleinstellungsmerkmal in Bremerhaven ist die Zusammensetzung der Partner, die künftige Mieter des neuen Gebäudes werden könnten“, betont Bergmann. So sei es bundesweit einzigartig, dass eine Stadtbibliothek und das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) gemeinschaftlich einen Ort betreiben, an dem sich Bürgerinnen und Bürger, Gäste, aber auch Touristinnen und Touristen treffen, austauschen und bilden können. „Die Angebote werden überwiegend kostenlos nutzbar sein“, so Bergmann. Oliver Engelhardt, Mitglied der Geschäftsführung im DJH-Landesverband Unterweser-Ems, erklärt: „Als anerkannte außerschulische Lernstandorte Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) teilen unsere Jugendherbergen die Werte Chancengleichheit, Inklusion, Kultur, Information, Wissen und Nachhaltigkeit mit der Stadtbibliothek. Das macht eine mögliche Zusammenarbeit am Standort Bremerhaven – neben den hervorragenden Bildungsangeboten etwa durch das Klimahaus in Bremerhaven – so spannend.“ Paula Sophie Prüßner, Leiterin der Bremerhavener Stadtbibliothek, ergänzt: „Wir haben beide das Ziel, mit unserer Programmarbeit und unseren erlebnispädagogischen Bildungsangeboten soziales Engagement zu fördern und die Demokratie zu stärken. Die Stadtbibliothek ist bereits jetzt ein wichtiger Ort für die Stadtgesellschaft und wir haben den Anspruch mit unseren Angeboten und Services aktiv zum Gemeinwohl beizutragen.“

Auch architektonisch sollen sich diese Werte widerspiegeln. „Wir werden das Gebäude von innen heraus entwickeln und optimal auf die Nutzungsmöglichkeiten abstimmen“, erklärt Björn Grote, Projektleiter der Stäwog. Entsprechend sei das Bielefelder Architektenbüro Baulampe mit der Entwicklung eines Innenraumkonzeptes beauftragt worden. „Das Gebäude soll lichtdurchflutet, mit hohen, luftigen Räumen sein, die zum Ankommen und Verweilen einladen, ebenso aber auch Lust aufs Entdecken machen“, erklärt Architekt Mario Nolle. Im Erdgeschoss sollen deshalb neben der Gastronomie und der Rezeption bereits Bereiche für ein MINT-Labor und ein Geschichtenlabor untergebracht sein. „Das Gebäude soll so aufgebaut sein, dass man von jedem Stockwerk aus Blickbeziehungen in das nächste Stockwerk herstellen kann“, so Nolle weiter. Neben einer Familien- und einer Jugendbibliothek im ersten Obergeschoss soll es dort Platz für Do-It-Yourself-Labore geben. Im zweiten Obergeschoss soll die Erwachsenenbibliothek mit entsprechenden Lerninseln entstehen sowie ein Veranstaltungssaal und der Stadtbalkon, eines der Highlights.

Die Zimmer der möglichen Jugendherberge würden darüber in einem „Turm“ mit drei weiteren Ebenen untergebracht werden, der gleichzeitig eine architektonische Spannung zum dahinterliegenden Columbus-Center darstellt. Das erläuterte Julian Döneke von Gerber Architekten, deren Aufgabe die Übertragung der Nutzerinnen-Anforderung in eine mögliche Gebäudeform war. „Eine dreistöckige Scholle mit dreistöckigem Turm wäre eine Möglichkeit, das Gebäude wäre zur neuen Sichtachse offen ausgerichtet und würde so zur Belebung beitragen“, so Döneke.

„Die Architekten haben deutlich aufgezeigt: Wir müssen neue Wege gehen, wenn wir erfolgreich sein wollen“, erklärt Oberbürgermeister Melf Grantz. Dass selbst Teile des ehemaligen Karstadt-Gebäudes nicht für die Zukunft nutzbar seien, habe die Machbarkeitsstudie ebenfalls deutlich aufgezeigt. „Das Gebäude zu erhalten ist nicht möglich und würde auch keine Zeit- oder Kostenersparnis bringen“, so Grantz.

Der Oberbürgermeister bezeichnet die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie als äußerst gelungen und bedankt sich bei den Beteiligten ausdrücklich für die bisher geleistete Arbeit. „Sie ist jetzt Grundlage für die nächsten Schritte. Wir wollen das Projekt in einem Integrierte-Projekt-Allianz-Verfahren weiterentwickeln und realisieren. Im ersten Schritt werden wir dafür einen Teilnahmewettbewerb für die Architektenleistungen auslösen. Im weiteren Verlauf des Verfahrens werden kreative, gestalterische Lösungsansätze eines der Auswahlkriterien für das künftige Planerteam sein“, so Grantz. Ziel sei, bis Ende 2029, wenn der Mietvertrag der Stadtbibliothek im Hanse Carré ausläuft, das neue Gebäude fertiggestellt zu haben. Das sei zwar sehr ambitioniert, aber Lückehe ergänzt: „Wir haben mit dem IPA-Verfahren bei den Schulneubauten sehr gute Erfahrungen gemacht. Wenn wir dieses Projekt auch so angehen, werden ab Anfang 2026 bereits die ausführenden Unternehmen mit am Tisch sitzen. Die Erarbeitung eines straffen Zeitplans wird dann eine der wichtigsten Aufgaben sein.“

Neuhoff erklärt: „Wir versetzen die Stäwog in die Lage, die Planungen sowie das Gebäude vorzufinanzieren. Über die Mietzahlungen refinanziert sich das Projekt am Ende der Laufzeit. Das ist ein deutlicher Vorteil zur Zusammenarbeit mit privaten Investoren.“

Die Bürgerinnen und Bürger erhalten beim nächsten Bürgerdialog am Donnerstag, dem 24. April 2025, um 18.30 Uhr im Deutschen Auswandererhaus die Möglichkeit, sich die Erkenntnisse der Machbarkeitsstudie erläutern zu lassen. „Wir freuen uns auf rege Beteiligung“, so Grantz.

Die Stadtreinigung der Entsorgungsbetriebe Bremerhaven (EBB) sorgt ab sofort umweltfreundlicher und effizienter für eine saubere Stadt.

Mithilfe der Haushaltsmittel aus der Sicherheits- und Sauberkeitsoffensive in Höhe von 35.000 Euro konnten die EBB mehrere Elektro-Geräte anschaffen. „Diese sind deutlich leiser und leichter in der Handhabung und ermöglichen eine effizientere Arbeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt Stadtrat Hans-Werner Busch, Dezernent für die EBB.

Neben den Kehrmaschinen, die für die Reinigung der Straßen eingesetzt werden, nutzt die EBB zur Reinigung von kleinteiligen oder schwer zugänglichen Flächen wie etwa Parkplätze, neben Besen und Schaufel vor allem Laubgebläse und Motorsensen. Diese werden, sobald sie nicht mehr nutzbar sind, ab sofort durch Elektromodelle ersetzt. „Die sind nicht nur umwelt- und bedienfreundlicher, sondern auch zeitsparend“, so Busch. Die Elektrogeräte benötigten beispielsweise keinen langen Startvorgang und müssten nicht vor Ort betankt werden. Zusätzlich seien die Reinigungsteams jeweils mit einer E-Wildkrautbürste und einem E-Handsauger ausgestattet worden. „Wildkrautbürsten werden dort eingesetzt, wo der Einsatz einer selbstfahrenden Kehrmaschine nicht möglich ist. Handsauger werden auf Untergründen gegen Littering (z.B. Zigarettenkippen, Taschentücher etc.) eingesetzt, auf denen man nicht Fegen kann, wie zum Beispiel Kies oder Rasen“, erklärt Busch.

Die Ausstattung der Reinigungsteams mit Elektrohandmaschinen, die auf die unterschiedlichen Einsätze spezialisiert sind, ermögliche eine ganzheitliche Reinigung des Einsatzortes betont Busch. „Die Maschinen sind klimafreundlich und geräuscharm. Dadurch ist ein Einsatz in der Innenstadt und auch am Wochenende möglich.“

Die Innenstadt liegt dem Dezernenten besonders am Herzen: „Um das Abfallaufkommen in der Innenstadt am Sonntag durch zu früh herausgestellte Abfallbehälter und Säcke zu entlasten, wurde im Einvernehmen mit der Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft (BEG) die Abfallabfuhr in 2025 von Montag auf den Dienstag verschoben. Weiterhin wurden von der EBB insgesamt 4 Elektrokehrmaschinen in 2024 beschafft, um die Anforderungen der Innenstadt und der touristischen Gebiete zu erfüllen, aber natürlich auch, um die CO2-Bilanz zu verbessern.“ Die Maschinen haben als weiteren Vorteil ein leichteres Gewicht. Zwei dieser Multifunktionsgeräte werden daher im Winterdienst auf Radwegen eingesetzt, weil sie die Fahrradwege schonen, die häufig mit Gehwegplatten gepflastert sind. Die Maschinen wurden als Ersatz für verbrauchte Dieselmaschinen beschafft. Dabei konnten Zuschüsse des Bundes genutzt werden.

Nicht nur zu Ostern kommt der Fisch aus Bremerhaven

Wenn man bereits als 5-Jähriger lieber einem frisch gefangenen Kabeljau in die Augen sieht als einem Teddybären, dann ist der Berufsweg eindeutig bestimmt. Fischmeister André Vogt ist gelebtes Meer und steht für die Fischvielfalt im Bremerhavener Fischereihafen als deutsches Fisch- und Lebensmittelzentrum. Für das kommende Osterfest hat er die sorgfältige Fischauswahl im Blick.

Einen Schwertfisch sieht man nicht alle Tage

Das frische Eisbett in der Auslage im Schaufenster Fischereihafen spricht Bände. Mehr als 20 verschiedene Fischsorten und Meeresfrüchte liegen hier. Jeden Tag kommen Interessierte in Fiedlers Fischmarkt Anno 1906 – und sei es nur, um zu gucken und zu staunen. „Das hier ist Schellfisch, hier haben wir ganzen Lachs, da drüben liegt Rotbarsch und das hier ist ein Schwertfisch – wie man deutlich sieht“, zwinkert André Vogt seinen Kunden über den Tresen zu, während er den gut 40 Kilogramm schweren Fisch hochhält.

Fotos werden gemacht und erstaunte Kommentare abgegeben. „Die Leute sehen ja heutzutage nicht mehr so oft einen ganzen Fisch“, sagt André Vogt. „Was sie kennen, ist das fertige Filet und da sind ja keine Flossen mehr dran.“ Er selber ist schon mit 17 Jahren das erste Mal mit einem Fischdampfer zur Fangfahrt ausgelaufen. Vor der schottischen Küste war das, im Jahr 1981, als es die DDR noch gab.

„Gebürtig komme ich aus Rostock, aus einer alteingesessenen Fischerfamilie“, erzählt er. Großvater, Vater, Brüder, die Nachbarn im Mehrfamilienhaus und gefühlt die gesamte Straße – irgendwie waren sie alle Fischer oder hatten mit Fisch zu tun. Andere Kinder haben auf der Straße gespielt – André Vogt hat mit dem Filettiermesser das fachgerechte Zerteilen eines Fischs geübt. Dafür ist er selbst in den Sommerferien jeden Tag von Rostock nach Warnemünde gefahren, hat dort auf einem Kutter bei der Fischverarbeitung geholfen.

Wichtig: das richtige und scharfe Messer

„So schwer ist das mit dem Filetieren gar nicht. Man muss nur das richtige und vor allem scharfe Messer haben und abhängig vom Fisch an der richtigen Stelle entlang der Hauptgräte schneiden“, erklärt der Fischmeister. Dass dabei sein kleiner Finger wie ein charmanter Enterhaken ein bisschen zur Seite steht, stört ihn nicht. „Naja, da habe ich mal reingeschnitten und die Sehne erwischt. Das Leben an der Küste ist hart“, sagt er und lacht unbeschwert.

Mit seinem gestreiften Fischerhemd und dem meeres-rauen Tonfall ist André Vogt längst zu einem Bremerhavener Original geworden. Heimweh zur Ostsee hat er nicht – und das aus gutem Grund. „Gleich hier vorn liegt ja der Fischdampfer „Gera“, das ist der letzte Seitenfänger Deutschlands. Das Museumsschiff hat den Heimathafen Rostock. Wenn ich ein bisschen Ostsee spüren will, setze ich mich einfach vors Schiff auf den Poller“, zuckt er mit den Schultern.

Bremerhaven: Hauptstadt der Fischstäbchen

Seiner Sehnsucht nach Meer und Fisch kann André Vogt im Fischereihafen von Bremerhaven ohnehin mehr als gerecht werden. Welthauptstadt der Fischstäbchen – so wird die größte deutsche Stadt an der Nordsee gern genannt. Ganz gleich, in welchem europäischen Land Fischstäbchen zubereitet werden: Sie wurden höchstwahrscheinlich in Bremerhaven produziert. Der Iglo-Konzern und die Frosta AG stellen allein jeden Tag mehr als sieben Millionen Fischstäbchen her. Hinzu kommt die Produktion von Tiefkühl-Fertiggerichten ebenfalls für Kunden in ganz Europa. Das Unternehmen Deutsche See als Manufaktur für Frischfisch gilt als der größte Fisch-Großhändler Deutschlands und die „Nordsee“ betreibt ihre Restaurantkette von hier aus. Mehr als 9000 Menschen arbeiten im Bremerhavener Fischereihafen als einem der Dreh- und Angelpunkte für die deutsche Fisch- und Lebensmittelindustrie.

Ein Einkaufstipp zum Osterfest

André Vogt hat inzwischen den Fisch im Eisbett wieder geordnet und neues Eis aufgefüllt. Fisch, betont er, muss immer frisch sein und gibt auch gleich die Einkauf-Tipps für das Osterfest mit auf den Weg. „Die Augen beim Frischfisch sollten leicht glasig sein und die Kiemen rot. Drückt man auf das Fleisch, muss es wieder hochkommen und nicht eingedellt bleiben“, betont er. „Ostern ist eine gute Gelegenheit, nach der Winterpause mal wieder den Grill anzuwerfen. Ein kurz angegrilltes Thunfischsteak oder marinierte Garnelen – das schmeckt garantiert.“

Und abgesehen vom Grillvergnügen, welchen Fisch schätzt André Vogt besonders? Da überlegt der Fischmeister nicht lange. Er rückt seine schwarze Kappe auf dem Kopf zurecht und grinst schelmisch wie ein kleiner Junge: „Kabeljau, was denn sonst?“

Willkommen zuhause: Das Flaggschiff der SAiL kehrt nach Bremerhaven zurück!

„Rolling home“: Nach sechs Monaten auf  See ist die „Alexander von Humboldt II“ am Freitag in ihren Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt. Für welche ehrenvolle Aufgabe sich die „grüne Lady“ dort herausputzt, signalisiert eine riesige Fahne am Heck mit der Aufschrift „Sail 2025 Bremerhaven“. Das spektakuläre Windjammerfestival findet vom 13. bis 17. August in der Seestadt statt und die „Alex“ wird die Einlaufparade der imposanten Flotte als Flaggschiff anführen.

Die Botschafterin Bremerhavens auf den Weltmeeren ist auf der Heimreise kräftig durchgeschüttelt worden, als sie sich im Februar durch einen heftigen Atlantiksturm kämpfen musste.  „Zwischen  den Bermudas und den Azoren ist das Schiff in schweres Wetter  geraten“, berichtet Jürgen Hinrichs, Vorstand der Deutschen Stiftung Sail Training,  dem Betreiber der „Alex 2“. Für  die 16- bis 19-jährigen Trainees an Bord sei das eine abenteuerliche Bewährungsprobe gewesen, für die ehrenamtliche Stammcrew dagegen Segleralltag.

Zu Ostern im Heimathafen

Ein paar kleinere Schäden wie zerrissene Segel konnten noch während der Fahrt geflickt werden. Was darüber hinaus für die Reparaturen nötig ist, stand schon bereit, als das Schiff am Nachmittag bei einem Reparaturbetrieb im Fischereihafen festmachte. Eine Woche lang wird sie dort liegen, dann verholt die Bark an ihren Stamm-Liegeplatz in den Neuen Hafen, von wo aus sie über Ostern zu mehreren Tagestörns ausläuft. Danach geht es dann zum ersten großen Törn in Richtung London.

Auf See als schwimmendes Klassenzimmer

Seit Mitte Oktober 2024 war das Segelschiff unter der Charter des im kanadischen Nova Scotia beheimateten „West Island College international“ als schwimmendes Klassenzimmer unterwegs gewesen. Eine Kooperation, die sich bereits seit fünf Jahren bewährt und die der Stiftung die Auslastung des Windjammers in den Wintermonaten sicherstellt. Die Trainees bekommen dabei die Gelegenheit, unter fachkundiger Leitung Hochseesegeln auf Traditionsschiffen zu betreiben und dabei auch viel beschworene soziale Kompetenzen in Sachen Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Rücksichtnahme zu erlernen. Allesamt prägend für die Charakterbildung der jungen Menschen.

Seite an Seite mit dem Bundespräsidenten

Für die Sommersaison und die Sail 2025 in Bremerhaven läuft sich die Crew nach dem England-Abstecher bereits beim Hamburger Hafengeburtstag warm, wo das Schiff mit den markanten grünen Segeln am 11. Mai die Auslaufparade anführen wird. Dass die „Alexander von Humboldt II“ zum Flaggschiff der Sail berufen wurde, nennt der Stiftungsvorsitzende Hinrichs eine große Ehre: „Da nimmt man nicht jeden“, sagt er. Für die 2011 in Dienst gestellte „neue Alex“ ist es nach 2015 zwar schon die zweite Sail-Teilnahme, doch dieses Mal führt sie die beeindruckende Flotte von 250 Schiffen aus aller Welt zum ersten Mal an. Während sich die Windjammer am 13. August in der Außenweser versammeln, fährt Bundespräsident Walter Steinmeier, der Schirmherr der Veranstaltung, der Flotte an Bord des Segelschulschiffs  „Gorch Fock“ entgegen um dann Seite an Seite mit der „Alexander von Humboldt II“ in Richtung Bremerhaven zu laufen.

Erwartet werden mehr als eine Million Besucher

Nach dem wegen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ausgefallenen Großseglertreffen und zehn Jahren Sail-Abstinenz erwarten die Organisatoren während der Festtage in der größten deutschen Stadt an der Nordseeküste über eine Million Besucher. Sämtliche Programminfos unter sail-bremerhaven.de.

Große Ernennungsfeier der Feuerwehr Bremerhaven

Am 28. März wurden 48 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bremerhaven feierlich ernannt. Die große Zeremonie fand im Historischen Museum Bremerhaven statt. Feuerwehrdezernent Stadtrat Peter Skusa und der Leiter der Feuerwehr, Jens Cordes, führten gemeinsam mit den Vertretern des Personalamtes, den Leitern der jeweiligen Bereiche und dem Personalrat durch die Zeremonie, bei der die Urkunden überreicht und die Dienstgradabzeichen feierlich ausgetauscht wurden.

- Zwei Brandmeisteranwärter wurden in das Beamtenverhältnis auf 
     Widerruf ernannt. Die Ausbildung zum Brandmeister begann am 1. 
     April.
   - Die Ausbildung zum Brandmeister wurde von den Teilnehmern des 
     vor zwei Jahren gestarteten Grundausbildungslehrgangs am 27. 
     März abgeschlossen. Sie erhielten in der Zeremonie ihr 
     Abschlusszeugnis. Da der Großteil der Teilnehmer Beamte der 
     Feuerwehr Bremerhaven sind, wurden 14 Einsatzkräfte zusätzlich 
     zum Brandmeister in das Beamtenverhältnis auf Probe ernannt.
   - Acht Beamte wurden in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit 
     ernannt.
   - Eine Brandmeisterin wurde zur Oberbrandmeisterin, und 19 
     Brandmeister wurden zum Oberbrandmeister ernannt.
   - Eine Oberbrandmeisterin und ein Oberbrandmeister wurden zur 
     Hauptbrandmeisterin beziehungsweise zum Hauptbrandmeister 
     ernannt.
   - Den Abschluss bildete die Ernennung eines Kollegen zum 
     Brandamtsrat.

Einer der Ernannten hatte an diesem Tag Geburtstag, und so ließ es sich Feuerwehrdezernent Stadtrat Peter Skusa nicht nehmen, in Feuerwehrmanier ein Geburtstagslied anzustimmen und mit den Gästen sowie den anwesenden Einsatzkräften zu singen.

Die Einsatzkräfte waren zahlreich vertreten. Die diensthabende Wachabteilung der Feuerwehr erschien in voller Stärke mit den Einsatzfahrzeugen im Historischen Museum, um der Zeremonie beizuwohnen und ihre Anerkennung sowie den Zusammenhalt zu demonstrieren. Viele Passanten waren von der Anzahl der Einsatzfahrzeuge an der Geeste beeindruckt und schauten sich bei bestem Wetter die Fahrzeuge an. Da alle Fahrzeuge einsatzbereit waren, blieb es natürlich nicht aus, dass eine Rettungswagenbesatzung alarmiert wurde.

Skusa würdigte in seiner Rede die Einsatzbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen und stellte die Wichtigkeit für die Kommune heraus. „Dafür bedanke ich mich mit Nachdruck“, so Skusa. Ein weiterer Dank ging unter anderem an das Historische Museum, das die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und bei den Vorbereitungen unterstützt hat. Die Familien der ernannten Einsatzkräfte hatten unter anderem die Möglichkeit, die Wartezeit mit einem Rundgang durch das Museum zu verkürzen.

Ebenfalls gebührt dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) aus Bremerhaven ein Dank. Das DRK stellte seinen Einsatzbus zur Verfügung. Dieser nimmt sonst bei größeren Einsatzlagen betroffene Personen auf, an diesem Tag wurden die zu ernennenden Kolleginnen und Kollegen an der Zentralen Feuerwache abgeholt und zum Museum befördert.

Neue Schilder für Bremerhavens offiziellen Wanderweg

 Na, das ist doch mal eine außergewöhnliche Wanderung: Frank Reininghaus ist gut 15 Kilometer in Bremerhaven unterwegs – mit einer Trittleiter unterm Arm. Seine Wanderstrecke, so findet er, führt an den interessantesten Ecken der Stadt entlang. Die Leiter hilft, nach Reininghaus auch anderen den Weg zu weisen.

Bereits seit 2021 führt ein offizieller Wanderweg durch die „Marinestadt Bremerhaven“, zertifiziert vom Deutschen Volkssportverband e.V., aber die Ausschilderung war immer ein Problem: „Sie wurde gerne zerstört“, sagt Frank Reininghaus. Mehr als 100 geklebte Hinweise an Wegmarken wurden regelmäßig wieder abgezogen, abgekratzt oder überklebt. Das soll nun anders werden: Die Erlebnis Bremerhaven unterstützt den Verein „Freundeskreis der Nimwegen-Delegation der Bundeswehr“, von dem das Konzept und die Idee für Bremerhavens ersten offiziellen Wanderweg stammte, beim Anbringen einer dauerhaften Beschilderung. Zwei Tage lang ist Reininghaus dafür mit seiner Leiter unterwegs, um die kleinen quadratischen Hinweistafeln anzubringen.

Drei Längen für einen Wanderweg

Die Spazierwanderung führt auf sechs, zwölf oder 15 Kilometer langen Etappen durch die schönsten Ecken Bremerhavens, ist wassernah und bietet zugleich auch viele grüne Momente. So geht es nach dem Start an der Tourist-Info Hafeninsel über den Deich Richtung Süden, vorbei am Klimahaus und dem Deutschen Schifffahrtsmuseum, über die Kennedybrücke auf einer ehemaligen Bahnstrecke bis ins Schaufenster Fischereihafen. Dort dreht sich die Wanderperspektive wieder Richtung Norden, vorbei an einem historischen Wasserturm und der Grünanlage am Holzhafen bis zur Marineschule. Am Ufer der Geeste werden dann das Kapitänsviertel und ein denkmalgeschützter Turmdrehkran passiert. Die letzten Kilometer gehören den Havenwelten Bremerhaven, in denen es rund um den Neuen Hafen geht, vorbei an den touristischen Attraktionen Deutsches Auswandererhaus und Zoo am Meer. Den Blick von der Kaje die Wesermündung hinaus in Richtung Nordsee ist Abschluss auf dem Wanderweg „Marinestadt Bremerhaven“. 

Reininghaus, selbst seit mehr als 30 Jahren begeisterter Wanderer, hatte die Idee zu der Tour, die Strecke selbst zusammengestellt und über die Nimwegen-Delegation beim Deutschen Volkssportverband als dauerhaften Wanderweg angemeldet. Der Fregattenkapitän a.D. hat viele Jahre an der Marineoperationsschule in Bremerhaven gearbeitet. In der Stadt an der Wesermündung war 1849 die erste deutsche Flotte stationiert. Wandern helfe ihm, abzuschalten, „den Kopf frei zu bekommen“, sagt Reininghaus. Und er bemüht Goethe, der gesagt haben soll: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen“.

In den beiden Tourist-Infos – in den Havenwelten und dem Schaufenster Fischereihafen – können Wanderer sich über die Route informieren und eine Startkarte bekommen, in die nach Abschluss der Wanderung ein Stempel die gelaufene Tour bestätigt.

Eine Übersicht über 13 Rad- und Wandertouren sowie auch Joggingrunden durch Bremerhaven präsentiert die Erlebnis Bremerhaven im Internet in ihrem Outdooractive-Tourenplaner. www.bremerhaven.de/RadundWandertouren

Straße Deichsfeld wird an den Radweg „Fahr(G)rad 8“ angebunden

Heute beginnen die Arbeiten des Amtes für Straßen- und Brückenbau zur Anbindung der Straße Deichsfeld an den Radweg „Fahr(G)rad 8“.

Die Verlängerung dieser Straße ergänzt eine Reihe von Maßnahmen, die den Radverkehrsfluss innerhalb des Stadtgebietes sicherer, aber auch komfortabler gestalten.

Da die Arbeiten ohne Sperrung im Straßenbereich stattfinden, ist die Straße Deichsfeld weiterhin uneingeschränkt erreichbar.

Drei sind aller guten Dinge: Bremerhaven nimmt weitere Webcam in Betrieb

Bremerhaven hat seine dritte Super-Webcam in Betrieb genommen. Sie vermittelt ganz neue digitale Eindrücke von der Stadt – für Bewohner und Beobachter, Gäste und Urlauber. Und: Sie steht in Niedersachsen, um Bremerhavens ganze Skyline zu erfassen. Das hinzubekommen, war alles andere als einfach. Alle Stadteinblicke können kostenfrei im Internet unter dem Link bremerhaven.panomax.com rund um die Uhr angeschaut werden.

Zur neuen Webcam: https://bremerhaven.panomax.com/langluetjen

Noch vor drei Jahren war Bremerhaven Webcam-Ödland: Gerade einmal vier Kameras sendeten Standbilder. Dabei lieferte kaum eine zweite Stadt gleicher Größe so viele attraktive Motive für Webcams wie Bremerhaven: Die faszinierenden Containerfrachter, Kreuzfahrtschiffe, Häfen und Havenwelten und vor allem atemberaubende Bilder vom Himmel über der Stadt und den Sonnenuntergängen an der Außenweser.

Mit den Live-Streams erweitert die Erlebnis Bremerhaven GmbH ihr digitales Marketing zur Gewinnung von Tourist:innen. Als Dienstleister wurde der österreichische Anbieter Panomax gewonnen. Seine 360-Grad-Kameras stehen schon in mehr als 25 Ländern. Die Aufnahmen in Echtzeit sind in Farbqualität und Präzision kaum zu übertreffen. Die Downloadzahlen der ersten beiden Panomax-Kameras in Bremerhaven erfüllen dann auch Erwartungen der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Pro Jahr werden sie mehr als 180.000 Mal aufgerufen.

Schwierige Suche nach passendem Standort

Die erste Kamera wurde in 51 Metern Höhe auf dem Dach des Columbus-Centers installiert, um seit Oktober 2022 Bilder von den Havenwelten zu senden. Parallel wurden bereits die Gespräche über zwei weitere Standorte geführt – einer im Fischereihafen, einer im Überseehafen. Die zweite Kamera ging Anfang 2024 in Betrieb. Sie steht auf dem Dach des Gebäudes von Bio Nord, erfasst das Schaufenster Fischereihafen und erlaubt weite Blicke in den geschäftigen Fischereihafen. Aber die Pläne für den dritten Standort erwiesen sich als schwierig, so dass er erst jetzt in Betrieb gehen konnte. Die Kamera steht auf der Watt-Insel Langlütjen I in der Weser vor dem Nordenhamer Ortsteil Blexen und bildet die gesamte Bremerhavener Skyline ab. „Sie ermöglicht unseren Gästen bereits vom heimischen Sofa aus, Bremerhaven zu erleben und steigert die Vorfreude auf eine Reise in unsere Seestadt“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH. 

Die „Hot Spots“ der Stadt

Das bildschirmfüllende, interaktive 360-Grad-Panorama ist sowohl als Live-Video sowie als Standbild mit rund 5-minütigem Abstand zur Aufnahme zu erleben. Alle Bilder werden zudem seit der Installation gespeichert und können über die Funktion „Archiv“ jederzeit online angeschaut werden. Mit der Zeitrafferfunktion lassen sich Tage, Wochen und Monate im Schnelldurchgang betrachten. Eine auf Knopfdruck einschaltbare Übersichtskarte liefert die Orientierung, was gerade zu sehen ist. Kleine rote Kreise als sogenannte „Hot Spots“ verraten, dass noch mehr Informationen in den Bildern stecken: Kurztexte informieren über die touristischen Attraktionen. Weitere Beteiligungsmöglichkeiten für die touristischen Anbieter sind in Vorbereitung. „Wir planen eine umfangreiche Darstellung des touristischen Angebotes sowie die direkte Buchbarkeit“, so Gerber.

Der Standort für die dritte Kamera erforderte einige Arbeit – denn wegen Aspekten der Hafensicherheit schieden einige angedachte Standorte im Überseehafen aus. „Weil wir aber gerne einen Eindruck von unserem faszinierenden Hafen vermitteln wollten, landeten wir bald auf der anderen Seite der Weser“, erklärt Sonja Riegert, die bei der Erlebnis Bremerhaven die Abteilung für Kommunikation leitet. Der private Eigentümer von Langlütjen war gleich bereit, ein Stückchen Land zur Verfügung zu stellen, um die Anlage mit der Kamera darauf zu installieren. Denn: Langlütjen war immer wieder Ziel „ungebetener Gäste“. Vor einem Jahr etwa ging von hier ein Camper in der Weser schwimmen und trieb ab, erst nach Stunden und etlichen glücklichen Fügungen konnte er sich am Containerterminal in Bremerhaven an Land retten. Zur Vereinbarung, die Webcam aufzubauen, gehörte daher auch, den Zutritt zur Insel mit einer Zaunanlage zu erschweren. 

Standort liegt im Nationalpark

Weil Langlütjen I aber auch am Rande des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer liegt, musste auch hier noch eine Genehmigung eingeholt werden. Und schließlich war die Montage der Anlage alles andere als einfach: Zu Fuß wurde sämtliches Material und auch ein Gerüst auf die Insel getragen. Weil auf Langlütjen I kein Strom verfügbar ist, arbeitet die Webcam autonom über eine Solaranlage. Seit zwei Wochen liefert sie nun Bilder, die Techniker sind noch immer mit der Feinjustierung beschäftigt – per Fernwartung aus Österreich. Geplant ist auch bei dieser Anlage, die Aufnahmen mit den „Hotspots“ zu versehen. Die 360-Grad-Kamera nimmt Bilder auf vom Fischereihafen ganz im Süden der Stadt bis weit hinaus in die Außenweser.

„Mit Dir, Lili Marleen“ – eine Hommage zum 120. Geburtstag von Lale Andersen

Zu Ehren von Lale Andersen hat das Kulturamt Bremerhaven die Sängerin Anne Haentjens mit ihrem Lale-Andersen-Programm ins Theater im Fischereihafen, Am Schaufenster 6, eingeladen.

Die berühmteste Bremerhavenerin, Lale Andersen, geborene Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg, wäre in diesem Jahr 120 Jahre alt. Bekannt wurde sie einst vor allem mit ihrer Interpretation des um die Welt gegangenen Liedes „Lili Marleen“.

Am 23. März 1905 kam Lale Andersen im heutigen Bremerhaven-Lehe zur Welt. Noch sehr jung heiratete sie den Bremerhavener Kunstmaler Paul Ernst Wilke, den sie dann, wie auch die drei gemeinsamen Kinder, verließ, um in Berlin als Schauspielerin Karriere zu machen. Schon bald gastierte sie als Liselotte Wilke im Berliner „Kabarett der Komiker“ und auf anderen Kabarettbühnen Berlins mit Hafenliedern und Chansons. Große Beachtung fanden in der Presse ihre Interpretationen von Songs aus der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill.

Vordergründig, hintersinnig, leidenschaftlich, frech, frivol und anspruchsvoll – so stellten sich die frühen Chanson-Programme von Lale Andersen dar. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ sich Lale Andersen auf der Nordseeinsel Langeoog nieder und erlebte mit ihrer Interpretation der deutschen Version des Liedes „Ein Schiff wird kommen“ ein sensationelles Comeback. 1961 produzierte sie eine Langspielplatte mit plattdeutschen Volksweisen u.a nach Texten von Klaus Groth und Theodor Storm mit Titeln wie „Mien Jehann“, „Lütt Matten de Haas“, „Över de stillen Straten“, „Dat du mien Leevsten büst“. Am 29. August 1972 starb Lale Andersen in Wien und wurde, ihrem Wunsch entsprechend, auf Langeoog beigesetzt.

Am Klavier begleitet von Sven Selle, gibt Anna Haentjens in ihrer Hommage mit Liedern und biografischen Texten Einblicke in das Leben der Sängerin, wobei sie auch auf die Geschichte des Liedes „Lili Marleen“ eingeht.

Über Anna Haentjens sagte Norbert Schultze, der Komponist des Liedes „Lili Marleen“: „Den unverwechselbar persönlichen Interpretations-Stil der schlaksigen, lächelnden, blonden Lale Andersen hat sich die kleine, quirlig-drahtige Anna Haentjens souverän angeeignet und die Gefahr des Kopierens geschickt umschifft – eben, weil sie so anders ist und ein eigenes Charisma besitzt.“

Tickets gibt es ab 24,20 Euro unter https://www.tif-bremerhaven.de/.