Die Nordostkaje im Neuen Hafen, die auch als „Grube-Kaje“ bekannt ist, muss aus Sicherheitsgründen teilweise abgesperrt werden.
„Wir haben bei Untersuchungen festgestellt, dass der Großteil der Gründungspfähle derart von der Bohrmuschel zerstört wurde, dass eine Standsicherheit der Kaje nicht mehr ohne Zweifel gegeben ist“, erklärt Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der BEAN, die Eigentümerin der Kajen ist.
Neben dem Verbindungskanal ist die Nordostkaje mit einer Länge von rund 240 Metern der letzte Kajenteil im Neuen Hafen, der noch nicht saniert wurde. „Bei Routinearbeiten im Hafenbecken sind Ende Juni ungewöhnlich viele Teile der Gründungspfähle gefunden worden. Hierbei wurde ein Schadensbild ersichtlich, welches sich der routinemäßigen Überprüfung der Kaje entzieht. Daraufhin haben wir sofort eine tiefergehende Begutachtung der Kajen durch Taucher von Bremenports in Auftrag gegeben“, erklärt Tim Thyen, zuständiger Ingenieur der BEAN. Ergebnis: Von 190 Stützpfählen in der vorderen Pfahlreihe sind 152 so beschädigt, dass sie keine Verbindung mehr zum darüber liegenden tragenden Mauerwerk haben. „Wir gehen nicht davon aus, dass es zu rutschartigen Absackungen kommt, sondern es ist wahrscheinlicher, dass das Mauerwerk unter der kajentragenden Betonplatte wegbröckelt und es langsame Verschiebungen der Kaje gibt. Auszuschließen ist das aber nicht“, so Thyen. Aus Sicherheitsgründen ist die Kaje am heutigen Freitag, den 11. Juli zunächst mit Bauzäunen auf einer Breite von sechs Metern ab der Kaimauer gesperrt worden.
Auswirkungen auf die Sail sind mit der Erlebnis Bremerhaven GmbH bereits abgesprochen. Die Arbeitgebermeile, die entlang der Grube-Kaje errichtet wird, wandert auf die andere Seite der Kaje auf die Schotterfläche vor den Wohnhäusern“, erklärt Schnorrenberger. Auch Schiffe können während der Sail noch an der Kaje festmachen. „Allerdings muss die „Union“ mit ihrem Tiefgang von 6,70 Metern, für den das Hafenbecken dort hätte gespült werden müssen, in den südlichen, bereits sanierten Bereich des Neuen Hafens verlegt werden. Aber zwei kleinere Schiffe – die „SAGRES II“ und die „SHABAB OMAN II“ – mit weniger Tiefgang können dort festmachen“, so Schnorrenberger.
Dass die Kaje saniert werden muss, ist lange bekannt. „Die Planungen für den Neubau der Kaje sind bereits in Auftrag gegeben“, so Schnorrenberger. „Wir hoffen, dass wir die Mittel für die Umsetzung des Neubaus aus dem Fonds der Bundesregierung zur Infrastruktur bekommen“, so Schnorrenberger. Das sei derzeit aber noch unklar.
In der Zwischenzeit sollen erste Ertüchtigungsmaßnahmen stattfinden, die einen weiteren Schadensverlauf an der maroden Kaje verhindern. „Diese Arbeiten wären ohnehin im Vorfeld des Neubaus gemacht worden, die ziehen wir jetzt vor“, so Thyen.
Bremerhavener Schulen wurden beim diesjährigen Durchgang des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten mit hohen Preisen ausgezeichnet.
Das aktuelle Thema des Wettbewerbs lautete: „Bis hierhin und nicht weiter? Grenzen in der Geschichte“.
17 Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte des Lloyd Gymnasiums errangen einen der begehrten Landessiege (Tutorin: Antje Neumann, Lloyd Gymnasium). Dazu arbeiteten sie mit lokalen Quellen im Stadtarchiv oder erkundeten die Geschichten in ihren eigenen Familien oder im Bekanntenkreis. Herausgekommen ist ein Schulbuch: „Über Grenzen – Migration nach Bremerhaven und umzu 1945-1990. Ein Schulbuch für die 10. Klasse“, welches beispielhaft die Geschichten der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, der Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten, der amerikanischen Besatzungssoldaten, der Geflüchteten aus der DDR, der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter und der aus Osteuropa nach Bremerhaven Eingewanderten zeigt.
Das Theaterstück „Grenzen überschreiten!“ des Schulzentrums Geschwister Scholl, das von 19 Schülerinnen und Schüler der zwölften Klasse und ihrer Tutorin Ellen Lindek gestaltet wurde, wurde als bester Gruppenbeitrag im Land Bremen ausgezeichnet. In dem Theaterstück wird die aktuelle politische Debatte um die Migration mit individuellen Fluchtgeschichten in Zusammenhang gebracht und historisch betrachtet.
Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten findet alle zwei Jahre statt. Er lädt dazu ein, sich mit regionalen oder familiengeschichtlichen Themen zu befassen, vor Ort in Archiven zu recherchieren, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu befragen und Geschichte kreativ zu gestalten. Teilnehmen können Kinder und junge Erwachsene bis 21 Jahre.
Im Zuge der weiteren Entwicklung des Werftquartiers lädt die Stadt Bremerhaven alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich zur öffentlichen Informationsveranstaltung am Mittwoch, den 16. Juli 2025, um 18.30 Uhr ins Theater im Fischereihafen (TiF) ein.
Im Zentrum des Abends stehen zwei richtungsweisende Projekte: der Bebauungsplan Nr. 501 „Külkenhalbinsel“, auf dessen Grundlage ein neues Wohnquartier entstehen soll, sowie der Bebauungsplan Nr. 500 „Die Werft“, zu dem die Seebeck Werftquartier GmbH ihre Pläne vorstellen wird. Zudem informieren das Stadtplanungsamt und die Wirtschaftsförderung BIS über die Ergebnisse der bisherigen Bürgerbeteiligung, den aktuellen Stand zum geplanten Mobility Hub sowie den Wettbewerb zur Werfthafenbrücke.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr und wird ungefähr zwei Stunden dauern. Neben den Vorträgen besteht die Möglichkeit zum offenen Austausch mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Schleusenwärter feiern 20-Jähriges Bestehen der Schleuse am Neuen Hafen
Mehr als 5000 Schleusungen pro Jahr, Segelboote, Motorschiffe und Schlepper, rund 195.000 geschleuste Schiffe seit der Eröffnung – die Bilanz der Schleuse am Loschen-Leuchtturm kann sich sehen lassen. Am 7. Juli 2005 öffneten sich die Schleusentore als Zufahrt zum Neuen Hafen zum ersten Mal. Seitdem ist das 50 Meter lange und 14 Meter breite Bauwerk die wichtigste maritime Zufahrt zu den Havenwelten in Bremerhaven.
Ein Knopfdruck setzt 120 Tonnen Stahl in Bewegung
Der Schleusenwärter Uli Keller im Kontrollturm der Schleuse am Neuen Hafen, bereit für die nächste Schleusung. Foto: Helmut Stapel
Mit einem einzigen Knopfdruck am Bildschirm setzt Uli Keller 120 Tonnen Stahl in Bewegung. Er öffnet die beiden Außentore der Schleuse. Wasser schießt von der Weser in die Schleusenkammer, hebt den Wasserstand langsam an. „Acht Grad Öffnung der Tore für den Wasseraustausch, mehr nicht. Ein kleiner Spalt reicht“, sagt der Schleusenwart mit mahnend erhobenem Finger. Er sitzt im Kontrollturm der Schleuse am Neuen Hafen, hat die Schiffsbewegungen auf der Weser und im Hafenbecken im Blick. In der Schleusenkammer liegt eine schicke Holzyacht, die in Richtung Helgoland ausschleusen will.
Hier wird mit dem Druck des Wassers gearbeitet
„Unsere Schleuse ist etwas ganz Besonderes“, ergänzt Frank Gieseler. Er ist aktuell Sprecher des insgesamt zehnköpfigen Wärterteams. „Die Tore sind wie Halbschalen geformt und fahren in einer Kreisbewegung zusammen. Andere Schleusen haben Tore, die seitlich eingezogen werden und der Wasserausgleich muss aufwändig über Pumpen erfolgen. Wir hingegen arbeiten mit dem Wasserdruck und lassen das Wasser durch eine leichte Toröffnung ein- und ausströmen – nachhaltiger geht es nicht.
Diese Technik ist auf der Welt beinahe einzigartig
Nur drei weitere solcher Schleusen gibt es in England und Frankreich. Ob die Schleusenwärter stolz darauf sind? „Auf jeden Fall“, nicken die beiden Männer in ihren weißen Polo-Shirts sofort. Stolz sind sie auch auf das gute Verhältnis zu den Skippern und Schiffsführern. Tatsächlich haben Segler dem Team sogar schon ein Transparent überreicht: „Hier werden Sie vom besten und freundlichsten Schleusenteam Deutschlands betreut.“ Die 12-Meter-Yacht in der Schleusenkammer setzt sich nun in Bewegung. Uli Keller hat inzwischen das Schleusentor komplett geöffnet. Der Wasserstand zwischen Weser und Schleuse ist ausgeglichen.
Foto: Andrea Schuchhardt_Erlebnis Bremerhaven
„Der Ton hier ist freundlich, aber bestimmt. Wir müssen ja den Betrieb reibungslos am Laufen halten. Wenn einer trödelt oder an der falschen Stelle in der Schleusenkammer angelegt, dann kriegt er über die Lautsprecher schon mal ein Kommando – oder direkt von oben über die Brüstung“, lacht Frank Gieseler. Schon knackt und rauscht es im Funkgerät. Ein Motorboot ist in der Anfahrt auf der Weser und will noch in die Schleuse, bevor Uli Keller die Tore wieder schließt. Drei Segelboote sind schon weserseitig eingefahren und warten in der Kammer auf das Einschleusen in den Neuen Hafen.
Das Fernglas gehört noch zur Ausrüstung
„Wo seid ihr denn?“, fragt Uli Keller über Funk. Frank Gieseler sucht mit dem Fernglas die Weser ab. „Ich sehe ihn, da hinten, der Lütte. Der soll mal den Hebel auf den Tisch legen.“ Übersetzt in der Seemannssprache: „Der Kleine“ soll „Gas geben“. Von sechs Uhr morgens bis 22 Uhr abends ist der Schleusentower am Neuen Hafen in der Hauptsaison besetzt. Die Schleusenwärter sind zumeist Ruheständler, die aus der Seefahrt kommen. Als finanziellen Ausgleich gibt es monatlich 556 Euro.
„Uns geht es vor allem um die Freude am Job, um die See, die Schiffe und die Menschen darauf“, erzählt Frank Gieseler. Erlebnisse hatten die Schleusenwärter schon reichlich. Das reicht vom Kajakfahrer ohne Funk oder Telefon, der von der Weser aus per Handzeichen eingeschleust wurde, bis zum Stand-Up-Paddler, der vom Neuen Hafen ausschleusen wollte. „Dem habe ich dann aber gesagt, er soll bitte sein Board in die Hand nehmen und eben über den Deich rüber zur Weser gehen“, grinst Uli Keller. „Das Schleusen hier ist zwar kostenlos, aber es müssen auch Grenzen gesetzt werden.“
Selbst die große „Alexander von Humboldt II“ wurde geschleust
Grenzen getestet hat der ehemalige Schleusenwärter Peter Burhorn, der auch Kapitän des Dreimasters „Alexander vom Humboldt“ war. „Peter hat es tatsächlich geschafft, die 65 Meter lange „Alex“ hier in die eigentlich 50 Meter lange Schleuse zu bekommen“, erzählt Frank Gieseler. Was klingt wie Seemannsgarn hat eine technische Erklärung. Die Schleuse am Neuen Hafen verfügt weserseitig über zwei zusätzliche Tore, die bei einer Sturmflut als Deichschutz zugefahren werden können.
Kein Schiff lag häufiger in der Schleuse Neuer Hafen: Ausflugsschiff „Geestemünde“. Foto: Helmut Stapel
„Damit sind wir dann bei 62,5 Meter Gesamtlänge für die Schleuse, und Peter hat noch dazu den hohen Wasserstand ausgenutzt. So lag die „Alexander von Humboldt II“ hier praktisch millimetergenau in der Schleuse mit dem Bug am vorderen Schleusentor und hat mit dem Bugspriet vorne rüber in den Neuen Hafen geragt“, sind die beiden Schleusenwärter heute noch fasziniert.
Zur SAiL wird es wieder voll werden
BU7: Wird auch zur Sail 2025 für viele Schiffe das Tor nach Bremerhaven: die Schleuse am Neuen Hafen. Foto: Helmut Stapel.
Als nächstes Großereignis steht den Schleusenwärtern den SAiL 2025 bevor. Vom 13. bis 17. August werden rund 250 Segel- und Motorschiffe in Bremerhaven erwartet. „Da wird neben der Kaiser- und der Nordschleuse auch jede Menge über unsere Schleuse gehen. Es war eine kluge Entscheidung, vor 20 Jahren hier die 25 Millionen Euro in den Schleusenbauzu investieren – allein schon wegen der Sportboot-Marina, die es seitdem ebenfalls hier im Neuen Hafen gibt“, nickt Frank Gieseler. Sein Kollege tippt ihm auf die Schulter. „Da kommt er.“ Das angekündigte Motorboot fährt in die Schleuse. Uli Keller drückt am Bildschirm auf die Schaltfläche für die Schleusentore. „Dann wollen wir mal wieder – Tore zu.“
Auf einen Blick:
Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag der Schleuse Neuer Hafen
Sonnabend, 12. Juli 2025, 11 bis 16 Uhr
11.00 Uhr maritime Live-Musik von Jan-Hendrik Ehlers
11.15 Uhr kleine Geburtstagsansprachen und Interviews
12.00 Uhr Live-Musik vom singenden Schleusenwärter Uli Keller
Die Planungen für das Werftquartier Bremerhaven schreiten deutlich voran. Auf der 140 ha großen Fläche zwischen Fischereihafen und Innenstadt soll in den kommenden 15 Jahren das neue Stadtviertel „Werftquartier“ mit einer Mischung aus Gewerbe, Wohnen, Erholung, Bildung, Kultur sowie Forschung entwickelt werden.
Für die nächsten notwendigen Schritte hat der Senat in seiner Sitzung am Dienstag, 1. Juli 2025, insgesamt Mittel in Höhe von 1,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. „Ich bin dem Land sehr dankbar für diese Mittel und das Signal, das damit einhergeht: Das Werftquartier hat trotz allgemeinem Sparzwang als wichtiges Instrument der Stadtentwicklung Priorität“, so Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz.
„Mit dem Beschluss schaffen wir die Voraussetzungen für zentrale Planungsschritte im Werftquartier, von der Ausführungsplanung für die Kajen und Promenaden bis hin zu vorbereitenden Gutachten. Besonders die Külkeninsel spielt dabei eine Schlüsselrolle: Sie soll als autoarmes Quartier mit attraktiven öffentlichen Räumen, gut angebundener Infrastruktur und hoher Aufenthaltsqualität entwickelt werden. Das ist ein anspruchsvolles Vorhaben, und zugleich eine große Chance für die gesamte Stadtentwicklung Bremerhavens“, so Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation.
Acht Grundstücke seien etwa wieder in der öffentlichen Hand, darunter als wichtigste Areale die Külkenhalbinsel mit rund 64.000 Quadratmetern, sowie das Grundstück der ehemaligen Seebeck-Werft, auf dem die Hallengärten entstehen sollen mit rund 34.000 Quadratmetern. „Insgesamt haben wir inzwischen rund 126.000 Quadratmeter, die bisher in Privateigentum waren, wieder in öffentliche Flächen umgewandelt. Das ermöglicht uns freie Hand bei der Entwicklung und Gestaltung“, erklärt Grantz. Insbesondere die Külkenhalbinsel sei für das Projekt von besonderer Bedeutung, weil hier ein urbanes, familienfreundliches und autoarmes Quartier entstehen soll. „Das Interesse der Wohnungswirtschaft, dort zu investieren, ist nach wie vor groß“, so der Oberbürgermeister. Geplant seien sowohl preisgebundene Mietwohnungen als auch Reihenhäuser für Familien sowie Eigentumswohnungen.
Die Külkenhalbinsel soll dank attraktiv gestalteter Promenaden mit hoher Aufenthaltsqualität aber auch ein attraktiver Stadtteil direkt am Wasser für alle Bürgerinnen und Bürger werden. „Die Planungen für die Promenadengestaltung sowie die Kajensanierungen laufen bereits. Die Promenade wird abwechslungsreiche Ausblicke über den Fischereihafen, den Handelshafen, die Doppelschleuse und die Bremerhavener Innenstadt bieten“, so Grantz. Aktuell laufe die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für den B-Plan. Die Planungskosten für die Sanierung der Kajen und Promenaden belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro, die vom Land mit dem heutigen Senatsbeschluss zur Verfügung gestellt wurden. „Insgesamt belaufen sich die Sanierungs- und Herstellungskosten der Kajen und der Promenade auf rund 26 Millionen Euro, die sukzessive für jeden Abschnitt bereitgestellt werden sollen“, so der OB.
Stadt und Land hätten sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kosten zur Herstellung der Infrastruktur jeweils hälftig getragen und entsprechend in den Haushalten bereitgestellt würden. „Das Werftquartier ist eine große Chance für Bremerhaven, um mehr junge Familien oder etwa Pendler als Einwohner zu gewinnen. Diese Chance müssen wir nutzen, um Bremerhaven zukunftssicher aufzustellen“, betont Grantz.
Mit dem Anspruch, klimaneutral zu bauen, geht auch eine veränderte Mobilität einher. Künftig soll es auf der Külkenhalbinsel kaum Autoverkehr geben. Grantz: „Der Verkehr wird an zentraler Stelle gebündelt, dort kann man parken, Fahrräder ausleihen, auf den ÖPNV umsteigen oder beispielsweise in den Supermarkt gehen.“ Für die Külkenhalbinsel werde derzeit der erste Mobility Hub konkret geplant, der Gestaltungswettbewerb laufe, „und am 4. Juli 2025 soll die Jurysitzung über einen Entwurf entscheiden“, so Grantz. Den Wettbewerb für die Werfthafenbrücke hatte bereits der Entwurf von Panta Ingenieure und Ney Partners gewonnen. „Die Werfthafenbrücke ist eine echte architektonische Besonderheit und ein Symbol für den Wandel in Bremerhaven, für Fortschritt und nachhaltige Stadtentwicklung“, so Grantz.
Der erste Bau von Wohnungen startet am 1. August 2025 durch den Investor Dieter Petram auf dem ehemaligen Gelände der Seebeck-Werft. „Ich bin froh, dass es dann nach langer Planung endlich sichtbar losgeht im Werftquartier“, so der Oberbürgermeister.
Um auch die Bürgerinnen und Bürger über die Planungen für das Werftquartier zu informieren, sind für die zweite Jahreshälfte 2025 Führungen über das ehemalige Seebeck-Werftgelände geplant. Auch ein digitaler Zwilling des Quartiers soll Interessierten – sowohl Bürgerinnen und Bürger, als auch Wohnungsinteressierte oder Investoren – noch in diesem Jahr einen Eindruck über das Gesamtprojekt geben können.
Zudem erhalten Interessierte die Möglichkeit, sich am Mittwoch, dem 16. Juli 2025, um 18.30 Uhr im Theater im Fischereihafen (TiF) über den aktuellen Planungsstand auf einer öffentlichen Informationsveranstaltung zu informieren. „Gemeinsam mit der Seebeck-Werftquartier GmbH informieren wir über das Bauvorhaben und die weiteren Pläne für die Külkenhalbinsel und die Promenadengestaltung. Ich freue mich, wenn wir dort viele Interessierte begrüßen können“, so Grantz abschließend.
Auf Initiative des Amtes für Menschen mit Behinderung, in Kooperation mit der Erlebnis Bremerhaven, dem Verein Inklusives Segeln für Alle, dem Wassersportverein Wulsdorf, dem Fachverband Segeln Bremen und der Im-Jaich Marina, wird es bei der SAiL Bremerhaven 2025 die Möglichkeit geben, sportliches Segeln auf der Weser als Rollstuhlfahrerin oder Rollstuhlfahrer zu erleben.
Möglich macht dies der Spezialumbau „Henk de Mol“ des Segelvereins „Inklusives Segeln für Alle“ aus Kaarst. Der Verein stellt sein Boot für diese Aktion zur Verfügung.
Von Mittwoch, dem 13. August, bis Sonntag, dem 17. August 2025, werden täglich zwei Fahrten auf der Weser angeboten. Daran können jeweils bis zu drei rollstuhlfahrende Menschen mit ihrer Begleitung teilnehmen. Die Rollstühle werden über kleine Rampen direkt auf das Boot geschoben und dort fixiert. Ein unvergessliches Erlebnis wartet auf die Teilnehmenden, da sie die Bewegungen des rund 7,5 Meter langen Sportbootes unmittelbar spüren werden. Das Boot wird schaukeln, sich zur Seite neigen und dabei immer von zwei erfahrenen Seglern begleitet.
Die Aktion beginnt gleich mit einem Höhepunkt. Die „Henk de Mol“ wird auch zur Einlaufparade auf der Weser dabei sein und der „Gorch Fock“ und der „Alexander von Humboldt II“ ganz nah kommen. Ein weiteres Highlight wird die Nachtfahrt zum Höhenfeuerwerk am Samstagabend sein.
Weitere Informationen, Hinweise und Voraussetzungen zur Teilnahme gibt es hier.
Für Rückfragen steht Malte Schimmel, verantwortlich für Inklusion im Sport, vom Amt für Menschen mit Behinderung unter 0471 5902360 zur Verfügung.
Unser „Tor zur Welt“ feiert Geburtstag: Die Schleuse Neuer Hafen in Bremerhaven wurde vor 20 Jahren eröffnet. Das muss gefeiert werden!
Am Sonnabend, 12. Juli, lädt die Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen BEAN von 11 bis 16 Uhr zu einer stimmungsvollen Geburtstagsfeier direkt an der Schleuse ein, die die Weser mit dem Hafen im Herzen Bremerhavens verbindet. Für stimmungsvolle Klänge wird Jan-Hendrik Ehlers am Akkordeon sorgen, es wird herzliche Geburtstagsgrüße geben und einen ganz besonderen Auftritt: Ulli Keller, der singende Schleusenwärter, ist ebenfalls mit dabei. Die Schiffergilde bietet zum Schleusengeburtstag Rundfahrten mit dem Börteboot an.
Skipper sind eingeladen, Kurs auf den Neuen Hafen zu nehmen
Die Veranstalter hoffen auf zahlreiche Gäste – an Land und auf dem Wasser. Skipper und Wassersportvereine im gesamten Weserrevier sind eingeladen, an diesem Wochenende Kurs auf den Neuen Hafen zu nehmen und gemeinsam auf zwei Jahrzehnte Schleusengeschichte anzustoßen.
Melf Grantz: Wichtige Rolle für den Tourismus
„Dank der Schleuse wird unser Hafen belebt und zur Attraktion nicht nur für Seglerinnen und Segler, sondern auch für Einheimische, Touristinnen und Touristen. Auch die Ansiedlung vom „Im Jaich“ und der Marina wären ohne die Schleuse nicht möglich gewesen, die heute eine große touristische Bereicherung darstellen. Die Schleuse wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle für die Stadt und den Wassersport spielen – allen Beteiligten danke ich deshalb von Herzen für ihr Engagement“, so Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz.
Mehr als 5.000 Schleusungen im Jahr
Die Schleuse Neuer Hafen wurde 2005 als eine der ersten Investitionen in die Bremerhavener Havenwelten realisiert. Heute passieren sie jährlich fast 10.000 Schiffe – vom Sportboot bis zur Berufsschifffahrt. Mehr als 5.000 Schleusungen pro Jahr. „Grund genug, dieses technische und touristische Meisterstück Bremerhavens gebührend zu feiern“, urteilt Nils Schnorrenberger, der Geschäftsführer der BEAN. „Die Schleuse gehört zweifelsohne zu den Attraktionen der Havenwelten.“
Hier arbeiten besondere Schleusenwärter
Mehr als 5.000 Schleusungen pro Jahr leisten die Schleusenwärter. Ehemalige Kapitäne, Zöllner oder auch Wasserschutzpolizisten bedienen aus ihrem verglasten Turm die Tore – Humor, Leidenschaft und die Liebe zur Seefahrt eint sie alle. Foto: Anna Meurer_Erlebnis Bremerhaven
Die Schleuse Neuer Hafen gilt nicht nur wegen ihrer Technik mit Sektortoren und Drehbrücken als besonders, sondern auch wegen ihrer Schleusenwärter: Ehemalige Kapitäne, Zöllner oder auch Wasserschutzpolizisten bedienen aus ihrem verglasten Turm die Tore – Humor, Leidenschaft und die Liebe zur Seefahrt eint sie alle. Zehn Männer arbeiten im Schichtdienst, damit von April bis Oktober täglich von 6 bis 22 Uhr geschleust werden kann. Von binnen nach buten (vom Hafen auf die Weser) zur vollen Stunde, umgekehrt jederzeit.
Plattdeutsche Ansage als Markenzeichen
„De Slüüs geiht glieks op – un desterwegen: All Lüüd fix runner vunne Brüch!“ Die Durchsage auf Platt an die Schaulustigen, dass sich die Tore gleich öffnen, gehört zu den Markenzeichen der Schleuse Neuer Hafen. Sportboote und Arbeitsschiffe nutzen den kostenfreien Service. Die Schleuse pumpt das Wasser nicht, sondern öffnet die Tore, um den Wasserstand von der Weser zum Hafen auszugleichen. Je nach Tide dauert der Schleusenvorgang zehn bis 20 Minuten. „Die Schleuse sorgt für Leben im Hafen“, sagt Rüdiger Magowsky, Hafenmeister der Lloyd-Marina. Und seine Gäste lobten stets den guten Service.
Obwohl die Schleuse Neuer Hafen oft als „Sportbootschleuse“ betitelt wird, kann sie alle Schiffe aufnehmen, die in die 50 x 14 Meter große Schleusenkammer passen. In all den 20 Jahren dürfte kein Schiff häufiger den Dienst in Anspruch genommen haben als das Ausflugsschiff „Geestemünde“ für seine „Dicke-Pötte-Tour“ auf der Weser und die beinahe täglich stattfindenden Seebestattungen.
Die erste Schleuse wurde 1852 eröffnet – darum war sie besonders
Als der Neue Hafen von Bremerhaven 1852 eröffnet wurde, sorgte dessen Dockschleuse weltweit für Aufsehen. Sie konnte nur geöffnet werden, wenn der Wasserstand im Hafen und auf der Weser gleich hoch war. 85 Jahre war sie in Betrieb, dann wurde sie zugeschüttet und später im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Die neue Schleuse Neuer Hafen wurde 2003 in Auftrag gegeben als Bestandteil der Havenwelten. Ihr Bau hat rund 50 Millionen Euro gekostet.
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Mehr als 100.000 Euro sind in all den Jahren aus dem Lotteriespar-Zweckertrag zur Verfügung gestellt worden.
Auch in diesem Jahr flossen wieder 1.500 Euro in die Bepflanzungen der Beete im Bürgerpark. Bei einem Treffen vor Ort informierten sich Iris Willumeit (Leiterin der Filiale am Hauptbahnhof) und Sören Spaude (Leiter der Filiale am Hauptbahnhof) bei Leroy Czichy (kaufmännischer Amtsleiter des Gartenbauamtes), Ute Rößler (technische Amtsleiterin des Gartenbauamtes) sowie Sabine Kranz (stellvertretende Pflegebezirksleiterin) über die durchgeführte Pflanzaktion.
Im Bürgerpark wurden in diesem Jahr insgesamt 8.500 Sommerblumen gepflanzt. Bei den bunten Blumen handelt es sich um Eisbegonien, Edellieschen, Löwenmäulchen und Studentenblumen.
Wer in den letzten Monaten den eigentlich sogenannten „Gesundheitspark Speckenbüttel“ in Bremerhaven besucht hat, konnte kaum glauben, was sich dort abspielt. Ein Ort, der einst für Ruhe, Naturverbundenheit und Erholung stand, ist inzwischen vielfach zum Schauplatz massiver Vermüllung geworden. Picknickdecken werden ausgebreitet, es wird gegessen, gelacht – und dann? Alles bleibt liegen. Mülltüten, Plastikgeschirr, Flaschen, Essensreste. Ein Bild des Schreckens, das mit jedem weiteren Besuch schwerer zu ertragen ist.
Müll und Unrat auf einer Bank im Gesundheitspark Speckenbüttel, ein trauriges Bild der Vernachlässigung.
Wo einst Spaziergänge zur Erholung beitrugen, schrecken heute viele Menschen zurück. Der Park ist für viele nicht mehr das, was er einmal war. Es macht betroffen und wütend zugleich. Zeugen berichten, dass es sich bei den Verursachern häufig um Gruppen mit Migrationshintergrund handelt, die sich regelmäßig zu Sit-Ins treffen. Dabei ist es völlig gleich, woher jemand stammt – Respekt vor öffentlichem Raum und ein verantwortungsvoller Umgang mit Natur und Mitmenschen sollten selbstverständlich sein.
Beschädigter Zugang zum Gewässer im Gesundheitspark Speckenbüttel, der die Vernachlässigung des Geländes verdeutlicht.
Besonders bitter: Es scheint, als würden Ordnung und Sauberkeit hier einfach aufgegeben. Es braucht dringend und regelmäßigere Kontrollen durch das Ordnungsamt. Es braucht Strafen, Aufklärung, Präsenz – kurzum: ein deutliches Zeichen, dass dieses Verhalten nicht länger geduldet wird.
Müll in einem Ruhebereich des Gesundheitsparks Speckenbüttel in Bremerhaven.
Früher war der Speckenbütteler Park ein Vorzeigeort der Stadt – sauber, gepflegt und einladend für Jung und Alt. Heute stehen viele kopfschüttelnd vor überquellenden Mülltonnen oder Müllbergen im Gebüsch. Gesundheit geht anders!
Verunreinigung durch Menschliche Fäkalien im Gesundheitspark Speckenbüttel.
Beim Bundeskongress „Tag der Regionen“ des Bundesbauministeriums in Bremerhaven hat die Stadt das städtebauliche Projekt „Werftquartier“ präsentiert.
„Der Kongress war ein voller Erfolg mit vielen hoch spannenden Vorträgen rund um das Thema der resilienten und krisenfesten Region. Das Werftquartier, das aus dem ehemaligen Gelände der Seebeck-Werft ein nachhaltiges, klimaneutrales Quartier machen wird, passte da hervorragend rein“, so Grantz.
Gemeinsam mit der Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bremens Bausenatorin Özlem Ünsal begrüßte Grantz die Teilnehmer in Bremerhaven. Er betonte, dass Bremerhaven inzwischen eine Stadt ist, die es versteht, dem Strukturwandel zu begegnen – sei es im Fischereihafen, der sich vom ehemaligen Standort der Hochseefischerei zum Standort der Lebensmittel- und Tiefkühlindustrie gewandelt hat, bei der Transformation zur Stadt der Wissenschaft, dem Werftquartier oder der Innenstadt, in der gerade mit dem „Novo Bremerhaven“ der Dritte Ort geplant wird. „Bremerhaven hat viel Expertise. Gleichzeitig war der Bundeskongress eine wunderbare Gelegenheit, sich mit anderen Städten und Regionen auszutauschen und von ihnen zu lernen“, so Grantz. Der Stand der Stadt Bremerhaven sei von vielen Besucherinnen und Besuchern interessiert angesteuert worden. „Vor allem die gemischten Wohnformen und die Nachhaltigkeitsaspekte im Werftquartier waren für die Besuchenden von Interesse. Begrüßt wurde außerdem mehrfach, dass die Planungen von Beginn an auch die Infrastruktur und nicht einfach „nur“ Gebäude in idealer Wasserlage beinhalten.“ Besonders erfreulich sei auch die Rückmeldung vieler Teilnehmer gewesen, dass Bremerhaven der bisher schönste Standort für den Kongress war, der regelmäßig in unterschiedlichen Städten stattfindet. „Bremerhaven hat sich als Tagungsort hervorragend präsentiert, das ist ein tolles Signal, das bundesweit ausstrahlt“, so der OB abschließend.