Das Geschichtenrad der Stadtbibliothek ist wieder auf Tour

Jutta Witthinrich ist ehrenamtlich in den Sommermonaten mit dem Geschichtenrad am Holzhafen unterwegs. ©Magistratspressestelle / Arnd Hartmann

Mit Bilderbüchern, Sitzkissen und vielen Geschichten im Gepäck hält das rote Lastenrad bei gutem Wetter jeden Dienstag um 16.00 Uhr am Holzhafen in der Nähe des Ernst-Barlach-Hauses (Am Holzhafen 8).

Im Kamishibai, einem japanischen Papiertheater, werden passend zu jeder Geschichte Bildkarten gezeigt. Das Holztheater, in das die Bildkarten eingeschoben werden, macht das Vorlesen und Erzählen besonders lebendig.

Bei schlechtem Wetter bleibt das Geschichtenrad allerdings zu Hause.

Das Projekt wird in diesem Jahr aus Mitteln der Ursula-Wulfes-Stiftung finanziert.

Wenn das Klima aus der Karte springt

Pop-up-Workshop mit Antje von Stemm: Kinder gestalten eigene 3D-Karten zur Ausstellung KLIMA_X

An Kinder von zehn bis 15 Jahren, die Freude an ungewöhnlichen Bastelaktionen haben, richtet sich der „Kreativ-Workshop“ am 9. Juli im Klimahaus Bremerhaven. Zusammen mit der mehrfach ausgezeichneten Illustratorin, Autorin und Papieringenieurin Antje von Stemm verarbeiten die kleinen Künstler die aktuelle Sonderausstellung KLIMA_X und entwickeln eigene Klappkarten. Zunächst geht es gemeinsam in die Ausstellung, danach wird das Gesehene mit künstlerischen Mitteln verarbeitet. Im Zentrum werden die sogenannten „Klimatiere“ stehen. Dazu zeichnen die Kinder ihre Ideen aufs Papier, schneiden, falten und kleben und zaubern mit Unterstützung individuelle Pop-up-Karten. Diese Werke werden dann zum Abschluss des Workshops als „Mini-Pop-up-Ausstellung“ den Eltern präsentiert. Der Workshop findet vom 10 bis 14.30 Uhr im Klimahaus statt und wird sowohl am 9. als auch am 10. Juli angeboten. Er kostet 5 Euro zuzüglich Eintritt.

Antje von Stemm hat sich als Autorin diverser Pop-up-Bücher, Wimmelbücher, Sachbücher und Adventskalender einen Namen gemacht. Für ein Pop-up-Buch zum Selberbasteln bekam sie unter anderem den Deutschen Jugendliteraturpreis.

Der Workshop für Kinder gehört zum Rahmenprogramm der faszinierenden Sonderausstellung „KLIMA_X“, die noch bis November 2025 Klimakommunikation und die daraus resultierenden Emotionen vorstellt.

Verkaufsoffene Sonntage in den Havenwelten von Bremerhaven

Sonntags shoppen gehen? In den Havenwelten von Bremerhaven ist das vom Sommer bis in den Herbst hinein an jedem Wochenende möglich – und zur SAiL öffnen auch die Geschäfte im Columbus-Center sowie viele in der Fußgängerzone in der Bremerhavener Innenstadt.

Die Regularien erlauben es dem Einzelhandel, bis zu viermal im Jahr sonntags zu öffnen. Sogar 20 Mal darf das „Mein Outlet“ öffnen. Möglich ist das, weil das Einkaufszentrum inmitten der vom Tourismus geprägten Havenwelten liegt. Insgesamt 20 verkaufsoffene Sonntage wurden beantragt und genehmigt – vom 29. Juni bis zum 26. Oktober ist das Outlet täglich geöffnet, sonntags von 12 bis 17 Uhr. 

Center-Manager Ralf Steinebrunner betont, dass die verkaufsoffenen Sonntage zur Tourismusstrategie gehören. „Das Mein Outlet & Shopping-Center ist wesentlicher Bestandteil der Havenwelten, wir müssen den Vergleich mit den anderen Attraktionen nicht scheuen“, sagt er.  Die Havenwelten sind Ziel von Tagesgästen aus der Region und den Urlaubern von der Küste.

Zur SAiL hat sich die Verkaufsmannschaft in der gesamten Bremerhavener Innenstadt entschlossen, die Geschäfte am Sonntag, 17. August, zu öffnen.

Auch am Weinfest auf dem Theodor-Heuss-Platz (22. September) und zum Laternenfest in den Havenwelten (9. November) finden verkaufsoffene Sonntage in der Bremerhavener Innenstadt statt.

Der Magistrat der Stadt Bremerhaven hat am Freitag, dem 6. Juni 2025, während einer Feierstunde in der Aula der Heinrich-Heine-Schule die erfolgreichsten Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2024 geehrt.

Über die Auszeichnung „Sportlerin des Jahres 2024“ konnte sich Fußball-Nationalspielerin Giovanna Hoffmann (RB Leipzig) freuen, der Titel „Mannschaft des Jahres 2024“ ging an die Hip-Hop-Weltmeisterinnen Undercover (TSG/Tanzschule Beer).

Insgesamt wurden an dem Abend 127 Bremerhavener Sportlerinnen und Sportler gewürdigt, die bei Deutschen Meisterschaften, Europameisterschaften oder Weltmeisterschaften einen der ersten drei Plätze im Jahr 2024 belegen konnten. „Sie alle sind großartige Botschafterinnen und Botschafter der Stadt Bremerhaven gewesen“, sagte Stadtrat Ralf Holz, Dezernent für das Amt für Sport und Freizeit, in Richtung der Geehrten.

Darüber hinaus wurden auch sechs „stille Helfer“ ausgezeichnet, die immer für ihren Sport und ihren Verein im Einsatz waren – ohne eine Vorstandsfunktion auszuüben. Auch acht Sportfunktionärinnen und -funktionäre, die mehr als 15 Jahre ehrenamtliche Vorstandstätigkeiten in Vereinen geleistet haben, standen an diesem Abend im Mittelpunkt.

Seit mehr als 160 Jahren auf See im Einsatz: Die Seenotretter aus Bremerhaven

Zehn Meter hohe Wellen, Orkanböen, Temperaturen um den Gefrierpunkt – die „Hermann Rudolf Meyer“ fährt raus, wenn an Land sicherheitshalber die Rollläden runtergelassen werden.  Der Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist in Bremerhaven stationiert und markiert damit gleichzeitig die Gründungphase der maritimen Hilfsorganisation vor 160 Jahren. In der Seestadt gab es bereits einen Verein zur Rettung Schiffbrüchiger, bevor die DGzRS gegründet wurde.

„Wie viele Menschen in Seenot wir von hier aus schon gerettet haben?  Ganz ehrlich, keine Ahnung“, sagt Timo Wieck und zuckt mit den Schultern. Der 1. Vormann der „Hermann Rudolf Meyer“ sitzt mit seinem roten Overall und der Kaffeetasse in der Hand im Kommando-Stuhl auf der Brücke des Seenotrettungskreuzers.

Er blickt über das sonnenglitzernde Wasser des Vorhafens an der Fischereihafen-Doppelschleuse. Von diesem Liegeplatz startet das 23 Meter lange Schiff zu seinen Einsätzen auf der Außenweser und in der Deutschen Bucht. Gerade erst haben sie eine leckgeschlagene Motoryacht vor dem sicheren Untergang bewahrt. „Jede Schiffshavarie verläuft anders. Ein Bild können wir uns immer erst vor Ort machen und dann ist jeder hier an Bord voll dabei. Für eine Strichliste ist da keine Zeit. Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz.“

Zwei Wochen rund um die Uhr im Dienst

Vier Männer sind auf dem Seenotrettungskreuzer im Einsatz und das rund um die Uhr im Zwei-Wochen-Wechsel. Geht über die Rettungsleitstelle See in Bremen ein Notruf ein, muss alles blitzschnell gehen. „In zwei bis drei Minuten sind wir tagsüber startklar“, nickt Timo Wieck. „Brücke besetzen, Landstromverbindung kappen, Maschine hochfahren, Leinen los, Deck klarmachen – wir sind an Bord ein eingespieltes Team und arbeiten Hand in Hand.“ Nachts kann es schon mal fünf Minuten dauern. „Dann müssen die Jungs ja erst mal die Augen aufmachen und in ihre Overalls springen“, schmunzelt der 1. Vormann. Er selber hat das Funkgerät und das Telefon immer griffbereit neben seiner Koje liegen.

„Hektik können wir hier nicht gebrauchen“

Olaf Eimert ist in diesen Momenten der „Zündfunke“. Der Maschinist an Bord sorgt für einen möglichst schnellen Start des Schiffdiesels. Unten im Maschinenraum blitzen die Armaturen, Leitungen und Motoren. Selbst der beidseitige Stahlhandlauf an der steilen Treppe von Deck hierunter hat keinen einzigen Fleck. Feuerwehreinsatz mit festem Handgriff am Stahlrohr und Runterrutschen an der Treppe? „Nein“, schüttelt der Maschinist den Kopf. „Immer alles ganz in Ruhe und Stufe für Stufe die Treppe runter, selbst im Einsatz. Hektik können wir hier nicht gebrauchen.“ Der blitzeblanke Maschinenraum hat neben der guten Materialpflege einen ganz anderen und vor allem wesentlichen Grund.

„Sobald der Schiffsdiesel läuft, bin ich mit oben an Deck. Da wird jede Hand gebraucht. Die Maschine wird von der Brücke aus überwacht. Wenn da zum Beispiel ein Ölleck angezeigt wird, muss ich hier runter und sofort sehen, wo der Ölaustritt ist“, erklärt Olaf Eimert. „Da ist keine Zeit, erstmal schlau mit dem Putzlappen in der Hand auf die Suche zu gehen.“ 23 Knoten Fahrt macht die „Hermann Rudolf Meyer“ bei Vollgas, gut 43 Stundenkilometer. „Für ein 29 Jahre altes Schiff ist das ordentlich.“

Verletzte und Kranke auf Fracht- oder Kreuzfahrtschiffen, Maschinenschäden, auf Grund gelaufene Segelschiffe – wenn die „Hermann Rudolf Meyer“ mit rauschender Bugwelle auf die Weser raus jagt, kommt es auf Geschwindigkeit an. „Je eher wir am Einsatzort sind, desto besser. Nicht jeder Mensch kommt mit Notfallsituationen gleich klar. Wenn in steiler Brandung bei Sturm eine havarierte Segelyacht auf der Sandbank langsam in Stücke zerschlagen wird, da klammert sich der Skipper schon mal am Mast fest und will unter keinen Umständen loslassen“, erzählt Timo Wieck, der seit 2002 bei der DGzRS aktiv ist. Aber auch für solche Situationen hat die DGzRS im Laufe der vergangenen 160 Jahre eine Lösung entwickelt: das Tochterboot.

Wer nicht mehr aufpasst, macht Fehler“

Am Heck eines jeden Seenotrettungskreuzers liegt dieses Mini-Einsatzboot parat und kann blitzschnell ins Wasser gelassen werden. Mit nur 80 Zentimeter Tiefgang und der leistungsstarken Maschine kommt das Boot mit seinen zwei Mann Besatzung fast überall hin. „Da pflücken wir im Ernstfall auch schon mal jemanden direkt vom Mast, wenn es nicht anders geht“, so der 1. Vormann. Was sich wie ein Spaziergang anhört, erfordert Mut, Umsicht, Entschlossenheit und Erfahrung. „Nur Routine brauchen wir hier nicht. Wer nicht mehr aufpasst, macht Fehler und das kann auf dem Meer fatal sein.“

Die Ausbildung zum Seenotretter dauert zwei Jahre

Sebastian Kernich ist aktuell dabei, diese Erfahrungen zu machen – als sogenannter „Laufbahner“. Am Ende der zweijährigen Ausbildung ist der 28-Jährige ein vollwertiges Mitglied der DGzRS. Ein Jahr hat er bereits hinter sich. „Rettungssanitäter, Schiffspatent, Nautik, Funk, Schiffskenntnisse von A bis Z – da ist jede Menge“, zählt er auf. An diesem Vormittag hat er sich intensiv der Pflege des Tochterbootes „Christian“ gewidmet. Kein Wunder, immerhin ist Kernich im Einsatzfall der Schiffsführer des Mini-Rettungskreuzers. Wenn er das nicht macht, kümmert er sich um die Aktualisierung von Seekarten des teils tückischen Weserreviers, Tauwerk an Deck oder auch mal das Essen in der Kombüse. Aktuell hat Maschinist Eimert das übernommen: „Immer reihum, immer reihum – hier macht jeder fast alles“, lacht er und rührt das China-Geschnetzelte im Topf ein letztes Mal um.

Es ist Mittagszeit auf der „Hermann Rudolf Meyer“. Alle kommen in der kleinen Messe am Mehrzwecktisch zusammen. „Wenn wir Verletzte an Bord nehmen, liegen die hier auf dem Tisch und werden medizinisch versorgt“, erzählt Timo Wieck. „In der Seefahrt und speziell bei der Seenotrettung ist alles immer praktisch. Hauptsache, wir erreichen unser Ziel.“ Bei der DGzRS ist das seit 160 Jahren die Rettung von Menschen aus Seenot und Bremerhaven hat dabei neben Emden schon vor der Gründung der eigentlichen Gesellschaft im Jahr 1865 eine maßgebliche Rolle gespielt.

Selbstlose Männer steigen bei tosender See ins Ruderboot

Bereits 1864 gab es in der Seestadt einen Bootsschuppen mit Ruderrettungsboot, in dem selbstlose Männer bei tosendem Sturm rausgerudert sind, um unter Einsatz ihres eigenen Lebens Menschen aus Seenot zu retten. Der nachfolgende Backstein-Bootsschuppen von 1917 neben dem heutigen Liegeplatz der „Hermann Rudolf Meyer“ zeugt davon – bewegte Küstengeschichte zum Anfassen, die ihre Wurzeln in der Gründung des bremischen Vereins zur Seenotrettung im Jahr 1863 hat. Macht es stolz, für eine solche Organisation zu arbeiten, die sich ausschließlich über Spenden und gesellschaftlichen Einsatz finanziert? Timo Wieck überlegt, setzt kurz die Gabel mit dem dampfenden Essen ab. „Diesen Job hier macht man nicht, weil man stolz ist, sondern weil man davon überzeugt ist.“

Vor gut einem Jahr durfte das Radio Bremerhaven Team auf dem Seenotrettungskreuzer Hermann Rudolf Meyer mitfahren:

An die Trommeln und los: Die Drachenboote starten wieder im Fischereihafen

Bereits zum 23. Mal findet der swb-Drachenboot-Cup im Schaufenster Fischereihafen statt. Am Sonnabend, 14. Juni, wird das Hafenbecken zur Wettkampfzone, wenn Fun-, Sport- und Schülerteams um die Plätze wetteifern. Die Rennen finden dieses Jahr gesammelt an einem Tag statt und werden vom Kanu-Verein Unterweser ausgerichtet.

Trommelschläge und Fan-Gesänge

Bunt, turbulent und laut – dieser Dreiklang bestimmt seit jeher den swb-Drachenboot-Cup im Schaufenster Fischereihafen, bei der in verschiedenen Renn-Klassen spannende Wettstreite über 250 Meter und optional über die Strecke einer Seemeile (rund 1,85 Kilometer) geliefert werden. Für die Zuschauer ist es zwischen 10 und 17 Uhr mindestens ein genauso spaßiges wie spannendes Erlebnis wie für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Wasser, die begleitet von rhythmischen Trommelschlägen und frenetischen Fan-Gesängen mit Muskelkraft und Rudertaktik die zwölfeinhalb Meter langen Boote durchs Hafenbecken treiben.

Handwerkertag beim Bauernmarkt am Hafen

Zum dritten Mal in diesem Jahr findet das SonntagsVergnügen mit dem Bauernmarkt am Hafen statt. Der Fokus des Marktes richtet sich am Sonntag, 15. Juni, auf das traditionelle Handwerk. Handwerker präsentieren eigens hergestellte Produkte und mit etwas Glück führen einige Handwerker Ihre Kunst auch für die Besucher vor.

Des Weiteren erwartet die Besucherinnen und Besucher eine große Auswahl an Käse, Wurstspezialitäten, frisches Obst und ein buntes Sortiment von Händlern aus der Region. Wer das Mittagessen ins Schaufenster verlegen möchte, hat die Wahl: Bratwurst mit Pommes, Fischspezialitäten – oder doch Cheesy Pasta? Die Marktstände sind von 10 bis 17 Uhr aufgebaut. Auch die anliegenden Restaurants sind geöffnet.

„Mich macht das total glücklich“

Was die ehrenamtlichen Liaisons bei der SAiL 2025 in Bremerhaven bewegt

Was treibt diese Leute eigentlich dazu, Urlaub zu nehmen, um als Ehrenamtliche die Segelschiffe bei der SAiL 2025 in Bremerhaven zu betreuen? Dazu noch ohne Bezahlung. „Es ist der am schlechtesten bezahlte 24-Stunden-Job der Welt“, lacht André Benthien, der die Arbeit der so genannten Liaisons koordiniert. „Aber der schönste.“ Zur SAiL 2025 vom 13. bis 17. August freuen sich 20 freiwillige Helfer auf diese wohl einzigartige Aufgabe.

Für Iris Henkel, die vor 20 Jahren bei der SAiL 2005 in Bremerhaven heftig und nachhaltig vom Sail-Virus befallen wurde, war es der Beginn einer Liebesbeziehung. „Für mich ist das besser als ein Wellness-Urlaub“, sagt sie über ihre Arbeit als ehrenamtliche Helferin. „Mich macht das total glücklich.“

Es war Liebe auf den ersten Blick

Vor ihrem Debüt in der Seestadt  hatte sie bereits  Gelegenheit, auf einem Großsegler beim Tall Ship Race mitzusegeln. „Ich mag Menschen, ich mag Schiffe, ich mag Internationalität“, war eine Erkenntnis aus dieser Zeit. Da war es nur noch ein kleiner Schritt, als ehrenamtliche Schiffsbetreuerin in Bremerhaven anzuheuern. „Es entscheidet sich sehr schnell, ob das etwas für einen ist“, erinnert sie sich. „Für mich war es Liebe auf den ersten Blick.“

So vereinen sich bei der 56-Jährigen zwei Bedeutungen des Wortes Liaison. Was im Französischen so viel wie Affäre oder Liebesbeziehung bedeutet, beschreibt im englischen Sprachgebrauch jemanden, der die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Menschen oder Institutionen fördert, die Kommunikation in Gang hält und zum gegenseitigen Verständnis beiträgt.

Als lokaler Ansprechpartner an Bord

Im Fall der ehrenamtlichen Schiffsbetreuer geht es vor allem darum, den Crews der von ihnen betreuten Schiffe behilflich zu sein: Beim Landgang, bei der Vermittlung eines Arzttermins, beim Shopping, beim Sport oder einem Museumsbesuch. Doch auch bei Fragen der Müllentsorgung, der Frischwasserbeschaffung oder Problemen mit dem Zoll sind die Liaisons erste Ansprechpartner. „Und wenn irgendetwas Technisches kaputt geht“, sagt Iris Henkel, „dann muss ich eben jemanden besorgen, der das reparieren kann.“  Alles getreu ihrem Motto: „Ich liebe es, Probleme zu lösen!“

Der Crashkurs Arabisch als sechste Sprache

Seit ihrem ersten Liaison-Job in Bremerhaven hat die gebürtige Hamburgerin mehr als 30 Mal als ehrenamtliche Schiffsbetreuerin gearbeitet: In Amsterdam und Den Helder, Kristiansand und Bergen, in Aarhus, beim Hafengeburtstag in Hamburg und der Hanse-Sail in Rostock. So ganz nebenbei haben sich dabei auch ihre Fremdsprachenkenntnisse erweitert. Neben Englisch und Dänisch, was sie fließend spricht, reicht es auch in Holländisch, in Norwegisch und Französisch zumindest für einen Smalltalk.  Und da Iris Henkel sich vor einiger Zeit auch noch einen Crashkurs in Arabisch gegönnt hat, wird sie neben der „Alexander von Humboldt II“ noch die „Shabab Oman 2“, das Segelschulschiff aus dem Sultanat Oman, während der SAiL in Bremerhaven betreuen.

Verglichen mit der erfahrenen Iris Henkel ist der Bremerhavener Andreas Bauhammer noch ein absoluter Frischling in der Liaison-Szene. Der 28-Jährige wird bei dem Großseglertreffen vom 13. bis 17. August zum ersten Mal als Schiffsbetreuer an den Start gehen. „Ich habe keine Ahnung, was mich da erwartet“, sagt der Experte für Sicherheitstechnik, der sich für diese Zeit Urlaub von seinem Arbeitgeber in Bremen genommen hat. Grundsätzlich gehe es wohl darum, die Crewmitglieder des ihm zugeteilten Schiffes so gut zu betreuen, dass sie bald wiederkommen möchten, glaubt er: „Die SAiL lebt doch davon.“

Zur SAiL sind rund 800 ehrenamtliche Helfer im Einsatz

Um ein Festival wie die SAiL mit 250 teilnehmenden Schiffen und rund 3000 Crewmitgliedern überhaupt stemmen zu können, ist die Erlebnis Bremerhaven GmbH als Ausrichterin des Windjammertreffens auf viele ehrenamtliche Helfer angewiesen – rund 800 werden es in diesem Jahr wieder sein, und die meisten von ihnen nehmen sogar Urlaub, um dabeisein zu können. „Uns macht das stolz, wie die Bremerhavener ihre SAiL feiern und uns bei der Organisation unterstützen“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH.

Beste Voraussetzungen für die Karriere als Liaison

Schiffe begleiten den aus Süddeutschland stammenden Bauhammer schon seit seiner Jugend. Mit 15 Jahren hat er seinen Segelschein auf dem Bodensee gemacht und auch die Abschlussfahrt seiner Schule zum Ijsselmeer in Holland hinterließ bleibenden Eindruck. „Mich hat es immer zum Meer gezogen“, sagt er und verknüpfte diese Sehnsucht nach dem Abitur mit einem Studium in Bremerhaven. Auch das ehrenamtliche Engagement ist für Bauhammer nichts Neues. So engagiert er sich auf den Museumsschiffen „Grönland“ und „Astarte“ und mischt auch bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG mit. Ein Hang zum Ehrenamt und die Liebe zur See: beste Voraussetzungen also für die Karriere als Liaison.

Wasser, Wind und Wellen als ein Motiv des Lebens

Wasser, Wind und Wellen sind auch für die gebürtige Bremerin Christine Mielsch ein durchgehendes Motiv in ihrem Leben. Nachdem sie Hamburg zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht hatte, war die heute 65-Jährige seit 1992 freiberuflich als Übersetzerin und Dolmetscherin mit den Arbeitssprachen Russisch und Englisch tätig. „2004 bekam ich auf dem russischen Großsegler ,Mir‘ bei einem Drei-Tages-Törn auf die Nordsee zum ersten Mal Schiffsplanken unter die Füße“, erzählt sie, „die Verwirklichung eines alten Traums.“ Mit ihren Sprachkenntnissen und ihrem Kommunikationstalent wurde sie schnell zu einer wichtigen Verbindungsperson zur „Mir“.

An Bord des imposanten Schulschiffs kam Christine Mielsch zur Sail 2005 nach Bremerhaven, wo sie als Bindeglied zu den Liaisons fungierte. Drei Jahre später, bei der „Lütten Sail“ 2008, schnupperte sie dann selbst zum ersten Mal in die Aufgaben einer ehrenamtlichen Schiffsbegleiterin hinein, 2010 stieg sie „als vollwertige Liaison“ in die Szene ein und blieb der Seestadt fortan auch bei den maritimen Festen zwischen den nur alle fünf Jahre stattfindenden SAiLs treu. „Wenn ich die Gangway hochgehe, fällt alles von mir ab“, sagt die ausgebildete Gästeführerin, die sehr bald als Projekt-Koordinatorin auch in Hamburg eine Liaison-Organisation für die Großsegler aufbauen half.

Wie Hamburg von Bremerhaven noch lernen kann

„Ich studiere gewissermaßen Problemlösungen“, sagt sie. „Dabei geht es vor allem darum, Ruhe zu bewahren und unerschütterlich zu bleiben.“ Trainiert werden diese Fähigkeiten seither auch beim Hafengeburtstag in Hamburg, wo Christine Mielsch ein Heimspiel hat und wo die Resonanz mit 1,2 Millionen Besuchern mit der Gästeerwartung zur SAiL Bremerhaven identisch ist.

Und auch sonst müsse sich die kleinere Seestadt im Vergleich mit der Elb-Metropole keineswegs verstecken. „Bremerhaven verfügt mit dem Neuen Hafen, der Seebäderkaje und dem Kaiserhafen über ein super Gelände, einen idealen Rundkurs“, sagt Christine Mielsch. Alles sei zu Fuß ohne Anstrengung zu erkunden. Außerdem punkte die Organisation mit einladender Sauberkeit. „Da wuseln die Einsatzkräfte schon am frühen Morgen vor den Schiffen herum. Wenn die ersten Besucher kommen, ist alles gepflegt und geräumt.“ Dickes Lob von einer, die weiß, wovon sie spricht: „Das bekommt Hamburg nicht hin.“

Bremerhavener Schüler gewinnt zweiten Preis der 64. Mathematik-Olympiade

Der Bremerhavener Schüler Jizhe Ma hat mit 34 von 40 Punkten die Silbermedaille errungen. Die Ehrung der 77 besten Nachwuchsmathematikerinnen und Nachwuchsmathematiker Deutschlands fand am Montag, dem 26. Mai 2025, an der Universität Göttingen statt.

Die Senatorin für Kinder und Bildung, Sascha Karolin Aulepp, gratuliert dem Gewinner herzlich. „Jizhe Mas Erfolg zeigt eindrucksvoll, wie viel Potenzial in unseren Schülerinnen und Schülern steckt. Die Mathematik-Olympiade fordert nicht nur mathematisches Wissen, sondern auch Durchhaltevermögen und Kreativität – Eigenschaften, die für die Zukunft unseres Landes entscheidend sind. Wir sind stolz, dass ein junger Bremerhavener dieses hohe Niveau erreicht und damit ein Vorbild für andere ist. Solche Erfolge bestärken uns darin, die mathematische Bildung im Land Bremen weiter zu fördern und junge Talente gezielt zu unterstützen.“

Auch Stadtrat Prof. Dr. Hauke Hilz (Dezernent für Schule und Kultur) gratuliert Jizhe Ma anlässlich des zweiten Platzes, den der Schüler auch im vergangenen Jahr bei der Mathematik-Olympiade erreicht hatte. „All das zeigt, über welch herausragenden Fähigkeiten Jizhe Ma verfügt“, stellt Hilz heraus. „Der Erfolg zeigt, was in unseren Bremerhavener Schülerinnen und Schülern steckt und welch großartige Arbeit die Kolleginnen und Kollegen am Lloyd Gymnasium leisten“, ergänzt der Schuldezernent.

Die Bundesrunde mit rund 200 Teilnehmenden markiert den Höhepunkt des bundesweiten Wettbewerbs, an dem sich aus rund 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die besten Talente qualifizieren. In zwei anspruchsvollen Klausuren mit jeweils drei komplexen Aufgaben bewies Jizhe Ma sein herausragendes mathematisches Können.

Eine vollständige Liste aller Preisträgerinnen und Preisträger sowie weitere Informationen gibt es unter https://mo2025.de/.

Der Magistrat der Stadt Bremerhaven hat in seiner heutigen Sitzung, am 4. Juni 2025, das mögliche Ansinnen des Landes Niedersachsen und der Gesundheitsbehörde Bremen, im Gebäude des ehemaligen AMEOS-Klinikums Bremerhaven-Mitte eine Maßregelvollzugseinrichtung unterzubringen, einstimmig abgelehnt.

„Obgleich ich die Notwendigkeit und Bedeutung von Einrichtungen des Maßregelvollzugs grundsätzlich anerkenne, bewerte ich die Standortwahl in einer verantwortungsbewussten Gesamtabwägung als vollkommen ungeeignet, da die Auswirkungen auf das städtische Umfeld viel zu gravierend sind. Ich freue mich, dass der Magistrat meiner Auffassung vollumfänglich gefolgt ist“, so die Stadträtin Andrea Toense, Dezernentin für Gesundheit. Insbesondere die Nähe des vorgesehenen Standorts zu Schulen, Kindergärten und weiteren sensiblen Einrichtungen wie auch die zentrale Lage im Umfeld eines dicht besiedelten Wohnumfelds sprächen gegen eine Umsetzung des Projekts.

„Die Sicherheit und das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner unserer Stadt haben für uns oberste Priorität. Daher halten wir die Ansiedlung eines Maßregelvollzugs an diesem Standort aus stadtplanerischer und sozialer Sicht für nicht vertretbar“, ergänzt Bürgermeister Torsten Neuhoff.

Der Magistrat nimmt mit Verwunderung die Aussage von Gesundheitssenatorin Bernhard zu ihren Bedenken zum Standort zur Kenntnis. Stadträtin Toense war am 20. Mai von einer Mitarbeiterin der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz (SGFV) schriftlich über das Ansinnen des Landes Niedersachsen informiert worden. In dem Schreiben wurde sie lediglich gebeten, mitzuteilen, wer innerhalb des Magistrats für die Angelegenheit zuständig sei. „Von der senatorischen Behörde wurden in diesem Schreiben allerdings keinerlei Bedenken mitgeteilt, vielmehr wurde darauf hingewiesen, dass auch das Land Bremen von Plätzen innerhalb der Maßregelvollzugsanstalt des Landes Niedersachsen profitieren könnte“, erklärt Toense. Als erste Reaktion hatte Toense den Magistrat bereits in der vergangenen Sitzung am 21. Mai über die stadtbedeutende Angelegenheit mündlich informiert.

„Der heutige Beschluss beinhaltet nach interner gründlicher Abwägung auch die klare Erwartungshaltung, dass Bremen nicht länger über das ehemalige Ameos-Klinikum als Standortoption für den Maßregelvollzug nachdenkt und keine weiteren Gespräche führt“, so Toense abschließend.

Wiedereröffnung der Kita Columbus-Center: Raum für Bildung, Bewegung und Vielfalt

Die Kita, die erstmals 1978 eröffnet wurde, präsentiert sich nach 23-monatiger Bauzeit als inklusiver Lern- und Lebensort, der konsequent auf die Bedürfnisse der Kinder, ihrer Familien sowie des pädagogischen Personals zugeschnitten ist. Rund 4,3 Millionen Euro hat die Stadt in die Neugestaltung investiert – mit sichtbarem Erfolg: Auf etwa 1.500 Quadratmetern Nutzfläche und einem ebenso großen Außenspielbereich (dessen Erneuerung bereits in Planung ist) wurde eine Umgebung geschaffen, die Vielfalt wertschätzt und ganzheitliches Lernen ermöglicht.

Die Kita Columbus-Center orientiert sich am Situationsansatz und legt ihre Schwerpunkte auf Bewegungsförderung, Sprach- und Literacy-Erziehung, Inklusion sowie interkulturelle Bildung. Das neue Raumkonzept unterstützt diese Ausrichtung gezielt: Zwei Bewegungsräume bieten Platz zur körperlichen Entfaltung, eine kindgerechte Bücherecke lädt zum Lesen und Zuhören ein, vier Differenzierungsräume fördern individuelles und inklusives Lernen.

Auch für die rund 35 pädagogischen Fachkräfte wurden moderne Arbeitsbedingungen geschaffen. Neue Personalräume ermöglichen Rückzug, Planung und digitale Dokumentation in professionellem Rahmen.

Die Einrichtung bietet Platz für insgesamt 140 Kinder – verteilt auf sechs Kita-Gruppen für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren (darunter drei Gruppen mit besonderem Förderbedarf) sowie zwei Krippengruppen für Kinder ab acht Wochen.

Stadtrat Martin Günthner, Dezernent für Jugend, Familie und Frauen, betont die Bedeutung der Investition: „Mit der Wiedereröffnung der Kita Columbus-Center setzen wir ein starkes Zeichen für frühkindliche Bildung, Inklusion und Chancengleichheit in Bremerhaven. Es geht nicht nur um neue Räume, sondern um neue Möglichkeiten für jedes Kind – unabhängig von Herkunft, Sprache oder individuellen Voraussetzungen. Die Kita wird zu einem Ort, der Teilhabe ermöglicht und Entwicklung fördert – ein echtes Zukunftsprojekt für unsere Stadt.“