Erlebnis Bremerhaven modernisiert ihre Wohnmobilstellplätze

Die Erlebnis Bremerhaven GmbH modernisiert ihre beiden Wohnmobilstellplätze an der Doppelschleuse und am Fischkai. Mit der Investition wird nicht nur die Infrastruktur erneuert, sondern auch der Service für die Gäste verbessert.

„Das bisherige System war nicht mehr zeitgemäß“, sagt Frank Sleine, Platzwart an der Doppelschleuse. „Mit neuen Stromsäulen, einem modernen Schrankensystem und Bezahlautomaten schaffen wir mehr Komfort und Verlässlichkeit für unsere Gäste“, ergänzt Projektleiter Thorsten Mävers.

KfZ-Kennzeichen werden bei der Einfahrt „gelesen“

Kern der Baumaßnahmen ist die Installation eines Schrankensystems mit Kennzeichenerkennung. Dadurch können sich Gäste künftig online anmelden und ihren Platz vorab buchen – ein Service, der bislang nicht verfügbar war. Ergänzend werden insgesamt 29 neue Stromsäulen aufgebaut, die jeweils bis zu vier Wohnmobile gleichzeitig mit Energie versorgen können. Rund 1,6 Kilometer neuer Kabel werden verlegt. Eine spezielle Software bietet Zugang zu mehreren Buchungsplattformen für Wohnmobilisten. „Serviceleistungen können unsere Kunden künftig online gleich hinzubuchen“, so Mävers. Insgesamt investiert die Erlebnis Bremerhaven GmbH rund 300.000 Euro in die Modernisierung der beiden Plätze.

Platz wird für drei Wochen gesperrt

Die Arbeiten beginnen am Montag, 25. August,auf dem Stellplatz an der Doppelschleuse, der während der rund dreiwöchigen Bauzeit gesperrt ist. Anschließend geht es Mitte Septemberam Stellplatz Hoebelstraße (Fischkai) weiter, auch hier dauern die Maßnahmen etwa drei Wochen.

Reservierungen für den Weihnachtsmarkt

Die Erlebnis Bremerhaven GmbH betreibt beide Stellplätze mit insgesamt 110 Plätzen, einer davon ist ganzjährig geöffnet. Jährlich werden rund 23.000 Übernachtungen gezählt, „die Plätze werden sehr gut angenommen“, sagt Geschäftsführer Michael Gerber. Nur der Saisonstart verlief in diesem Jahr schleppend wie insgesamt in der Tourismusbranche. Jetzt im Sommer aber ist der als „TopPlatz“ ausgezeichnete Platz an der Doppelschleuse in der Regel ab mittags ausgebucht. Die Gäste schätzten die attraktive Lage direkt im Hafen, unmittelbar am Wasser und an der Schleuse – „selbst im Dezember“, ergänzt Sleine und lacht. „Viele Stammkunden haben sich für den Weihnachtsmarkt angemeldet.“ An diesem Wochenende erwartet er 40 Wohnmobilisten am Fischkai zu einem Clubtreffen.

Gerber: Bremerhaven wird als maritimes Reiseziel attraktiver

„Mit dieser Investition reagieren wir auf die wachsenden Ansprüche der Wohnmobilreisenden und setzen auf Servicequalität und Verlässlichkeit. Bremerhaven wird so als maritimes Reiseziel attraktiver“, sagt Gerber.

In der Stadt Bremerhaven werden drei weitere Wohnmobil-Plätze für 70 Fahrzeuge privat betrieben.  Urlaub mit dem Wohnmobil boomt. Das Statistische Landesamt Bremen hat gerade erst für das erste Halbjahr für Campingplätze und Ferienwohnungen ermittelt, dass die Zahl der Übernachtungen um 20,7 Prozent gestiegen ist. 2024 war die Auslastung ähnlich stark gestiegen.

Bremerhaven-Tourismus mit deutlichem Plus

A busy outdoor scene at dusk featuring people walking along a pathway with festive decorations and attractions in the background, including a large sculpture resembling a rocket and a modern building.
Samstagabend bei der Sail Bremerhaven 2025 – Bild: Hannes Volkmar für Radio Bremerhaven

Statistik für das erste Halbjahr weist im Tourismus wieder deutliches Plus aus

Bremerhaven verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 ein deutliches Plus im Tourismus. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden bis Ende Juni fast 4500 Ankünfte mehr gemeldet als im Vorjahr, auch 11.193 zusätzliche Übernachtungen wurden notiert. Die stärksten Zuwächse melden die Vermieter von Ferienwohnungen und Betreiber von Wohnmobilplätzen.

Von Januar bis Juni stieg die Zahl der Ankünfte insgesamt auf 112.334 Gäste (+4,0 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum), die der Übernachtungen auf 211.291 (+5,6 %). Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2024 hatte Bremerhaven mit 108.000 Ankünften und rund 200.000 Übernachtungen spürbare Rückgänge hinnehmen müssen. „Uns ist es aber gelungen, die Delle aus dem Vorjahr zu überwinden und an die positive Entwicklung der Jahre zuvor anzuschließen“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven.

Auch internationale Gästezahlen entwickeln sich positiv

Die meisten Besucher der größten Stadt an der deutschen Nordseeküste kommen aus dem Inland. Aber auch die internationalen Gästezahlen entwickeln sich positiv. Mit 9.912 Ankünften wurde ein Zuwachs von 4,2 % im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Die 21.128 Übernachtungen entsprechen einem Plus von 1,5 %.

Der US-amerikanische Markt erreichte im ersten Quartal Spitzenwerte. Im Januar übernachteten 866 Personen in der Seestadt und somit 381,1 % mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt lagen die USA im ersten Halbjahr bei 656 Ankünften (+15,5 %) und 2.044 Übernachtungen (+13,2 %).

Österreicher entdecken Bremerhaven

Impulse aus dem überwiegend deutschsprachigen Ausland stärken die Bilanz zusätzlich. Gemeinsame Messeauftritte mit der Tourismusagentur Nordsee (Tano) in Wien und Zürich sowie weitere Marketingmaßnahmen sorgten mit 1.307 Übernachtungen für ein Plus von 6,4 % aus der Schweiz. 1.348 Übernachtungen aus Österreich stehen für ein beeindruckendes Plus von 79,3 %.

Die wichtigsten Auslandsmärkte sind neben den USA die Niederlande und Dänemark. Gäste aus beiden Nachbarländern verbrachten insgesamt 4.733 Nächte in der Stadt.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer internationaler Gäste lag mit 2,1 Tagen leicht über dem nationalen Wert von 1,9 Tagen, der seit Jahren nahezu unverändert ist.

Trend: Wohnmobile und Ferienwohnung

Starke Veränderungen zeigen sich aber im Reiseverhalten: Der Trend geht auch beim Wochenend-Tripp und der Städtereise dahin, eine Ferienwohnung zu mieten und sich selbst zu versorgen. Die Zahl der Ankünfte auf den Campingplätzen und in Ferienwohnungen stieg im Vergleich zum Vorjahr allein im Juni um 34,9 Prozent. Die Erlebnis Bremerhaven GmbH reagiert darauf und investiert in ihre beiden Wohnmobil-Stellplätze am Fischkai und an der Doppelschleuse. Beide Plätze erhalten neue und zusätzliche Stromsäulen. Außerdem können die 110 Parkplätze künftig im Voraus gebucht und reserviert werden.

Fast 124.000 Übernachtungen in den Hotels   

Die zwölf Hotels im Stadtgebiet bedienen im ersten Halbjahr mit fast 70.000 Ankünften und fast 124.000 Übernachtungen zwar immer noch das Gros der Gäste, die Zahlen sind aber nahezu identisch mit den Werten des für sie schwachen Vorjahres.  Die stadtweit 1385 Hotelzimmer mit 2820 Betten waren im Juni nur zur Hälfte ausgelastet.

Gerber: Den Schwung der SAiL nutzen

Michael Gerber: „Wir arbeiten engagiert an unserer neuen Ausrichtung im Vertrieb und der Entwicklung Bremerhavens als attraktives Ziel, um noch mehr Gäste zu uns zu holen.“ Der Start ins Jahr war noch verhalten, aber vor allem der Mai und Juni haben einen kräftigen Aufschwung erfahren. Mit Blick auf die kommenden Monate ist Gerber optimistisch: „Wir erwarten, dass auch das dritte Quartal hervorragende Zahlen bringen wird, natürlich auch und vor allem Dank der SAiL. Deren Schwung wollen wir mitnehmen. Wir haben bis zum Jahresende gute Chancen, insgesamt an die Rekordzahlen von 2023 heranzureichen.“

Land Bremen liegt über dem Bundestrend

Für das Land Bremen meldet das Statistische Landesamt insgesamt 1.362.309 Übernachtungen im ersten Halbjahr, was einem Plus von 1,8 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. In Bremerhaven und Bremen fällt die touristische Bilanz damit besser aus als im Rest der Republik. Bundesweit wurde nur ein leichter Anstieg von 0,1 Prozent verzeichnet.

Anfang August haben 48 angehende Lehrkräfte ihren Dienst an Bremerhavener Schulen begonnen, davon sechs Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger. Stadtrat Prof. Dr. Hauke Hilz hat die Referendare am Mittwoch, dem 20. August 2025, anlässlich ihres Dienstantritts in der Seestadt im Figurentheater im Fischereihafen begrüßt.

Es ist gute Tradition, dass die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in das außerschulische kulturelle Angebot des Figurentheaters hineinschnuppern. Zudem hatten die Referendarinnen und Referendare, Schuldezernent Hilz, Schulamtsleiterin Swantje Hüsken, Mitarbeitende des Bremerhavener Schulamts, die Hauptseminarleiterin des LIS, Dr. Adrienne Körner, sowie die LIS-Abteilungsleiterin Silke Engelhardt die Gelegenheit, sich am Rande der „Kartoffelkomödie“ in ungezwungener Atmosphäre auszutauschen.

Stadtrat Hilz interessierte sich für die Bewegründe für das Ergreifen des Lehrerberufs sowie die Erwartungen an den Schuldienst in der Seestadt. „Ich weiß, dass Bremerhaven nicht für jede und jeden von Ihnen der bevorzugte Einsatzort ist“, so Hilz. Und dennoch sei er überzeugt, dass der Großteil der Anwärterinnen und Anwärter nach Beendigung des Referendariats dem jeweiligen Ausbildungsschulstandort treu bleibe. „Nach dem absolvierten Vorbereitungsdienst sind im laufenden Jahr 73 Prozent der Lehrkräfte direkt in den Schuldienst der Stadt Bremerhaven gewechselt“, stellte der Dezernent fest. „Unsere Kinder und Jugendlichen, aber auch die Kolleginnen und Kollegen vor Ort brauchen jede Einzelne und jeden Einzelnen von Ihnen.“ Auch ermutigte der Schul- und Kulturdezernent die angehenden Lehrkräfte, sich in Bremerhaven niederzulassen, wenn es die Lebensumstände zuließen. „Bremerhaven wird unterschätzt“, hob er hervor, „hier lässt es sich sehr gut leben.“

Darüber hinaus versicherte Hilz allen Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern, dass sie sowohl vom LIS als auch von den Kolleginnen und Kollegen an den Bremerhavener Schulen eine exzellente Ausbildung erhielten. In diesem Zusammenhang lobte er die die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Magistrat und LIS: „Sie, Frau Dr. Körner setzen sich unermüdlich für den Standort Bremerhaven ein. Dafür möchte ich ihnen danken.“

Auch für die Zukunft setzt der Schuldezernent darauf, dass Bremerhaven weiterhin mehr Referendarinnen und Referendare zugewiesen bekommt als nach der sonst üblichen 20-Prozentquote. Zudem geht er davon aus, die Anzahl der Referendarplätze im Land Bremen trotz der sich in der Stadt Bremen abzeichnenden Entspannung bei der Lehrkräfteversorgung auch künftig nicht gedeckelt wird.

Exklusiv: Bremerhavener Tafel vor Schließung – Mitarbeiter berichten von Missständen und Unterschlagungen

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Bremerhaven – Die geplante Schließung der Bremerhavener Tafel sorgt weiterhin für Diskussionen. Radio Bremerhaven hatte bereits über die bevorstehende Schließung berichtet. Nun wurden der Redaktion weitere Informationen von Mitarbeitern der Tafel übermittelt, die ein anderes Bild der Situation zeichnen.

Demnach sollen innerhalb der Tafel sowohl organisatorische als auch personelle Probleme bestanden haben. Mitarbeiter berichteten unter anderem über:

Ungeeignete Führung: Die neue Tafelleitung soll in ihrer Position mangelnde Empathie gezeigt haben und für die Anforderungen der Arbeit bei der Tafel nicht geeignet gewesen sein.

Unterschlagung von Spenden: Es gibt Hinweise darauf, dass gespendete Waren, unter anderem von Baumärkten wie Obi, nicht korrekt an Bedürftige ausgegeben wurden. Einige Waren sollen verkauft oder privat genutzt worden sein, wie zum Beispiel Lebensmittel von „Hello Fresh“. Spenden kamen teilweise bei Bedürftigen gar nicht an, sondern wurden von Fahrern privat zu Hause ausgeladen. Den Personen, die vergeblich auf die Lebensmittel warteten, wurde auf Nachfrage gesagt, es stünden keine Fahrer für die Auslieferung zur Verfügung.

Fehlende Kontrolle und Sicherheitsmängel: Mitarbeiter berichteten von unsachgemäßen Arbeitsbedingungen, beispielsweise beim Transport von Lebensmitteln, und von Fällen, in denen Fahrer gesundheitlich eingeschränkt eingesetzt wurden.

Probleme mit arbeitsrechtlichen Maßnahmen: Ein ehemaliger Mitarbeiter schilderte, dass Abmahnungen und Kündigungen teils unter fragwürdigen Umständen erfolgten und der Betriebsrat involviert war. Außerdem gab es Fälle von Mobbing nach Meldungen über sexuelle Belästigung.

Kritik an der AWO: Mitarbeiter äußerten, dass die AWO, unter deren Trägerschaft die Tafel arbeitet, selbst für viele der Missstände verantwortlich sei. So sollen beispielsweise Projekte mit dem Jobcenter finanziell zu Gunsten der AWO auf Kosten der Steuerzahler ausgenutzt worden sein, während die Tafel zusätzlich Miete für Räumlichkeiten an die AWO in nicht unbeträchtlicher Höhe zahlen musste. Es wird von einem komplexen System berichtet, in dem Fördergelder und Gehälter größtenteils über die AWO laufen.

Die Aussagen der Mitarbeiter werfen Fragen darüber auf, ob die Schließung allein auf infrastrukturelle Probleme – wie die Verfügbarkeit des Kühlhauses – zurückzuführen sind. Die Vorwürfe, die Radio Bremerhaven erreicht haben, deuten auf tiefere organisatorische und finanzielle Probleme innerhalb der Bremerhavener Tafel und der AWO hin.

Vor dem Hintergrund dieser Berichte stellt sich die Frage, welche der genannten Missstände tatsächlich eine Rolle für die bevorstehende Schließung der Bremerhavener Tafel spielen und welche Gründe bislang möglicherweise nicht öffentlich thematisiert wurden.

(Anm. der Redaktion: Die Aussagen der Mitarbeiter und diesbezügliche Dokumente liegen Radio Bremerhaven vor.)

1,34 Millionen Menschen besuchen die SAiL Bremerhaven

Nun liegen auch die letzten Daten vor: Insgesamt haben 1,34 Millionen Menschen die SAiL Bremerhaven 2025 besucht.  Ermittelt wurden die Besucherzahlen erstmals mit einer neuartigen Messmethode, die die Besucherströme rund um den Neuen und Alten Hafen, am Weserdeich und in der Bremerhavener Innenstadt auch künftig aufzeichnen soll.

Erstmals ist bei der SAiL eine neue Messtechnik eingesetzt worden: Mit dem System Ariadne wurden die Besucherströme anhand anonymer Mobilfunksignale erfasst. „Wir müssen nicht mehr wie bisher schätzen oder hochrechnen, sondern bekommen belastbare Zahlen“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Das System wurde noch rechtzeitig einen Tag vor dem Start des internationalen Windjammerfestivals installiert. „Den tatsächlichen Besucherzahlen können wir uns so deutlich annähern“, sagt Gerber. Eine geringe Ungenauigkeit bleibt, weil nur Personen gezählt werden, die ein Handy dabeihaben. „Kleine Kinder sind also vermutlich nicht dabei“, so Gerber. In Deutschland besitzt nahezu jeder Mensch mindestens ein Mobiltelefon, oft sogar mehr.

Nach der Auswertung der Messtechnik bewegten sich zwischen dem 13. und 17. August rund 1,34 Millionen Menschenin der Innenstadt sowie rund um den Alten und Neuen Hafen. Im Schnitt blieb jeder Besucher 3,2 Stunden und war in Gruppen von knapp drei Personen unterwegs. Besucherstärkster Tag der SAiL war demnach der Sonnabend mit mehr als 360.000 Menschen.

Antennensignale der Handys werden registriert

Die Messung erfolgt über Antennensignale von Smartphones, die streng anonymisiert und nach spätestens 20 Minuten außerhalb des Areals gelöscht werden. Das Verfahren ist nach Angaben der Betreiber DSGVO-konform.

Insgesamt sollen an 20 Standorten in der Innenstadt 40 Messgeräte installiert werden, bislang sind 26 Geräte aktiv. Neben den Besucherzahlen lassen sich auch Laufwege und Aufenthaltsdauern analysieren – „wir versprechen uns davon auch wichtige Erkenntnisse für das Stadtmarketing“, sagt Gerber.

Ariadne erfasst mithilfe einer patentierten Technik, die an der TU München entwickelt wurde, passive Signale von Handys. Dabei werden ausschließlich Signale der Mobilfunkantennen der Handys genutzt und über Multilateration, also über die Ankunftszeiten von Funksignalen an mehreren Messpunkten, die Standorte bestimmt. Auf diese Weise lässt sich zählen, wie viele Handys sich in einem Raum befinden, jedoch keine personenbezogenen Daten. Personen ohne Handy werden dabei zwar nicht erfasst, dieser Erhebungsfehler ist jedoch gering, da inzwischen nahezu alle Personen in Deutschland ein Smartphone besitzen.

Eine SAiL wie gemalt: So fällt die Bilanz aus

Mehr als 1,2 Millionen Besucher

Was war das für ein Spektakel?!  1,2 Millionen Besucher haben bis Samstagabend laut eines zur Messung von Touristenströmen maßgeschneiderten Analysesystems die SAiL 2025 in Bremerhaven besucht und genossen. Und das, ohne dass die Sicherheitskräfte auch nur einen einzigen herausragenden Einsatz fahren mussten. Die  Bremerhavener und ihre Gäste schienen nach zehn Jahren ohne SAiL regelrecht ausgehungert zu sein nach Windjammer-Romantik und der einzigartigen Atmosphäre.

Die Botschaft, die von dieser Veranstaltung ausgeht, ist weit mehr als fünf Tage Partystimmung. Sie war in Zeiten wachsender nationaler Egoismen ein überzeugendes Plädoyer für Völkerverständigung und ein friedliches, respektvolles Miteinander von Menschen aus aller Welt. Das hatte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier registriert, der in seiner Eröffnungsrede aufrief, den Spirit von Bremerhaven weiterzutragen. „Lassen Sie uns dafür zusammenstehen! Nicht nur heute, sondern an allen Tagen.“

„Sie sehen einen überglücklichen Oberbürgermeister“, resümiert Bremerhavens OB Melf Grantz am Sonntag das Windjammer-Festival. „Ich kann nach zehn Jahren Pause voller Stolz sagen: Was für ein Comeback für die SAiL Bremerhaven! Wir haben fünf Tage erlebt, die neue Maßstäbe gesetzt haben.“

Stadtverordnetenvorsteher Torsten von Haaren bedankt sich bei den mehr als 800 freiwilligen Helfern, die die SAiL am Laufen gehalten hätten. „Ich bin dem Organisationskomitee unheimlich dankbar für die Arbeit, durch die sich beinahe alle Einrichtungen und Organisationen der Stadt an unserem einzigartigen Festival beteiligt haben.“

Vom Samstagabend überwältigt äußert sich der Geschäftsführer des Organisationskomitees, Dr. Ralf Meyer: „Geradezu sensationell war der Besuch zur Licht- und Lasershow und zum Feuerwerk. Das hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen mit etwa 80.000 Menschen am Deich.“

Der Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH, Michael Gerber,betont: „Unser Sicherheitskonzept ist aufgegangen. Auch die Besucher haben uns dafür gelobt und gegenüber den Einsatzkräften immer wieder gesagt: Gut, dass ihr da seid. Das war für alle eine sehr schöne Erfahrung.“

Das Bühnenprogramm

Die Konzerte auf der Seebäderkaje wurden von rund 15.000 Menschen besucht. Ihren Spaß hatten dabei nicht nur die Besucher, sondern auch die Künstler selbst. Johannes Oerding sprintete während seines Auftritts auf die nebenan liegende „Dar Mlodziezy“, um einer völlig perplexen Besucherin eine spontan und in Echtzeit produzierte Ballade zu singen. Die No Angels waren von der Atmosphäre so begeistert, dass sie noch einen weiteren Tag privat auf der SAiL dranhängten. Auch die Kulturbühne im Alten Hafen mit Auftritten Bremerhavener Künstler und das begleitende Sportprogramm mauserten sich vom Geheimtipp zu einem echten Highlight.

Open Ship

Die großen Schiffe im Hafen wurden von den Besuchern geradezu überrannt. Vor vielen bildeten sich am Morgen schon bevor die Gangways freigegeben wurden lange Warteschlangen. Auf der „Gorch Fock“ wurden insgesamt 16.000 Besucher registriert, die Fregatte „Bayern“ meldete 11.000 Besucher. Vergleichbare Zahlen kamen auch von der „Shabab Oman“, der „Union“ und den anderen großen Staatsschiffen.

Der Seglerumzug

Der von Tausenden Schaulustigen umsäumte Umzug der Schiffsbesatzungen geriet zu einem Höhepunkt der Festveranstaltung. Rund 1.200 Crewmitglieder von 35 Schiffen und acht Musikkapellen marschierten vom Zolltor Rotersand durch die Innenstadt bis zum Theaterplatz, wo die Sieger des Sportprogramms ausgezeichnet wurden.

Das NEUS-Festival

Party-Location Nummer eins war das NEUS-Festival für elektronische Tanzmusik, wo insgesamt 50.000 Besucher gezählt wurden. Am Freitagabend herrschte dort ein derartiger Ansturm, dass aus Sicherheitsgründen keine weiteren Besucher mehr eingelassen wurden.

Die Charterschiffe

Die Nachfrage nach den Schiffsausflügen war generell rekordverdächtigt. Auf vielen Charterschiffen waren schon Monate zuvor keine Plätze mehr zu bekommen. Insgesamt wurden an den fünf Tagen 8.696 Gäste bei Ausfahrten mitgenommen.

Die Einlaufparade

Die Einlaufparade auf der Weser, angeführt von der „Alexander von Humboldt II“ und dem Segelschulschiff „Gorch Fock“, wurde bei strahlendem Sonnenschein von 45.000 Menschen auf den Deichen verfolgt. Bis zum Abend zog es allein am Eröffnungstag fast 200.000 Besucher auf das Veranstaltungsgelände. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete die SAiL als Schirmherr und stellte stolz fest, dass kein anderer Bundespräsident Bremerhaven zu offiziellen Anlässen so häufig besucht hat wie er – nämlich viermal.

Die Rettungskräfte

Nachdem lange Zeit bundesweit über zunehmende Respektlosigkeiten und tätliche Angriffe auf Rettungskräfte berichtet worden war, wurde dieser Negativtrend auf der SAiL ins Gegenteil verkehrt.  „Wir haben unheimlich viele positive Rückmeldungen von Besuchern, die uns gesagt haben, wie froh sie sind, dass wir hier präsent sind“, berichtet Bremerhavens Feuerwehrchef Jens Cordes. „Die Wertschätzung für unsere Einsatzkräfte war riesig.“

Polizeiliches Fazit

Die SAiL Bremerhaven 2025 ist aus polizeilicher Sicht friedlich und sehr ruhig verlaufen. Die vorliegenden Anzeigen sind unter veranstaltungstypischen Verstößen zusammenzufassen und bewegen sich im unteren zweistellgien Bereich. Zu nennen sind hier zum Beispiel einige Fahrraddiebstähle oder Körperverletzungen. Auf dem Wasser wurden gemessen an der Anzahl der Schiffe und Besucher ebenfalls nur wenige Einsätze registriert. Diese reichten von Schwimmern in der Weser bis hin zu drei Schiffsunfällen. 

Ein Schwerpunkt der polizeilichen Aufgabenwahrnehmung bestand in der Verfolgung von Verstößen gegen das Drohnenflugverbot über dem Veranstaltungsgelände. Insgesamt hat die Polizei etwa 40 Einsätze wahrgenommen. Dabei wurde eine hohe Anzahl nicht genehmigter Drohnenflüge festgestellt. Eine Vielzahl der Drohnenpiloten wurde identifiziert und die Fluggeräte sichergestellt.

Darüber hinaus stellten sich die Maßnahmen im Bereich des Verkehrs als ein weiterer Schwerpunkt heraus. Die Anreise der vielen Besucher führte aufgrund der zahlreichen Baustellen in und im Umfeld der Stadt zu Verkehrsstauungen auf der BAB 27, im niedersächsischen Umland und in der Stadt. Die Polizei hat in vielen Stellen regelnd in den Verkehrsfluss eingegriffen.

Die hohe Anzahl der vielen Besucher am Samstag führte die Einsatzkräfte in den Abendstunden zur Drohnenshow/zum Feuerwerk an die Grenze der Möglichkeiten. Aufgrund der guten Vorplanungen, der gemeinsamen Abstimmungen und des Ineinandergreifens der Maßnahmen aller Sicherheitskräfte konnte der hohe Besucherandrang ohne große Verletzungen und Auseinandersetzungen bewältigt werden. Letztlich haben hier auch die vielen Besucher:innen und Gäste aus aller Welt durch ihr ruhiges, respektvolles und rücksichtsvolles Verhalten dazu beigetragen, dass die Situation nicht eskalierte.

Die intensiven Vorbereitungen auf die Sail berücksichtigten die internationalen Entwicklungen und auch die Anschläge in Deutschland in den vergangenen Monaten. So mussten die polizeilichen Maßnahmen zu Wasser, zu Land und in der Luft geplant und umgesetzt werden. Die Polizei Bremerhaven wurde bei der Durchführung der Maßnahmen von Kräften aus Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Berlin, Baden-Württemberg und Hessen unterstützt.

Fazit der Feuerwehr

Die Feuerwehr Bremerhaven kann für die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr am insgesamt ein positives Fazit ziehen.

Das erste Ereignis war ein Schiffsbrand während der Einlaufparade. Dieser konnte durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bremerhaven, Spezialkräfte der Schiffsbrandbekämpfungseinheit, die auf dem Tonnenleger „Nordergründe“ stationiert war, schnell gelöscht werden. Bereits hier zeigte es sich, dass die Einsatzkräfte durch die im Vorweg erstellte Einsatzplanung gut aufgestellt waren.

Die ersten zwei Tage zeichneten sich zudem durch die hohen Temperaturen aus, die zu diversen Einsätzen führten. Das Einsatzaufkommen war für eine Veranstaltung mit solchen Besucherzahlen insgesamt geringer als erwartet.

Bis Samstag wurden auf dem Veranstaltungsgelände 68 Notfalleinsätze, von denen 33 einen Transport in ein Krankenhaus erforderten, 158 Versorgungen durch die Fußstreifen und 136 Versorgungen in den Unfallhilfsstellen durch den Sanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuz (DRK), unterstützt von der Johanniter Unfallhilfe (JUH) und dem Malteser Hilfsdienst (MHD) durchgeführt. Auch Einheiten des Rettungsdienst Bremen unterstützten vor Ort, um bei einer größeren Rettungsdienstlage handlungsfähig zu sein.

Von Seiten des Sanitätsdienstes ist als besonderer Moment der Seglerumzug am Freitag zu nennen. Als Schlusslicht der Parade wurde der begleitende Sanitätsdienst durch die Zuschauerinnen und Zuschauer mit La-Ola-Welle und positiven Zusprüchen eindrucksvoll gewürdigt. Für die Einsatzkräfte ein Gänsehautmoment, der die positive Stimmung der Besucherinnen und Besucher über die gesamte Veranstaltung zeigte.

Die technischen Hilfeleistungen wurden zum größten Teil durch das Technische Hilfswerk (THW) durchgeführt, in Summe waren es 47 Einsätze durch das THW und zwei Einsätze durch die Freiwillige Feuerwehr.

Die wasserseitige Absicherung des Veranstaltungsgeländes wurde durch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sichergestellt. Diese verzeichnete drei Wasserrettungseinsätze.

Durch die Freiwillige Feuerwehr wurde jeder Einsatz mittels einer Drohne begleitet. Dies erleichterte zum einen das Auffinden von Patienten, zum anderen konnte durch die Liveübertragung der Kamera und des Wärmebildes in der Technischen Einsatzleitung schnell die Situation eingeschätzt werden und mit weiteren Maßnahmen ergänzt werden.

Von Seiten des Brandschutzes waren drei Einsätze zu verzeichnen.

Ein Einsatz heute Mittag, ein Kleinbrand im Bereich des Kaiserhafens, ist ein gutes Beispiel für die Vorplanung und die gute Zusammenarbeit über die verschiedenen Organisationen hinweg. Gemeinsam mit den Löschfahrzeugen der Feuerwehr rückte auch das THW aus und stellte vom Boot aus die Wasserversorgung her. Die DLRG war mit ihrem Boot auf dem Weg, um die Einsatzkräfte vom Wasser aus abzusichern, während die Drohne ein erstes Lagebild in die Technische Einsatzleitung übermittelte.

Im sogenannten „ORGA-Dorf“ trafen sich die „Seestadtretter“ und die „Seestadtcops“ gemeinsam. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Einsatzkräften war sehr rege und spiegelte sich in der sehr guten Zusammenarbeit der Einsatzkräfte wider. Insgesamt waren täglich rund 160 „Seestadtretter“ im Einsatz.

Tausende säumen die Straßen beim Seglerumzug

Besatzungen von 35 Schiffen feiern anschließend zusammen bei der Bordparty

Dudelsack, Drag Queen, Spielmannszug: Der Seglerumzug der Schiffscrews bei der SAiL Bremerhaven 2025 hatte Einiges zu bieten. Die Parade der Besatzungen aus aller Welt holte Tausende Zuschauer an die Strecke quer durch die Bremerhavener Innenstadt. Die fröhlich feiernden Menschen verdeutlichten, wofür die SAiL auch steht – für gelebte Völkerverständigung und internationale Freundschaft.


Der Seglerumzug bei der SAiL hat Tradition. Die ersten Zuschauer sicherten sich bereits Stunden vor dem Start ihren Platz an der Strecke zwischen Havenhostel und Theodor-Heuss-Platz. Viele warteten im Stehen auf die Parade, manch einer hatte sich einen Klappstuhl oder eine Wolldecke mitgebracht. Wer kein Sitzmöbel hatte, funktionierte Blumenkübel oder Tritthocker um.

Besatzungen von 35 Schiffen dabei
Der von der Polizei angeführte Umzug führte über 2,5 Kilometer die gesamte Bürgermeister-Smidt-Straße entlang, Besatzungsmitglieder von 35 Schiffen, 8 Musikgruppen und 7 Vereine nahmen teil – insgesamt rund 1.200 Menschen machten sich mit Flaggen, Trommeln und lauten Gesängen auf sich aufmerksam.

Bei der Bordparty wurde noch den ganzen Abend weitergefeiert
Im Anschluss wurden die Siegercrews der Trainee-Olympiade geehrt, die sich am Weserstrand im Volleyball und Tauziehen gemessen haben, beim Fußball und am Schießstand angetreten sind.

Und dann: Bordparty auf dem Platz, präsentiert von AIDA Cruises. Gefeiert wurde bis in die Nacht – auch das ist die SAiL.

Italienisches Segelschulschiff „Corsaro II“ legt früh in Bremerhaven an

Der Wind stand günstig: Als eines der ersten Schiffe hat das italienische Segelschulschiff „Corsaro II“ schon am Sonntagabend von Esbjerg kommend im Neuen Hafen direkt neben der „Schulschiff Deutschland“ festgemacht. Eine Schönheit aus Mahagoni und Teak, die das Zeug hat, zu einem Besucherliebling der SAiL Bremerhaven 2025 zu werden.

Die „Corsaro II“ gehört zur italienischen Marine. Der elegante Zweimaster wurde 1960 von den renommierten New Yorker Yachtdesignern Sparkman & Stephens entworfen. Er ist 20,9 Meter lang und 4,7 Meter breit. „Das Schiff hat eine Seele“, sagt Kapitän Giuseppe Valente (45). „Es entscheidet selbst, wann es gut ist, in den Hafen zu fahren.“ In der Vergangenheit hat die „Corsaro II“ an prestigeträchtigen transozeanischen Rennen teilgenommen. „Früher war sie ein Ferrari“, sagt Valente stolz.

Erst im Oktober zurück im Heimathafen

Am 9. Mai ist das Schiff im Heimathafen La Spezia, Italien, gestartet. Danach ging es unter anderem über Barcelona, Vigo, Brest und Aberdeen bis nach Bremerhaven. Der Aufenthalt in der Seestadt soll genutzt werden, damit sich alle 15 Crewmitglieder nach der langen Reise ein wenig entspannen können. Denn nach der SAiL geht es direkt weiter nach Amsterdam, und bis Ende Oktober müssen sie zurück in Italien sein.

Hoffen auf einen „richtig guten deutschen Pub“

Neben Wartungsarbeiten stehen in Bremerhaven auch Ausflüge auf dem Plan. „Wir gehen wahrscheinlich ins Deutsche Schifffahrtsmuseum“, sagt einer der acht Kadetten, die zurzeit auf dem Schiff ausgebildet werden. Einige davon wollen in den Zoo am Meer. „Wir hoffen aber auch, einen richtig guten deutschen Pub zu finden“, so Valente.

Einer von acht Staatsgästen

Die „Corsaro II“ ist eines von acht Staatsschiffen, die zu Gast bei der SAiL sein werden. Der Zweimaster wird während des Festivals am Steg der Schiffergilde am südlichen Ende des Neuen Hafens liegen.

Der Crew bleibt Zeit für eine Stärkung

Auf dem Meer müssen laut Kapitän Valente nachts immer acht Personen wach bleiben. In Bremerhaven hingegen fällt die Nachtwache aus. „Hier kann sich die Crew in aller Ruhe stärken“, sagt der Capitano.  Dafür sorgt auch das richtige Essen. Am Montag auf dem Speiseplan: Pasta. 2,5 Kilogramm gab es für die 15 Crewmitglieder. Wie viel Pasta hat die Crew aus Italien an Bord? „Genug“, sagt ein junger Kadett mit einem Schmunzeln: „Tutto bene“ – hier läuft alles rund.

Es geht los im Werftquartier: Auf dem ehemaligen Gelände der Seebeck Werft entlang der Riedemannstraße sind am Freitag, den 1. August 2025, die Bauarbeiten für den Bau von 108 Wohnungen durch den Investor, die Seebeck Werftquartier GmbH, gestartet.

„Das ist ein Meilenstein für das Werftquartier, nach sieben Jahren Planung geht es endlich sichtbar los“, sagte Oberbürgermeister Melf Grantz bei einem Festakt der Investorengruppe. „Wir wollen Wohnungen bauen, die alle einen Blick zum Wasser oder zum Park haben, und aus dem ehemaligen Werftgelände perspektivisch ein modernes Stadtquartier mit Zukunft machen“, erklärte Investor Dieter Petram.

Gemeinsam mit geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft, viele von Ihnen enge Wegbereiter des Projektes Werftquartier wurde am Helgen, also dort, wo früher die Schiffe ins Hafenbecken gelassen wurden, der Beginn des ersten Bauabschnitts gefeiert.

„Es ist uns ein großes Anliegen, gemeinsam mit der Stadt diesen Meilenstein zu würdigen“, erklärte Petram. 108 zumeist Drei-Zimmer-Wohnungen, alle zwischen 75 und 110 Quadratmetern groß, werden im ersten Bauabschnitt an der Riedemannstraße, am Handelshafen entstehen. Im Erdgeschoss wird das Büro der Seebeck Werftquartier GmbH und der Petram Group einziehen, ebenso ein Café an der zukünftigen Brücke über den Werfthafen.

Entlang der Riedemannstraße, am Werfthafen, werden neben dem jetzigen Bauvorhaben weitere Wohngebäude mit Restaurants und Geschäften entstehen. Im Handelshafen und im Werfthafen sollen Liegeplätze für Boote und Yachten entwickelt werden, dafür ist auch die Sanierung der Kajen und Pieranlagen vorgesehen.

„Die Investoren Ehlerding und Petram werden mit ihren Gesellschaften in den kommenden gut 15 Jahren eine substanzielle, dreistellige Millionensumme im Werftquartier Bremerhaven investieren“, so Petram.

„Leider können wir noch keinen richtigen Baustart feiern, weil auf dem Gelände Altlasten seit über 100 Jahren in zirka fünf Metern Tiefe liegen, die wir zunächst beseitigen müssen. Mit dem heutigen Fest wollen wir zeigen: Wir sind bereit und legen los. Das Werftquartier ist ein echtes Herzensprojekt für uns, die Investoren Ehlerding und Petram“, bekräftigt Petram.

Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz ordnete ein: „Die öffentliche Hand hat für das insgesamt 140 Hektar große Werftquartier bereits rund 17 Millionen Euro investiert, um Grundstücke zu tauschen, Planungen zu beauftragen und den Rahmenplan zu erstellen. Das Werftquartier ist ein großes Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Land sowie privaten Investoren und der Wohnungswirtschaft. Wir wollen alle gemeinsam dafür sorgen, dass Bremerhaven als Wohnort auch für diejenigen attraktiv wird, die bisher hier arbeiten, aber nicht hier leben.“

Im Werftquartier solle Wohnraum für 6.000 Menschen entstehen sowie bis zu 5.000 Arbeitsplätze. Insgesamt plane die öffentliche Hand, bestehend aus Stadt und Land, bis 2040 rund 140 Millionen Euro in das Werftquartier zu investieren. „Das Werftquartier wird nachhaltig, autoarm und direkt am Wasser entstehen und somit eine Lebensqualität vorhalten, die es in der Region bisher nicht gibt.“

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt: „Mit dem Werftquartier entsteht nicht nur dringend benötigter und attraktiver Wohnraum in Bremerhaven. Wir verwandeln zugleich einen altindustriellen Standort in ein modernes, lebendiges Stadtviertel mit Perspektive. Schon die Entwicklung der Havenwelten hat gezeigt, welches wirtschaftliche und städtebauliche Potenzial in zentral gelegenen, maritim geprägten Flächen steckt. Das Werftquartier knüpft daran an und trägt entscheidend zur wirtschaftlichen und stadtentwicklungspolitischen Stärkung Bremerhavens als Zentrum der Region bei. Zugleich setzen wir mit dem Projekt wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft. Es entstehen Arbeitsplätze, das lokale Bau- und Dienstleistungsgewerbe profitiert und Bremerhaven gewinnt als Wohn- und Unternehmensstandort an Attraktivität. Dass das Land Bremen die dafür notwendige Infrastruktur gemeinsam mit der Stadt finanziert, zeigt, welchen Stellenwert das Projekt für die Zukunft der Seestadt hat“, so die Senatorin abschließend.

Anerkennung als wichtiger Lernort in Deutschland

Deutschlands einzigartige Wissens- und Erlebniswelt zu den Themen Klima, Klimawandel und Extremwetter, hat einen neuen Schirmherren: Carsten Schneider, Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), hat mit sofortiger Wirkung die Schirmherrschaft für das Klimahaus Bremerhaven übernommen.

„Dass der Minister gleich nach Übernahme seines Kabinettspostens diese Ehrenfunktion für unser Haus übernommen hat, unterstreicht die Bedeutung des Klimahauses als Wissens- und Erlebniswelt mit bundesweiter Ausstrahlung“, betont Ingrid Hayen als Geschäftsführerin. „Es stellt für das Team und seine Arbeit eine große Würdigung und Wertschätzung dar. Dankbar für die Übernahme der Schirmherrschaft laden wir Minister Carsten Schneider zu einem Vor-Ort-Besuch herzlich ein.“

Seit Mai 2025 gehört das Thema Klimaschutz zum Aufgabenbereich des neuen Ministers. Vormals dem Wirtschaftsministerium zugeordnet, sind jetzt Klimaschutz und der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen im Umweltministerium vereint. Carsten Schneider setzt sich dafür ein, dass die wichtigen Ökosysteme in Wäldern, Mooren und Gewässern gestärkt werden und der CO2-Ausstoß in Deutschland verringert wird. Dafür sollen die Potenziale der Erneuerbaren Energien genutzt und der Meeresschutz gestärkt werden. Um sich schon jetzt für die spürbaren Folgen des Klimawandels wappnen zu können, sollen Städte und Gemeinden beim Naturschutz und bei der Klimaanpassung unterstützt werden.

In einem Grußwort stellt Minister Carsten Schneider die Bedeutung des Klimahauses als Lernort heraus: „Im Klimahaus Bremerhaven kann man erfahren, was der Klimawandel bewirkt und wie wir ihn aufhalten können. Ich freue mich, Schirmherr der bekannten Wissens- und Erlebniswelt zu sein und verfolge mit Spannung den Diskurs, den das Haus künftig in Bezug auf die Themen Klimaanpassung und Klimalösungen einschlägt. Eine gemeinsame Wissensbasis kann den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stärken und dazu beitragen, die Lebensgrundlagen für unsere Kinder und Enkel besser zu schützen. Das Klimahaus ist dafür ein wunderbarer Lernort.“

Carsten Schneider gehört der SPD-Fraktion des Bundestages an, er wurde 1998 als jüngster Abgeordneter in den Deutschen Bundestag gewählt und hat seitdem mehrere politische Ämter übernommen. Seit dem 7. Mai 2025 ist er als Bundesumweltminister Mitglied der Bundesregierung.