Verbindungskanal Alter / Neuer Hafen wird vollständig gesperrt

Der Verbindungskanal zwischen dem Alten und dem Neuen Hafen in Bremerhaven muss aus Sicherheitsgründen bereits ab Montag, den 8. Juni 2026, vollständig gesperrt werden. Sowohl die Fußgänger-, als auch die Fahrzeugbrücke können dann nicht mehr passiert werden. „Die Holzbohrmuschel hat die stützenden Holzpfähle des Kanals so stark beschädigt, dass ihre Standfestigkeit nicht mehr nachweisbar ist. Das hat ein aktuelles Gutachten ergeben“, erklärt Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der BEAN, die Eigentümer des Kanalgrundstückes und der Infrastrukturanlage ist.

„Wir werden eine Ausweichstrecke einrichten, damit die Havenwelten weiterhin zugänglich bleiben“, ergänzt Bürgermeister Torsten Neuhoff. Beide bitten um Verständnis, dass die Maßnahme aus Sicherheitsgründen unvermeidbar ist. „Parallel sind wir dabei, gemeinsam mit Bremen die Finanzierung der Sanierung bzw. Erneuerung auf den Weg zu bringen“, stellen Neuhoff und Schnorrenberger in Aussicht.

Der Verbindungskanal zwischen dem Alten und dem Neuen Hafen in den Havenwelten Bremerhaven wurde 1926/1927 errichtet. Er wurde während des 2. Weltkrieges nicht zerstört und im Rahmen der Kajen und Promenadensanierung des Areals zur Errichtung der Havenwelten Anfang der 2000er Jahre von der Sanierung ausgenommen. Die Brücken über den Verbindungskanal stellen die zentrale Zufahrt zum Parkhaus der Havenwelten, zum Hotel, zum Klimahaus, zum Outlet Center und zum Zoo am Meer dar.

Der Zustand des Verbindungskanals wurde erstmals im Jahr 2016 von der bremenports GmbH als sanierungsbedürftig, aber noch funktionsfähig eingestuft. Im Dezember 2020 wurde im Rahmen einer GRW-Finanzierung (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, Fördermittel des Bundes) die Mittel für die Planungen in Höhe von 490.000 Euro bereitgestellt.

Darüber hinaus wurde Ende 2024 bei Routineuntersuchungen ein starker Bohrmuschelbefall festgestellt, so dass erhebliche Mängel am Tragwerk festgestellt wurden. Für die Durchführung von akuten Sicherungsmaßnahmen wurden deshalb bereits im Rahmen des Senatsbeschlusses vom 11. März 2025 Mittel in Höhe von 320.000 Euro zur Verfügung gestellt. Damals sind Spreizen eingebracht worden, die das weitere Verrutschen der Kaimauern verhindern sollten. Der Verbindungskanal ist seitdem nicht mehr passierbar, so dass der Alte Hafen wasserseitig nicht mehr erreichbar ist. Dies führte unter anderem dazu, dass der Alte Hafen während der Sail 2025 als Liegeplatz nicht zur Verfügung stand.

Anfang 2026 sind die Planungen für die Sanierung durch die BEAN fertiggestellt worden und haben eine Kostenberechnung der Sanierungsmaßnahmen von insg. 32,5 Mio. Euro ergeben, die durch eine Baufachtechnische Zuwendungsprüfung bestätigt wurden.

Oberbürgermeister Melf Grantz hatte bereits Anfang Januar die Senatskanzlei, das Finanz- und das Wirtschaftsressort auf die Dringlichkeit und Notwendigkeit der Maßnahmen in einem entsprechenden Schreiben hingewiesen und die Bereitstellung von Landes-LuKIFG Geldern vorgeschlagen. Dabei soll das Land 80 Prozent der Kosten tragen, die Stadt 20 Prozent.

Mit E-Mail vom 30. April 2026 hat BEAN-Geschäftsführer Schnorrenberger sich an die Senatskanzlei und das Wirtschaftsressort gewendet und die zugespitzte Gefahrensituation, die Möglichkeit der Sperrung der Brücken über den Kanal und die Dringlichkeit der Finanzierung durch das Land dargestellt.

„Wir haben unseren Anteil in Höhe von 6,5 Millionen Euro mit dem Magistratsbeschluss am 3. Mai abgesichert. Jetzt sind wir zuversichtlich, dass auch das Land den Beschluss zeitnah herbeiführen wird. Allen Beteiligten ist klar, wie dringlich der Finanzierungsbedarf ist“, so Neuhoff. Im Magistratsbeschluss ist der BEAN deshalb auch eine Ausnahmegenehmigung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn erteilt worden, so dass ein Zeitverzug für die weiterführenden Planungen vermieden wurde.

„Mit dem neuesten Gutachten von Ende Mai, bei dem noch einmal alle Holzpfähle betaucht und untersucht wurden, hat sich die Situation jetzt noch einmal verschärft“, erklärt Schnorrenberger. Im Ergebnis ist der Holzabbau weiter fortgeschritten, so dass kein Holzpfahl mehr als 10 cm Durchmesser vorweisen kann. Der extreme Rückgang des Holzdurchmessers war insbesondere kurz über dem Gewässerboden festzustellen. „Das beauftragte Planungsbüro Binnewies aus Hamburg hat jetzt die die Standfestigkeit des Bauwerks auf der Grundlage des Restquerschnitts von 10 cm (im Vergleich zu 20 cm aus Beprobungen in 2024 und 2025) nachgerechnet mit dem Ergebnis, dass die Standfestigkeit nicht mehr nachgewiesen werden kann“, erklärt Schnorrenberger.

Aus Sicherheitsgründen müssen beide Brücken deshalb ab Montag, den 8. Juni 2026, gesperrt werden. Gemeinsam mit der Bremerhavener Verkehrsbehörde ist eine Umleitung über die Van-Ronzelen-Straße abgestimmt worden. Die Verkehrsführung führt zunächst in beide Richtungen ab der Van-Ronzelen-Straße am Deutschen Schifffahrtsmuseum, dem Mein Outlet und dem Klimahaus vorbei (siehe Plan). Weiter wird geprüft, ob und wie eine Querung des Hafenbeckens des Alten oder Neuen Hafens durch eine Behelfsbrücke oder Schwimmpontons für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie gegebenenfalls Radfahrerinnen und Radfahrer ermöglicht werden kann. Diese Maßnahme soll schnellstmöglich in Angriff genommen werden.

„Uns ist bewusst, dass das insbesondere für die touristischen Einrichtungen in den Havenwelten zu Beginn der Hauptsaison eine große Herausforderung darstellt. Alle Einrichtungen sind im Vorfeld durch den Geschäftsführer der BEAN im Rahmen einer gemeinsamen Informationsveranstaltung persönlich informiert worden. Wir können deshalb nur noch einmal um Verständnis werben und stehen natürlich jederzeit für Fragen zur Verfügung“, so Schnorrenberger und Neuhoff.

Die Erneuerung der Gründung im Bestand unter denkmalgeschützten Gebäuden und Anlagen erfordert eine gewissenhafte Planung und maximale Transparenz zwischen Planung und Bauausführung. Darum hat sich die BEAN für eine IPA (Integrierte Projektabwicklung) entschieden, vergleichbar zu den Schulneubauten. Die Auswahlgespräche mit den Bietern finden aktuell bereits statt. Im Januar 2027 wird dann die ausgearbeitete Umsetzungsplanung mit dem Zielpreis erwartet. Die Bereitstellung der erforderlichen Mittel vorausgesetzt, könnte dann unverzüglich die Umsetzung der Baumaßnahme erfolgen, für die eine Zeitdauer von zwei Jahren angesetzt ist. Angestrebt ist, den Verkehr über die beiden Brücken aber bereits vor Abschluss der gesamten Baumaßnahme wieder fließen zu lassen.

Wulsdorf: Häufigkeit der Unfälle steigt – Stadt sieht offenbar keinen Handlungsbedarf

Seit vielen Jahren weisen die Anwohner der Ringstraße in Wulsdorf an dem Teilbereich zwischen Weserstraße und Dreibergen immer wieder auf die Gefährlichkeit dieses Straßenabschnitts hin, die Stadt ändert jedoch nichts daran!

Die Straße Dreibergen, sowie die Ringstraße vorbei am Pflanzenmarkt in südlicher Fahrrichtung und die Nebenstraßen sind alle 30er Zonen.

Nur der Straßenabschnitt zwischen Dreibergen und Weserstraße nicht! Besonders in den Abendstunden oder am Wochenende wird diese kurvenfreie Strecke gerade von jüngeren Leuten in getunten, oftmals lauten Fahrzeugen als Rennstrecke genutzt. Mit offenen Fenstern bei lauter Musik muss man ja präsentieren, was für eine „coole Kiste“ man fährt und wie schnell man damit unterwegs sein kann. 

An diesem Teilstück der Ringstraße gibt es nur auf einer Seite einen Bürgersteig, auf der anderen Seite eher einen schmalen Pfad. Kinder können unvermittelt schnell zwischen den parkenden Autos auf die Straße laufen, ältere Menschen stehen oftmals verunsichert am Straßenrand, wenn wieder mal sehr schnell fahrende Autos vorbeirasen. Von der Lärmbelästigung mal ganz abgesehen. 

Angeblich soll die Polizei dort gelegentlich mal Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt und keine extremen Auffälligkeiten festgestellt haben. Das sind nur Momentaufnahmen. Die Anwohner bemerken täglich diese teils lautstarke Raserei von Autos und Motorrädern. 

Auf Anfrage bei der Stadt hieß es vor Jahren, dass man diese Teilstrecke nicht zur 30er-Zone erklären könne,  da der Schnellbus dort fährt. Abgesehen davon, dass der Bus auf diesen 400 Metern vor der Kreuzung Dreibergen es gar nicht auf bis zu 50km/h schaffte, bevor er wieder bremsen musste, fährt die Linie da schon länger nicht mehr. 

Die Ringstraße hat an der Kreuzung Dreibergen eine abknickende Vorfahrt. Viele Autofahrer scheinen dieses Schild zu übersehen oder wissen nicht, wie man sich zu verhalten hat. An der Kreuzung sind, wie zuletzt gestern, zuvor vor ca. 14 Tagen,  schon viele, teils schwere Unfälle geschehen. 

Wenn man mit 30 km/h auf diese Kreuzung zufahren würde, wären diese Unfälle sicher glimpflicher verlaufen.

Gestern nahmen die Anwohner wieder quietschende Bremsen und im Anschluss einen lauten Knall wahr. Die Polizei und der Abschleppdienst mussten gerufen werden! An der Kreuzung sind aufgrund erhöhter Geschwindigkeit sogar schon Fahrzeuge aus der Kurve getragen worden und umgekippt. 

Was genau muss noch passieren, damit die Stadt endlich auch in diesem Bereich eine 30er Zone einrichtet? Die Buslinie kann nun als Ausrede nicht mehr dienen! Es entsteht der Eindruck, dass es der Stadt trotz Anwohnerhinweisen gleichgültig ist, ob die Verkehrssicherheit besonders älteren Menschen und Kindern gegenüber gegeben ist. Traurig und nicht nachvollziehbar!