Stadt honoriert Gewinner des vierten Bremerhavener Sanierungspreises ALTwieNEU

Am Donnerstag, den 4. Juni 2026, hat die Stadt Bremerhaven die Gewinnerinnen und Gewinner des vierten Bremerhavener Sanierungspreises ALTwieNEU geehrt. Stadtrat Maximilian Charlet, Dezernent für den Bereich Bau, übergab die Urkunden und eröffnete die Ausstellung zu den Sanierungsprojekten im Foyer des Technischen Rathauses an der Fährstraße.

„Ich bin begeistert von den vielseitigen Bewerbungen und der Kreativität, die die Saniererinnen und Sanierer bei der Modernisierung ihrer Immobilien einfließen ließen“, sagte Stadtrat Charlet. „Mit diesem Wettbewerb bringen wir zum Ausdruck, welch hohen Stellenwert die Altbausanierung für unsere Stadt besitzt. Wer einen Altbau sensibel modernisiert, bewahrt nicht nur kulturelles Erbe, sondern leistet zugleich einen aktiven Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen“, so Charlet.

Den ersten Platz vergab die Jury gleich zweimal: Sowohl Umbau und Aufstockung eines Bunkers aus dem Jahr 1943 als auch die denkmalgerechte Sanierung eines Wohn- und Geschäftshauses aus dem Jahr 1892 begeisterte die Jury gleichermaßen.

Zum Umbau/Aufstockung des Bunkers Am Leher Tor 8 befand die Jury, dass aus einem ungenutzten Hochbunker durch eine zweigeschossige Aufstockung ein skulptural wirkender Solitär geschaffen wurde. Im Bunker wurden Fensteröffnungen hergestellt und neben der Haustechnik auch ein Atelier untergebracht. Der Neubau wurde auf die Grundfläche der ehemaligen Bunkeranlage aufgesetzt und mit vielfältigen Energieerzeugungs- und Energiesparmaßnahmen ausgeführt. Durch den Anbau eines Aufzugs wurde Barrierefreiheit geschaffen. Der Hochbunker ist trotz Umbau als solcher innen und außen noch klar ablesbar und vom Bestand abgesetzt. Die Jury sieht in diesem Objekt ein gelungenes Beispiel dafür, wie aus einem leerstehenden schwierigen Zweckbau mit viel Engagement und qualitätsvoller Bauwerksgestaltung ein Wohngebäude mit hohem Wiedererkennungswert wird. Die Bauleute Britta Plönges und Klaus Kanngeter freuten sich sichtlich über den verdienten ersten Platz.

Das denkmalgeschützte Mehrfamilienhaus an der Potsdamer Straße 1 wurde umfassend denkmalgerecht saniert und mit zwei Anbauten versehen. Beim zweigeschossigen Anbau des Wintergartens wurde laut Jury die Formensprache der Fassade des Haupthauses weitergeführt und der Technikanbau in Holzrahmenbauweise vom Bestand und der ersten Erweiterung gestalterisch abgesetzt. Durch den Einbau eines Aufzuges werden die Obergeschosse barrierefrei erschlossen. Eine Innendämmung bzw. technische und konstruktive Änderungen passen das Gebäude an die heutigen energetischen und gestalterischen Anforderungen an. Auch hier ist sich die Jury einig, dass das Projekt auf vorbildliche Weise zeigt, wie dies auch durch sensiblen Umgang mit dem Bestand, bei dem der Charakter des Hauses erhalten bleibt, gelingen kann. Die Bauleute Susanne Suffrian-Rehrbehn und Dieter Rehrbehn freuten sich über den Erfolg bei diesem Wettbewerb und den damit verbundenen ersten Platz.

Den dritten Preis erhielt eine Stadtvilla aus den 1930er Jahren in der Hohenstaufenstraße 22 als ein gelungenes Beispiel dafür, wie durch geringe bauliche Eingriffe ein Bestandsgebäude an die aktuellen Lebenszyklen der Bewohnerinnen und Bewohner angepasst werden kann und gleichzeitig durch qualitätsvolle Einbauten eine moderne Gestaltung geschaffen wird. Für drei junge Paare ließ sich der Wunsch nach einem gemeinschaftlichen Wohnen auf drei Ebenen realisieren.

Neben der Kategorie „Ein-/Mehrfamilienhäuser“ gab es die Möglichkeit, sich mit einem „Sonderbau“ zu bewerben. Das „findus“ bewarb sich mit der sanierten Immobilie in der Bürgermeister-Smidt-Straße 218 als Café und Backstube und erhielt eine Anerkennung. Nach einem Leerstand von über zehn Jahren wurden zwei Gewerbeeinheiten zusammengelegt und wiederbelebt. Die Jury erkennt die Veränderung hin zu einer individuell erleb- und erkennbaren flexiblen Gewerbeeinheit an, bei welcher das Café in das Viertel ausstrahlt und als Vorbild dienen kann, wie ressourcenschonend und mit geringen konstruktiven Veränderungen ein lebendiger moderner Treffpunkt entsteht.

Die Jury – bestehend aus Oberbürgermeister, Baudezernent, Vertretenden des Bauordnungsamtes und des Stadtplanungsamtes sowie der Architektenkammer Bremen, der Kreishandwerkerschaft und des Bremer Energie-Konsens – legte bei Ihrer Entscheidung die folgenden Kriterien zu Grunde:

  • Qualitätsvolle Bauwerkgestaltung
  • Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz
  • Zeitgemäße Gestaltung der Wohnungsgrundrisse / Anpassung an Lebenszyklen
  • Funktionalität / Barrierefreiheit
  • Energetische Aspekte

Alle elf Projekte, die in die Endrunde des Wettbewerbs gekommen sind, präsentieren sich in einer Ausstellung im Foyer des Technischen Rathauses (Fährstraße 20), die während der Öffnungszeiten bis zum 3. Juli 2026 besucht werden kann. Während der Langen Nacht der Kultur am Samstag, den 13. Juni 2026, haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich die Ausstellung von 18.00 bis 22.00 Uhr anzuschauen.

Das Bürgerbüro Altbauten organisierte die Vergabe des Bremerhavener Sanierungspreises ALTwieNEU. Als zentrale Anlaufstelle für all diejenigen, die Altbauten in der Stadt Bremerhaven besitzen oder erwerben möchten, bietet das Bürgerbüro Altbauten Hilfe an. Es vermittelt die notwendigen Kontakte, wenn es um Fragen von Fördermöglichkeiten oder Maßnahmen zur Energieeinsparung geht. Das Bürgerbüro Altbauten ist unter der Telefonnummer 590-3204 zu erreichen.

Auf der Internetseite des Bürgerbüros Altbauten (www.buergerbuero-altbauten.de) sind alle Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern des vierten Bremerhavener Sanierungspreises ALTwieNEU dargestellt. Eine Broschüre zum Bremerhavener Sanierungspreis 2026 steht als Download bereit. In Papierform ist diese Broschüre im Technischen Rathaus erhältlich.

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