Ein echtes Stück Bremerhavener Geschichte ist wieder unterwegs

Foto: Fredi Ruge

Mit knatterndem Zweitakt-Sound, türkisfarbener Karosserie und pink-gelbem Verdeck zieht er alle Blicke auf sich.

Der Goliath war früher im Einsatz für den Obst- und Gemüsehändler Heinz Stubbe – heute ist er unser rollendes Museums-Maskottchen.

Als Früchte Express flitzte er einst durch Lehe – jetzt bringt er Geschichte direkt ins Stadtbild.

Direktor Dr. Kai Kähler schwärmt: Eine knatternde Zeitreise – mit Kultfaktor 100%!

Fotografen gehen in die Hocke, Passanten winken – Goli ist schon jetzt ein Star auf drei Rädern.

Friedrich Ruge, dessen Familie das Fahrzeug jahrzehntelang pflegte, sagt lachend: Wir haben damit nicht wirklich Obst ausgefahren – es war eher ein Herzensprojekt.

Dank liebevoller Restaurierung und der Unterstützung des Förderkreises sowie der Kulturstiftung der Weser-Elbe-Sparkasse fährt der Goli nun in eine neue Zukunft.

Das Video seiner ersten Fahrt begeistert bereits tausende – Bremerhaven liebt seinen Oldtimer!

Jetzt live erleben am Historischen Museum – und selbst spüren, wie Geschichte rollt.

Bremerhaven: Verkehrskontrollen mit Schwerpunkt Drogenerkennung im Straßenverkehr

Ein großes Aufgebot an Einsatzkräften von Polizei und Zoll hat am Mittwoch, 14. Mai, in Bremerhaven Verkehrskontrollen vorgenommen. Der Fokus lag auf Fahrzeugführenden, die im Verdacht standen, ein Kraftfahrzeug unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln wie Drogen, Alkohol oder Medikamenten zu führen. Die Kontrollen waren Teil der 8. Bremer Aktionswoche „Drogen im Straßenverkehr“ (DiS).

Während der Aktion in Bremerhaven wurden 261 Personen in insgesamt 212 Fahrzeugen kontrolliert; die meisten davon an der großen Kontrollstelle vor der Eis-Arena im Stadtteil Lehe.

66 kontrollierte Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer gaben Urinproben für Drogenschnelltests ab. 17 Personen wurde aufgrund des Verdachts der Betäubungsmittel- oder Alkoholbeeinflussung im Straßenverkehr eine Blutprobe entnommen.

Besonders negativ fiel hierbei ein 44-jähriger Verkehrsteilnehmer auf. Während einer mobilen Kontrolle im Bereich Fischereihafen machte er einen Atemalkoholtest. Das Ergebnis: Ein Wert im Bereich der absoluten Fahruntüchtigkeit. Die Beamten brachten den Mann für eine Blutentnahme zur Großkontrollstelle. Hier fiel ein zusätzlicher Urin-Vortest positiv auf Kokain aus. Daraufhin stellte die Polizei den Führerschein des 44-Jährigen sicher. Er erhielt eine Strafanzeige.

Ein anderer Autofahrer wurde im Bereich Pferdebade angehalten und kontrolliert. Der 23-Jährige Fahrer zeigte körperliche Auffälligkeiten, sodass auch er einen Drogenvortest abgab. Dieser schlug positiv auf Opioide an. Die Beamten ordneten eine Blutentnahme an und stellten seinen Führerschein sicher.

Des Weiteren fertigten die Einsatzkräfte in fünf Fällen Strafanzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, viermal wegen Urkundenfälschung, zweimal wegen Verstößen gegen das Waffengesetz sowie jeweils einmal wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz und Fahrenlassens ohne Fahrerlaubnis. Neun unterschiedliche Verkehrsverstöße wurden mit Ordnungswidrigkeitenanzeigen geahndet und fünf Fahrzeug-Mängelberichte geschrieben.

Die Kontrollmaßnahmen, stationär und auch mobil, wurden von spezialisierten Polizistinnen und Polizisten auch aus anderen Bundesländern in Zusammenarbeit mit Bremerhavener und Bremer Polizeikräften sowie dem Zoll durchgeführt. Beteiligt war zudem die Staatsanwaltschaft. Der Bremerhavener Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) übernahm den Aufbau der Kontrollstelle und versorgte die Einsatzkräfte. Das Deutsche Rote Kreuz stellte einen Sanitärcontainer zur Verfügung.

Alkohol, Drogen und Co. führen zu deutlichen Reaktionsverzögerungen. Deshalb gilt: Wer sich unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln ans Steuer oder an den Lenker setzt, gefährdet sich und andere. Die Folgen sind nicht selten Unfälle – im schlimmsten Fall mit Schwerstverletzten. Dementsprechend hat der Gesetzgeber das Fahren unter Alkohol und Drogen unter Strafe gestellt, die hohe Bußgelder und auch den Entzug der Fahrerlaubnis nach sich ziehen können.

Dann startet ALIEN: EARTH auf Disney+

Als das mysteriöse Weltraumforschungsschiff USCSS Maginot auf der Erde bruchlandet, machen „Wendy“ (Sydney Chandler) und eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Soldaten in der FX Serie „Alien: Earth“, eine folgenschwere Entdeckung, die sie vor die größte Bedrohung des Planeten stellt.
 
Im Jahr 2120 wird die Erde von fünf Konzernen regiert: Prodigy, Weyland-Yutani, Lynch, Dynamic und Threshold. In dieser Ära der Konzerne existieren Cyborgs (Menschen mit biologischen und künstlichen Komponenten) und Synthetics (humanoide Roboter mit künstlicher Intelligenz) neben den Menschen. Doch das Blatt wendet sich, als ein Technik-Wunderkind, der Gründer und CEO der Prodigy Corporation, eine neue Technologie entwickelt: Hybrids (humanoide Roboter, ausgestattet mit menschlichem Bewusstsein). Der erste Hybrid-Prototyp namens „Wendy“ markiert eine Zeitenwende im Wettkampf um die Unsterblichkeit. Nachdem Weyland-Yutanis Raumschiff mit Prodigy City kollidiert, treffen „Wendy“ und die anderen Hybrids auf rätselhafte und furchterregende Lebensformen, die sich jeglicher Vorstellungskraft entziehen.

FX’s „Alien: Earth“, die neue Dramaserie von Noah Hawley, die auf dem gefeierten Franchise basiert, wird am Mittwoch, den 13. August, mit den ersten beiden Episoden um 02:00 Uhr auf Disney+ in Deutschland Premiere feiern. Jeweils eine neue Folge der insgesamt 8-teiligen Staffel wird jeden darauffolgenden Mittwoch ab 02:00 Uhr auf Disney+ zu sehen sein.

Trinkbrunnen am Neuen Hafen und an der Großen Kirche in Betrieb

Stadträtin Andrea Toense, Dezernentin für das Gesundheits- und Umweltschutzamt, freut sich gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Institutionen, dass bis heute zwei Trinkbrunnen in Bremerhaven realisiert werden konnten.

Einweihung von zwei neuen Trinkwasser-Zapfstellen im Stadtzentrum. Im Bild (von links): Niels Jagsch, Abteilungsleiter Umweltschutzamt, Stadträtin Andrea Toense, Ralf Focken, Marvin Pretsch und Axel Siemsen, swb.

Bereits im Jahr 2023 konnte eine erste Zapfstelle mit Fördermitteln des Landes Bremen an der Großen Kirche errichtet werden, der zweite Trinkbrunnen ging im Laufe des Jahres 2024 am Neuen Hafen mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) durch den Projektträger a tip: tap e.V., Berlin, an den Start. Bundesweit konnten sich Kommunen und Wasserversorgungsunternehmen um die Finanzierung von einem von 51 öffentlichen Trinkbrunnen bewerben. Sowohl die Stadtgemeinde Bremen als auch Bremerhaven haben für jeweils eine Zapfstelle den Zuschlag erhalten.

„Die Schaffung der Trinkbrunnen und die Bereitstellung von kostenlosem Trinkwasser im öffentlichen Raum stellt eine wichtige Maßnahme im Rahmen des Hitzeschutzaktionsplanes der Seestadt Bremerhaven dar“, erläutert die Stadträtin.

Nach der Winterpause konnten im April 2025 beide Zapfstellen wieder in Betrieb genommen werden. Gerade an stark frequentierten Orten, wie an der Großen Kirche und am Neuen Hafen, sind derartige Zapfstellen ein wichtiges Signal an die Menschen. Denn es geht hier immerhin um ein seit langem gefordertes Menschenrecht nach kostenlosem Zugang zum Trinkwasser.

„Wir streben den weiteren Ausbau im öffentlichen Raum an“, so Andrea Toense. „Daneben gibt es aber bereits heute zahlreiche Einrichtungen in Bremerhaven, die sogenannte Refill-Stationen sind und kostenfreies Leitungswasser für mitgebrachte Trinkgefäße anbieten.“ Weitere Informationen dazu sind unter https://refill-deutschland.de zu finden.

So soll die Werfthafenbrücke aussehen, die nicht nur eine wichtige Verbindung, sondern zugleich ein markantes Element im Stadtbild sein wird!

Visualisierung: PantaIngenieure-NeyPartners

Die Werfthafenbrücke schafft eine direkte Verbindung zwischen dem Werftquartier, dem Stadtteil Geestemünde und dem Hauptbahnhof und stärkt damit die Anbindung des neuen Quartiers an die Stadt. „Unsere Werfthafenbrücke ist mehr als nur eine Verbindung zwischen zwei Ufern – sie ist ein Symbol für den Wandel hier in Bremerhaven, für den Fortschritt und eine nachhaltige Stadtentwicklung“, so Melf Grantz, Oberbürgermeister der Stadt Bremerhaven. Gleichzeitig dankte er der BIS und insbesondere Ute Bartels, für die hervorragend organisierte Durchführung des Wettbewerbs und die Jury-Sitzung, die bereits im März stattgefunden hatte.

Wegen seiner funktionalen sowie gestalterisch markanten Lösung ist der Entwurf von „Pana Ingenieure und Ney Partners“ als Sieger aus dem EU-weiten Realisierungswettbewerb hervorgegangen. Die Brücke ist vorrangig für den Fuß- und Radverkehr konzipiert, wird jedoch auch für einen Shuttlebus in einer Fahrtrichtung befahrbar sein. Gleichzeitig bleibt der Werfthafen für Freizeitschiffe passierbar, da die Brücke als bewegliche Klappbrücke ausgeführt wird.

Der Entwurf setzt dabei ein gestalterisches Zeichen: Die V-förmige Geometrie der Brücke greift die industriellen Strukturen des Werftquartiers auf und nimmt Bezug auf die denkmalgeschützten Hafenkräne. Sie bildet einen neuen Orientierungspunkt im Stadtbild und fügt sich zugleich harmonisch in die Umgebung ein.

Technische Innovation und nachhaltige Bauweise

Neben ihrer ästhetischen Qualität überzeugt die Brücke durch ihre nachhaltige und effiziente Bauweise. Ein optimiertes Gegengewichtssystem reduziert den Energieverbrauch beim Öffnungsvorgang auf ein Minimum. Zudem ist der Einsatz von „grünem Stahl“ vorgesehen, um die CO₂-Emissionen im Bauprozess zu verringern.

Technisch basiert die Brücke auf dem Prinzip einer Holländerklappbrücke, das für diese spezielle Nutzung weiterentwickelt wurde. Beim Öffnen kippt das V-förmige Element um 38,75°, während sich das Brückendeck um 77,5° anhebt. Dies ermöglicht eine platzsparende, robuste und wartungsarme Konstruktion.

Ein prägendes Element für das Werftquartier

Mit ihrem innovativen Konzept wird die Werfthafenbrücke nicht nur Verkehrsströme optimieren, sondern auch zur Identität des Werftquartiers beitragen. Sie verbindet Vergangenheit und Zukunft, indem sie sich sowohl auf die historische Hafennutzung als auch auf die Entwicklung eines modernen, lebendigen Stadtteils bezieht.

„Das neue Ingenieurbauwerk Fuß- und Radwegbrücke Werftquartier wird ein signature-Bauwerk mit optimaler Funktionalität und hoher Prägnanz sein. Es hat das Potential, zum Anziehungspunkt des neuen Werftquartiers zu werden.“, so Prof. Dr.-Ing. Stephan Engelsmann, welcher als Juryvorsitzender die Sitzung leitete.

Für Einwohnerinnen und Einwohner, Besuchende sowie Pendlerinnen und Pendler wird die Brücke eine wichtige neue Verbindung und zugleich ein markantes Element im Stadtbild sein. Sie steht für eine nachhaltige Stadtentwicklung, die Mobilität, Funktionalität und Gestaltung gleichermaßen berücksichtigt.

Ausstellung im Werftquartierhaus

Die Entwürfe sind in einer kleinen Ausstellung im Werftquartierhaus, Kohlenkai 1, ausgestellt. Interessierte können sich die Entwürfe und Planungsunterlagen zur Werfthafenbrücke bei einer Informationsveranstaltung mit Ute Bartels, Projektsteuerin für das Werftquartier bei der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS), erläutern lassen. Am Mittwoch, den 30. April 2025 von 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr steht die Fachfrau für Fragen zur Verfügung.

Auch ein nicht gemähter Rasen kann ein Hingucker sein – vor allem aber ein Paradies für Insekten

Statt intensiver Mäharbeiten heißt es vielerorts: Rasenmäher aus, Artenvielfalt an! Die Aktion „Mähfrei im Mai“ ruft dazu auf, Rasenflächen und Blühstreifen im Mai nicht zu mähen.

„Selten war es so einfach, sich an einer Aktion zum Wohle der Tier- und Pflanzenwelt zu beteiligen: Man muss nichts tun“, hebt Umweltdezernentin Andrea Toense hervor. Ziel ist es, besonders in der ersten Hochphase des Insektenjahres Nahrung und Lebensräume bereitzustellen. Denn viele Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber sind auf heimische Wildblumen und Gräser angewiesen, die auf intensiv gemähten Rasenflächen kaum eine Chance haben. Hiervon profitieren dann auch weitere Arten wie zum Beispiel Gartenvögel.

„Es ist aber nicht erforderlich, jeden Garten in eine Wildblumenwiese zu verwandeln“, ermuntert Stadträtin Toense zur Teilnahme. „Ein kleiner Blühstreifen oder eine unberührte Ecke genügen, um wichtige Lebensräume zu schaffen.“

Das kürzlich verabschiedete Insektenschutzprogramm des Landes Bremen nennt den Verlust an Lebensräumen als wichtigsten Grund für den Rückgang der Insektenvielfalt und betont zugleich die Bedeutung privater Grünflächen als wichtiges Flächenpotenzial für die Förderung von Struktur- und Artenvielfalt in Siedlungsbereichen. Demnach besitzen auch kleinräumige Strukturen das Potenzial, eine Vernetzung nicht zusammenhängender (öffentlicher) Grünflächen herzustellen und ein Netzwerk von Nahrungs-, Lebens- und Rückzugsorten für die Insektenwelt zu schaffen.

Ursprünglich stammt die Idee des „No Mow May“ aus Großbritannien. Inzwischen hat die Aktion aber auch in Deutschland zahlreiche Unterstützer gefunden, die durch Passivität aktiv werden.

Neuer Name für Dritten Ort in der Bremerhavener Innenstadt

Bremerhaven ist die Stadt, die sich nach jeder Krise neu erfindet. Auch in der Innenstadt soll ein ganz neues Projekt gewagt werden: Ein Gebäude, das gemeinsam mit der Stadtbibliothek und der Deutschen Jugendherberge ein „Wohnzimmer für alle“, ein so genannter Dritter Ort, werden soll.

„NOVO“ ist deshalb der Name, den das Projekt bekommen hat.

„NOVO bedeutet einzigartig, Neues schaffen – das passt hervorragend zu unserer Idee für die Innenstadt“, betont Oberbürgermeister Melf Grantz. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie mit ersten Ideen für die Innen- und Gebäudearchitektur waren bereits am 17. April 2025 öffentlich gezeigt worden. Beim Bürgerdialog am Donnerstag, den 24. April, wurde den Anwesenden nun der Name „NOVO“ präsentiert. „Es gab Szenenapplaus, der Name ist meines Erachtens gut angekommen“, so der Oberbürgermeister.

Julia Bergmann, die als Fachberaterin für Dritte Orte die Machbarkeitsstudie begleitet hat, erklärte die Herkunft des Namens. „Die Aufgabe war, eine Dachmarke zu schaffen, die alle bereits bestehenden Marken, wie die Stadtbibliothek, die Jugendherberge oder das Schirrmanns, die Gastronomie der Jugendherberge, vereint und mit ihnen harmoniert.“ Außerdem sei ein Begriff gesucht worden, der sich einfüge in vergleichbare Projekte wie das „Dokk1“ in Aarhus, das „KAP1“ in Düsseldorf oder das „OODI“ in Helsinki. NOVO kommt aus dem Lateinischen, bedeutet neu machen, erneuern, neu schaffen, einzigartig. „NOVO klingt in allen Sprachen gleich, auch das war uns sehr wichtig. Im Sprachgebrauch lässt es sich ebenfalls wunderbar nutzen. Künftig können Sie sich auf einen Kaffee im NOVO treffen oder im MINT-Labor im NOVO noch für das Referat lernen“, so Bergmann.

„Es ist gut, dass wir jetzt endlich nicht mehr von ,Ex-Karstadt‘ sprechen müssen, wenn wir über unsere Pläne berichten. Ich freue mich darauf, das NOVO gemeinsam mit den Planern und den Bürgerinnen und Bürgern mit Leben zu füllen“, so Grantz abschließend.

Das Gesundheitsamt rät allen Bürgerinnen und Bürgern, ihren Impfstatus zu überprüfen und mögliche Impflücken zu schließen.

Im Rahmen der diesjährigen europäischen Impfwoche von Sonntag, dem 27. April, bis Samstag, den 3. Mai 2025, ruft das Gesundheitsamt Bremerhaven alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihren Impfstatus zu überprüfen und mögliche Impflücken zu schließen.

Viele Erwachsene unterschätzen die persönliche Gefährdung ihrer Gesundheit durch Infektionserkrankungen wie beispielsweise Diphtherie und Tetanus. Kinder sollten insbesondere über einen vollständigen Masernschutz verfügen. Ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger sollten vor Gürtelrose oder einer Pneumokokken-Erkrankung geschützt sein.

Die Rückkehr von Krankheiten, die in Deutschland bereits nahezu ausgerottet schienen, zeigt, wie wichtig ein flächendeckender Impfschutz für die Gesundheit der gesamten Bevölkerung ist. Zum Beispiel wurden zuletzt immer wieder Fälle von Masern, Röteln und sogar Diphtherie registriert – Krankheiten, die durch umfassende Impfprogramme weitgehend unter Kontrolle gebracht worden waren. Doch die Impfmüdigkeit und unvollständige Impfserien haben dazu geführt, dass diese Erreger wieder vermehrt zirkulieren und in einigen Regionen Deutschlands zu Ausbrüchen geführt haben. Der aktuelle Masernausbruch in den USA ist ein weiteres Beispiel.

„Viele Menschen unterschätzen die Gefahr, die von vermeintlich ‚verschwundenen‘ Krankheiten ausgeht“, mahnt Stadträtin Andrea Toense (Dezernentin für Gesundheit). „Die Impfungen bieten nicht nur persönlichen Schutz, sondern verhindern auch die Weiterverbreitung von Erregern und schützen somit die Gemeinschaft als Ganzes – besonders vulnerable Gruppen wie Neugeborene, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.“

Was zu tun ist:

  • Impfstatus überprüfen: Ein Blick in den Impfpass kann schnell verraten, ob alle Impfungen aktuell sind. Der aktuelle STIKO-Impfkalender kann hier Klarheit geben. Bei Unsicherheiten hilft der Hausarzt oder die Hausärztin weiter.
  • Fehlende Impfungen nachholen: Viele Impfungen können bereits bei der nächsten Arztpraxis unkompliziert und schnell durchgeführt werden.
  • Kinder schützen: Eltern sollten sicherstellen, dass ihre Kinder alle empfohlenen Kinderimpfungen erhalten, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.
  • Gemeinsam informieren: Freundinnen und Freunde, Familienmitglieder und Kolleginnen und Kollegen dazu ermutigen, ebenfalls ihren Impfstatus zu prüfen und mögliche Lücken zu schließen.

„Impfungen gehören zu den größten Errungenschaften der modernen Medizin“, so Toense abschließend. „Lassen Sie uns nicht riskieren, diese Erfolge aufs Spiel zu setzen.“

Wer keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen hat, kann sich an das Gesundheitsamt in Bremerhaven wenden:  Infektion.Gesundheitsamt@magistrat.bremerhaven.de.

Historischer Zweimaster zählt zu den elegantesten

Auf diese Zusage, sagt die Schiffsmanagerin der SAiL, sei sie schon stolz: Das traditionsreiche Segelschulschiff „Corsaro II“ der Italienischen Marine wird am internationalen Windjammerfestival  SAiL Bremerhaven vom 13. bis 17. August 2025 teilnehmen. Die italienische Botschaft hat die schnittige Yacht nun angemeldet.

Komplett aus Mahagoni und Teak gebaut

Die „Corsaro II“ ist ein echtes Schmuckstück der klassischen Yachtbaukunst und ein schwimmendes Symbol für nautische Exzellenz. „Sie zählt zu den elegantesten Seglern ihrer Klasse“, weiß Julia Baecher, denn sie ist die Schiffsmanagerin der Erlebnis Bremerhaven GmbH, der kommunalen Gesellschaft für Touristik, Marketing und Veranstaltungen, die die SAiL organisiert. Die „Corsaro II“ wurde 1960 vom renommierten New Yorker Studio Sparkman & Stephens im Auftrag der italienischen Marine als schneller und wendiger Zweimaster entworfen und vollständig aus Mahagoni und Teak gebaut.

60 Kadetten gehen im Sommer auf Reisen

Mit einer Länge von 20,9 Metern, einer Breite von 4,7 Metern, einem Tiefgang von 2,9 Metern und einem 24 Meter hohen Hauptmast trägt die „Corsaro II“ eine Segelfläche von 205 Quadratmetern. Bis zu 16 Personen finden an Bord Platz – insbesondere Kadetten der italienischen Marineakademie in Livorno. Jedes Jahr gehen 60 von ihnen mit der „Corsaro II“  auf See und nehmen während des Sommers an Regatten und maritimen Veranstaltungen in Europa teil. Auf der Yacht zu segeln, ermöglicht den Kadetten einen intensiveren Kontakt mit dem Meer, der Navigation und dem Wetter – bevor sie ihren Dienst auf einem grauen Kriegsschiff antreten.

Schulschiff mit Geschichte – und Zukunft

Seit ihrer Indienststellung vor bald 65 Jahren ist die „Corsaro II“ nicht nur Ausbildungsstätte, sondern immer auch stolze Botschafterin Italiens. Sie nahm an prestigeträchtigen transozeanischen Rennen teil und ist gern gesehener Gast bei internationalen Segel-Festivals. Ab Anfang Juli segelt die Crew von Frankreich bis Dänemark alle vier Regatten der Sail Training International mit, um dann von Esbjerg Kurs auf die Wesermündung zu nehmen. „Viele Schiffe segeln von dort direkt weiter zu uns“, sagt Baecher. Die SAiL in Bremerhaven besucht die „Corsaro II“ das erste Mal „und daher freuen wir uns besonders“.  

Ein maritimer Höhepunkt für Bremerhaven

Mit ihrer Teilnahme an der SAIL reiht sich die „Corsaro II“ in eine Flotte internationaler Großsegler ein – 16 Nationen haben inzwischen ihre Teilnahme zugesagt. Zu dem Windjammerfestival in den Havenwelten und im Fischereihafen von Bremerhaven werden 250 Schiffe erwartet sowie rund 1,2 Millionen Besucher.

Diese Staatsgäste haben zugesagt

Aushängeschilder des Windjammer-Festivals sind die segelnden Staatsgäste – die Marine-Schulschiffe. Peru kommt erstmals mit der Viermastbark „Union“, Mexiko segelt mit der „Cuauhtémoc“ nach Bremerhaven, aus Uruguay kommt der Dreimast-Schoner „Capitan Miranda“, aus dem Sultanat Oman die „Shabab Oman II“, die Deutsche Marine hisst die Segel der „Gorch Fock“.  Zugesagt hat auch die Königliche Marine der Niederlande für ihre Stagsegelketsch „Urania“ und Frankreich für die „Belle Poule“. Es wird voll werden in den Häfen zur SAiL 2025 in Bremerhaven, „aber für Staatsschiffe haben wir immer einen Platz frei“, sagt die Schiffsmanagerin.

Bremerhavener Forscher siedeln ausgerottete Muscheln wieder an

Sie war eine wichtige ökologische Basis in der Nordsee und gilt seit gut 100 Jahren als ausgerottet: die Europäische Auster. Das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) setzt sich für die Wiederansiedlung der Muschel ein. Im Rahmen eines aufwendigen Projektes werden rund drei Millionen Austern in der Deutschen Bucht ausgewildert.

Austernbänke an der deutschen Nordseeküste – bis in die 1920er-Jahre hinein war das durch die Europäische Auster selbstverständlich. Dann brachen die Bestände durch die Überfischung zusammen. Die Austernbänke waren größtenteils zerstört und damit auch eine Lebensgrundlage der Fischer und der Natur. 

„Durch ihren Aufbau haben die Austern große Riffe gebildet. Auf alten, abgestorbenen Austern siedeln sich neue Muscheln an. Das ergibt dann über die Jahre ein besonderes Biotop, in dem sich viele Tier- und Pflanzenarten ansiedeln“, erklärt Dr. Bernadette Pogoda, Meeresbiologin am AWI. Sie kümmert sich um die Wiederansiedlung der Europäischen Auster in der Nordsee. 

Ein Test – 200.000 Austern werden ausgesetzt

Das Projektgebiet liegt gut 20 Kilometer westlich der Insel Borkum im Meeresschutzgebiet „Borkum Riffgrund“. Zunächst wurden hier als Test rund 200.000 junge Austern ausgesetzt, um zu sehen, wie die Tiere reagieren und ob eine Wiederansiedlung möglich ist. Mit Steinschüttgut wurden dafür im Jahr 2020 zwei künstliche Riffe aufgebaut. „Diese Riffe sind gut 70 Zentimeter hoch und liegen in rund 25 Meter Wassertiefe“, erklärt Bernadette Pogoda. „Da es ja keine alten Austernriffe mehr gibt, mussten wir einen Untergrund schaffen, auf dem die Tiere sich verankern können.“

Durch Wasserproben hat das AWI geprüft, ob die Austern sich vermehren und Larven im Meer rund um das Testgebiet zu finden sind – mit Erfolg. Nun ist das Projekt in der nächsten Phase. Insgesamt drei Millionen junge Austern werden bis Ende 2025 von den Bremerhavener Forschern am Borkum Riffgrund ausgesetzt. Die Tiere stammen aus einem niederländischen Zuchtbetrieb. Finanziert und unterstützt wird das Gesamt-Projekt „Europäische Auster“ vom Bundesamt für Naturschutz. Der Aufbau einer eigenen Austernzuchtanlage auf Helgoland, der Riffaufbau, das Auswildern der Austern und die Forschung kosten rund acht Millionen Euro.

Eine Kinderstube für viele Fischarten

„Wir freuen uns sehr, dass die erste Austern-Ansiedlung erfolgreich war. Wir haben damit eine echte Chance, in der Deutschen Bucht wieder Riffe mit Europäischen Austern aufzubauen“, betont Bernadette Pogoda. „Die Muschelriffe sind Kinderstube für viele Fischarten und damit auch ein Jagdgebiet für Räuber. Außerdem siedeln sich hier Pflanzen wie Seeanemonen an“. Für die weitere Auswilderung der Europäischen Auster sollen zusätzliche Stein-Riffe aufgeschüttet werden. 

Bis in der Deutschen Bucht wieder Riffe auf natürlichem Wege durch die Europäische Auster entstehen, dauert es noch einige Jahre. Trotzdem ist die hier ausgestorbene Muschelart aber schon zu sehen. Der Bremerhavener Zoo am Meer hat zusammen mit dem AWI ein Aquariumbecken mit der Auster besetzt, um auch hier das Wachstum der Art zu beobachten.

Im Zoo-Aquarium blüht bereits eine Anemone

„Korallenriffe kennt jeder, aber dass es vor nur 100 Jahren hier in der Nordsee direkt vor der Haustür auch Riffe gegeben hat – das wissen die Wenigsten“, sagt die Direktorin des Zoos, Dr. Heike Kück. Zusammen mit den Muscheln, Plattfischen und anderen Lebewesen hat sich seit Projektbeginn 2020, wie ein kleines Unterwasserparadies, schon ein vielfältiges Biotop im Nordsee-Aquarium gebildet. Der beste Beweis: Zwischen den Austern wächst eine Seeanemone. Heike Kück: „So wie dieses Mini-Riff hier aussieht, haben früher auch die Austern-Riffe in der Nordsee ausgesehen.“

„Bühne frei“ für Fisch und Meeresfrüchte ist auch das Motto der 35. Fischparty, die in Bremerhaven bis zum Sonntag gefeiert wird. 50.000 Besucher werden dazu im Schaufenster Fischereihafen erwartet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Vielfalt, Qualität und Nachhaltigkeit sowie natürlich der Genuss von frischem Fisch. Vorträge von Wissenschaftlern und Forschern der Thünen-Institute und des Alfred-Wegener-Instituts widmen sich Themen wie nachhaltiger Fischerei, Zertifizierungen durch MSC und ASC sowie der Frage, wie Fischkonsum umweltbewusst gestaltet werden kann.