Magistrat beschließt „Elterngeld“ für Pflegeeltern in Bremerhaven

A man wearing glasses and a gray blazer stands in front of a building with a blue entrance labeled 'Stadtverwaltung.' The background features brick walls and a staircase visible through the entrance.
Sozialdezernent Martin Günthner freut sich über die zusätzliche Unterstützung für Pflegeeltern in Bremerhaven.
©Magistratspressestelle / Arnd Hartmann

Der Magistrat der Stadt Bremerhaven hat in seiner Sitzung am Mittwoch, dem 10. Dezember 2025, beschlossen, Pflegeeltern eine besondere Wertschätzung aus kommunalen Mitteln zukommen zu lassen: Sie erhalten eine elterngeldähnliche Sonderleistung in Höhe von 350 Euro im Monat.

„Wir planen, das noch im 1. Quartal 2026 umzusetzen. Pflegeeltern leisten einen ganz wichtigen Beitrag dabei, Kindern in Notsituationen ein sicheres, geschütztes Zuhause zu geben, in dem sie gesund und behütet aufwachsen können. Dieses Engagement verdient mehr Wertschätzung“, erklärt Stadtrat Martin Günthner, Dezernent für Soziales, Arbeit, Jugend, Familie und Frauen die Entscheidung.

Die Einführung des Elterngeldes für Pflegeeltern ist Teil des Konzeptes zur Stärkung und Gewinnung von Pflegeeltern, das vom Jugendamt Anfang des Jahres 2025 erarbeitet worden ist. Die Finanzierung aus kommunalen Mitteln erfolgt, weil der Bund keine ausreichende finanzielle Unterstützung für Pflegeeltern vorsieht. Zwar haben Pflegeeltern Anspruch auf Elternzeit, jedoch nicht auf die gesetzlichen Elterngeldregelungen. Stattdessen erhalten Pflegeeltern eine monatliche Pauschale in Höhe von lediglich 430 Euro für die Kosten der Erziehung ihres Pflegekindes.

„Pflegeeltern sind das Fundament unserer Jugendhilfe. Es ist jedoch ein unhaltbarer Zustand, dass das Bundesrecht sie in einer der anspruchsvollsten Phasen, der Betreuung von Kleinkindern, finanziell im Stich lässt“, so Günthner. „Dies führt zu erheblichen Einkommenseinbußen, wenn eine Pflegeperson gezwungen ist, ihre Erwerbstätigkeit zur Betreuung eines Kindes unter drei Jahren vollständig zu unterbrechen. Dieses Ungleichgewicht erschwert massiv die Gewinnung neuer Pflegefamilien.“

Angesichts der Dringlichkeit, die Versorgungslage zu verbessern und zu verhindern, dass Kinder unnötig lange in kostenintensiven, stationären Einrichtungen verbleiben müssen, lehne der Magistrat es ab, auf eine Gesetzesänderung auf Bundesebene zu warten. „Die Verwaltung wird die notwendigen Schritte einleiten, um die monatliche Sonderleistung noch in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 anspruchsberechtigten Pflegefamilien zukommen zu lassen“, so Stadtrat Günthner weiter.

Auch für die Stadt sei das eine lohnende Investition. „Die Unterbringung von Kleinkindern in Pflegefamilien ist – neben der pädagogischen Komponente – auch deutlich günstiger als eine Unterbringung in einer stationären Einrichtung“, erklärt Günthner. So generiere die Vermeidung von nur zwei stationären Unterbringungen pro Jahr Einsparungen, die die gesamten jährlichen Kosten der neuen elterngeldähnlichen Sonderleistung deckten. „Damit ist die Maßnahme nicht nur sozial dringend geboten, sondern dient auch der nachhaltigen Stabilisierung und Entlastung des kommunalen Jugendhilfehaushalts“, so der Stadtrat.

Die Sonderleistung von monatlich 350 Euro ist als freiwillige Leistung der Stadtgemeinde Bremerhaven konzipiert und dient der gezielten Entlastung in der intensiven Frühphase der Aufnahme eines Pflegekindes unter drei Jahren. Die Pauschale wird der hauptbetreuenden Pflegeperson und für eine maximale Dauer von 36 Monaten ab der Aufnahme eines Pflegekindes gewährt. Anspruch auf die Sonderleistung haben Pflegeeltern, die Elternzeit beantragt haben und dafür befristet, vollständig und unbezahlt von ihrer Erwerbstätigkeit freigestellt sind und dies nachweisen können. „Die Leistung ist explizit als Übergangslösung gedacht und entfällt automatisch, sobald eine entsprechende gesetzliche Regelung auf Bundes- oder Landesebene in Kraft tritt“, erklärt Günthner abschließend.

Neue Infotafel erinnert an die „Thomas-Katastrophe“ vor 150 Jahren

Am Originalschauplatz der „Thomas-Katastrophe“ informiert ab sofort eine neue Tafel über das schreckliche Unglück, das sich am 11. Dezember 1875 an der Kaje in Bremerhaven ereignete. Bei der gewaltigen Detonation am Vorhafen zum Neuen Hafen kamen 83 Menschen ums Leben, annähernd 200 wurden verletzt. Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH, und Dr. Kai Kähler, Leiter des Historischen Museums, haben das Schild gemeinsam angebracht und dabei über das historische Ereignis gesprochen.

„Dieses Unglück hat Bremerhaven tief geprägt – die neue Tafel macht die Geschichte am Ort des Geschehens wieder sichtbar“, betont Gerber. Kähler ergänzt: „Obwohl sich die Thomas-Katastrophe vor 150 Jahren ereignete, ist sie noch in Erinnerung, in Übersee mitunter stärker als hier vor Ort. Das liegt an den erschreckend hohen Opferzahlen. Das liegt aber auch an der auch heute noch unvorstellbaren Kaltblütigkeit und Heimtücke des geplanten Versicherungsbetruges durch William King Thomas alias Alexander Keith.“

Der Plan des Täters, den Dampfer „Mosel“ auf dem Atlantik zu versenken, um eine Versicherungssumme zu kassieren, hätte noch weit mehr Menschen das Leben gekostet. „Dass seine Bombe beim Verladen hier vom Haken fiel und explodierte, rettete, so tragisch es ist, anderen das Leben“, so Kähler. Die Bekanntheit der Tat hängt auch an dem schillernden kriminellen Leben von Alexander Keith, das Stoff für vielerlei True-Crime-Geschichten gab.

Sonderausstellung im Historischen Museum

Das Historische Museum Bremerhaven widmet einem der  schwärzesten Tage der Stadtgeschichte derzeit eine Sonderausstellung, die noch bis Anfang Februar zu sehen ist. Sie zeigt originale Dokumente und Objekte, darunter Berichte, Briefe und Fotografien, die die Ermittlungsarbeit jener Zeit veranschaulichen.

Am Jahrestag, dem 11. Dezember, liest um 18 Uhr Autorin Silke Böschen im Museum aus ihrem historischen Roman, in dem sie die Ereignisse literarisch aufgreift.

Explosion ist Thema bei Stadtführungen

Auch Bremerhavens Gästeführer erinnern an die Katastrophe: Im Rahmen der Führung „Seemannsgarn, Legenden und Meer“ erzählen sie jeden Freitag im Dezember ab 17 Uhr auf einem Rundgang um den Alten und Neuen Hafen von ungewöhnlichen, tragischen und geheimnisvollen Geschichten – darunter auch die der „Thomas-Katastrophe“. www.Bremerhaven.de/seemannsgarn Das Attentat gehört auch zu den Themen der Führung „Kaum zu glauben“, die nach einer kurzen Winterpause ab Januar wieder 13 unglaubliche Bremerhavener Geschichten aufgreift. www.bremerhaven.de/kaumzuglauben

Schiffsglocke im Deutschen Schifffahrtsmuseum

Auf der Internetseite www.logbuch-bremerhaven.de  – dem Tourismus-Blog der Erlebnis Bremerhaven GmbH – beschreibt Autor Marco Butzkus (ab Donnerstag 11.Dezember) die Tat als ein skrupelloses und von schier unendlicher krimineller Energie getriebenes Ereignis, das letztlich in einer tragischen Chronologie des Versagens mündete. An die Explosion vom 11. Dezember 1875 erinnern heute zudem das Denkmal auf dem Wulsdorfer Friedhof, die Schiffsglocke der „Mosel“ im Deutschen Schifffahrtsmuseum – und nun die neue Tafel an der Seebäderkaje.

Foto: Helmut Gross_Erlebnis Bremerhaven

Bremerhaven: Polizei stellt Diebesgut sicher und sucht Eigentümer

Einer aufmerksamen Polizeistreife fielen bereits am Mittwochmittag, 26. November, in Bremerhaven-Lehe zwei Männer auf. Diese hatten eine auffallend rote Reisetasche dabei und versuchten diese offensichtlich vor der vorbeifahrenden Streife zu verstecken. Das kam der Streife verdächtig vor, so dass sie die Männer an der Ecke Rickmersstraße/Jahnstraße kontrollierte.

Bei der Kontrolle stellten die Beamten in der prall gefüllten Tasche diverse Uhren und weiteren Schmuck fest. Einige der Schmuckstücke waren bereits zur Fahndung ausgeschrieben.

Die beiden rumänischen Staatsbürger, 43 und 26 Jahre alt, konnten die Herkunft der Gegenstände nicht erklären.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich dabei insgesamt um Diebesgut handelt und stellte die Tasche samt Inhalt sicher. Nun ermittelt sie die Hintergründe und sucht die Eigentümer der Schmuckstücke.

Wer seinen Schmuck wiedererkennt, oder andere sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0471/953-4444 bei der Polizei zu melden.

Kulturgutschutz im Notfall: Crowdfunding für den Notfallverbund Bremerhaven

A red shipping container featuring the text 'Seestadt Bremerhaven Zivil- und Katastrophenschutz,' with various city landmarks illustrated along the bottom.
Der Notfallcontainer Kulturschutzgut dient als wertvolle Ergänzung für den Zivil- und Katastrophenschutz.
©Stadtarchiv / Dr. Julia Kahleyß

Kulturgut bildet einen wichtigen Teil unserer Bremerhavener Identität.

Doch was tun, wenn es im Archiv, Museum oder in der Kirche brennt? Die Feuerwehr kommt und löscht, doch danach bleibt meist durchnässtes oder beschädigtes Kulturgut zurück. Die Erfahrungen aus dem Elbhochwasser im August 2002, dem Brand der Herzogin Anna Amalia-Bibliothek in Weimar am 2. September 2004 und dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 führen deshalb in ganz Deutschland seit Jahren zur Gründung von Notfallverbünden der Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, die sich im Not- und Katastrophenfall gegenseitig bei der Bergung von Kulturgütern unterstützen und auch im Vorfeld bei Maßnahmen der Bestandserhaltung zusammenarbeiten.

Auch in Bremerhaven gibt es einen Notfallverbund der Bremerhavener Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, der aber nicht über ausreichend Mittel verfügt, um den Abrollcontainer Kulturgutschutz mit Verpackungs- und Reinigungsmaterial auszustatten und regelmäßige Übungen abzuhalten. Der Verbund startet deswegen eine gemeinsame Crowd-Funding-Aktion, um auf diese Weise praktischen Kulturgutschutz zu leisten und präventiv zu arbeiten.

Kulturdezernent Prof. Dr. Hauke Hilz betont: „Leider steht die Arbeit von Einrichtungen, die sich um Archivgut kümmern, nicht immer derart im öffentlichen Fokus, wie sie es verdient hätte. Dabei ist die Erhaltung des Bestands von Archivgut eine staatliche Pflichtaufgabe, die bei uns das Stadtarchiv erledigt. Was sehr technisch klingt, ist allerdings viel mehr: Die Archive und Museen in Bremerhaven beherbergen das historische Gedächtnis der Stadt und haben somit eine Aufgabe, die elementar für Bremerhavens Identität ist. Ich freue mich daher sehr, dass sich die Bremerhavener Einrichtungen unter der Koordination des Stadtarchivs und des AWI-Archivs in einem Notfallverbund zusammengeschlossen haben, um für den hoffentlich nie eintretenden Katastrophenfall gerüstet zu sein. Die Idee des Crowdfundings, um die begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel aufzustocken, finde ich äußerst innovativ. So können Bürgerinnen und Bürger sowie Institutionen zweckgebunden die Institutionen schützen, die sich um den Kultur-, Archiv- und Sakralgutschutz in Bremerhaven kümmern.“

Der Notfallverbund wurde 2023 gegründet, koordiniert wird er vom Stadtarchiv Bremerhaven und dem Archiv für deutsche Polarforschung (AWI). Im Notfall kommen die Fachkräfte von 13 verschiedenen Bremerhavener Einrichtungen zur Hilfe und säubern und verpacken die Dokumente oder Gegenstände und sorgen so für eine wirkungsvolle Erste Hilfe für Kulturgut. Dazu wird Verpackungs- und Reinigungsmaterial benötigt, das in einem Abrollcontainer Kulturgutschutz bei der Feuerwehr Bremerhaven gelagert und von dieser zum Einsatzort gebracht wird. Für die beteiligten Fachkräfte müssen regelmäßige Übungen organisiert werden, damit alle auf dem neuesten Stand sind und im Notfall Hand in Hand arbeiten können. Zweckgebundene Spenden können auf folgendes bei der Stadtkasse Bremerhaven eingerichtete Verwahrkonto eingezahlt werden:

Kontoverbindung:
Konto der Stadtgemeinde Bremerhaven
IBAN: DE 98 2925 0000 0001 1000 09
BIC: BRLADE21BRS
Kassenzeichen 25 1111 1946569
Stichwort: Spende Notfallverbund

Spendenbescheinigungen können für Spenden ab 300 Euro unter Angabe des vollständigen Namens und der Adresse beim Stadtarchiv Bremerhaven, Hinrich-Schmalfeldt-Str. 30, 27576 Bremerhaven,  stadtarchiv@magistrat.bremerhaven.de beantragt werden.

Rassismus-Debatte: Heiße Schokolade und der Name Lumumba

Auf dem Bremerhavener Weihnachtsmarkt soll heiße Schokolade mit Alkohol künftig nicht mehr unter dem Namen „Lumumba“ angeboten werden. Die Erlebnis Bremerhaven GmbH hat die Standbetreiber gebeten, die Bezeichnung aus Respekt vor Kritikern zu ändern. Anlass ist die Debatte, dass die Benennung nach dem kongolesischen Freiheitskämpfer Patrice Lumumba, der 1961 ermordet wurde, als rassistisch empfunden werden kann.

Geschäftsführer Michael Gerber betont, man verurteile jede Form von Rassismus und habe die Schausteller über die Problematik informiert. Eine verbindliche Vorschrift gebe es nicht; viele Anbieter würden bereits „Kakao mit Schuss“ verkaufen. Als alternative Bezeichnungen nennt die Organisation auch „Heiße Schokolade mit Rum“ oder regional gebräuchlich „Tote Tante“.

Die Diskussion um den Namen ist nicht neu und wird während der Weihnachtsmärkte in Deutschland immer wieder geführt. Wann und wie die Bezeichnung entstand, ist nicht eindeutig geklärt; Meinungen reichen von historischen Traditionen bis zu politischer Solidarität. Erlebnis Bremerhaven sieht die Reaktion auf die Kritik als Ausdruck einer respektvollen gesellschaftlichen Entwicklung.

„Seemannsgarn, Legenden und Meer“: Zusatztermine im Dezember

Bild: KI-generiert

Die Nachfrage ist da, deshalb legt die beliebte Führung „Seemannsgarn, Legenden und Meer“ der Erlebnis Bremerhaven GmbH in diesem Winter keine Pause ein. Statt der üblichen Winterruhe können sich Gäste auch im Dezember auf schaurige, spannende und unterhaltsame Geschichten rund um den Alten und Neuen Hafen freuen. Freitags startet der Rundgang um 17 Uhr mit einem Gästeführer – sogar Weihnachten am 26. Dezember. Ab dem 2. Januar 2026 geht es dann im 14-tägigen Rhythmus weiter.

Im Mittelpunkt der rund zweistündigen Tour stehen ungewöhnliche Legenden, maritime Rätsel und historische Begebenheiten, die sich um die Seestadt ranken. Berichtet wird nach einem Begrüßungsschluck vom größten Versicherungsbetrug der Seefahrtsgeschichte, von der Verbindung Bremerhavens zu den rätselhaften Mordfällen von „Jack the Ripper“ in London und einem Riesen, der der Sage nach einst in der Weser lebte. Auch Goethes Begeisterung für den Bau des Alten Hafens spielt eine Rolle, denn der Dichter verfolgte das Projekt einst mit besonderem Interesse.

Ein Höhepunkt ist der Besuch am Klabautermannbrunnen, wo die Figurenwelt der Seefahrt lebendig wird. Der geheimnisvolle Schiffskobold, der Unwetter vorhersagen und Holzplanken prüfen konnte, begleitet die Gäste gedanklich weiter durch den Museumshafen. Zwischen knarrenden Masten und ächzendem Holz entsteht leicht die passende Atmosphäre für Geschichten über Geisterschiffe, unerklärliche Ereignisse und historische Verbrecher wie die Explosion der ersten Zeitbombe der Welt 1875 in Bremerhaven.

So verbindet die Tour bekannte Orte der Hafenstadt mit faszinierenden Erzählungen, von denen einige bis heute für Gänsehaut sorgen können.

Tickets und weitere Informationen unter: www.bremerhaven.de/seemannsgarn

Kunstpräsentation in der Galerie Goethe45 im Dezember

In diesem Jahr möchten 7 beteiligte Künstlerinnen und Künstler verstärkt das Gespräch über die Relevanz von Kunst und Kultur im Goethequartier mit den Besuchern suchen.

Ab Sonntag, dem 7. Dezember 2025, bis Samstag, dem 21. Dezember 2025, in der Zeit von 15.00 bis 18.00 Uhr, ist die Kunstpräsentation in der Galerie Goethe45 (Goethestraße 45) zu sehen.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, dem 7. Dezember 2025, in der Zeit von 15.00 bis 18.00 Uhr.

Montags ist die Galerie geschlossen.

Foto: ©Anne Schmeckies

Tanzland Bremerhaven – Kooperation mit festlichem Abschluss zum Jahresende

A dancer in a black dress performs on stage, with other dancers in the background in various poses. The scene is set in a dimly lit space with wooden flooring.
Die Tänzerin und Gründerin der Tanzcompagnie Toula Limnaios begeistert das Publikum.
©Dieter Hartwig

Tänzerischer Glanz zum Jahresende: Die Tanzcompagnie „cie. toula limnaios“ kommt mit ihrer Choreographie „la salle“ im Dezember nach Bremerhaven.

Der Auftritt sowie ein Tanztheater-Workshop sind der festliche Abschluss der „Tanzland“-Kooperation, deren Förderung zum Ende des Jahres ausläuft.

Seit dem Jahr 2019 besteht zwischen dem Kulturamt Bremerhaven und der Tanzcompagnie „toula limnaios“ eine enge Partnerschaft. Gefördert durch das Programm „Tanzland“ der Kulturstiftung des Bundes konnten in diesen Jahren zahlreiche Gastspiele und Workshops in Bremerhaven realisiert werden. Nun heißt es Abschied nehmen, da das Programm ausläuft. Mit einer Essenz aus ihrer Choreographie „la salle“, die speziell für Bremerhaven neu konzipiert wird, und einem zweitägigen Tanztheater-Workshop ist die Berliner Compagnie cie. toula limnaios erneut in Bremerhaven zu Gast und bringt damit „Tanzland“ zu einem glanzvollen Abschluss.

Am Donnerstag, dem 18. Dezember 2025, verwandeln die Tänzerinnen und Tänzer mit der Choreographie „la salle“ die Aula der Theo (Lutherstraße 7) ab 19.00 Uhr in ein Ballhaus. Inmitten der Besucherinnen und Besucher treffen sich in einem Zirkel vier Paare. Das Publikum, ganz dicht am und im Geschehen, wird zu Komplizinnen und Komplizen der Tanzenden. Sie begegnen diesen Menschen in einem Raum der Träume, in dem der Tanz zum Drang wird, zum Drang zu leben. Denn „la salle“ ist von einem prägenden menschlichen Gefühl inspiriert: der Sehnsucht. Mit einer vielschichtigen Bildkraft und Gefühlsstärke, voller Schmerz, Melancholie, Begierde und sinnlicher Nuancen, versuchen die Tänzerinnen und Tänzer aus dem unaufhörlichen Streben die glücklichen Momente zu extrahieren. Und diese Momente münden in ein rauschendes Fest.

Im Anschluss laden das Kulturamt und das Ensemble zum festlichen Ausklang ein: mit gemeinsamen tänzerischen Begegnungen, kulinarischen Kleinigkeiten und Getränken. Der Eintritt ist kostenlos; um Anmeldung unter https://gstoo.de/lasalle wird gebeten.

Außerdem kann die Welt des zeitgenössischen Tanzes auch wieder ganz direkt miterlebt und entdeckt werden, wenn die cie. toula limnaios am Dienstag, dem 16. Dezember, und am Mittwoch, dem 17. Dezember, ihren beliebten Tanztheater-Workshop jeweils in der Zeit von 17.30 bis 19.30 Uhr in der Aula der Theo anbietet. Die Compagnie der Tänzerin Toula Limnaios arbeitet darin frei mit Bewegungen, Bildsprache und Körpergefühl – eine ganz besondere Gelegenheit, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon mehrfach begeistert hat. Die Teilnahme ist ab 14 Jahren möglich; Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Gebühr beträgt 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) – Barzahlung vor Ort. Um Anmeldung unter  claudia.hanfgarn@afznet.de wird gebeten.

Mit dem Programm Tanzland – Programm für Gastspielkooperationen möchte die Kulturstiftung des Bundes die Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes auch jenseits der etablierten Tanzzentren sichtbar machen und fördert dazu Gastspiele von Tanzensembles in Gastspielhäusern außerhalb der Metropolen. Gefördert wird die Kulturstiftung des Bundes von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Disney Adventure kehrt nach Werftprobefahrt zurück – Dockschleusung in Bremerhaven erwartet

Die 342 Meter lange Disney Adventure der Disney Cruise Line befindet sich seit dem vergangenen Wochenende auf Werftprobefahrt. Im Skagerrak, zwischen der Nordspitze Dänemarks und Norwegen, wurden in den letzten Tagen umfangreiche Tests entlang der norwegischen Rinne mit Meerestiefen von bis zu 700 Metern durchgeführt.

Den Aufzeichnungen des Automatischen Identifikationssystems (AIS) zufolge fuhr das Schiff mehrere Schleifen und legte zeitweise Stopps mitten im Wasser ein. An Bord befinden sich rund 2.500 Personen, darunter Crew-Mitglieder, Werftangestellte und Zulieferer.

Seit Freitagmorgen hat die Disney Adventure das Testgebiet verlassen und steuert nun die südliche Nordsee sowie die Deutsche Bucht an. Berichten zufolge wird das Schiff am Sonntagmorgen zwischen 5 und 7 Uhr erneut in Bremerhaven erwartet. Anschließend soll der Kreuzfahrtriese durch eine Dockschleusung in den Kaiserhafen zurückkehren. Das Hochwasser wird für etwa 7:45 Uhr angegeben.

In den kommenden Wochen sollen die umfangreichen Ausrüstungsarbeiten im Inneren des Schiffs an der Ausrüstungskaje der Lloyd Werft fortgesetzt werden. Landseitig stehen drei große Mobil-Autokrane bereit, um Material an Bord zu bringen und Abfälle zu entfernen.

Unklar ist derzeit, ob der ursprünglich geplante Verholtermin an die Columbuskaje am 19. Dezember noch gilt. Über das Kreuzfahrtterminal sollten die restlichen internationalen Crewmitglieder sowie zahlreiche Einrichtungsgegenstände an Bord gelangen.

Die Disney Adventure soll Bremerhaven spätestens am 4. Januar 2026 mit Zielhafen Singapur verlassen, wenn möglich früher. Nach aktuellen Angaben ist die Taufe in Singapur für Anfang März nach der Ankunft geplant; die Jungfernfahrt ist für den 10. März vorgesehen. Anschließend ist ein mindestens fünfjähriger Einsatz im asiatischen Markt geplant.

Der Selfie-Point #SAiL Bremerhaven wird am Neuen Hafen wieder aufgebaut

Wird künftig auf dem Lloydplatz am Neuen Hafen stehen: der Selfiepoint „#SAiL Bremerhaven“. Foto: Jens Hagens_Erlebnis Bremerhaven

Der markante Schriftzug der SAiL Bremerhaven kehrt an den Neuen Hafen zurück – für Selfies und Gruppenfotos von Einheimischen und Besuchern und als attraktiver Blickfang. Die leuchtenden Buchstaben #SAiL Bremerhaven sollen nicht nur abends ein Hingucker sein.

Der Selfie-Point wird künftig zentral auf dem Lloydplatz stehen mit der „Schulschiff Deutschland“ als attraktivem Hintergrund für die vielen Erinnerungsfotos, die hier künftig entstehen werden. Besucher, die von der Autobahn in Richtung Innenstadt fahren, steuern direkt auf den Schriftzug zu. Während des Windjammerfestivals im August stand er am Nordende des Neuen Hafens und hat die SAiL sowie Bremerhaven als Marke in alle Welt verbreitet. „Das, hoffen wir, soll so bleiben“, sagt Michael Gerber, der Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Die SAiL hat sich zu einem unverwechselbaren Merkmal für Bremerhaven entwickelt, das die Region mit Stolz erfüllt. Gerber: „Der Selfie-Point greift dieses Gefühl auf – als modernes Bildmotiv, das auf unsere maritime Identität verweist und für die Verbundenheit mit der Stadt steht.“

Neue Funktionen und überarbeitetes Design

Direkt im Anschluss an die SAiL war der Schriftzug am Neuen Hafen abgebaut und in der Lichtwerft technisch und gestalterisch weiterentwickelt worden. Jetzt kehrt er als Anziehungspunkt für alle, die ihre Erinnerungen in Szene setzen wollen, dauerhaft an einen prominenten Platz im Herzen der Stadt zurück – mit neuen Funktionen und überarbeitetem Design.

„Wir haben während der SAiL beobachtet, dass die Besucher sich gerne direkt vor den Schriftzug gesetzt haben oder sogar in die Konstruktion hineingekrochen sind. Das greifen wir auf“, sagt Gerber. Der Fotospot erhält einen hölzernen Sockel als Sitzbereich. So lässt sich das eigene #SAiL-Foto noch besser in Szene setzen – mit dem Windjammer als Kulisse.

Wechselnde Farben und Akzente

Ein Gerüst bildet weiterhin den Rahmen für den leuchtenden Schriftzug #SAiL Bremerhaven. Dank wechselnder Farben und wechselnder Lichtakzente entsteht ein lebendiges Motiv, das sich bei Tag und Nacht unterschiedlich inszenieren lässt. Besucherinnen und Besucher können sich kreativ positionieren – und damit ihren persönlichen Moment festhalten.

Auch verkehrstechnisch ist der neue Standort gut gewählt: Wer über die Lloydstraße in Richtung Hafen fährt, wird den Schriftzug schon aus der Ferne sehen.

Konstruktion kann schnell auf- und abgebaut werden

Die Bremerhavener Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen (BEAN) hat es möglich gemacht, dass der Lloydplatz mit seinem Holzdeck der neue Standort wird. „Dafür gilt unser Dank“, so Gerber. Der Schriftzug bleibt aber mobil. Er wurde so konstruiert, dass ein schneller Auf- und Abbau möglich ist, wenn bei Veranstaltungen ein Standortwechsel nötig wird oder die Stadt den Selfiepoint an anderer Stelle einsetzen möchte.

Dass # SAiL Bremerhaven weiterhin auf große Resonanz stoßen wird, davon ist Gerber überzeugt: „Mehr als 1,3 Millionen Menschen haben das Festival im August besucht. Umfragen zeigen, dass 70 Prozent unserer Gäste wiederkommen wollen. Die SAiL bewegt die Menschen – und der Schriftzug gibt ihnen ein Stück davon mit auf den Weg.“

Nächste SAiL im August 2030

Die nächste SAiL Bremerhaven wird im August 2030 gefeiert. Wer nicht so lange warten möchte, sollte sich die Maritimen Tage 2026 vormerken: Vom 12. bis 16. August wird dann rund um den Hafen gefeiert – mit Schiffen, Musik, Begegnungen und vielen Fotomotiven.