Investor zieht sich aus Projekt „Wulsdorfer Mitte“ zurück

Radio Bremerhaven Archivfoto

Die Stadt Bremerhaven reagiert enttäuscht auf den Rückzug der Dieckell-Gruppe aus dem Projekt „Wulsdorfer Mitte“. Das Unternehmen will die Planungen wegen stark gestiegener Bau- und Finanzierungskosten nicht selbst umsetzen und sucht stattdessen einen neuen Investor.

Baudezernent Maximilian Charlet sprach von einem „herben Rückschlag“ – sowohl für den Stadtteil Wulsdorf als auch für die Stadtverwaltung und die beteiligten Beschäftigten. Besonders bedauerlich sei die Entscheidung, weil nach Angaben der Stadt innerhalb weniger Wochen alle noch offenen Punkte des seit mehr als zehn Jahren laufenden Verfahrens abgeschlossen werden sollten.

Nach Darstellung der Stadt lagen bereits 2023 ein gültiger Bebauungsplan sowie eine Baugenehmigung vor. Die Dieckell-Gruppe habe sich jedoch entschieden, das Projekt 2024 neu zu planen. Dadurch seien weitere Anpassungen notwendig geworden, darunter Änderungen am Bebauungsplan, neue Gebäudeanordnungen, mehr Wohnungen und der Verzicht auf eine Tiefgarage.

Laut Charlet sollten die überarbeiteten Planungen sowie die notwendigen Beschlüsse noch im Juni durch die städtischen Gremien behandelt werden. Die Verwaltung habe das Projekt priorisiert und die Verfahren in vergleichsweise kurzer Zeit bearbeitet.

Trotz des Rückzugs sieht die Stadt weiterhin gute Entwicklungschancen für die „Wulsdorfer Mitte“. Das Vorhaben gilt als eines der wichtigsten städtebaulichen Projekte im Stadtteil. Geplant sind neue Wohn- und Geschäftsflächen sowie eine Neuordnung der Verkehrsführung rund um die Weserstraße.

Nach Angaben der Stadt bleiben auch die vorgesehenen Einzelhändler grundsätzlich am Standort interessiert. Deshalb soll der geänderte Bebauungsplan trotz des Investorenausstiegs beschlossen werden, um einem möglichen Nachfolger ein weitgehend vorbereitetes Projekt übergeben zu können.

Die Stadt hatte seit 2015 umfangreiche Vorarbeiten geleistet. Dazu zählen unter anderem Grundstücksankäufe, Verkehrs- und Infrastrukturmaßnahmen, Leitungsverlegungen, Abrissarbeiten sowie die Vorbereitung des Umbaus der Kreuzung Weserstraße/Lindenallee. Diese gilt derzeit weiterhin als Baustelle. Ziel sei es nun, die Verkehrssituation möglichst schnell zu verbessern und eine langfristige Perspektive für Wulsdorf zu schaffen.

Quelle: Magistrat Bremerhaven

Magistrat schafft Quartiersbildungszentrum für Frühe Hilfen

So soll das Quartiersbildungszentrum Frühe Hilfe an der Friedrich-Ebert-Straße 48-50 aussehen. Visualisierung: AK Architekten

Der Magistrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch, dem 20. Mai 2026 beschlossen, in Geestemünde an der Friedrich-Ebert-Straße 48-50 ein Quartiersbildungszentrum für Frühe Hilfen zu schaffen. Dort sollen unter anderem ein Hebammenzentrum, Angebote des Gesundheitsamtes, die Erziehungsberatungsstelle, und ein Angebot der Kindertagesbetreuung sowie weitere Beratungsangebote für werdende Mütter und deren Familien angesiedelt werden.

„Das Quartiersbildungszentrum für Frühe Hilfen in Geestemünde soll – ähnlich wie das in der Goethestraße – eine niedrigschwellige Anlaufstelle für junge Familien im Stadtsüden werden. Wenn ein Baby auf die Welt kommt, verändert das den Alltag sehr, es entstehen viele Fragen und eventuell auch Herausforderungen. Die Angebote der Frühen Hilfen sollen den Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen“, erklärt Stadtrat Günthner, Dezernent für Soziales, Arbeit, Jugend, Familie und Frauen. In dem Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße, das der Stäwog gehört, ist bereits ein Angebot der Kindertagesbetreuung geplant gewesen. Der Magistrat hat in seiner Sitzung beschlossen, dass auch der übrige Teil des Gebäudes von verschiedenen Teilen des Amtes für Jugend, Familie und Frauen genutzt werden soll. „Geplant ist, dass die Erziehungsberatungsstelle mit in das Quartiersbildungszentrum einzieht, ebenso wie die Netzwerkkoordination und die Fachberatung Frühe Hilfen sowie die Gesundheitsberatung, die Schwangerschaftsberatung und als neues Angebot die Babylots:innen“, erklärt Günthner. Auch externe Partner hätten die Möglichkeit, noch freie Räume im Gebäude zu nutzen, so der Stadtrat. Koordiniert wird das Quartiersbildungszentrum ebenfalls vom Amt für Jugend, Familie und Frauen. Angemietet werden soll das Gebäude von der Stäwog für einen Zeitraum von 30 Jahren. Die Finanzierung erfolgt über die Haushalte der beteiligten Dezernate.

Bürgermeister Torsten Neuhoff begrüßt die „Polarstern“

Bremerhavens Bürgermeister Torsten Neuhoff hat am Freitag, dem 15. Mai 2026 das Forschungsschiff „Polarstern“ des Alfred-Wegener-Institutes im Heimathafen Bremerhaven begrüßt. An Bord war auch die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, die sich in das goldene Buch der Stadt Bremerhaven eintrug.

Das Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts war zuletzt in der Antarktis unterwegs und kehrte am Freitag nach 183 Tagen auf See nach Bremerhaven zurück, bevor es in die Werft geht. „Die Polarstern steht für wissenschaftliche Exzellenz und internationale Zusammenarbeit. Die aktuelle Expedition hat erneut gezeigt, wie unverzichtbar Forschung für unser Verständnis der globalen Veränderungen ist. Die Erkenntnisse über den dramatischen Rückgang des antarktischen Meereises machen deutlich: Die Folgen des Klimawandels sind keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Sie sind Realität. Umso wichtiger ist die Forschung darüber und ich bin froh, dass Bremerhaven der Ort ist, an dem Sie, liebe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich damit auseinandersetzen“, sagte Neuhoff bei der kurzen Begrüßungszeremonie an Bord.

Ebenso dankte der Bürgermeister der Bundesministerin für ihre Würdigung der Polarstern: „Dass Sie sich heute in das Goldene Buch der Stadt eintragen, ist ein Zeichen der Anerkennung für den Wissenschaftsstandort Bremerhaven, für die Arbeit des AWI und für all jene, die mit ihrer Forschung helfen, die großen Herausforderungen unserer Zeit besser zu verstehen.“

Bremerhaven: Drachenfestival, Stoffmarkt, Bürgerbummel

Zum Drachenfestival am Weserdeich werden in Bremerhaven wieder Dutzende besonderer Lenkdrachen und Skulpturen erwartet.

Am 6. und 7. Juni finden in Bremerhaven das Drachenfestival und der Bürgerbummel gleichzeitig statt. Beide Veranstaltungen verbinden die Innenstadt, die Havenwelten und den Weserdeich zu einem gemeinsamen Aktionswochenende. Der Eintritt ist an beiden Tagen frei.

Für das Drachenfestival haben sich Drachenflieger aus ganz Deutschland angemeldet. Gezeigt werden Lenkdrachen, Windspiele und Großskulpturen. Am Sonnabend ist ab etwa 21 Uhr ein Nachtfliegen mit beleuchteten Drachen geplant. Das Festival läuft am Samstag von 11 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Ergänzend gibt es ein Familienprogramm an der Seebäderkaje und am Havenplatz mit Walk Acts, Kinderkarussell, mehreren Hüpfburgen, Schminkstationen, Ballonmodellage, einer Drachenwerkstatt sowie einer Piratenschule mit Diplomvergabe.

Parallel dazu beteiligen sich 27 Aussteller:innen am Bürgerbummel in der Fußgängerzone. Die Stände sind am Samstag von 11 bis 18 Uhr geöffnet, am verkaufsoffenen Sonntag von 12 bis 17 Uhr. Geschäfte im Mein Outlet & Shopping Center, im Columbus-Center und in der Fußgängerzone dürfen ebenfalls öffnen. Angeboten werden unter anderem Spargel, Erdbeeren, Spielwaren, Leder- und Haushaltswaren. Der niederländische Stoffencircus macht am Sonnabend, 6. Juni, Station auf dem Theodor-Heuss-Platz und verkauft Stoffe aus Baumwolle, Seide, Leder, Wolle sowie Kurzwaren.

Rund um die Große Kirche ergänzt ein Musikprogramm den Bürgerbummel. Walking Acts, Stelzenläufer und ein Spielmobil sorgen für zusätzliche Unterhaltung. Zwischen Innenstadt und Drachenfestival verkehrt eine kostenlose Bimmelbahn.

Gutachterausschuss ermittelt neue Bodenrichtwerte für Bremerhaven

Anfang März 2026 tagte der Gutachterausschuss für Grundstückswerte (GAA) in Bremerhaven. Gemäß Baugesetzbuch werden in einem zweijährigen Rhythmus die Bodenrichtwerte für Bremerhaven ermittelt. Dem Ausschuss gehören unter dem Vorsitz von Marco Kewes, Leiter des Vermessungs- und Katasteramtes, zehn ehrenamtliche Gutachter aus allen Teilen der Bau- und Immobilienwirtschaft Bremerhavens sowie ein Vertreter der Finanzbehörde an.

Nachdem in der vorherigen Bodenrichtwertsitzung 2024 die Bodenrichtwerte in allen Bereichen fortgeschrieben wurden, zeigen die Bodenpreise jetzt leicht nach oben. Die Auswertungen der Geschäftsstelle des GAA ergaben einen leichten Anstieg von rund 6 Prozent der aktuellen Bodenpreisindexreihe. Die Gutachter haben daher eine moderate Erhöhung der Bodenrichtwerte für das Jahr 2026 vorgenommen. Eine ähnliche Entwicklung ist in den angrenzenden Gemeinden des Landkreises Cuxhaven zu beobachten.

Bei den Teilmärkten Wohnbauflächen (individueller Wohnungsbau bzw. Geschoßwohnungsbau) und den Geschäftslagen (MI, MK) fand überwiegend eine Erhöhung von 10 €/m² bei den Bodenrichtwerten unter 300 €/m² und eine Erhöhung von 20 €/m² bei den Bodenrichtwerten höher als 300 €/m² statt. Für die gewerblichen Bodenrichtwertzonen wurde eine Erhöhung von
5 €/m² bzw. 10 €/m² beschlossen. Die Bodenrichtwerte der Geschäftslagen in der Innenstadt sowie der sonstigen Bodenrichtwertzonen (SF-Flächen) wurden fortgeschrieben. Für die Land- und Forstwirtschaftlichen Flächen erfolgte ein Abgleich mit dem Landkreis Cuxhaven.

In Einzelfällen kam es zu individuellen bzw. abweichenden Anpassungen von der allgemeinen Regel.

Neue Bodenrichtwertzonen wurden im Bereich des zukünftigen Werftquartiers und im Bereich des Gewerbegebietes Luneplate ausgewiesen.

Die Bodenrichtwerte werden für die Bundesländer Bremen und Niedersachsen in einem gemeinsamen Portal bereitgestellt und können ab sofort unter

https://immobilienmarkt.niedersachsen.de/bodenrichtwerte abgerufen werden.

Quelle: Magistrat der Stadt Bremerhaven

Neue Zooschul-Expedition für Grundschüler: „Wunderwelt Watt – Barfußexpedition vor unserer Haustür“

Die Zooschule ist ein außerschulischer Lernort, der sich auf Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) spezialisiert hat. In Zusammenarbeit mit Dr. Gitta Rüscher (BNE-Fachberaterin in der Abteilung Schulentwicklung und Fortbildung des Schulamts – SEFO) wurde nun eine neue Expedition zum Thema Ökosystem Watt entwickelt, die Schülerinnen und Schülern die Tür zu echter Naturerfahrung öffnet, sie für ihre Heimat begeistert und unvergessliche Momente schenkt. Mit dem neuen Bildungsangebot „Wunderwelt Watt – Barfußexpedition vor unserer Haustür“ lädt die Zooschule des Zoos am Meer Bremerhavener Schulklassen dazu ein, das einzigartige Ökosystem Watt kennenzulernen.

Die Expedition richtet sich vor allem an Bremerhavener Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen, die keine zeitlichen oder finanziellen Möglichkeiten haben, das Wattenmeer in Cuxhaven oder Dorum zu besuchen. „Direkt an der Wesermündung gelegen haben wir auch in Bremerhaven ideale Bedingungen, um das Ökosystem Watt näher zu erkunden“, erklärt die Biologin Dr. Antje Mewes (Leiterin der Zooschule). „Im trichterförmigen Mündungsbereich (Ästuar) der Weser vermischen sich Süß- und Salzwasser zu Brackwasser. Diese nährstoffreichen Übergangsgebiete sind durch Gezeiten (Ebbe/Flut) und starke Sedimentation geprägt und bilden ökologisch enorm wertvolle Lebensräume.“

Barfuß und als Wattdetektive unterwegs, erkunden die Schulkassen den Wattboden, entdecken Spuren, Tiere, Pflanzen und den Einfluss des Menschen. Dank der Unterstützung der Bädergesellschaft Bremerhaven können Schülerinnen und Schüler Proben im Watt am Weser-Strandbad entnehmen, das nur wenige Schritte vom Zoo entfernt ist. „Ich möchte dem Zoo am Meer und dem Weser-Strandbad als außerschulische Lernorte mit dem Fokus Umweltbildung dafür danken, dass Schülerinnen und Schülern das vor der Haustür gelegene Watt und seine Bewohner hautnah erleben können und dabei professionell begleitet werden“, betont Stadtrat Prof. Dr. Hauke Hilz (Dezernent für Schule und Kultur).

Im Zooschulraum mikroskopieren die Schülerinnen und Schüler und fertigen wissenschaftliche Zeichnungen an. Sie lernen, dass das Wattenmeer ein empfindliches Ökosystem ist, in dem jedes Element – selbst winzige Mikroorganismen im Sediment oder ein Stück Müll – Auswirkungen auf das Ganze hat. Genaues Beobachten, naturwissenschaftliches Arbeiten und das Naturerleben mit allen Sinnen stehen im Mittelpunkt. Dr. Antje Mewes freut sich auf den Besuch der Schulklassen: „Wenn der Wind durch die Haare fegt, die kühlen Füße auf dem Schlick rutschen und die kleinen Schlickkrebse an den Zehen kitzeln, dann wird die Abenteuerlust der Kinder geweckt und das Lernen zum echten Erlebnis.“

Kosten und Buchung

Wie für alle Zooschulexpeditionen gilt auch für die Expedition „Wunderwelt Watt – Barfußexpedition vor unserer Haustür“, dass bei entsprechender Anmeldung und Buchung über die Website der Zooschule keinerlei Kosten entstehen.

Termine für 2026

Die Barfußexpedition „Wunderwelt Watt“ mit einer Dauer von 3,5 Stunden in der Zeit von 8.30 bis 12.00 Uhr ist gezeitenabhängig und daher nur an folgenden Tagen buchbar:

•              Dienstag, 19. Mai 2026

•              Montag, 1. Juni 2026

•              Dienstag, 2. Juni 2026

•              Dienstag, 16. Juni 2026

•              Montag, 29. Juni 2026

•              Montag, 31. August 2026

•              Dienstag, 1. September 2026

Neues Jubiläumsbüro soll Ideen aus der Stadt sichtbar machen

Das Beratungsbüro für das Bremerhavener Stadtjubiläum 2027 hat in der H.-H.-Meier-Straße 6 seine Arbeit aufgenommen. Die großen gelben Lettern „200 BHV“ an den Schaufenstern weisen auf den bevorstehenden 200. Stadtgeburtstag hin. Das Büro dient als zentrale Anlaufstelle für alle, die eigene Projektideen für das Jubiläumsjahr entwickeln und umsetzen möchten.

Projektleiterin Benthe Stolz und ihr Team beraten Interessierte, unterstützen bei der Antragstellung und begleiten Vorhaben bis zur möglichen Förderung. Für Projekte aus Wirtschaft, Tourismus, Kultur, Wissenschaft und den Quartieren stehen insgesamt 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. Der aktuelle Förderaufruf läuft bis zum 30. April, ein weiterer ist für September angekündigt.

Bürgermeister Torsten Neuhoff informierte sich vor Ort über die Arbeit des neuen Büros und äußerte die Hoffnung auf zahlreiche Veranstaltungen in allen Stadtteilen im Jahr 2027. Unterstützung erhält das Beratungsbüro vom Kreativen Aufbruch Bremerhaven, der Kommunikation und Marketing für das Jubiläum mitgestaltet.

Zu den ersten konkreten Projektideen gehören zwei geplante Veranstaltungen des Kulturvereins Heidjer Butjer. Für Ende August oder Anfang September 2027 ist ein Open-Air-Kino auf dem Platz der Kinderrechte vorgesehen, der Eintritt soll frei sein. Außerdem soll das „Leherheider Lichterfest“ am 30. Oktober 2027 erweitert werden – unter anderem durch Lichtinstallationen, künstlerische Beiträge und Mitmachaktionen.

Das Beratungsbüro bietet montags und donnerstags individuelle Gesprächstermine an, die vorab gebucht werden können. Zusätzlich ist das Team per E-Mail und telefonisch erreichbar. Antragsberechtigt sind alle Personen und Institutionen mit Sitz in Bremerhaven, die ihre Projekte eigenständig umsetzen möchten. Ziel des Jubiläumsjahres ist es, neben großen Veranstaltungen vor allem viele kleinere Aktionen in den Stadtteilen zu ermöglichen.

Alle Infos zum Stadtjubiläum und Terminbuchung: www.bremerhaven-erleben.de/stadtjubilaeum oder bei der Erlebnis Bremerhaven im Projektbüro: Tel.: 0471/80936651, E-Mail: Ideen@stadtjubilaeum.de

Eine grüne Oase für Bremerhaven: Der HavenPARK kommt

Auf dem Gelände des ehemaligen Finanzamts an der Columbusstraße entsteht in Bremerhaven eine neue naturnahe Parkanlage: der HavenPARK. Ziel des Projekts ist es, die Innenstadt klimatisch zu stärken, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und einen neuen öffentlichen Treffpunkt zu schaffen. Entwickelt wird der Park als sogenannter PikoPark im Rahmen des Förderprogramms „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen (NKK)“. Im Mittelpunkt stehen entsiegelte Flächen, natürliche Materialien und vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

Mehr als 600 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich am Beteiligungsverfahren. Rund 70 Prozent der Befragten sprachen sich für mehr Grün und Bäume aus, 63 Prozent für begehbare Grünflächen. Diese Anforderungen flossen in den Vorentwurf ein. In einer Juryentscheidung wurde der Name HavenPARK mit großer Mehrheit ausgewählt, um den Bezug zum Hafen und zur Stadtidentität herzustellen.

Der Entwurf sieht eine klar gegliederte, zugleich offene Parkanlage vor. Entlang der Columbusstraße entsteht ein leichter Wall als räumliche Fassung und Schutz. Unterschiedliche Baumstrukturen sollen eine grüne Kante zur Umgebung bilden und das Stadtklima verbessern. Im Inneren sind eine offene Wiesenfläche, Aufenthaltsbereiche, Rückzugsorte sowie eine Obstwiese vorgesehen. Naturnahe Elemente wie Mulden zur Regenwasserversickerung, Lesesteinhaufen, Trockenmauern und Benjeshecken sollen die Biodiversität fördern. Ein geschwungener Hauptweg verbindet die Fläche, ergänzt durch kleinere Aufenthaltsnischen. Zur Keilstraße hin bleibt der Park bewusst offen und durchlässig.

Der Baubeginn ist für 2026 geplant. Die Bauzeit wird auf sieben bis acht Monate geschätzt. Für die Umsetzung stehen rund 775.000 Euro aus Bundes- und kommunalen Mitteln des Programms „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ zur Verfügung.

Wenn Bremerhaven nach Meer duftet: Fischparty 2026 startet durch

Am 25. und 26. April verwandelt sich das Schaufenster Fischereihafen erneut in einen der lebendigsten Orte Bremerhavens: Die Fischparty 2026 lädt an beiden Tagen zu Genuss, Wissen und maritimen Erlebnissen ein. Erwartet werden rund 50.000 Besucherinnen und Besucher, die sich auf ein breites Programm aus Kulinarik, Information, Familienaktionen und traditionellem Hafenflair freuen können. Dies geht aus der offiziellen Pressemitteilung von Erlebnis Bremerhaven hervor, in der Geschäftsführer Michael Gerber die besondere Mischung des Festes hervorhebt: „Die Fischparty zeigt, wie vielseitig Fisch sein kann – als Genussmittel, als Teil unserer Kultur und als wichtiger Baustein für eine nachhaltige Ernährung.“

Norwegen als Partnerland im Fokus

In diesem Jahr steht die Veranstaltung ganz im Zeichen Norwegens. Gemeinsam mit dem Norwegian Seafood Council (NSC) präsentiert das Partnerland seine Fischereitradition und moderne Aquakultur. In den Restaurants des Schaufensters stehen norwegische Gerichte auf den Tageskarten, ergänzt durch Spezialitäten wie frisch zubereiteten Flammlachs. Verkostungen – unter anderem vom weltweit führenden Lachsproduzenten Mowi – gehören ebenfalls zum Programm. Für das passende Ambiente sorgen 350 Meter Wimpelketten in den Farben Norwegens, die das Gelände schmücken.

Kulinarik und Information am „Fischkai International“

In den weißen Pagodenzelten treffen klassische Fischspezialitäten wie Matjes und Fischsuppe auf internationale Angebote wie Austern, Garnelen und Lachs. Auch traditionelles Handwerk ist vertreten, und Angler laden zu einem speziellen Flohmarkt ein.

Fischbahnhof als Wissenszentrum

Ein zentraler Anlaufpunkt ist der Fischbahnhof mit dem „Fischbett“, einer Präsentation verschiedener Fischarten und Meeresprodukte. Die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG) bringt Expertinnen und Experten zusammen, die Einblicke in Herkunft, Qualität und Verarbeitung geben. Jeden Nachmittag versteigert Sebastian Gregorius, der letzte bestellte und vereidigte Fischauktionator Bremerhavens, frische Ware. Das Programm umfasst Kochshows, Expertentalks und Mitmachangebote zu Themen wie nachhaltige Fischerei, gesunde Ernährung und Klimafragen. Fachleute vom Alfred-Wegener-Institut, dem Thünen-Institut und internationalen Organisationen sind beteiligt. Veranstaltungsmanagerin Chiara Rogge betont: „Wer hierherkommt, soll Fisch nicht nur probieren, sondern auch verstehen.“

Workshops und Engagement für den Artenschutz

Zu den Höhepunkten zählen mehrere Austern- und Krabben-Workshops im Fischkochstudio. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung über die Website erforderlich. Zudem wird mit sogenannten Aalaktien und einem Spendenaufruf auf die Gefährdung des Europäischen Aals aufmerksam gemacht.

6. Deutsche Fischgrillmeisterschaft

Auf dem Marktplatz treten Teams bei der 6. Deutschen Fischgrillmeisterschaft gegeneinander an und zeigen kreative Grillvarianten rund um Fisch.

Familienprogramm und Mitmachaktionen

Für Kinder und Familien bietet die Fischparty ein breites Angebot:

  • Experimente am Wissenskiosk des Universum Bremen
  • Maritime Bastelecke
  • Kinderangeln und Glücksrad des Angelsportvereins
  • „Fischbahnhof 360°“-Filmerlebnis
  • Kinderschminken, Fotoboxen und Walk-Acts

Damit wird das Fest auch für junge Besucherinnen und Besucher zu einem Erlebnis.

Musik, Tradition und Hafenflair

Auf der Bühne am Oberfeuer reicht das Programm von Shantychören über Rock’n’Roll bis zur Partyband am Samstagabend. Zudem laden die Schiffe „Astarte“ und „Gera“ zum „Open Ship“ ein. Die historische „Astarte“ verholt für das Wochenende vom Neuen Hafen in den Fischereihafen und nimmt auf den Törns Gäste mit. Die Fahrten kosten 15 Euro.

Bedeutung für Bremerhaven

 „Die Fischparty ist ein echtes Stück Bremerhaven“, betont Gerber. „Sie verbindet unsere maritime Geschichte mit modernen Themen und zeigt, warum der Fischereihafen als ein Zentrum der Lebensmittelindustrie bis heute eine so große Bedeutung für die Stadt hat.“

Öffnungszeiten

  • Samstag, 25. April 2026: 11:00–22:00 Uhr
  • Sonntag, 26. April 2026: 11:00–18:00 Uhr

Mehr Platz für Kinder: Kita-Neubau in Lehe gestartet

Am Freitag, 10. April 2026, ist in der Luisenstraße der Grundstein für eine neue Kindertagesstätte im Stadtteil Lehe gelegt worden. In dem Neubau sollen künftig 130 Kinder betreut werden. Laut Stadtrat Martin Günthner sichert das Projekt die frühkindliche Betreuung in Lehe „auf hohem Qualitätsniveau“ und schafft dringend benötigte Plätze.

Der Magistrat der Stadt Bremerhaven hatte gemeinsam mit dem Amt für Jugend, Familie und Frauen, der Stäwog-Unternehmensgruppe und der Stadtentwicklung entschieden, den Neubau als Ersatz für die DRK-Kita Lehe an der Langen Straße zu realisieren. Die neue Einrichtung entsteht auf dem Grundstück Auf den Sülten 4+4a / Ecke Luisenstraße 1+1a und bietet 100 Ü3‑ und 30 U3‑Plätze.

Träger bleibt der DRK-Kreisverband Bremerhaven. In der bisherigen Kita werden 110 Kinder betreut. Mit dem Neubau entstehen zusätzlich 20 neue Plätze für Kinder unter drei Jahren.

Stäwog-Geschäftsführer Sieghard Lückehe betont, dass der Neubau Maßnahmen im Bereich der Hafenstraße und im Goethequartier unterstützt. Angesichts der Entwicklungen auf dem Kistnergelände, wo rund 130 Wohnungen neu bezogen wurden, sei eine zusätzliche Kita im kinderreichen Stadtteil sinnvoll.

Auf dem Kellergeschoss eines ehemaligen Wohngebäudes aus dem Jahr 1956 entsteht in enger Abstimmung mit dem Nutzer eine moderne Kindertagesstätte mit Außenbereich. Die Fertigstellung ist für Mitte 2027 geplant. Die Baukosten belaufen sich auf rund 9,5 Millionen Euro, inklusive Außenanlagen und Nebenkosten.