
Eine internationale Jury des EU‑Projekts INSPIRES hat das gemeinsame Vorhaben der Hochschule Bremerhaven und des Kreuzfahrtterminals Bremerhaven Cruise Ports für eine Förderung ausgewählt. Das Projekt erhält 15.000 Euro, um einen KI‑gestützten Besucherservice zu entwickeln. Kern des Vorhabens ist der humanoide Roboter „Pepper“, rund 1,20 Meter groß, der künftig Kreuzfahrtgäste begrüßen, informieren und das Terminalpersonal entlasten soll.
Im zweiten deutschen Förderaufruf bewarben sich acht Kooperationen um zwei Förderungen à 15.000 Euro. Neben Bremerhaven wurde ein Projekt aus Baden‑Württemberg ausgewählt, das CO₂‑Fußabdrücke von Hotels und Reiseverläufen automatisiert berechnet.
„Pepper“ wurde an der Hochschule Bremerhaven technisch modernisiert und mit aktueller KI verbunden. Das Team um Prof. Dr. Thomas Umland und vier Informatik‑Studierende entwickelte eine feste Persönlichkeit: Der Roboter soll ausschließlich als Experte für Bremerhaven und das Kreuzfahrtterminal auftreten. Er kann sich frei im Terminal bewegen, Gäste aktiv ansprechen und über sein Display Informationen oder QR‑Codes zu Sehenswürdigkeiten und Angeboten anzeigen.
Im Terminal könnte „Pepper“ Wege erklären, beim Einchecken unterstützen oder individuelle Stadtrouten empfehlen – in vielen Sprachen. Der Einsatz ist für den Sommer geplant, gefolgt von einer Testphase von sechs bis acht Monaten. Erste Erfahrungen wurden beim „Tag der Informatik“ gesammelt.
Der Terminalbetreiber Global Ports Holding, weltweit größter Betreiber von Kreuzfahrtterminals, sieht Potenzial für einen internationalen Einsatz. Geschäftsführer Timo Schön betont, dass der Roboter echte Unterstützung im Groundhandling bieten könne.
INSPIRES fördert insgesamt 60 Projekte in sechs europäischen Ländern und unterstützt kleine und mittlere Tourismusunternehmen bei Digitalisierung, Diversifizierung und Inklusion. Die Erlebnis Bremerhaven GmbH ist Leadpartner und koordiniert die Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus Deutschland, Belgien, Bulgarien, Finnland, Polen und Spanien. Die Abschlusskonferenz findet Herbst 2027 in Bremerhaven statt.
